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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.09.2025

Einblick in die Seele

Getäuscht
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Der Roman macht mit dem wunderschönen und auffälligen Cover und einem kurzen, prägnanten Titel auf sich aufmerksam. Inhaltlich spielt der Roman in Paris, in den 1920er Jahren, der Sprachstil wirkt gehoben ...

Der Roman macht mit dem wunderschönen und auffälligen Cover und einem kurzen, prägnanten Titel auf sich aufmerksam. Inhaltlich spielt der Roman in Paris, in den 1920er Jahren, der Sprachstil wirkt gehoben und teilweise poetisch. Am spannendsten finde ich, dass ein Großteil der Erzählung in Form von Tagebucheinträgen erfolgt, somit wirkt es nahbar und es bleibt Platz für Gedanken und Gefühle. Der Ich-Erzähler verliebt sich in Ljolja, die ihm uneindeutige Signale sendet und somit beginnt für ihn eine Abwärtsspirale der Abhängigkeit, sein männliches Ego wird angekratzt und man spürt seine innere Zerrissenheit.

Veröffentlicht am 16.06.2025

in Italien wird immer geheiratet

Lieber solo als allein
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Der Roman versprüht in einer lockeren Sprache und Wohlfühlatmosphäre beim Lesen italienisches Flair. Er passt sehr gut als Strand- oder Sommerlektüre. Die Charaktere sind unterschiedliche Frauen in verschiedenen ...

Der Roman versprüht in einer lockeren Sprache und Wohlfühlatmosphäre beim Lesen italienisches Flair. Er passt sehr gut als Strand- oder Sommerlektüre. Die Charaktere sind unterschiedliche Frauen in verschiedenen Altersgruppen an Wendepunkten in ihren Leben, sodass man sich beim Lesen gut mit der einen oder anderen identifizieren kann. Auch wenn der Stil leger und locker ist, so werden auch unangenehmere Themen behandelt und ernste Gespräche geführt, aber der Roman wird nicht schwer, sondern bleibt humorvoll und angenehm.

Veröffentlicht am 06.01.2025

Mensch-ärgere-dich-nicht

Das Quadrat
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Der aktuelle Teil der Arne-Stiller-Reihe passt optisch und inhaltlich sehr gut zu den anderen Teilen, die ich auch vorab gelesen habe. Sehr gut gefallen hat mir die Anordnung der Begriffe und Symbolik ...

Der aktuelle Teil der Arne-Stiller-Reihe passt optisch und inhaltlich sehr gut zu den anderen Teilen, die ich auch vorab gelesen habe. Sehr gut gefallen hat mir die Anordnung der Begriffe und Symbolik im Quadrat, zusätzlich visualisiert durch das Mensch-Ärgere-dich-Spielbrett. Als Charakter gefällt mir Martina normalerweise immer gut, allerdings hatte sie hier nur einen kurzen Auftritt und musste die restliche Zeit im Krankenhaus verbringen und war somit wenig präsent. Arne hat auch keinen glanzvollen Auftritt hingelegt in diesem Teil. Die Rätsel waren zwar kniffelig zu lösen, dennoch war er nicht ganz auf der Höhe und hat mir als Charakter nicht so gut gefallen. Seine Sprüche beginnen schon zu nerven, der Reiz des Neuen ist abgeflaut, ich würde mich über eine andere Idee oder Begeisterung von ihm freuen.
Der Teil lässt sich schnell und gut lesen, war allerdings nicht mein Lieblingsteil der Serie.

Veröffentlicht am 08.08.2024

dunkle kalte Stimmung

Jahreszeiten
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Ich fand es zu Beginn etwas schwierig in den Roman hineinzufinden, da für meinen Geschmack zu viele Schilderungen über das Wetter und die schwierigen lokalen Bedingungen in Bezug auf die Ernte und die ...

Ich fand es zu Beginn etwas schwierig in den Roman hineinzufinden, da für meinen Geschmack zu viele Schilderungen über das Wetter und die schwierigen lokalen Bedingungen in Bezug auf die Ernte und die Gezeiten waren. Mit der Zeit bekommen diese Inhalte allerdings einen Bezug zur Stimmung der Familie und ab diesem Zeitpunkt wird es interessanter. Spannend ist auch, dass der Roman aus Sicht der einzelnen Familienmitglieder erzählt wird, wobei Tess einen großen Raum einnimmt, ihr Mann Richard eher weniger, so wie er auch im realen Leben wenig spricht und wenig von sich preisgibt. Die Beziehung der Ehepartner ist an einem Tiefpunkt angelangt, es wird kaum noch miteinander gesprochen, wenn dann nur gestritten und die Kinder machen Probleme, ziehen sich zurück und machen ihr eigenes Ding. Die Grundstimmung des Romanes ist durchwegs hoffnungslos und dunkel, sodass man auch als Leser*in nicht viel Hoffnung auf eine Verbesserung der Situationen erwartet.

Veröffentlicht am 12.04.2024

Persönlichkeitsentwicklung auf mehreren Ebenen

Der Sommer, in dem alles begann
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Der Roman ist sehr kurzweilig, da er einen großen Zeitsprung enthält und auch zwischen Paris und der Bretagne hin- und herwechselt. Zu Beginn braucht es etwas Zeit um sich einzulesen und in die Hauptcharaktere ...

Der Roman ist sehr kurzweilig, da er einen großen Zeitsprung enthält und auch zwischen Paris und der Bretagne hin- und herwechselt. Zu Beginn braucht es etwas Zeit um sich einzulesen und in die Hauptcharaktere hineinversetzen zu können. Die 16jähhrige Helene war mir mit ihrer wissbegierigen und zuerst noch sehr unsicheren Art sogleich sympathisch. Ihre Lehrerin Marguerite, die eigentlich für den Unterricht in der ländlichen Schule, überqualifiziert ist, vertritt ihren eigenen Standpunkt und eckt bei der Dorfgemeinschaft häufig an. Für Helene hat sie aber eine prägende Vorbildfunktion und trägt viel zu ihrer geistigen Entwicklung und ihrer Persönlichkeitsbildung bei. Gerade bei Helene sieht man es als Leser*in sehr schön, wie sie sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt und von einer unsicheren 16jährigen Schülerin zu einer selbstbewussten jungen Frau wird. An manchen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass wir noch mehr über ihre Gefühlswelt erfahren hätten. Teilweise ist es gut gelungen, indem sie sich mit dem Tod und ihrem sterbenden Vater auseinandersetzt und auch ob sie wirklich ihr Leben an der Seite von Yannick in diesem kleinen Dorf verbringen möchte oder doch die weite Welt kennenlernen.
Schön zu erkennen ist im Laufe der Geschichte auch der Zusammenhang zwischen der jungen Odette damals, als sie in Paris gelebt und ihr ihr neugeborenes Kind weggenommen wurde und wie Odette als ältere Frau, wieder zurück an ihrem Heimatort, lebt. Wie sie auf der einen Seite verachtet und belächelt wird und an einem anderen Ort bewundert und zu ihr aufgesehen wird. Wie zwei unterschiedliche Welten, die aufeinandertreffen, muss es sich für sie anfühlen.
Am Ende verbinden sich alle Lebensgeschichten miteinander und auch wenn man schon recht früh erfährt, dass es Verstorbene geben wird und wer dies sein wird, so ist die Geschichte bis es dazu kommt, dennoch sehr lesenswert und spannend. Vor allem die persönliche Entwicklung der Charaktere im Laufe des Romans hat mir gut gefallen.