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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.11.2017

Liebe, Lügen und Intrigen im 22. Jahrhundert

Beautiful Liars, Band 1: Verbotene Gefühle
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Katharine McGee entführt uns ins 22. Jahrhundert – das Jahr 2118. Jeder, der was auf sich hält, lebt in dem tausendstöckigen Turm, der sich praktisch über das gesamte Manhattan erstreckt und die übrigen ...

Katharine McGee entführt uns ins 22. Jahrhundert – das Jahr 2118. Jeder, der was auf sich hält, lebt in dem tausendstöckigen Turm, der sich praktisch über das gesamte Manhattan erstreckt und die übrigen Boroughs der Stadt überschattet. Je höher man wohnt desto exklusiver und teurer die Wohnungen. Dort im oberen Teil des Turms leben die siebzehnjährige Avery und ihre Clique. Sie sind reich und schön und alle auf der Suche nach der wahren Liebe oder nach ihrem persönlichen Glück – jedoch kommt es zu diverse Intrigen, die die scheinbar perfekte Welt überschatten. Gleich zu Beginn stürzt eine Frau vom tausendsten Stock in die Tiefe. Was ist passiert?

Das Buch ist aus mehreren Perspektiven erzählt. Nicht nur die Reichen und Schönen, auch Personen aus den unteren Stockwerken tauchen unter den Protagonisten auf. Die verschiedenen Handlungsstränge und Perspektiven haben mich keineswegs gestört, nein, sie ergänzen sich sogar sehr gut. Das Buch ist sehr spannend geschrieben. Ich habe es an einem Tag beendet. Obwohl es ein Jugendbuch ist, war es für mich nie langweilig und auch nicht vorhersehbar. Ich war erstaunlich überrascht von der Vielseitigkeit. Das Ende ist etwas abrupt, wohl weil es einen zweiten Teil gibt. Dass das Buch in der Zukunft spielt war doch noch ein schönes Zuckerl, obwohl nicht alles unbedingt realistisch ist (in 100 Jahren werden die Folgen der Klimaerwärmung deutlich spürbarer sein als in dem Buch). Insgesamt fand ich das Buch wirklich lesenswert, obwohl man natürlich keine literarische Meisterleistung erwarten kann.

Veröffentlicht am 23.10.2017

Packender Psychothriller mit ein paar kleinen Schönheitsfehlern

Die stille Kammer
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Susan Webster hat ihren zwölf Wochen alten Sohn Dylan umgebracht. Puerpuralpsychose, so sagen die Ärzte. Susan erinnert sich an gar nichts von dem Tag. Nach drei Jahren in einer Anstalt kommt sie schließlich ...

Susan Webster hat ihren zwölf Wochen alten Sohn Dylan umgebracht. Puerpuralpsychose, so sagen die Ärzte. Susan erinnert sich an gar nichts von dem Tag. Nach drei Jahren in einer Anstalt kommt sie schließlich wieder frei. Kaum ist sie draußen, schickt ihr jemand ein Foto von einem Kleinkind, auf der Rückseite steht der Name ihres eigenen Kindes. Ist Dylan etwa gar nicht tot? Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Irgendjemand scheint nicht zu wollen, dass Susan in der Vergangenheit herumschnüffelt… Und was hat es mit Nick auf sich, der plötzlich an ihrer Tür klingelt, und sich bei der Suche beteiligt?

Die Erzählung ist packend, ich wollte das Buch gar nicht mehr weglegen. Zwischendurch gibt es noch einen zweiten Erzählstrang der in der Vergangenheit spielt. Anfangs weiss man nicht recht, wie die beiden Erzählungen zusammenpassen, jedoch ergibt nach und nach alles Sinn. Insgesamt sind manche Dinge etwas weit hergeholt, jedoch ein sehr unterhaltsamer Thriller, deshalb 4 Sterne. Ich würde gerne auch das nächste Buch der Autorin lesen. Den Titel verstehe ich nicht, da es nie um eine Kammer geht, der englische Titel („How I lost you“) ist da schon treffender.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 29.09.2017

Beeindruckend, traurig, und wunderschön.

Ermordung des Glücks
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Der elfjährige Lennard wird ermordert. Der pensionierte Kommissar Franck überbringt den Grabbes, Lennards Eltern, die Nachricht, dass seine Leiche gefunden wurde. Dies alles Wochen, nachdem er in einer ...

Der elfjährige Lennard wird ermordert. Der pensionierte Kommissar Franck überbringt den Grabbes, Lennards Eltern, die Nachricht, dass seine Leiche gefunden wurde. Dies alles Wochen, nachdem er in einer stürmischen Novembernacht verschwunden war. Kurz vor Weihnachten. Hier bricht für die Grabbes ihre Welt zusammen. Jeder versucht, auf seine eigene Art, mit dem Tod des Jungen fertig zu werden, auch sein Onkel und seine Grossmutter. Auch Franck und die Kommissare müssen damit umgehen, wochenlang vor einem Rätsel zu stehen.

Friedrich Ani schreibt mit einem recht eigenwilligen Stil, den ich vorher noch nicht kannte und der zu Beginn gewöhnungsbedürftig war. Die ersten 100 - 150 Seiten drehen sich hauptsächlich um Tanja Grabbe, Lennards Mutter. Ihre Naivität und Kindlichkeit hat diesen ersten Teil für mich ziemlich langatmig gemacht. Dann aber geht es immer mehr um die Ermittlungen, es werden Verdächtige gefunden und verhört, und die Erzählung nimmt Fahrt auf. Die Geschehnisse überschlagen sich gegen Ende fast, und die Auflösung des Morders kommt sehr überraschend.

Insgesamt fand ich es ein sehr schönes Buch, auch über Liebe zwischen Geschwistern und Eheleuten, was sehr viel zum Nachdenken anregt. Es ist kein Krimi, wie in den meisten Rezensionen erwähnt wird, dies stört jedoch keineswegs. Vielmehr eine wunderschöne und traurige Erzählung über die Verzweiflung, die man verspürt, wenn jemand Nahes verstirbt, insbesondere ein Kind, und zu welchen verzweifelten Taten dies Menschen treiben kann.

Veröffentlicht am 27.08.2017

Regt an zur Reflexion

Generation Beziehungsunfähig
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Ich habe schon mehrere Artikel von Herr Nast gelesen und bin jetzt endlich dazu gekommen, auch sein Buch zu lesen. Vom Titel her hätte ich mir etwas völlig anderes erwartet. Es geht nicht (nur) um Beziehungen. ...

Ich habe schon mehrere Artikel von Herr Nast gelesen und bin jetzt endlich dazu gekommen, auch sein Buch zu lesen. Vom Titel her hätte ich mir etwas völlig anderes erwartet. Es geht nicht (nur) um Beziehungen. Das Buch ist viel mehr eine Reflexion über die "Millenials", die Generation Y. Es ist eine Sammlung von Kolumnen. Nast erzählt über diverse Treffen in Cafes mit verschiedenen Freunden von ihm, die ihm jeweils sein Leid klagen und seinen Rat suchen. Offensichtlich hat Herr Nast zahlreiche Freunde, die zu ihm kommen um Rat zu suchen, obwohl er im Buch nicht besonders sensibel rüberkommt. Zum Beispiel lassen sich manche Freundinnen von ihm immer mit den falschen Männern ein. Andere haben Probleme, sich zu binden. Stets geht es um Beziehungen. Insgesamt sehr unterhaltsam, ich habe mich in vielen Situationen wiedererkannt und das Buch hat mich zum Denken angeregt.

Veröffentlicht am 13.04.2020

Unterhaltsam geschrieben

Weltretten für Anfänger
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Die Autorin Susanne Fröhlich scheint sich das erste Mal in ihrem Leben wirklich mit dem Klima zu beschäftigen – und das mit über 50. Aber sie nimmt es ernst und arbeitet bzw. liest sich nach und nach zu ...

Die Autorin Susanne Fröhlich scheint sich das erste Mal in ihrem Leben wirklich mit dem Klima zu beschäftigen – und das mit über 50. Aber sie nimmt es ernst und arbeitet bzw. liest sich nach und nach zu dem Thema ein. Auf diese Reise nimmt sie ihre Leser mit. Gleich zu Beginn erkennt sie, dass sie eine ziemliche „Klimasünderin“ ist, die bis jetzt so gelebt hat, als gäbe es kein Morgen. Sie fährt praktisch nur mit dem Auto, isst viel Fleisch, heizt ihr (zu großes) Haus zu warm, etc. Sie ist ehrlich zu sich und versucht, sich langsam zu ändern.

Das Buch ist sehr unterhaltsam und ehrlich geschrieben. Susanne Fröhlich erkennt, dass sie bisher nichts unternommen hat, und führt dem Leser einige interessante Daten vor Augen. Auch einige Websites, die sie erwähnt, fand ich interessant und kannte ich noch nicht. Leider merkt man, dass sie sich bisher nie mit dem Thema beschäftigt hat. So erwähnt sie zum Beispiel, dass bei fleischloser Ernährung Vitamin B12 supplementiert werden muss, lässt jedoch aus, dass dies auch den Tieren supplementiert wird! Ich denke, das wäre doch ein wissenswerter Fakt für ihre Leser, die sich sonst vielleicht denken, bei der fleischlosen Ernährung würde ja etwas fehlen. Auch sonst schüttelt der relativ informierte Leser häufig den Kopf über ihre langsame Annäherung zu Fakten, die vielen längst bekannt sind. Der locker-fröhliche Schreibstil macht es trotzdem leicht, das Buch zu lesen. Ein interessanter Erfahrungsbericht, der sich Schritt für Schritt an das Thema annähert, vor allem für Menschen, die sich bisher noch nicht mit dem Thema beschäftigt haben. Von mir gibt’s 3.5 Sterne.

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