Ein wundervolles Setting
Ten Thousand Miles to My HeartNur mit einem Trekkingrucksack quer durch die fremde, wilde Natur Amerikas zu wandern? Klingt nach einem anstrengenden, aber verdammt aufregenden Abenteuer! Ich war sehr gespannt auf das Buch von Michelle ...
Nur mit einem Trekkingrucksack quer durch die fremde, wilde Natur Amerikas zu wandern? Klingt nach einem anstrengenden, aber verdammt aufregenden Abenteuer! Ich war sehr gespannt auf das Buch von Michelle C. Ahrens.
Als Emmi´s Oma einen solchen Trip gewann, war klar, das nur die junge Frau auf diese Reise gehen konnte. War ihr Leben doch sowieso nicht mehr das, was es vor einem Jahr noch sein sollte und die Auszeit kam genau Recht. Die etwas tollpatschige, sympathische Emmi machte sich auf den Weg zu sich selbst und traf dabei auf Sawyer, einem Mann, der quasi das genaue Gegenteil von der bayrischen, bodenständigen Emmi war.
Sawyer, auch mitten in einem Gedankenkrieg gefangen, den sich keiner wünscht, ist ein typischer Geschäftsmann aus der Großstadt. Auch er versucht Ruhe und zu sich selbst zurück zu finden, möchte dabei aber eigentlich gerne allein sein und mit niemanden Kontakt aufnehmen. Seine Gedanken schwierig, seine Taten trotzdem stets hilfsbereit und höflich, nimmt er sich Emmi an und stellt dabei fest, das oft das Leben seine eigenen Wege schreibt und nicht alles scheint, wie es zuerst aussieht.
Die persönliche Entwicklung zweier Erwachsener, deren Welten verschiedener nicht sein könnten, prallen zusammen und versuchen trotzdem eine Reise zu bewältigen, die beide an ihre Grenzen bringt. Wie das wohl ausgeht?
Ich muss als erstes sagen, das ich Emmis vergangene Katastrophe, die sie nun bewältigen muss, wirklich unfassbar tragisch und schlimm fand. Ich hatte großes Mitgefühl mit ihr. Leider muss ich aber auch sagen, dass mich die ersten hundert Seiten des Buches auch etwas angestrengt haben. Es ist nicht mal, das die junge Frau traurig wäre – das ist ihr gutes Recht. Aber es ist ab und zu die Art, wie sie damit umgeht, die es mir erschwert hat. Es war sehr oft ein innerer Konflikt vorhanden und die Art, wie das ganze zuerst geheimnisvoll umschrieben wurde, war für mich emotional schwierig nachvollziehbar. Außerdem war auch Sawyers Gedankenbild ein wenig zwiespältig. Es gab einige Klischees, die beide miteinander erst kommunizieren musste und irgendwie ist das nicht so mein Fall gewesen.
Auf der anderen Seite ist das Setting unglaublich schön. Was das Duo Michelle C. Ahrens da an bildhaften Beschreibungen raus gehauen hat, war unglaublich beruhigend und malerisch. Ich fühlte mich, als würde ich mit wandern, die Landschaften und Abenteuer erleben und die Freiheit genießen. Es war unglaublich schön, sich diese ganzen Naturerlebnisse vorzustellen.
Emmi und Sawyer sind sehr gegensätzlich, aber ich fand das toll, wie Michelle C. Ahrens es geschafft hat, Emmis Begeisterung für ihre vegane Hütte in den Bergen zu nutzen, um Sawyer wieder mehr auf den richtigen Weg zu bringen. Er kam mehr und mehr ins Grübeln. Einzig die Gefühlswelt und wie manche Handlungen, die überstürzt ausgeführt wurden, nichg so überzeugend wirkten, hätten meiner Meinung nach ausführlicher sein können. Ich wurde mit den Charakteren nicht ganz so warm, wie ich es mir gewünscht hätte.