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Veröffentlicht am 28.11.2024

Etwas emotionslos, aber im Kern gut

Immortal Longings
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Dies ist der erste Band einer zusammenhängenden Dilogie. Haltet euch also unbedingt an die Reihenfolge!

Schreibstil:
Egal, was man von der Geschichte halten mag, der Schreibstil ist meiner Meinung nach ...

Dies ist der erste Band einer zusammenhängenden Dilogie. Haltet euch also unbedingt an die Reihenfolge!

Schreibstil:
Egal, was man von der Geschichte halten mag, der Schreibstil ist meiner Meinung nach einwandfrei. Ich konnte der Story super folgen und fand, es war genau die richtige Portion an „neuen“ Begriffen, um die Welt spannend und interessant zu machen. Die POV-Wechsel verliefen nicht unbedingt voraussehbar, was ich sehr gut fand, da sie an die Situationen angepasst waren und dann auch entsprechend passend neue Sichtweisen reinbrachten, die die Story nochmal spannender machten.

Zur Geschichte allgemein:
Der Einstieg ins Buch fiel mir gar nicht mal so leicht. Es sind gleich POVs, in die man sich einlesen muss. Einmal Calla, die ehemalige Prinzessin des Landes, die auf ihrer ganz eigenen Mission fernab von allen durch die Stadt streift. Dann Anton, ebenfalls Einzelgänger und ehemaliger Angehöriger des Hofes, und zuletzt August, der derzeitige Kronprinz, dessen Position aber eigentlich nur symbolisch zu verstehen ist.
Was alle gemein haben: Sie sind auf Rache aus bzw. wollen einen Umsturz herbei zwingen.

Ich musste mich in alle drei gleichermaßen erstmal einfinden. Sie halten alle ihre Vergangenheit vor uns zunächst geheim, weshalb sich alles im Moment abspielt. Das trägt zwar zur Dynamik bei, hatte aber auch zur Folge, dass die Charaktere teilweise etwas kühl rüberkamen und man ziemlich brauchte, um mit ihnen warm zu werden. Gerade bei Calla hatte ich da große Probleme, denn von ihr erfährt man gleich zu Anfang etwas, was man sehr lange Zeit hinweg überhaupt nicht mit der gegenwärtigen Calla überein bringen kann. Stattdessen versucht man ihr zu folgen und ihre Persönlichkeit zu durchdringen.

Was diese große Distanz zu den Figuren natürlich steigert, ist die Spannung, denn man kann nicht wirklich vorausahnen, was die Figuren im nächsten Moment tun werden. Teilweise ging es sogar so weit, dass ich mir nicht sicher war, ob ich den Erzählungen überhaupt glauben durfte. Anfangs fand ich das so noch ganz spannend, mit der Zeit aber hätte ich mir schon einen tieferen Zugang zu den Figuren gewünscht. Gerade, weil das Mitfiebern und die teilweise sehr gefährlichen Ereignisse drum herum dann noch aufregender gewesen wären.

Der Kerninhalt dieses Buches ist ein Wettbewerb, bei dem es darum geht, alle anderen zu töten und als Letzter oder Letzte übrig zu bleiben. Ein gern genommenes Element in Büchern und spätestens seit Panem bei mir auch ein sehr gern gelesenes. Mir hat es hier aber ein ganz klein wenig zu lange gedauert, bis man so richtig verstanden hat, wie das Spiel überhaupt funktioniert. Es hat seine Tücken und ist definitiv gut ausgearbeitet, aber bis ungefähr zur Mitte des Buches bekommt man davon gar nicht so viel mit, sondern wundert sich nur über das sinnlose Töten. Ich weiß, man möchte nie zu viel Drama, aber ein wenig mehr Drama hätte dieser Handlung tatsächlich auf diesem Wege ganz gut getan. Erst als man die verschiedenen Ebenen, die Hintergründe und die verschiedenen Akteure im Hintergrund besser kennenlernte, wurde es so richtig spannend und konnte mich auch berühren.

Neben diesem Spiel geht es aber auch um die eigentliche Mission aller Figuren: den König zu töten. Und auch da fehlte mir manchmal der Grund für diese Motivation. Das kam erst viel später und konnte mich dann aufgrund der Gefühlskälte in dem Buch auch nicht ganz überzeugen. Durch die fehlenden Emotionen, u.a. auch ausgeschriebenen Hass usw. konnte ich einfach nicht so gut nachempfinden, wieso dieser König nun so schlimm sein sollte.
Gleichzeitig kommen auf dieser Ebene immer mehr Faktoren zusammen, die recht undurchschaubar die Handlung nochmal auflockern. Plötzlich steht alles in Frage: Die Magie in dieser Welt, die Weltaufstellung an sich, alle Personen und ihre Funktionen. Ich glaube das ist auch etwas, was mir sehr gut an der Geschichte gefallen hat: das immer weiter entdecken. Erst zum Ende hin hatte man das Gefühl, dass man jetzt langsam so richtig drin ist, weshalb es sich wahrscheinlich auch erstmal so stockig gelesen hat. Von Band 2 erwarte ich mir also noch so einiges.

Aber jetzt zurück zu dem, was hier sonst noch so passiert. Auch wenn es drei Figuren sind, aus deren Sicht erzählt wird, war die eigentliche Hauptprotagonistin für mich Calla. Und die macht hier eine gewaltige Entwicklung durch. Anfangs ist sie kaum sie selbst. Sie hat gelernt zu sein, wie sie ist. Hat sich angepasst oder eben auch nicht und ihre Mission steht ihr klar vor Augen, ohne, dass sie sie überhaupt hinterfragen könnte, weil ihr Willen so sehr darauf fokussiert ist. Nach und nach taut das etwas auf. Sie wird mehr und mehr zu jemandem, den man als sie selbst bezeichnen könnte. Das geschieht super langsam und auch eher stockend. Manchen ist es vielleicht zu langsam, ich aber mochte es so, weil ich richtig miterleben konnte, wie sie eben nicht denkt, wie normale Menschen denken würden. Sondern eben so, wie sie es sich antrainiert hat. Aus diesem Muster auszubrechen fällt ihr schwer und das merkt man auch.

Mit Callas charakterlichen Entwicklung geht die mini Liebesgeschichte einher, die die Handlung ebenfalls bietet. Anfangs ist eigentlich recht schnell klar, wen es betreffen wird. Dennoch war diesbezüglich für mich ebenfalls nichts vorhersehbar. Durch Callas viele Abwehrmechanismen hat Anton es keineswegs leicht und die beiden sind Teil des Spiels um Leben und Tod, in dem nur einer gewinnen kann. Worauf es hinausläuft, ist also durchgehend klar. Und trotzdem schafft es die Autorin, einen mit dem Ende noch zu schockieren und neugierig auf den nächsten Band zu machen. Denn es wurde neu gewürfelt und alle Türen stehen offen.

Fazit:
Für mich hatte das Buch ein paar Schwachstellen. So zum Beispiel im Aufbau – es dauerte, bis man richtig drin war, weil vieles lange Zeit nicht erklärt wurde – und in den Emotionen – es war teilweise etwas kalt geschrieben, weshalb ein bisschen Dramatik verloren ging, die nicht geschadet hätte. Die Lovestory fand ich ganz gut. Manchmal ist weniger tatsächlich mehr. Auch die Story war sehr interessant und wurde immer vielschichtiger und die Spiele waren nochmal wieder was ganz anderes. Ich denke, der zweite Band kann hier, wenn es gut gemacht ist, nochmal richtig was reißen.

3,5 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 06.10.2024

Letztlich fehlten ein paar Seiten

Don’t Fall for the Single Dad
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Ich bin super gut und schnell in die Geschichte eingestiegen. Charlotte lässt so ziemlich gar nichts anbrennen und entpuppt sich schnell als Frau, die sich holt, was sie will. Das war aber nicht immer ...

Ich bin super gut und schnell in die Geschichte eingestiegen. Charlotte lässt so ziemlich gar nichts anbrennen und entpuppt sich schnell als Frau, die sich holt, was sie will. Das war aber nicht immer so, was die Rückblicke in ihre und Garretts Vergangenheit bewiesen. Durch diese bekam die Geschichte eine Vielschichtigkeit und die Gefühle der beiden zueinander gewannen an Tiefe.
Dort, wo es anfangs ziemlich flott vorwärts geht und sich amüsante wie humorvolle, aber auch ernste Szenen aneinanderschmiegen, macht die Storyline ab der Hälfte circa einen Cut und dieser hängt mit der Entwicklung der Protagonisten zusammen.

Dort wo Charlotte forsch ist, ist Garrett zurückhaltend. Für ihn steht viel auf dem Spiel: Charlotte ist die Schwester seines besten Freundes und er hat eine Tochter und eine traurige Vergangenheit, die ihn immer noch beschäftigt. So wird aus einer heißen Bettgeschichte bei den beiden schnell etwas Tiefergehendes, denn mit diesen Dingen im Gepäck, ist nichts einfach einfach. Garrett und Charlotte müssen sich mit ihren Gefühlen füreinander und sich selbst gegenüber erkunden. Sie machen jeder für sich eine beeindruckende Entwicklung durch, in der sie ihre Zukunft für sich herausstellen. Was möchte ich? Was ist mir wichtig? Wo sind meine Baustellen? Das wird wirklich gut gemacht und fügt sich perfekt in die Lebenssituation von Garrett ein, in die Charlotte Einzug nimmt.

Drumherum geht es um Trauerbewältigung, die Erziehung einer Pubertierenden und die Frage danach, was man sich selbst erlaubt und was nicht. Ich fand, dass die Geschichte dies auf gute Art und Weise aufgriff und anhand beider Protagonisten bezüglich der verschiedenen Themen in Kurzversion gut die Problematik und Entwicklung darstellte. Da ist dann aber auch schon der Knackpunkt der Geschichte für mich. Zwar waren die Ansätze alle da und es war im Grunde genommen letztlich auch eine runde Sache, aber man merkte schnell, dass die Story zu kurz ist. Ich habe auf dem Kindle gelesen und mich irgendwann gewundert, dass ich so schnell mit den Prozenten vorankomme. Und das vor allem, weil ich überrascht davon war, wie plötzlich Charlotte und Garrett die Rollen tauschen bzw. Entwicklungssprünge tun. Quasi von einem auf den anderen Moment geht es von 0 auf 100 bzw. andersherum.
Dazu kam, dass ich Charlotte manchmal als extrem aufdringlich empfand. Klar, sie ist eine, die voran prescht und sich holt, was sie will, aber das bedeutet für mich nicht, dass sie das Recht hat einen Mann zu bedrängen. Vor allem, wenn sie das andersherum auch nicht will. Das fand ich etwas komisch und hat mich verwirrt zurückgelassen. Ich denke, ein paar Seiten mehr hätten dem Buch da nicht geschadet, um hier die nötige Zeit für authentisch wirkende Annäherungen und später für eine langsame Entwicklung in realistischem Tempo zu erzählen. So wirkte es oft einfach ein wenig überdramatisiert und konnte mich emotional nicht so erreichen.

Fazit:
Für mich ein Buch, dass sich Zwischendurch sehr schnell weglesen lässt und gute Ansätze für Tiefe macht. Hier werden sehr gut Themen aufgegriffen und problematisiert, sodass die Protas beide eine tolle Entwicklung zeigen können. Für mich wirkte es manchmal etwas schnell und unauthentisch. Ich denke, da fehlen einfach ein paar Seiten. Ansonsten gefiel es mir aber.

3 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 24.09.2024

Sportsromance mit Schwachstellen

Heart Racing
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Der Schreibstil war schonmal total angenehm. Flüssig und leicht zu lesen, sodass ich gut in die Geschichte hineingekommen bin. Es wird abwechselnd aus den Perspektiven beider Protagonisten erzählt. Wechsel ...

Der Schreibstil war schonmal total angenehm. Flüssig und leicht zu lesen, sodass ich gut in die Geschichte hineingekommen bin. Es wird abwechselnd aus den Perspektiven beider Protagonisten erzählt. Wechsel finden auch innerhalb eines Kapitels statt, sodass man gleich zur entsprechenden Situation die Perspektive des anderen hatte. Das war auch logisch so, denn die Kapitel selbst gliedern sich nach den Rennen der Saison, in der die beiden im Rahmen der Formel 1 ihr Leben einteilen. Es geht von einem Rennen zum nächsten.

Ronja war mir gleich sympathisch. Sie ist unheimlich fleißig und schlau und hat große Träume. Dafür hat sie stets hart gekämpft und tut es auch jetzt noch. Sie stößt aber gleich auf ein Problem: Die (von der Autorin dargestellte) Sportumgebung Formel 1 ist sehr männlich dominiert und als Frau ist es nicht leicht, sich Gehör zu verschaffen. Ronja ist aber anfangs fest davon überzeugt, dies trotzdem zu schaffen. Das fand ich super. Die Geschichte hatte so eine recht aktuelle Thematik auf dieser Ebene (ich denke, es ist authentisch, denn ich kenne beispielsweise keine weiblichen Rennfahrerinnen in der Formel 1 und wüsste nichts von einer Männerklausel), die mir sehr gut gefallen hat. Dies wird noch durch die Figur Julie bekräftigt, die Rennfahrerin ist und sich mit Ronja anfreundet.
Authentisch dazu passend war das Verhalten der Männer in dem Rennstall. Man merkte die direkten und indirekten Seitenhiebe gegen Ronja deutlich und sie musste sich jeden Tag aufs Neue beweisen. Das fand ich super. Es war realistisch und zeigte ihren Kampfeswillen. Etwas schade war nur, dass sie irgendwann geradezu aufgibt. So konnte ich nicht unbedingt eine wesentliche Entwicklung hinsichtlich ihrer Stärke im Handlungsverlauf erkennen. Stattdessen ebnet sich irgendwann einfach nur ihr Weg.

Liam war von Anfang an sehr viel komplexer. Während man bei Ronja gleich wusste, wie sie vom Typ her ist, durchschaute, was ihre Ziele sind und sie in ihren Gedanken recht geradlinig und eindeutig war, war Liam das genaue Gegenteil. Er handelte oft unüberlegt, ließ sich von Gefühlen leiten, die er uns nicht direkt offenlegte und zeigte mehr als einmal eher stures und bockiges Verhalten, gleich eines Kindes, als das eines Erwachsenen. Trotzdem fand ich ihn von Anfang an sehr spannend, denn man merkte in den Passagen aus seiner POV, was für ein guter Kerl er eigentlich ist und dass er einfach nur ein Talent hatte, dies nicht so recht nach außen zu tragen. Seine Außenwirkung dagegen ist eine ganz andere. Das merkte man sofort an Ronja, aber auch an allen anderen Protagonisten. Ich mochte es, dass er so vielschichtig war, aber er ging mir auch des öfteren auf die Nerven. Ich fand es schwierig ihn zu verstehen, weil er super viel mit sich ausmachte, ohne es mit uns zu teilen. Es lag also nicht unbedingt an der Figur an sich, sondern vielmehr an der Art und Weise der Erzählung, dass er nicht richtig die Chance bekam, uns sein Verhalten begreifbar zu machen.

Und da kommen wir auch schon zu einem meiner größten Kritikpunkte: die Kapitelerzählweise. Zuerst fand ich es gar nicht so schlecht. Durch die Unterteilung in die Rennen schreitet die Geschichte anfangs flott vorwärts und wir bekommen natürlich viel von dem Sport mit, worum es einem bei der Wahl dieses Genres ja auch irgendwie geht. Das war also nicht schlecht. Was nicht ganz so gut war, war, dass die Kapitel oft den Handlungsfluss unterbrachen. Sie waren auf ihre wenigen Seiten beschränkt. Da musste dann ein komplettes Rennen reinpassen inkl. der Beschreibung der jeweiligen Jobs der beiden und dann noch dem Privatleben. Und das blieb einfach auf der Strecke. So gut wie nie passierte etwas außerhalb der Rennstrecke. Und wenn doch, dann wurden die Szenen schnell unterbrochen, bevor tiefe Gespräche oder dergleichen entstehen konnten. Zwar wurden diese Unterbrechungen dann erklärt, der Erzählfluss war nahtlos, aber am Ende merkte man doch deutlich, dass die Tiefe der Geschichte irgendwo verloren gegangen war. Die Protagonisten haben einfach keine Zeit bekommen, um etwas mal tiefgreifender auszudiskutieren oder nur zu durchdenken und es fehlten mir auch ein paar schöne Szenen, die die Lovestory irgendwie greifbarer gemacht hätten.

Dazu kam, dass es zwischen den beiden Protagonisten wirklich viel hin und her geht. Das fing gleich zu Anfang an, als die Handlung noch dem Trope Enemies to Lovers folgte. Immer, wenn es spannend wurde, war das Kapitel zu Ende. Das nächste Rennen, die nächste Diskussion, wieder verlief es ins Nichts. So ging es wirklich oft. Auch als die Liebesbeziehung der beiden dann voranschritt, ging es mir zu viel hin und her. Oft lag es nur daran, dass die beiden in der wenigen Zeit, die ihnen blieb, nicht wirklich aussprechen, was nötig gewesen wäre. Sie reden ohne zu reden. Und dadurch entstehen natürlich Unklarheiten, Missverständnisse und Gefühle kochen über. Kein Wunder also, dass der Wendepunkt dann durch ein vernünftiges Gespräch erfolgt, genauso wie der Weg hin zum Ende. Das hätte ich mir wirklich noch etwas fortschrittlicher gewünscht. Ich dachte eigentlich, das Kommunikationsproblem sei in dem Maße schon veraltet.

Sehr gut wurde dagegen der Sport beschrieben. Nicht nur die männliche Dominanz, sondern der Sport an sich. Ich persönlich wusste vorher nicht so ganz, was eine Renningenieurin eigentlich ist. Jetzt kann ich es mir vorstellen. Die Autorin hat die Fachwörter und den Ablauf in der Box meiner bescheidenen und unerfahrenen Meinung nach echt gut beschrieben, sodass man alles gut mitverfolgen und mitfiebern konnte. Wer also nach einer Sportsromance sucht, die ihren Sport auch mal richtig abbildet, der ist hier definitiv richtig!
Dazu kam noch, dass der, mit solch einem elitären Sport immer verbundene, Druck sehr gut rübergebracht wurde. Von allen Seiten her werden die Stimmen nach Punkten laut. Auf die Spitze treibt es Liams Vater, der so einigen Unmut bei den Protagonisten und auch bei mir auslöste. Er ist ein ständiger Unruhestifter, der die Beziehung zwischen Ronja und Liam ziemlich fordert und Liam letztlich dazu bewegt, sich zu entwickeln. Für die Handlung also eine sehr förderliche Person, nur mögen muss man ihn wirklich nicht.

Das Ende war dann recht einfach gehalten, denn das offensichtliche Problem zwischen beiden musste nur kurz behoben werden. Sieht man diesen Part im Verhältnis zu dem Hin und Her, dann ist es verschoben bzw. Einfach unverhältnismäßig. Da wäre mit etwas Tiefe noch mehr drin gewesen, gerade hinsichtlich Ronjas Position in dem Sport und Liams Entwicklung.

Fazit:
Ich würde das Buch so gerne besser bewerten, weil ich das Cover sehr mag und ich fand, dass der Sport hier echt gut beschrieben und dargestellt wurde, gerade hinsichtlich seiner veralteten Strukturen. Leider ließ der Romance-Teil noch einige Wünsche offen. Es war viel hin und her, die Probleme offenliegend und dennoch nicht erkannt. Das muss man über einen langen Zeitraum aushalten und ich denke, das ist nicht für jeden was. Dazu fehlt mir einfach Tiefe und Gefühl zwischen den beiden. Es war zu kurz beschrieben.

3 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 05.09.2024

Konnte nicht nicht wirklich überzeugen

Night of Shadows and Flames – Die Ewige Nacht
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Zum Schreibstil:
Ich fand den Schreibstil dieses Mal tatsächlich nicht ganz so gut. Immer mal wieder hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass ich der Handlung nicht ganz folgen konnte. Es fehlte mir manchmal ...

Zum Schreibstil:
Ich fand den Schreibstil dieses Mal tatsächlich nicht ganz so gut. Immer mal wieder hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass ich der Handlung nicht ganz folgen konnte. Es fehlte mir manchmal an Bildlichkeit und dem Gefühl hinter den Worten. Das machte für ich vor allem die Beziehung zwischen den Protagonisten schwerer nachvollziehbar und die Ortswechsel zu einer eher langwierigen Prozedur.

Zur Geschichte allgemein:
Band 1 hat mit einem ziemliche Cliffhänger geendet. Nicht nur, dass plötzlich alles anders ist, es steht auch fast alles in Frage, was man meinte zu wissen. So verfolgen wir hier wieder aus der Perspektive von Billie die Geschichte und sind den Großteil der Geschichte genauso verwirrt über die Dreiecksbeziehung zwischen ihr, Jamie und Tian wie sie.

Aber zum Anfang: Die Geschichte setzt recht flott wieder ein und es kommen gleich die ersten neuen Erkenntnisse ans Licht. Man lernt die Welt noch besser kennen und noch dazu in Frage zu stellen. Das fand ich an dieser Geschichte echt gut, dass keine Art und auch keine Figur komplett schwarz oder weiß war. Alle hatten ihre Motive, Beweggründe und ihre Vergangenheit oder Zukunftsvision, die sie zu etwas trieben. Dadurch aber, dass die Figuren alle so weitreichend gezeichnet sind, entwickelt sich auch ein ganz schönes Gewimmel an Protagonisten. Im Vergleich zu anderen Büchern sind es echt viele, die hier durchweg an Billies Seite agieren und dadurch nonstop Teil der Handlung sind. Manchmal fand ich das gut, weil es natürlich Zusammenhalt zeigte und in Teilen auch der Botschaft der Geschichte entsprach. An anderen Stellen wiederum hätte ich mir gewünscht, dass einige der Figuren einfach mal irgendwo in Sicherheit hocken und sich nicht fortbewegen würden, damit man noch intensiver mit Billie und den beiden Love Interests fiebern kann.

Da kommen wir auch schon zu Punkt zwei dieses Buches: die Love Interests. Bzw. muss man wohl nur von einem Love Interest reden. Während in Band 1 noch Tian das Objekt der Begierde ist (so scheint es zumindest), wechselt das hier. Für mich eine ungewohnte Situation, die ich erstmal verarbeiten musste. Alles, was ich mir zurechtgesponnen hatte, musste ich revidieren. Die Verbundenheit ist zwar noch da, die Gefühle sind aber andere. Jedenfalls nimmt man das an, denn Billie ist nicht sehr deutlich in ihrem Tun. Weder weiß sie genau, was sie fühlt, noch verlässt sie sich so wirklich auf das, was sie weiß. Teilweise ist sie mir echt auf die Nerven gegangen, weil sie an wichtigen Stellen den Mund nicht aufmacht, entgegen ihres Herzens (und zusätzlich ihres Kopfes) agiert und Jamie so gar nicht mit Vernunft begegnet. Es ist ein einziges Antispiel. Alles, was er sagt und will, wird erstmal grundsätzlich abgelehnt. Und weil sie Tian mag, ihm aber auch nicht wehtun will und ihn eigentlich bei Laune halten möchte, arbeitet sie zwar mit ihm zusammen, aber lässt ihn überhaupt nicht an sich heran.

Währenddessen geht die Geschichte ohne Unterlass weiter. Die Bedrohung ist groß und sie sind alle gezwungen, zu reagieren. Was mich daran etwas gelangweilt hat, war, dass es von A nach B zu C und D ging, ohne das etwas Großartiges passierte oder die Geschichte wesentlich voranbrachte. Stattdessen waren es nur kleinere Sachen, die sich aneinanderreihten, um die Uneinigkeit zwischen Billie und Jamie deutlich zu machen. Das fand ich mega schade, denn in dieser Zeit habe ich mich einfach nur gelangweilt. Ich kam in keinen richtigen Lesefluss und musste mich fortwährend dazu zwingen, das Buch nicht aufzugeben.

Das Grundproblem der Story: Billie ist den Blutbrautschwur eingegangen. So weit, so gut. Tatsächlich verliert sich die Geschichte öfters darin, dieses Thema abzuwickeln, statt an die Rettung der Welt oder dergleichen zu denken. Ab und zu wirkte das ein wenig selbstsüchtig von Billie und ich muss gestehen, dass ich sie in diesem Band etwas weniger zu mögen gelernt habe. Von der mutigen Protagonisten ist nicht mehr all zu viel übrig geblieben. Dauernd ging es nur um sie und ihre Motive, ihre Beziehung zu den anderen, ihre Rachegelüste und ihr Leben. Gerade weil so viele Figuren eine Rolle spielte, wirkte das nochmal extra komisch und hat meine Abneigung verstärkt. Dazu kommt, dass das Problem ein wenig an den Haaren herbeigezogen wirkte. Ich kann nicht mehr sagen, ohne zu spoilern, aber sie hätte vieles verhindern können, wenn sie von Anfang an mit offenen Karten gespielt hätte, statt alles immer nur auf sich zu beziehen.

Erst ab circa 60% des Buches konnte mich die Geschichte fesseln. Die Mission wurde konkreter, die Feinde aktiver und Billie begann sich endlich mal auf ihre Gefühle einzulassen. Ab dann war ich an die Seiten gebannt und habe mich vollkommen darin verlieren können. Nur schade, dass das erst so spät kam. Andere hätten das Buch bis dahin wahrscheinlich schon abgebrochen.

Das Ende hat mich zum Glück aber vollstens zufriedengestellt. Vielleicht ging es etwas flott und vielleicht war es etwas zu happy, aber im Grunde wurde alles gut aufklärt, es war bis zuletzt spannend, Billie hat ihre Sachen geklärt bekommen und auch die anderen Protagonisten werden beachtet. Ich hätte es mir im Hinblick auf den ersten Band, nur hinsichtlich des Love Triangels etwas stärker gewünscht.

Fazit:
Dieser zweite Band konnte mich leider nicht so überzeugen, wie der starke Auftakt. Bis über die Hälfte war ich von der Geschichte eher gelangweilt. Dazu kommt, dass die Hauptprotagonistin Billie eher unstet agiert und keinen richtigen Biss entwickelt. Gerade im Hinblick auf die Lovestory der Geschichte hat das bei mir für viel Unmut gesorgt. Irgendwann konnte mich die Story aber doch catchen und ich fand die Idee der Geschichte alles in allem echt spannend und neu gedacht.

So gibt es von mir 3 von 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 15.07.2024

Einen Tick mehr Romance hätte ich mir gewünscht

The Story Between Us
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Der Schreibstil:
Anfangs hat mir der Schreibstil ganz schön Probleme bereitet, weil er sehr stockend war und ich kein Gefühl für die Geschichte bekam. Die Erklärungen fehlten an den richtigen Stellen, ...

Der Schreibstil:
Anfangs hat mir der Schreibstil ganz schön Probleme bereitet, weil er sehr stockend war und ich kein Gefühl für die Geschichte bekam. Die Erklärungen fehlten an den richtigen Stellen, die Details waren nicht gegeben und ich hatte das Gefühl, dass einige Dinge immer wieder wiederholt haben. Das blieb dann auch über den gesamten Handlungsverlauf so. Statt dass es richtig voran ging, schien es schon vom Schreibstil her öfters mal auf der Stelle zu treten. Das war eher schade.
Letztlich konnte man die Geschichte aber dennoch einigermaßen flüssig mitverfolgen.

Zur Geschichte allgemein:
Das erste, was mir an Ella aufgefallen ist, war, dass sie teilweise sehr krass und albern agierte. Besonders zu Anfang hat mich das eher irritiert, bzw. abgestoßen, denn ich kannte sie noch gar nicht und konnte daher nicht nachvollziehen, was zu ihrer starken Reaktion führte. Im Verlauf der Geschichte ist das dann zum Glück etwas besser geworden. Ellas sozialer Hintergrund wurde gut aufgearbeitet und man begann sie langsam zu verstehen und richtig kennen zu lernen.
Darce ist das Gegenstück zu Ella. Da wo sie arm ist, ist er reich, wo er gebildet ist, hat sie keine Chance auf Bildung und da, wo er angesehen ist, ist sie dazu verdammt, für immer unter dem Radar zu erscheinen. Jedenfalls ist das das, was uns die Geschichte sehr deutlich und immer wieder vermitteln will. Dennoch ist da diese Freundschaft zwischen den beiden, die in der Kindheit entstanden ist und dann aus anfangs noch nicht näher erklärten Gründen zerbrochen ist. Die Aufklärung dieser Gründe nimmt dann tatsächlich viel Zeit in Anspruch. Es geht erst einmal um ein vorsichtiges Annähern, wobei beide in ihren Emotionen schon sehr stark sind. Ihre Vergangenheit beeinflusst sie und lässt einige Leerstellen für uns Leser:innen. Ich glaube, es wäre gut gewesen, wenn es da ein paar Rückblicke gegeben hätte, denn tatsächlich wissen wir lange Zeit nicht, was damals passiert ist. Wir können es nur erraten und müssen mit Ellas Reaktionen klar kommen. Darce dagegen scheint neben all dem noch andere Probleme zu haben, die ihn sehr belasten und die für mich lange Zeit ebenfalls zu kurz kamen.

Die Geschichte dreht sich um eine Freundschaft, die zu Liebe wurde und vielleicht noch ist. Dadurch, dass wir die Vergangenheit aber lange Zeit nicht kennen und die beiden in der Gegenwart nicht wirklich offen miteinander sprechen, sondern sich mühsam jedes Stück Vertrauen wieder erkämpfen, haben wir keine Chance, das Gefühl zwischen den beiden aufzufangen. Ich habe keine richtige Verliebtheit gespürt, keine Sehnsucht – stattdessen war es Arbeit. Ein langsames Herantasten. Ein: „du schuldest mir was, aber das weißt du ja“. So wird hier zwar sehr authentisch und in kleinen Schritten das Wiederauferstehen einer Freundschaft gezeigt, die richtige Lovestory zum Mitfiebern fehlte mir aber.

Dazu kam, dass Darce‘ Hintergrund tatsächlich sehr groß ist. Während Ella ihre Emotionen und Probleme vor sich her trägt, verschließt Darce sie in sich und spricht mit niemandem darüber. Deshalb bekommen auch wir lange Zeit nicht ganz mit, was ihn so sehr bedrückt. Erst ganz am Ende wird das ein wenig aufgeklärt, was der Geschichte nochmal sehr viel Tiefe gegeben hat, die mich dann an der Stelle auch überzeugen konnte.

Ansonsten betrifft die Arbeit an der Freundschaft und der Liebe auch das Trope „Poor vs. Rich“. Es wird sehr anschaulich, was die Unterschiede bedeuten – vor allem im Denken des jeweils anderen. Das fand ich gut gemacht, denn man merkte deutlich, wie unsensibel sie beide anfangs eigentlich miteinander umgehen, weil sie die Lebenswirklichkeit des anderen nicht richtig verstehen können. Etwas negativ ist mir dabei nur aufgefallen, dass der Fokus sehr lange auf Ella liegt und ihre Probleme deutlich als „schlimmer“ dargestellt wurden. Das waren sie vielleicht auch, aber letztlich war der Stolz bei ihr ein großes Ding und ohne den hätte die Geschichte wohl schon viel früher geendet.

Der Handlungsverlauf war mir also im Großen und Ganzen zu langgezogen, was vor allem die Fortschritte, die die beiden eigentlich zwischendurch machen, schmälerte, denn wir Leser:innen haben sie gar nicht richtig mitbekommen.

Fazit:
Ich bin mit der Geschichte leider nicht so richtig warm geworden. Es plätschert lange ziemlich dahin und zieht sich über den Handlungsverlauf sehr lange. Dazu kommt, dass mir lange die Puzzlestücke zur Spannung fehlten. Man wusste einfach zu lange nicht, was es genau werden sollte und konnte das Meiste nur vage fassen. Zudem blieb mir Darce‘ Geschichte zu schwach und die Gefühle zwischen den beiden glichen eher denen einer Freundschaft. Und das ist dann auch das, was ich hier positiv betonen möchte. Es ist ein sehr schönes Buch über Freundschaft und über den Unterschied zwischen Arm und Reich. In langsamen Schritten wird hier die Annäherung der beiden zueinander erzählt – die Annäherung zweier, deren Vertrauen zerbrochen scheint, obwohl es mal so stark war. Dieser Aspekt des Buches hat mir gefallen. Es war dadurch aber keine klassische Liebesgeschichte.

3 von 5 Sterne von mir.

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