Profilbild von PrinzessinButterblume

PrinzessinButterblume

Lesejury Star
offline

PrinzessinButterblume ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit PrinzessinButterblume über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2025

Ich bin ratlos zurückgeblieben

Shanghai Story
0

In "Shanghai Story" begleiten wir eine Shanghaier Familie mit drei Töchtern durch einen Teil ihres Lebens. Der Clou - die Geschichte beginnt im Jahr 2040 und wird von da an rückwärts erzählt. Zumindest ...

In "Shanghai Story" begleiten wir eine Shanghaier Familie mit drei Töchtern durch einen Teil ihres Lebens. Der Clou - die Geschichte beginnt im Jahr 2040 und wird von da an rückwärts erzählt. Zumindest dachte ich, dass das der Clou wäre, der diese Geschichte ausmacht. Die ungewöhnliche Erzählweise dieses Romans war eine der Hauptgründe, warum ich mich für die Geschichte interessiert habe und leider wurde ich gerade hier sehr enttäuscht. Ein bisschen hat es sich beim Lesen angefühlt, als wäre das ganze Buch nur geschrieben worden, um eine Geschichte rückwärts erzählen zu können und damit das funktioniert, musste halt noch irgendwas da sein, das erzählt werden konnte. Das war dann halt eine Shanghaier Familie und ihr Leben, aber wirklich funktioniert hat das Ganze für mich leider nicht.

Schon in den ersten Kapiteln ist klar geworden, dass es erstaunlich wenig Anreize gab, die zum Weiterlesen einluden, kaum Ereignisse bei denen ich mich gefragt habe, wie wir jetzt dahin gekommen sind. Stattdessen bekam ich jede Menge lose Fäden, bei denen klar war, dass wir nie erfahren würden, wie es weitergeht - und leider haben wir auch nur in den seltensten Fällen erfahren, wie wir dorthin gekommen sind. Das ganze Buch wirkte für mich ein bisschen wie eine Kurzgeschichtensammlung. Nette Geschichten, die an sich ganz spannend zu lesen waren, aber kaum miteinander zu tun hatten. Komplizierte und aufregende Verflechtungen sucht man hier leider vergebens.

Nichtsdestotrotz habe ich das Buch nicht ungern gelesen. Die einzelnen Abschnitte lesen sich gut, der Schreibstil ist gelungen, aber das große Wow-Erlebnis blieb aus und am Ende habe ich das Buch ein wenig ratlos sinken lassen, weil ich einfach nicht wusste, ob ich jetzt irgendetwas großes übersehen hatte oder es da einfach wirklich nichts weiter gab.

Insgesamt ist "Shanhai Story" ein Buch, das man nicht unbedingt gelesen haben muss. Ich glaube, gerade das Rückwärts-Erzählen wird in anderen Romanen besser umgesetzt und auch die gesellschaftlichen Entwicklungen findet man in anderen Romanen stärker. Vielleicht hätte es diesem Buch gut getan, wenn es ganz traditionell erzählt worden wäre, aber so hat es mich leider einfach nur ein bisschen enttäuscht und ratlos zurückgelassen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 04.11.2024

Leider enttäuschend

Wohnverwandtschaften
0

Mich hat "Der Pfau" von Isabel Bogdan damals sehr begeistert und dementsprechend habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut. Klar, es klang inhaltlich völlig anders, aber ich war mir sicher, auch hier ...

Mich hat "Der Pfau" von Isabel Bogdan damals sehr begeistert und dementsprechend habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut. Klar, es klang inhaltlich völlig anders, aber ich war mir sicher, auch hier wieder auf cleveren Witz zu treffen. Aber leider war dieses Buch für mich völlig anders und hätte ich es nicht gewusst, hätte ich es niemals der gleichen Autorin zugeschrieben. Während "Der Pfau" unvorhersehbar und voller Situationskomik war, bin ich hier über ein Klischee nach dem anderen gestoplert. Und wirklich witzig oder überraschend wendungsreich war die Handlung auch nicht.

Klar, es werden wichtige Themen angesprochen - Familie, Demenz, Zusammenleben, Wohnungssituationen, Alleinsein. Aber das allein reicht für mich nicht, um einen guten Roman auszumachen. Es war eine ziemlich stereotype Geschichte über eine die WG eininger etwas älterer Semester mit unterschiedlichem Background, die sich zusammenraufen und füreinander da sind. Das mochte vielleicht ganz rührend sein, aber mehr leider auch nicht.

Der Schreibstil hat die mittelmäßige Story leider auch nicht rausreisen können. Er hat sich flott wegglesen und war unauffällig, das wars.

Vielleicht hätte mir das Buch besser gefallen, hätte ich es völlig unabhängig von Bogdans Erstling betrachtet und wäre ohne Erwartungen an die Lektüre gegangen. So aber war es für mich leider eine kleine Enttäuschung, ich hätte das Buch so gerne gemocht, aber ich habe mich beim Lesen einfach nur gelangweilit, wirklich schade!

Veröffentlicht am 16.08.2024

Wichtige Message, die aber die Story leider nicht trägt

A Beautiful Flaw
0

Die Zwillinge Vic und Sam gleichen einander auf den ersten Eindruck wie ein Ei dem anderen, doch der Schein trückt - wärhrend Sam gefeierter Schauspielstar einer Regency-Serie ist, bleibt Vic dem Rampenlicht ...

Die Zwillinge Vic und Sam gleichen einander auf den ersten Eindruck wie ein Ei dem anderen, doch der Schein trückt - wärhrend Sam gefeierter Schauspielstar einer Regency-Serie ist, bleibt Vic dem Rampenlicht fern, ihre Leidenschaft sind Make-up Tutorials. Doch dann bekommt Vic ein Kooperationsangebot, das sie unter keinen Umständen ausschlagen kann - auch wenn dieses Angebot, sie ausgerechnet an das Serien-Set ihrer Schwester führt. Und dann trifft sie dort auch noch auf den gut aussehenden Lex, den männlichen Hauptdarsteller, zu dem sie sich hingezogen fühlt, der aber auch seine ganz eigenen dunklen Seiten hat ...

"A beautiful Flaw" wird aus drei Perspektiven erzählt - Vic, Sam und Lex - auch wenn Vics Geschichte eindeutig im Vordergrund steht. Vic an sich ist eine sympathische Protagonistin, die mit allerlei Unsicherheiten und Zweifeln zu kämpfen hat. Das steht ihr aber auch ziemlich im Weg, sie lässt sich von anderen Leuten viel zu viel gefallen und ist oft viel zu naiv - ich gestehe, das war nicht immer leicht auszuhalten und hat auch nicht soo viel Spaß beim Lesen gemacht. Lex ist kein typischer Bad Boy, sondern hat auch viele weiche Seiten und scheut sich nicht, diese zu zeigen, was ich sehr mochte. Mit Sam hingegen bin ich leider auch nicht richtig warm geworden, bzw. trotz ihrer Perspektive habe ich irgendwie keinen richtigen Zugang zu ihr gefunden. Vielleicht würde sich das ja in Band 2 ändern, in dem sie die Hauptrolle spielt.

Das Erzähltempo ist eher langsam, gerade am Anfang. An sich nicht schlimm, wenn es nicht oft schon fast an der Grenze zu langweilig schrappen würde. Tortz allem war da irgendetwas, was mich hat weiterlesen lassen, weil ich auf das Ende gespannt war - nur, um dann enttäuscht zu werden, weil der große Knall, die große Enthüllung irgendwie ausblieb. Ein bisschen als wäre da vorher etwas aufgebauscht worden, um künstlich Spannung zu erzeugen, was unbeachtet in sich zusammengefallen ist. Die behandelten Themen Schönheit, Minderwertigkeitskomplexe, Ängste, Streben nach Perfektion waren aber auf jeden Fall wichtig und sind auch gut zur Geltung gekommen, manchmal etwas zu Kosten einer spannenden Story.

Insgesamt ist "A beautiful Flaw" ein nettes Buch, an dem man manchmal Spaß hat, über das man sich öfter ärgern kann, kurz, das man lesen kann, aber nicht muss.

Veröffentlicht am 24.07.2024

... war so eine Sache

Die Sache mit Rachel
0

Die Studentin Rachel lernt bei ihrem Nebenjob in einer Buchhandlung den homosexuellen James kennen, in dem sie schon bald einen besten Freund findet. Sie teilen sich eine Wohnung, leben zusammen und lassen ...

Die Studentin Rachel lernt bei ihrem Nebenjob in einer Buchhandlung den homosexuellen James kennen, in dem sie schon bald einen besten Freund findet. Sie teilen sich eine Wohnung, leben zusammen und lassen den anderen in großen Stücken am eigenen Leben teilhaben. Dann verliebt Rachel sich in ihren Literaturprofessor und die beiden organisieren eine Lesung mit dem Zielt, dass Rachel ihren Professor verführen kann. Aber dann kommt alles ganz anders als geplant ...

Ich hatte wirklich hohe Erwartungen an das Buch und vielleicht lag auch genau da das Problem. Die Geschichte war nett, war okay, aber auch bei weitem nicht das aufwühlende, herausragende Buch, das ich erwartet habe. Die Freundschaft zwischen Rachel und James war erstaunlich klischeehaft und auch das Verhältnis mit dem Dozenten war jetzt nicht wahnsinnig neu oder aufregend.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, wobei der Großteil aus der Sicht der jungen Rachel erzählt wird. Die Sprache des Buches ist locker und die Geschichte hat sich leicht weglesen lassen, aber auf der anderen Seite gab es auch immer wieder Beschreibungen, die gefühlt, gewollt abstoßend waren und die mir ein bisschen die Freude am Lesen genommen haben (ich glaube, da bin ich aber auch sehr empfindlich).

Natürlich werden spannende und wichtige Themen aufgegriffen, wie Abreibung und Homosexualität in Irland, die aber für meinen Geschmack etwas zu kurz gekommen sind und das Buch für mich auch nicht getragen haben. Am interessantesten war für mich tatsächlich alles rund um Rachel Berufsleben und ihre Versuchte in der Verlagswelt Fuß zu fassen.

Insgesamt ein durchschnittlicher Coming-of-Age-Roman von dem ich mir eindeutig mehr erwartet habe und um den ich den Hype nicht völlig verstehe.

Veröffentlicht am 30.04.2024

Ich bin nicht richtig warm geworden

The Happiness Blueprint
0

Als Klaras Vater die Diagnose Krebs erhält, sieht sie sich gezwungen von London zurück in ihr Heimatdort in Schweden zu ziehen - und dort einstweil die Leitung des Bauunternehmens ihres Vaters zu übernehmen. ...

Als Klaras Vater die Diagnose Krebs erhält, sieht sie sich gezwungen von London zurück in ihr Heimatdort in Schweden zu ziehen - und dort einstweil die Leitung des Bauunternehmens ihres Vaters zu übernehmen. Blöd nur, dass Klara von Fliesen und Bädern so gar keine Ahnung hat. Trotzdem stellt sie sich der Herausforderung, übernimmt das kleine Team und führt auch binnen kürztester Zeit personelle Änderungen durch. Dazu gehört auch der Tischler Alex, den sie neu einstellt. Wie sich herausstellt, ist Alex nicht nur handwerklich geschickt, sondern auch ein Organisationstalent, ganz anders als Klara, und so synchronisieren sie ihre Handy-Kalender ... und vielleicht auch ihre Herzen?

"The Happiness Blueprint" wird immer abwechselnd aus der Sicht von Klara und Alex erzählt. Das hat mir gut gefallen und es ist spannend, die unterschiedlichen Sichtweisen kennenzulernen. Alex Schreibstil ist dabei relativ verknappt (was vermutlich mit den Denkstrukturen seiner Depression zusammenhängt), aber das hat mir das Lesen seiner Abschnitte etwas erschwert und ich habe hier leider nicht in einen richtigen Lesefluss finden können. Jedes Kapitel beginnt mit einem Update der Handy-Kalender oder einer Google-Frage und das hat mir gut gefallen und den Stil für mich sehr aufgelockert.

Es werden viele Themen aufgeriffen - Diabetes, Neurodivergenz, Depression, Tod, familiäre Unstimmigkeiten ... vielleicht liegt auch genau hier das Problem. Mir waren es zu viele Themen, da manche leider zu kurz kamen oder gar nichts richtig mit der Handlung zu tun hatten, sodass bei mir das Gefühl entstand, sie wäre nur im Buch, um erwähnt zu werden. Das war mir leider etwas zu gewollt. An sich ist der Schreibstil schon humorvoll, aber auch hier nicht so humorvoll wie erhofft, was ich ein bisschen schade fand. Auch mit den Charakteren bin ich leider nicht richtig warm geworden, vieles war mir zu überzogen und auch die Aufklärung von Missverständnisse wurde zu lange hinausgezögert, sodass ich gegen Ende fast schon genervt war.

Ich bin mit "The Happiness Blueprint" leider nicht warm geworden. Der Plot war vorhersehbar und trotz wichtiger Themen, fehlte mir hier einfach, die schlüssige Einbindung dieser und ganz allgemein habe ich einfach ein gewisses Augenzwinkern bei der Story vermisst.