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Veröffentlicht am 20.10.2024

Gefühle in der Kleinstadt

Golden Bay − How it hurts
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Auch der zweite Teil von Golden Bay hat mich gut unterhalten. Erst habe ich gedacht, was soll das, warum wird jetzt die ganze Geschichte noch einmal aus der Sicht von Holden erzählt. Kann ich mich mit ...

Auch der zweite Teil von Golden Bay hat mich gut unterhalten. Erst habe ich gedacht, was soll das, warum wird jetzt die ganze Geschichte noch einmal aus der Sicht von Holden erzählt. Kann ich mich mit einem männlichen Ich-Erzähler identifizieren?

Ja, Bianca Iosivoni hat es geschafft, dass mir dieses Buch nicht überflüssig vorkommt und das ich Holden verstehen kann und es mir schwer fällt für einen von den beiden Protagonisten Partei zu ergreifen.

Der Schreibstil ist wieder hoch emotional und die Gefühle in der Kleinstadt stehen wieder vollends im Mittelpunkt. Inhaltlich haben wir einen nahtlosen Übergang zu Band 1 und ja, auch hier ist das Ende wieder offen, sodass ich nun unbedingt Band 3 lesen will.

Neben Liebe, Freundschaft und Familie haben wir nun auch “härtere” Themen wie Kriminalität, Drogenhandel und Vertrauensmissbrauch in dem Roman. Einiges konnte man sich schon am Ende von Band 1 denken, aber teilweise sind die Beschreibungen doch wesentlich weitgehender, als dass was ich erwartet habe. Aber auch die Trauerbewältigung und die Verlustängste haben einen Anteil an dem Buch.

Mir bleibt nun nichts anderes mehr übrig, als möglichst zeitnah Band 3 zu lesen, um zu wissen wie es mit Ember und Holden ausgeht. Wie gut, dass da schon Band 3 auf meinem SUB liegt.

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Veröffentlicht am 20.10.2024

Süffisante Gesellschaftskritik

Adiós, Aachen
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Sehr süffisant und spannend ist auch der neue Fall von dem legendären Aachener Kommissar Michael Fett. Ein toter Weißbischof und eine weitere tote Spanierin geben den Ermittlern ein sehr großes Rätsel ...

Sehr süffisant und spannend ist auch der neue Fall von dem legendären Aachener Kommissar Michael Fett. Ein toter Weißbischof und eine weitere tote Spanierin geben den Ermittlern ein sehr großes Rätsel auf. Auf den ersten Blick scheinen beiden Toten keine Gemeinsamkeiten zu haben.

Michael Fett und Daniela Conti ermitteln in der Region Aachen und kommen dabei einer Sache auf die Spur, die weit über Aachen hinauszugehen vermag. Eine spannende Suche nach Tätern und vermeintlichen Tätern beginnt.

Michael Fett ist wie in den vergangenen Fällen vermeintlich aus der Zeit gefallen. Die ganzen “neumodischen” Erscheinungen wie Gendern oder der hohe Anteil vegetarischer Speisen, um nur zwei Aspekte zu nennen, erscheinen ihm sehr befremdlich. Er vermisst die Zeiten von früher und wirkt oft gerade bei Befragungen sehr apathisch und mit den Gedanken woanders. Doch der Eindruck täuscht, wie Fett immer wieder unter Beweis stellt. Daniela Conti als seine Kollegin hat eine Veränderung durchgemacht. Wirkte sie am Anfang als Fetts Kollegin, die frischen Wind in die Ermittlungen bringt, scheint sie sich nun unbewusst seinen Verhaltensweisen anzupassen. Auch Daniela Conti fällt es zunehmend schwerer sich mit einigen gesellschaftlichen Veränderungen zu arrangieren. Zu dem Team stößt noch ein junger Kollege namens Andreas Petridis, der noch viel lernen muss, aber mit Sicherheit in Zukunft noch mehr Salz in das Team Fett & Conti bringen wird.

Der Roman besticht erneut mit seiner Gesellschaftskritik an vielen Stellen. Sehr humorvoll umschreibt der Autor die Tatbestände der heutigen Zeit und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft. So stellte ich mir persönlich während des Lesens die Frage “Töten wir mit unseren positiven Assoziationen und die positiven Begrüßungsformeln wie “liebe und alles ist immer lieb” die negativen Umweltaspekte in unserer Umgebung ab? Schaffen wir es nicht mehr uns mit den Grundproblemen auseinanderzusetzen und versuchen alles positiv darzustellen?

Dies hat mir sehr gut in diesem Roman gefallen, erachte ich es als eines der Grundprobleme unsere heutige Gesellschaftsstruktur.

Die Spannung in der Geschichte ist gut temperiert und findet eine sehr spannende und dramatische Auflösung. Sehr gut detailliert beschreibend und erzählend ist der Schreibstil des Autors. Er schafft es eine sehr bildhafte Umgebung beim Lesen zu schaffen. Auch ist der Hintergrund dieses Kriminalfalls realistisch, was die Gefahrenlage angeht, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so erscheint. Ein erneut spannender Kriminalfall für den “Columbo” aus der Eifel, den ich hier sehr gerne empfehlen möchte.

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Veröffentlicht am 12.10.2024

Das manchmal komplizierte Verhältnis zu Eltern

Dreams of Sapphire Seas
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Auch der zweite Teil der Irland Reihe von Anabelle Stehl konnte mich wieder überzeugen, dank ihr bin ich nun beim Genre New Adult vollends angekommen.

Serena und Aedan sind zwei ganz wunderbare Hauptfiguren, ...

Auch der zweite Teil der Irland Reihe von Anabelle Stehl konnte mich wieder überzeugen, dank ihr bin ich nun beim Genre New Adult vollends angekommen.

Serena und Aedan sind zwei ganz wunderbare Hauptfiguren, die von der Autorin sehr detailliert und überzeugend ausgearbeitet wurden. Beide erzählen die Geschichte in der Ich-Erzähler-Perspektive, sodass wir ihnen und ihren Gedanken sehr nah kommen.

Serena hat ihr Kunst-Stipendium bekommen und darf in Cork studieren, sie muss nur einen gültigen Mietvertrag vorlegen und genau hier liegt das Problem, es gibt kaum bezahlbaren Wohnraum. Aedan studiert Architektur und lebt mit zwei weiteren Jungs in einer WG, das Haus gehört seinem Vater. Die Wege der beiden Kreuzen sich und der Funke springt direkt über.

Ich mag die Erzählweise der Autorin einfach, wunderbar einfühlsam geschrieben und so tiefgründig. Ganz großes Kino und ein dickes Kompliment!

Themen des Romans sind neben Liebe, Beziehung, und Freundschaft, die Situation von Obdachlosen in einer Stadt, aber auch die Bewältigung von Trauer und das manchmal komplizierte Verhalten zu unseren Eltern.

In diesem Zusammenhang stammt auch mein Lieblingszitat aus dem Buch” Wir sind mehr als unsere Eltern, weißt du? Und es ist unfair ständig an ihren Erfolgen und Lebenswegen gemessen zu werden.” (S. 70)

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ich freue mich schon auf die neuen Werke der Autorin.

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Veröffentlicht am 12.10.2024

Die Eroberung eines neuen Kontinentes

Der Meister der Karten
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Ein Roman über einen Mann, der die Geschichte der Kartographie maßgeblich beeinflusst hat. Der junge Martin Waldseemüller aus einem bescheidenen Dorf lebt zusammen mit seinen Eltern. Sein Vater ein herrischer ...

Ein Roman über einen Mann, der die Geschichte der Kartographie maßgeblich beeinflusst hat. Der junge Martin Waldseemüller aus einem bescheidenen Dorf lebt zusammen mit seinen Eltern. Sein Vater ein herrischer Metzgermeister möchte aus ihm einen Handwerker machen. Doch der junge Martin träumt von den Sternen und fernen Ländern. Durch glückliche Zufälle darf er ein Studium aufnehmen und sich mit verschiedenen Künsten auseinandersetzen. Nach einigen Jahren reist Martin durch Europa und erlebt so einiges. Ein Ereignis jedoch wird ihn sein ganzes Leben nicht mehr loslassen. Martin ist ein anfangs recht schüchterner junger Mann, der im Laufe der Zeit aber charakterlich reift. Er ist so in sein Lebenswerk vertieft, dass er sich auch durch Rückschläge nicht aufhalten lässt. Ich war von seinem Charakter sehr überzeugt und war trotz allem etwas traurig, was ich aber hier nicht verraten möchte. Elena eine junge Frau, die es nicht leicht hat, versucht in Lissabon einen Neufanfang. Sie ist mit dem brutalen Seefahrer namens Enzo de Cabrera verheiratet und leidet sehr unter seinem Verhalten. Auch Elena entwickelt sich sehr gut und ist für die heutigen Maßstäbe trotz der erlittenen Repressalien eine sehr moderne Frau.

Die Handlung wird durch ein paar Zeitsprünge gekennzeichnet, die aber nicht sonderlich in das Gewicht fallen. Sehr interessant sind die ganzen Verbindungen in der Geschichte zu den berühmten Seefahren wie Amerigo Vespucci oder Cristóbal Colón (Christoph Columbus). Ich habe durch die Geschichte um den Kartographen Martin Waldseemüller so einiges über die Namensherkunft oder die allgemeine Besiedlung des heutigen Amerikas lernen können. Gut beschreibend und sehr informativ ist der Schreibstil der Autorin. Ich konnte mich sehr gut, vor allem im zweiten Teil der Erzählung in die Handlung einfinden. Ich hätte mir fast noch ein wenig mehr von der Historie rund um die Eroberung des “neuen Kontinentes” gewünscht, aber trotzdem war es sehr informativ und spannend erzählt worden. Ein sehr gut recherchierter historischer Roman mit guten Unterhaltungspassagen den ich gerne empfehlen möchte.

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Veröffentlicht am 04.08.2024

Serientäter in Hamburg

Der Henker von Hamburg
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Sehr atmosphärisch geschrieben und mit interessanten Charakteren versehen hat mich dieser Historischer Kriminalroman sehr gut unterhalten. Hauptkommissar Hauke Sötje befindet sich zusammen mit seiner ...

Sehr atmosphärisch geschrieben und mit interessanten Charakteren versehen hat mich dieser Historischer Kriminalroman sehr gut unterhalten. Hauptkommissar Hauke Sötje befindet sich zusammen mit seiner Frau Sophie in der Oper, um einem Stück beizuwohnen. Doch er wird zu einem Toten, welcher erhängt an einem Baum gefunden wird gerufen. Schnell wird klar, dass der Tote keinen Freitod gewählt hat, da ein sonderbarer Zettel bei diesen beiliegt. Nach kurzer Zeit wird ein weiterer Toter aufgefunden. Ein Serientäter oder eine Serientäterin scheint ihr Unwesen in Hamburg zu treiben. Wird es Hauke schaffen dem Morden ein Ende zu setzen?

Hauke Sötje ist Kommissar mit einer interessanten Vergangenheit. Er ist stets treu dem Gesetz dienlich und auch privat mit Sophie und seiner Tochter bodenständig in Hamburg angekommen. Seine Frau Sophie ist der heimliche Star dieses Falls, ohne zu viel zu verraten. Sie war mir direkt sympathisch und ich finde es gut, dass sie trotz der damaligen gesellschaftlichen Rollenbildes sehr modern in ihrer Denkweise daherkommt.

Die Handlung spielt in Hamburg im Jahr 1899 und wird durch keinerlei Zeitsprünge unterbrochen. Sehr gut beschreibend und atmosphärisch ist der Schreibstil der Autorin. Als Leserin oder Leser findet man sich sehr gut in der Handlung und in der Geschichte ein. Auch das Setting rund um die damaligen Lebens- und Verhaltensweisen ist sehr authentisch und lebensnah dargestellt. Mir haben die einzelnen Charaktere, sowie die Beschreibung der Umgebung sehr gut gefallen. Auch die Spannung ist in der Story gut gestreut und erst am Ende wird ein wenig erkennbar wer eventuell dahinterstecken könnte, auch wenn ich die Verdächtigen nicht vorher rausgefunden habe. Ein guter spannender historischer Krimi, den ich gerne empfehle und hoffe noch einen weiteren Roman aus dieser Reihe lesen zu dürfen.

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