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Markus1708

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Veröffentlicht am 05.12.2024

Bitterböse Satire über eine Familie die nur im Unglück glücklich ist...

Aus dem Haus
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Da ist dieses Haus. Ein Elternhaus, ein Unglückshaus, ein Klotz am Bein das andauernd irgendwelche Schäden hat und das die Eltern am liebsten so schnell wie möglich verlassen möchten. Da sind diese Eltern, ...

Da ist dieses Haus. Ein Elternhaus, ein Unglückshaus, ein Klotz am Bein das andauernd irgendwelche Schäden hat und das die Eltern am liebsten so schnell wie möglich verlassen möchten. Da sind diese Eltern, die aus beruflichen Gründen nach Kassel gezogen sind, und nicht so wirklich warm werden am neuen Ort … und dann auch noch in diesem HAUS. Da ist die Tochter, die als Ich-Erzählerin die Ereignisse schildert, längst schon flügge und aus dem Haus ausgezogen. Sie blickt zurück auf eine Zeit, in der ihre Eltern seltsam geworden sind: Die Mutter sieht alles in schwarz, der Vater sieht am liebsten gar nichts. Sie telefoniert täglich mit den Eltern, lässt sich die Lage vor Ort schildern. Als das Haus dann endlich verkauft ist, drängt dann plötzlich die Zeit, es auch zu verlassen. Und die Tochter erkennt, dass es eigentlich gar nicht um das Haus und den bevorstehenden Umzug geht.

Meine Meinung: Mit einer Mischung aus Spott und Ironie, gesprenkelt mit Zynismus und einem sehr klaren Blick auf die Situation ihrer Eltern, seziert die Ich-Erzählerin das vermeintliche Unglück dass das Haus über die Familie gebracht haben soll. Dabei verschont sie sich selbst ebenfalls nicht, ist sie doch in einem Umfeld aus Destruktivität und Negativität aufgewachsen. Beim lesen habe ich mehr als einmal geschmunzelt, aber auch Mitleid empfunden, über eine Familie die sich selbst gefangen hat in einer Negativspirale. Das ist größtenteils sehr unterhaltsam zu lesen, lässt einen aber auch verwirrt und irritiert zurück. Möchte man so leben? Hätte es Wege aus dem Negativen gegeben? In Summe vergebe ich daher gute vier von fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 28.10.2024

Start eines neuen Ermittlerduos: es geht um Wölfe und deren Beschützer und Hasser

Wölfe von Potsdam
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Paula Osterholz arbeitet als Polizistin in Cottbus, hat eine heimliche Affäre mit einem Kollegen. Als dieser erschossen wird, zieht es sie zurück in ihre alte Heimat Potsdam. Dort wird sie Partnerin von ...

Paula Osterholz arbeitet als Polizistin in Cottbus, hat eine heimliche Affäre mit einem Kollegen. Als dieser erschossen wird, zieht es sie zurück in ihre alte Heimat Potsdam. Dort wird sie Partnerin von Henry Wullitzer, der ebenfalls Verluste erlitten hat und darüber zum Sonderling geworden ist. Anfangs scheint die Chemie so gar nicht zu stimmen, doch der erste Fall bringt die beiden nach und nach zueinander: In einem Wald ist der abgetrennte Kopf eines Wolfs gefunden worden, kurz danach beginnt eine rätselhafte Mordserie. Gehen hier Wolfsschützer und -hasser aufeinander los? Oder gibt es unbekannte, private Verstrickungen? Sind es überhaupt zusammenhängende Fälle? Die Rätsel vor denen Osterholz und Wullitzer stehen, scheinen anfangs kein Ende zu nehmen. Aber als Team schaffen sie es dann doch, die Nebel zu lichten und die Mordserie zu beenden.
Meine Meinung: Der Autor schreibt unter einem anderen Namen bereits eine Krimiserie die auf Kreta spielt und die ich geradezu verschlungen habe. Umso gespannter war ich, hier nun den Start einer neuen Serie miterleben zu können. Und mein Fazit: Der erste Band hat noch Luft nach oben, das Buch war mitunter etwas verwirrend, nicht alles war 100 % schlüssig. Aber das neue Ermittlerduo Osterholz und Wullitzer bieten auf jeden Fall Stoff für viele weitere Bücher mit nicht nur spannenden Fällen, sondern auch zur Entwicklung der Protagonisten. Ich freue mich schon auf den zweiten Band der neuen Reihe und vergeben vier von fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 14.10.2024

HaPe Kerkeling blickt zurück – auf seinen Karrierestart, seine Vorfahren und auf ein spannendes Geheimnis…

Gebt mir etwas Zeit
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„Gebt mir etwas Zeit“ – das ist als Sinnspruch in die Fassade eines Hauses in Amsterdam eingelassen, und stammt von einem Vorfahren HaPe Kekelings aus dem 17. Jahrhundert. Und da auch der Autor in der ...

„Gebt mir etwas Zeit“ – das ist als Sinnspruch in die Fassade eines Hauses in Amsterdam eingelassen, und stammt von einem Vorfahren HaPe Kekelings aus dem 17. Jahrhundert. Und da auch der Autor in der Corona-Zeit mehr Zeit hatte als ihm lieb war, hat er diese genutzt um Ahnenforschung zu betreiben - das Resultat ist nunmehr in Buchform der Allgemeinheit zugänglich. In kurzen Kapiteln blickt der Autor dabei zurück auf die Anfänge der Kerkelings im prosperierenden Amsterdam, wechselt zwischendurch in die Zeit seines eigenen Karrierestarts und blickt zurück auf seine erste große, tragisch endende Liebe. Und es gibt weitere Kapitel, die sich mit der Geschichte seiner Oma befassen. Bei der ist er aufgewachsen und die scheint ein Geheimnis zeit ihres Lebens bewahrt zu haben, dem Kerkeling nun glaubt, auf die Spur gekommen zu sein: Laut Geburtsurkunde ist diese Oma nämlich unehelich auf die Welt gekommen! Das Resultat seiner Recherche besagt nun, dass zum Zeitpunkt ihrer Zeugung, seine Urgroßmutter am selben Ort war, wie der damalige britische König Edward VII – einem notorischen Fremdgeher. Ist also HaPe Kerkeling mit dem britischen Königshaus verwandt?

Meine Meinung: Mitunter empfand ich einzelne Kapitel – insbesondere über seine Amsterdamer Vorfahren – arg lang und stellenweise langweilig. Umso berührender war der Rückblick auf seinen Karrierestart und die Schilderung seiner ersten großen Liebe. Richtig amüsant waren die Kapitel rund um seine Oma und die eventuelle Verwandtschaft mit dem britischen Königshaus. Licht und Schatten lagen somit für mich bei der Lektüre des Buchs sehr nah beieinander – ich vergebe in Summe vier von fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 09.09.2024

Rechtsmedizinerin Sabine Yao und Kommissarin Monti auf der Suche nach einem vermissten Kind

Mit kaltem Kalkül
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Der achtjährige Yasser ist verschwunden, aber da er mit seiner Mutter illegal in Berlin lebt, traut sie sich nicht, die Polizei zu einzuschalten. Also kümmert sich Hassan Khalaf darum, denn der ist irgendwie ...

Der achtjährige Yasser ist verschwunden, aber da er mit seiner Mutter illegal in Berlin lebt, traut sie sich nicht, die Polizei zu einzuschalten. Also kümmert sich Hassan Khalaf darum, denn der ist irgendwie „Familie“, so wie alle irgendwie Familie sind, kommt zumindest aus dem selben Dorf im Libanon, wohnt jetzt auch in Berlin, und war mal beim Geheimdienst. Die Spuren sind dürftig, aber nach ein paar Stunden glaubt er, den Entführer in einer heruntergekommenen Wohnwagensiedlung entdeckt zu haben.
Die Rechtsmedizinerin Dr. Sabine Yao wird zu einem Todesfall in einem Wohnwagen gerufen, dort liegt ein Mann zwischen Kinderspielzeug und Fetischutensilien, mit aufgeschnittener Kehle. Bei der Untersuchung des Tatorts ist das Entsetzen groß, denn im Auto des Opfers gibt es ein weiteres Opfer im Kofferraum: Ein kleiner Junge, der vor vier Jahren verschwunden ist! Als die Leiterin der vierten Mordkommission, Monica Monti, durch einen anonymen Hinweis von Yassers verschwinden erfährt, ahnt sie, dass die beiden Fälle zusammenhängen. Und sie setzt alles daran, zumindest dessen Leben zu retten. Aber es ist ein Wettlauf gegen die Zeit und Monti hat keinerlei Garantien, dass sie mit ihrem Bauchgefühl richtig liegt…
Meine Meinung: Man merkt bei jeder Zeile mit medizinischem Hintergrund, dass Michael Tsokos weiß, wovon er schreibt. Schließlich ist er Professor an der Berliner Charité und leitete bis 2023 das dortige Institut für Rechtsmedizin. Und so wird der Arbeitsalltag seiner Protagonistin Sabine Yao sehr detailreich und fundiert geschildert, gibt es ausführliche Beschreibungen von Autopsien, bei denen man als Leser weiß, dass sie sich so ähnlich wahrscheinlich in der Realität zugetragen haben werden. Das ist mitunter etwas gruselig und hat mit der eigentlichen Storyline nichts zu tun, liest sich aber mit Gänsehaut und schaudernder Faszination. Die Story um den verschwundenen Yasser ist spannend und man fiebert bei seiner Suche mit. Wenn man zudem auch die vorigen Bücher von Tsokos gelesen hat, ist einem Sabine Yao bereits bekannt. Auch in diesem Buch gibt es wohldosierte Einblicke in ihr Privatleben, die sie uns noch vertrauter machen. Mir hat das Buch ein paar spannende Stunden beschert, ich vergebe vier von fünf Sterne. Einen Stern ziehe ich ab für die ausgiebigen Abschweifungen ins rechtsmedizinische, die mit der eigentlichen Story nichts zu tun haben.

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Veröffentlicht am 08.07.2024

Sprachgewaltiges Buch über jüdisches Leben, eine kaputte Familie und das Leben ansich.

Nochmal von vorne
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Rosas Vater ist gestorben, ihre Aufgabe ist es, die Wohnung leer zu räumen. Es ist die Wohnung ihrer Kindheit, das Arbeitszimmer war früher mal ihr Kinderzimmer, vieles ist immer noch so wie zu Zeiten ...

Rosas Vater ist gestorben, ihre Aufgabe ist es, die Wohnung leer zu räumen. Es ist die Wohnung ihrer Kindheit, das Arbeitszimmer war früher mal ihr Kinderzimmer, vieles ist immer noch so wie zu Zeiten als sie dort gelebt hat. Das lässt viele Erinnerungen wieder aufflammen. Erinnerungen einer Kindheit in München, aber auch in Tel Aviv. Denn die Jeruschers sind jüdischen Glaubens, kommen eigentlich von ganz woanders und sind durch die Umwälzungen des zweiten Weltkriegs hier und dort gestrandet, nicht unbedingt angekommen. Rosa hat eine Schwester, die man als „das schwarze Schaf“ der Familie bezeichnen könnte, der Kontakt ist abgebrochen, zweimal. Aber jetzt, wo der Vater tot ist und sonst ja niemand mehr so wirklich da ist? Sie hat Verwandte am Mittelmeer, und sie hat viele Erinnerungen an ihre Jugend zwischen verschiedenen Welten, von denen sie wohl keine so richtig als Heimat bezeichnen würde. Während sie durch die Wohnung streift, begleiten wir sie auch auf Streifzügen durch ihre Vergangenheit, auf Streifzüge durch Streitereien innerhalb der Familie, die schließlich in der Scheidung der Eltern gipfelt, durch eine Jugend in den 90ern, Sehnsüchte und Wünsche die nicht in Erfüllung gehen, scheitern. All das ist mit viel Wortwitz und sehr viel schwarzem Humor geschrieben und spiegelt die Zerrissenheit einer jungen Frau, die ihren Platz im Leben noch nicht gefunden hat.

Meine Meinung: Was für ein sprachgewaltiges Buch! Kunstvoll verschachtelte Endlossätze, die sich auch schon mal über eine ganze Buchseite erstrecken können, schwarzer Humor und eine Nahaufnahme in die Zerrissenheit einer jungen Frau auf der Suche nach sich und ihrem Platz. Das fängt sehr spannend an, das zieht einen förmlich ins Buch hinein. Leider trägt es nicht über das ganze Buch, denn irgendwann bin ich zumindest dem überdrüssig geworden. Und irgendwann ist mir verblüfft aufgefallen: es gibt nicht eine - so weit ich mich erinnere - Textstelle mit direkter Rede, alles ist indirekt. Und als es mir aufgefallen ist, hat es angefangen, mich zu stören. Das ist natürlich mein subjektiver Eindruck. Daher mein Fazit: ein tolles Buch, mit kleinen Schwächen, von mir gibt es vier von fünf Sterne.

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