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Veröffentlicht am 19.07.2024

Agathes Leidensgeschichte

Aus guter Familie. Leidensgeschichte eines Mädchens
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Gabriele Reuter schildert in "Aus guter Familie" den Lebensweg von Agathe Heidling. Sie ist eine Tochter aus guter Familie. Ende des 19. Jahrhd. ist der Lebensweg damit fest und in engen Bahnen vorbestimmt. ...

Gabriele Reuter schildert in "Aus guter Familie" den Lebensweg von Agathe Heidling. Sie ist eine Tochter aus guter Familie. Ende des 19. Jahrhd. ist der Lebensweg damit fest und in engen Bahnen vorbestimmt. Sie soll heiraten und Kinder bekommen, Bestimmen und Mitentscheiden ist unerwünscht. Die Geschichte beginnt mit Agathes Konfirmation. Das Fest wird detailliert beschrieben. Für mich war der Einstieg etwas schwer. Auf einen Klassiker mit der Ausdrucksweise seiner Zeit hatte ich mich eingestellt, aber an die rührseligen Gedanken und das devote Verhalten Agathes musste ich mich erst gewöhnen. Agathe versucht es allen recht zu machen und scheitert. Durch ihre Freundin Eugenie wird der erfolgreiche Part als Gegensatz zu Agathe sichtbar, wobei Eugenies "Erfolge" u.a. auch zu Lasten Agathes gehen, somit ist es eine fragwürdige Freundschaft. Die Hilfe, die Agathe in dieser Zeit zu Teil wurde, ist schwerlich als solche einzustufen. Tragisch.

Reuter schildert Agathes Lebensweg und es ist aus heutiger Sicht schwer zu ertragen, wie es ihr erging. Man erhält bei der Lektüre einen guten Einblick in die Zeit, die Anschauungen und Lebensumstände. Frauen hatten damals nichts zu melden, heute ist dies immer noch verbesserungswürdig, aber deutlich besser. Agathe zerbricht letztlich an den Umständen, das ist schmerzhaft. Obwohl sie mir nicht sympathisch war, habe ich gerne an ihrer Geschichte teilgenommen und mit ihr gehadert. Für die Zeit sicherlich kein untypisches Schicksal.

Der Reclam Verlag hat mit diesem Buch einen vergessenen Klassiker wiederbelebt. Das Buch erschien 1895 erstmals und machte die Autorin damals berühmt. Schön, dass sie nun wiederentdeckt werden kann.

Ein lesenswertes Zeitzeugnis, das die Rolle der Frau in der wilhelminischen Zeit gut darstellt.

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Veröffentlicht am 09.07.2024

Kampf gegen Nazis

Wir waren nur Mädchen
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Es handelt sich hier um einen historischen Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht.
1940 studiert Hannie Schaft Jura in Amsterdam. Der Krieg verursacht immer stärkere Einschnitte, das Leben gestaltet ...

Es handelt sich hier um einen historischen Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht.
1940 studiert Hannie Schaft Jura in Amsterdam. Der Krieg verursacht immer stärkere Einschnitte, das Leben gestaltet sich zunehmend schwieriger. Hannie lernt während einer Feier ihre späteren guten Freundinnen kennen. Die Jüdinnen Philine und Sonia werden zu wichtigen Bezugspersonen für sie und als der Terror der Nazis zunimmt, versucht sie ihnen zu helfen. Dies gestaltet sich schwieriger, als zunächst gedacht und fordert von allen Beteiligten Opferbereitschaft und Disziplin. Hannie stolpert durch diese Hilfe und ihre Haltung eher zufällig in die Widerstandsbewegung, in der sie später eine wichtige Rolle übernimmt und zur Galionsfigur wird. Dieser Weg hat auch Einfluss auf ihre Familie.
Die Autorin erzählt aus Hannie Sicht, so dass man sich alles gut vorstellen kann und Emotionen geweckt werden. Dies lässt im mittleren Teil des Buches etwas nach, hier gibt es kleine verschmerzbare Längen und die Entwicklung Hannie ist nicht ganz nachvollziehbar. Gegen Ende dreht sich das aber noch einmal und es wird bewegend. Ein informatives Nachwort rundet das Buch gekonnt ab. Lesenswert

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Veröffentlicht am 09.07.2024

überraschend

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Als Kling-Fan konnte mich der Zusatz auf dem Cover über die verstörende Inhalte nicht nachhaltig abschrecken. Zum Glück, denn das Hörbuch hat mich überrascht, mit gefiel es.
BKA Kommissarin Yasira Saad ...

Als Kling-Fan konnte mich der Zusatz auf dem Cover über die verstörende Inhalte nicht nachhaltig abschrecken. Zum Glück, denn das Hörbuch hat mich überrascht, mit gefiel es.
BKA Kommissarin Yasira Saad soll die vermisste Lena finden. Von dem Mädchen kursiert ein kurzes grausames Video im Netz, das rechtsradikale Gruppierungen auf den Plan ruft. Yasira wird aufgrund ihres Geschlechts und ihrer Wurzeln ausgewählt, nicht nur weil sie eine gute Ermittlerin ist. Sie wird ungewollt zum Gesicht der Aktion und damit auch zur Zielscheibe, was wiederum Auswirkungen auf ihr Familienleben hat.
Die Ermittlungen gestalten sich schwierig und nach zahlreichen Wendungen kommt es am Ende noch zu einem Überraschungseffekt. Kling liest seine eigene Geschichte auf seine eigene sehr besondere Art. Mit einer Prise Humor in den Dialogen und der Stimme schafft er es dem grausamen Treiben etwas die Schärfe zu nehmen, das geht jedoch nicht zu Lasten der Spannung.
Yasiras Gedankenwelt rund um ihre Tochter war mir zuweilen fremd, insgesamt agiert die nachvollziehbar und konsequent. Ihr Team führt sie effektiv und zielgerichtet. Sie ist bereit Risiken einzugehen und ihren Ansatz gegen Widerstände zu verfolgen, was zu einem spannenden Showdown führt.
Der Geschichte hätten ein paar Seiten mehr und eine sorgsamere Ausgestaltung an einigen Stellen gut getan, aber insgesamt eine spannende und überraschende Unterhaltung. Hörenswert

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Veröffentlicht am 08.07.2024

interessanter Genremix

Meeresfriedhof
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Dieser Trilogieauftakt wurde als Thriller beworben, es handelt sich aber eher um einen Genremix aus aus historischem Roman, Krimi und Familiensaga. Trotz einiger Längen fand ich das Hörbuch spannend. Es ...

Dieser Trilogieauftakt wurde als Thriller beworben, es handelt sich aber eher um einen Genremix aus aus historischem Roman, Krimi und Familiensaga. Trotz einiger Längen fand ich das Hörbuch spannend. Es gibt eine Vielzahl von Personen, so dass man einigermaßen konzentriert bleiben muss.

Die Familie Falck hat von jeher Geld, Macht und Einfluss. Alle drei Komponenten werden im Sinne der Firma und der Familie genutzt, dabei geht es auch mal skrupellos zu. Während des zweiten Weltkriegs haben nur Vera und ihr Sohn Olav ein Schiffsunglück überlebt. Der Patriarch der Familie kam um. Bei einem Jubiläum soll diesem Tag gedacht werden, doch Vera nimmt sich vorher das Leben, hinterlässt eine kryptische Anweisung für ihre Enkelin und hat das Testament versteckt.
Die einzelnen Zweige der Familie verfolgen eigene Ziele und es kommt zu Interessenkonflikten, zudem hat jedes Familienmitglied sein eigenes Päckchen zu tragen.
Die Geschichte ist geschickt konstruiert, es wird abwechselnd mit Rückblicken aus unterschiedlichen Zeiten gearbeitet, so dass sich die wahren Geschehnisse nach und nach entblättern und immer wieder neue Blickwinkel und Einschätzungen auf die Lage heute ergeben. Charaktere, die man gut einzuschätzen dachte, ändern ihre Ansichten. Die Geschichte voller Wendungen hat mich trotz einiger Längen gut unterhalten und neugierig auf den Fortgang der Geschichte gemacht.
Uwe Teschner und Sandrine Mittelstädt lesen abwechseln mit viel Engagement und verstehen es den Hörer zu fesseln.

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Veröffentlicht am 04.07.2024

Sternstunden im Alltag

Sternstunden im Alltag
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Das Autorenehepaar beschreibt auf rund 120 Seiten wie man den Alltag bewußt wahrnehmen kann, um Sternstunden zu entdecken, um daraus wiederum Zuversicht und Widerstandskraft zu schöpfen. Häufig nehmen ...

Das Autorenehepaar beschreibt auf rund 120 Seiten wie man den Alltag bewußt wahrnehmen kann, um Sternstunden zu entdecken, um daraus wiederum Zuversicht und Widerstandskraft zu schöpfen. Häufig nehmen wir die kleinen Sternstunden gar nicht wahr, Momente in denen wir staunen und dankbar sein können. Eine Aufforderung genau hinzusehen.

Das Buch gliedert sich in 12 Kapitel, die 12 Bausteine für mehr Resilienz beschreiben. Dabei geht es nicht nur um christliche Sinnsuche, sondern auch um Selbstfürsorge wie ausreichend Schlaf oder Sport für mehr Wohlbefinden.

Die einzelnen Kapitel sind mit weiteren Überschriften klar unterteilt, diese Struktur erleichtert das Lesen. Durch Fragen, Erzählstil und kurze Berichte über andere Menschen wirkt es als würde man direkt angesprochen werden. Biblische Beispiele ergänzen punktuell die einzelnen Bausteine.

Ein kurzweiliger Ratgeber, der sich angenehm liest und seine Botschaft wirkungsvoll transportiert. Mir hat das kleine Büchlein etwas mitgegeben. Nicht alles war ein riesiges Aha-Erlebnis, aber insgesamt gehe ich wieder mit offeneren Augen durch den Alltag, um ab und an innezuhalten und mich zu freuen.

Für manchen Leser ist die Schrift evtl etwas zu klein, aber ansonsten ist das schön gestaltete Taschenbuch für jedermann geeignet.

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