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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.11.2017

Spannender Thriller

Das Apartment
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Nachdem ich bereits vor knapp einem Jahr "Under Ground" von S.L. Grey gelesen habe und mir dies im Großen und Ganzen gut gefallen hat, war ich schon sehr auf das neueste Werk "Das Apartment" gespannt, ...

Nachdem ich bereits vor knapp einem Jahr "Under Ground" von S.L. Grey gelesen habe und mir dies im Großen und Ganzen gut gefallen hat, war ich schon sehr auf das neueste Werk "Das Apartment" gespannt, was eine ähnlich packende Geschichte verspricht. Ich hatte somit recht hohe Erwartungen an die Geschichte und wurde zum Glück auch nicht enttäuscht.

S.L. Grey ist das Pseudonym von den beiden Bestsellerautoren Sarah Lotz und Louis Greenburg, die "Das Apartment" wieder einmal spannend gestaltet haben. Die Geschichte liest sich durchweg flüssig, packend und die Atmosphäre ist wieder einmal sehr gut gelungen. Zwar sind die Dialoge hier und da oftmals ein wenig holprig, allerdings sind die Figuren so gut ausgearbeitet, dass man diese sehr gut kennenlernt. Sie waren mir zwar nicht immer zwingend sympathisch, allerdings setze ich dies bei dem Genre auch nicht voraus.

Die Geschichte ist dabei schnell erzählt: Die Ehe von Steph und Mark befindet sich in einem kleinen Tief, sodass sie unbedingt frischen Wind in ihr (Liebes-) Leben bringen möchten. Um dabei auch mal etwas zu erleben, was sie zuvor noch nie gemacht haben, entscheiden sie sich für einen Häusertausch. Im Internet ist dabei ein tolles Apartment mitten in Paris schnell gefunden, was direkt ihr Interesse weckt.

Was sie jedoch nicht ahnen konnten: Das Apartment ist gar nicht so verträumt, wie es zunächst zu sein scheint, denn sie müssen feststellen, dass das Apartment möglicherweise schon seit Jahren nicht genutzt wurde. Trotz vieler Zweifel beschließen sie dennoch in dem Apartment zu bleiben, allerdings kommen immer mehr Zweifel auf, als Mark Unmengen an Frauenhaaren in Eimern entdeckt und landen direkt in einem wahr gewordenen Albtraum.

"Das Apartment" besticht hierbei vor allem damit, dass die Geschichte oftmals unvorhersehbar ist und ich dadurch oftmals überrascht werden konnte. Die Geschichte ist nicht allzu brutal, sondern sorgt dafür, dass bei den guten Beschreibungen direkt Bilder im Kopf des Lesers entstehen.

Die Auflösung am Ende finde ich gelungen, allerdings wurden manche Punkte nicht gänzlich aufgelöst, was mich dann doch ein wenig gestört hat, da ich am Ende noch ein paar offene Fragen hatte. Dies ändert jedoch nichts am insgesamt recht guten Eindruck.

Das Cover ist mit seinem blutigen Schlüssel wieder einmal recht schlicht, passt aber dennoch hervorragend zur Geschichte, aber auch zum Genre selbst. Auch die Kurzbeschreibung hat mich direkt angesprochen, sodass ich dem Buch sehr gerne eine Chance gegeben habe.

Kurz gesagt: "Das Apartment" ist ein spannender und oftmals unvorhersehbarer Thriller, der mir so manches Kopfkino beschert hat und mich mit interessanten Figuren begeistern konnte. Ich freue mich bereits auf weitere Werke.

Veröffentlicht am 02.11.2017

Willkommen in Crouch End

Crouch End
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„Crouch End“ ist eine knapp fünfzig Seiten lange Kurzgeschichte, die in Deutschland in der Kurzgeschichten-Sammlung „Albträume – Nightmares & Dreamscapes“ erschienen ist. Da ich schon viele Kurzgeschichten ...

„Crouch End“ ist eine knapp fünfzig Seiten lange Kurzgeschichte, die in Deutschland in der Kurzgeschichten-Sammlung „Albträume – Nightmares & Dreamscapes“ erschienen ist. Da ich schon viele Kurzgeschichten aus der „Story Selection“-Reihe von Stephen King gelesen habe, musste auch diese unbedingt auf meinem Reader landen und ich muss sagen, das mich der Autor wieder einmal überzeugen konnte.

Stephen King konnte dabei wieder einmal mit seinem grandiosen Schreibstil bei mir punkten: Stellenweise salopp, immer direkt, es wird nichts beschönigt und gleichzeitig kann man sich in nahezu jeden einzelnen Moment hineinversetzen, sodass "Crouch End“ letztendlich sehr gut durchdacht und spannend wirkt. Obwohl die Geschichte bereits in den achtziger Jahren erstmals veröffentlicht wurde, wirkt diese hier trotz allem doch recht frisch und modern, sodass das typische King-Gefühl wieder deutlich spürbar ist.

Die Geschichte ist dabei schnell erzählt: Die junge Amerikanerin Doris geht mit ihrem Mann durch den Londoner Vorort Crouch End und hat dort mehrere Erlebnisse der übernatürlichen Art. Als dann noch ihr Mann verschwindet, wendet sie sich an das Polizeirevier und erzählt dort ihre Geschichte, allerdings möchte ihr dort niemand so wirklich Glauben schenken. Dennoch erbarmt man sich am Ende doch, sodass die Nachtwache einen Abstecher nach Crouch End unternimmt und den Dingen auf den Grund geht. Dabei steht jedoch immer wieder die Frage im Raum, was nur eingebildet ist und was die knallharte Realität ist...

An sich ist die Geschichte wieder einmal sehr spannend und bringt den Leser wieder an den Rand des Wahnsinns, denn Stephen King hat die Geschehnisse in Crouch End so gut gestaltet, dass man hier einiges über die menschlichen Abgründe und dem nicht ganz offensichtlichen Horror erfährt. Dennoch habe ich mit "Crouch End" ein kleines Problem, denn diese Kurzgeschichte ist (mal wieder) eine Hommage an H.P. Lovecraft, der als eine von Kings größten Inspirationen gilt. An sich ist dies noch nicht einmal besonders schlimm, allerdings ist es schade, dass diese Hommage so offensichtlich ist und dadurch für mich ein wenig Spannung herausgenommen hat. Dies hätte man meiner Meinung nach auch anders regeln können. Dennoch ändert dies nichts an dem insgesamt recht guten Eindruck.

Das Cover ist sehr schlicht, einfarbig und hebt lediglich den Namen des Autors und den Buchtitel hervor, was zwar kein Hingucker, aber dennoch in Ordnung ist. Die Kurzbeschreibung hat mich direkt angesprochen, denn diese liest sich so interessant, dass ich direkt mehr über das Leben in Crouch End erfahren wollte.

Kurz gesagt: Mit "Crouch End" hat Stephen King erneut eine spannende und ereignisreiche Kurzgeschichte abgeliefert, die zwar nicht ganz ohne kleinere Schwächen auskommt, mich aber dennoch mit interessanten Figuren und Schockmomenten überzeugen konnte.

Veröffentlicht am 29.10.2017

packender Thriller

Angstmörder
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Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass mir "Angstmörder" ohne eine Empfehlung seitens des Heyne Verlages wohl nie aufgefallen wäre. Dies wäre sehr schade gewesen, denn hier findet man ein tolles Debüt ...

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass mir "Angstmörder" ohne eine Empfehlung seitens des Heyne Verlages wohl nie aufgefallen wäre. Dies wäre sehr schade gewesen, denn hier findet man ein tolles Debüt vor, dass nicht nur unterhalten, sondern auch packen kann.

Lorenz Stassen besitzt einen sehr angenehmen Schreibstil, der dafür sorgt, dass man durch die Seiten fliegt, denn die Geschichte ist packend und rasant geschrieben und so gut ausgearbeitet, dass die Geschichte weder Längen, noch Logikfehler besitzt. Erzählt wird die Geschichte hauptsächlich aus der Sicht von Nicholas Meller, der als Figur gut ausgearbeitet ist, gleichzeitig kommen hierbei aber auch noch andere Personen in kurzen Kapiteln zu Wort, was sehr gelungen ist, da man sich so immer mittendrin in der Geschichte befindet. Die Figuren sind dabei allesamt so weit gezeichnet, dass man sie gut kennenlernt und einige von ihnen sogar sympathisch findet, sodass ich mit den meisten Figuren auch mitfiebern konnte.

Die Geschichte rund um Nicholas Meller ist dabei schnell erzählt: Dieser arbeitet mehr oder weniger erfolgreich als Anwalt und hat beste Verbindungen in die russische Unterwelt, sodass er von diesen immer wieder einen entscheidenden Tipp erhält, viele von ihnen vertritt und schon so manchen Fall gelöst hat. Da er Hilfe braucht, bewirbt sich die junge Referendarin Nina bei ihm, die nicht nur tough und nicht auf den Mund gefallen ist, sondern auch einen kleinen Makel mit sich bringt, denn Ninas Arm ist seit Geburt an zurückgebildet. Diese duldet allerdings weder Mitleid noch Zurückhaltung ihr gegenüber, sodass sie Nicholas unbedingt bei seinen Fällen helfen möchte. Dabei geraten die beiden auch direkt in einen Fall, bei dem der Mörder nicht nur äußert brutal handelt, sondern auch gleichzeitig mit den Ängsten der Opfer spielt und wie es scheint, hat dieser sich auch schon sein nächstes Opfer ausgesucht...

Das Cover ist ein absoluter Hingucker und passt nicht nur hervorragend zur Geschichte, sondern auch zum Genre. Die Kurzbeschreibung konnte mich ebenfalls direkt überzeugen, sodass ich dem Buch nur allzu gerne eine Chance gegeben habe.

Kurz gesagt: "Angstmörder" ist ein rasanter und packender Thriller mit interessanten und vielseitigen Figuren, der mich von der ersten bis zur letzten Seite unterhalten konnte. Mir hat das Debüt von Lorenz Stassen somit sehr gefallen und ich hoffe, dass noch sehr viele Bücher folgen werden.

Veröffentlicht am 26.10.2017

Wunderschönes Kinderbuch mit toller Botschaft

Das Wunder der wilden Insel
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"Das Wunder der wilden Insel" habe ich eher zufällig entdeckt, als ich vor einiger Zeit im Verlagsprogramm gestöbert habe. Da mich allerdings das wunderschöne Cover und die Kurzbeschreibung direkt angesprochen ...

"Das Wunder der wilden Insel" habe ich eher zufällig entdeckt, als ich vor einiger Zeit im Verlagsprogramm gestöbert habe. Da mich allerdings das wunderschöne Cover und die Kurzbeschreibung direkt angesprochen haben, konnte das Buch sofort mein Interesse wecken und ich hatte hohe Erwartungen an die Geschichte. Zum Glück wurde ich hierbei nicht enttäuscht, denn "Das Wunder der wilden Insel" konnte mich nicht nur mit liebevollen Illustrationen überzeugen, sondern auch mit einer wunderschönen Geschichte und einer wichtigen Botschaft.

Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten und lässt sich leicht und zügig lesen, sodass auch die jüngsten Leser keinerlei Probleme mit der Geschichte haben dürften. Durch die sehr kurzen Kapitel ist dieses Buch auch hervorragend zum Vorlesen geeignet, sodass die Geschichte somit direkt jung und alt ansprechen dürfte. Gleichzeitig findet man in der Geschichte jede Menge liebevolle und detaillierte Illustrationen, die perfekt zur Geschichte passen und die Insel, sowie das Robotermädchen Roz bestens darstellen.

Die Geschichte ist hierbei schnell erzählt: Auf offenem Meer kommt es zu einem Schiffsunglück, bei dem lediglich ein paar Kisten an eine Küste angespült werden. Hierbei werden alle Kisten bis auf eine vollends durch Felsen zerstört, sodass nur eine Kiste unversehrt an Land gespült wird. In der Kiste befindet sich das Robotermädchen Roz, das so programmiert ist, dass sie sich nicht nur einer Umgebung anpasst, sondern auch immer wieder dazu lernt und sich stets weiterenwickelt. Da die Insel nur von Tieren bewohnt wird, versucht Roz Anschluss zu finden, allerdings sind die Tiere skeptisch und halten sich von ihr fern, sodass sie vorerst nur beobachten kann und weiterhin auf sich allein gestellt ist. Als Roz jedoch hinterher eine Gans aufzieht, werden auch die anderen Tiere ihr gegenüber offener und erkennen, dass Roz doch kein Monster ist, als man zunächst angenommen hat, sodass man sich immer mehr annähert und Freundschaften entstehen.

Somit hat Peter Brown nicht nur eine sehr schöne und kindgerechte Geschichte geschrieben, sondern auch gleichzeitig die wichtige Botschaft hinterlassen, dass man Menschen - in dem Fall Roboter - nicht immer sofort abstempeln soll, sondern auch aufeinander zugeht und trotz vieler Unterschiede auch durchaus eine Freundschaft entstehen kann.

Die Covergestaltung passt nicht nur hervorragend zur Geschichte, sondern besticht auch mit tollen Farben, einem tollen Blick auf die Insel und natürlich mit dem Robotermädchen Roz. Auch die Kurzbeschreibung hat mich direkt angesprochen, sodass ich dem Buch unbedingt eine Chance geben wollte.

Kurz gesagt: "Das Wunder der wilden Insel" ist eine wunderschöne und altersgerechte Geschichte, die nicht nur mit einer wichtigen Botschaft, sondern auch mit vielen gelungenen Illustrationen überzeugen kann. Somit kann ich nur hoffen, dass die Geschichte noch viele jüngere Leser ansprechen wird.

Veröffentlicht am 13.10.2017

Brutale, aber dennoch großartige Geschichte

Kurzer Abstecher
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Da ich bislang noch kein Buch von Irvine Welsh gelesen habe, obwohl mir der Autor immer wieder empfohlen wurde, wurde es nun endlich an der Zeit, ein Werk von ihm zu lesen. Die Wahl fiel dabei auf sein ...

Da ich bislang noch kein Buch von Irvine Welsh gelesen habe, obwohl mir der Autor immer wieder empfohlen wurde, wurde es nun endlich an der Zeit, ein Werk von ihm zu lesen. Die Wahl fiel dabei auf sein neuestes Werk "Kurzer Abstecher", das nicht nur gut klang, sondern bislang gute Kritiken erhalten hat. Interessant fand ich hierbei auch, dass die Figur Begbie bereits in "Trainspotting" vorkam, sodass ich er mir nicht ganz unbekannt war. Meine Erwartungen waren dementsprechend hoch und ich wurde auch zum Glück nicht enttäuscht.

Zunächst einmal hat mich der Schreibstil doch sehr überrascht, denn dieser ist weitaus salopper und brutaler, als ich zunächst gedacht habe. Dennoch besitzt "Kurzer Abstecher" eine gewisse Faszination, denn Irvine Welsh kann definitiv mit Worten umgehen und sorgte dafür, dass das Buch trotz der oftmals gewalttätigen Handlung schnell und einfach zu lesen ist. Auch die Figuren haben mir gut gefallen, denn diese sind gut ausgearbeitet und man lernt sie ausreichend kennen, auch wenn ich zugeben muss, dass diese mir nicht immer sympathisch waren.

Erzählt wird hierbei die Geschichte von James, der auch als Begbie bekannt ist. Dieser hat sich mittlerweile zur Ruhe gesetzt und lebt mit einer Kunsttherapeutin und zwei Kindern in Kalifornien, wo er als Künstler arbeitet. Dieses ruhige Leben ändert sich allerdings schlagartig, als Begbies erster Sohn ermordet wird, sodass dieser gezwungen ist, nach Edinburgh zu reisen und dabei nicht nur den Mörder seines Sohnes aufsuchen möchte, sondern auch seine eigene Jugend durchleuchtet wird, sodass man einen noch größeren Einblick in Begbies Leben erhält, das oftmals lediglich aus Aggressionen und Gewalt bestand. Somit ist es auch kein Wunder, dass Begbie bereits bei seiner Ankunft in Edinburgh von den Leuten wieder gefürchtet wird...

Das Cover ist sehr schlicht gehalten und bildet lediglich ein Skalpell mit ein paar Blutflecken ab, was doch ganz gut zur Geschichte passt. Weniger schön finde ich dagegen den stechenden Orangeton, der mir leider so gar nicht zugesagt hat. Viel besser gefällt mir dagegen die Kurzbeschreibung, die eine interessante und spannende Geschichte verspricht und mich nicht enttäuscht hat.

Kurz gesagt: "Kurzer Abstecher" ist eine interessante, spannende, aber auch oftmals sehr brutale Geschichte mit einem tiefgründigen Protagonisten, der mich nicht nur schockieren, sondern auch begeistern konnte, sodass ich das Buch besonders allen Fans von "Trainspotting" empfehlen möchte.