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Veröffentlicht am 10.08.2024

Unglaublich rührend – und hoffnungsgebend.

Boys of Tommen 2: Keeping 13
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„𝐁𝐢𝐧𝐝𝐢𝐧𝐠 𝟏𝟑“ war für mich DIE Überraschung im April und so konnte ich „𝐊𝐞𝐞𝐩𝐢𝐧𝐠 𝟏𝟑“ – ebenfalls ein tränenreicher Pageturner, in dem die Gefühlspalette vollends ausgeschöpft, weder auf Gräuel noch Humor, ...

„𝐁𝐢𝐧𝐝𝐢𝐧𝐠 𝟏𝟑“ war für mich DIE Überraschung im April und so konnte ich „𝐊𝐞𝐞𝐩𝐢𝐧𝐠 𝟏𝟑“ – ebenfalls ein tränenreicher Pageturner, in dem die Gefühlspalette vollends ausgeschöpft, weder auf Gräuel noch Humor, nicht auf Romantik oder Ernst verzichtet wurde – nur schwerlich erwarten. Kurz und knapp: ˢʰᵃⁿⁿᵒⁿ &ᴶᵒʰⁿⁿʸ zählen zu meinen Jahreshighlights, zu jenen emotionalen Achterbahnfahrten, die sich tief im Herzen verankern. ...

Wie bereits im Auftakt spart Chloe Walsh nicht mit Worten, und doch verflogen die Seiten viel zu schnell, was u. a. dem modernen, lebendigen und authentischen Ton zu verdanken ist. Neben dem offensichtlichen Umfang kommt 𝙱𝚘𝚢𝚜 𝚘𝚏 𝚃𝚘𝚖𝚖𝚎𝚗 mit einem gewaltigen inhaltlichen Input, einer hohen Ereignisrate und einer beeindruckenden Themenvielfalt daher.
Zu keiner Zeit erweckte die Handlung den Eindruck von Stillstand oder Langeweile. Eher sorgen zahlreiche Twists für Schock und Fassungslosigkeit, zärtliche Augenblicke waren wie ein Streicheln und Witz das Licht inmitten der Dunkelheit.

„Keeping 13“ überzeugt mit Details und Logik, Feingefühl, Aufregung und einem abwechslungsreichen, unerwarteten Aufbau. Die Storyline entwickelt sich stetig weiter, greift bspw. die Zukunft der Lynch-Geschwister, jene von Johnny und das beachtliche innere Wachsen von Shannon auf.
Was mit unbeholfener Annäherung und dem kläglichen Versuch, Distanz zu wahren, begann, wird von ersten Erfahrungen und prickelnder Sehnsucht, blindem Vertrauen und einem unerschütterlichen „Gemeinsam“ – Konflikten, Dramen und Tragödien, Strugglen, Zweifeln und Ängsten zum Trotz – ersetzt.
Johnny katapultierte sich übrigens nicht zuletzt mit echter Fürsorge und seiner aufmerksamen, verständnisvollen Art auf die vordersten Ränge des Bookboyfriends schlechthin.

»Ich mag deine Probleme (...) Ich will deine Probleme und deine Komplikationen und alles andere, was zu dir gehört. (...) Ich will dich.«

Etliche Szenarien und Darstellungen sorgen für Gänsehaut, lassen schwer schlucken. Dynamiken festigen und verändern sich; es warten neue Probleme und Hindernisse, manche alltäglich und gesellschaftskritisch, andere den Umständen geschuldet.
Die Autorin animiert gekonnt dazu, genauer hin- statt bequem wegzusehen.
Melancholie und Wehmut, Schmerz und pure Verzweiflung werden rege durch skurrile, romantische oder schlicht witzige Momente durchbrochen. Wie oft musste ich aufgrund des trockenen Humors, verspielten Gerangels und Amüsements lachen? Gerade Gibsie und Tadgh sind für allerhand Komik verantwortlich. Doch auch andere Figuren – Lizzie, Claire und Johnnys engagierte Eltern – bewegen mit ihrer unermüdlichen Unterstützung; wurden mit Sorgfalt und Hintergrund ausgearbeitet und integriert.
Inmitten der oft spürbaren Tristesse, der Hilflosigkeit waren Aufblühen und Aufatmen, die individuellen Entwicklungen ein Lichtblick. Obgleich der Rugby-Star und Shannon – so viel stärker als sie selbst je für möglich hielt – im Fokus standen, abwechselnd erzählen und ihr Innerstes intensiv Betrachtung findet, wurden weder Tadgh, Shan und Ollie noch Joey vergessen. Letzterer erhielt nun weitere Facetten, bevor wir im Oktober Teil seines Kampfes werden. Erweckte Darrens Präsenz zuerst wenig Positives, wurden die damaligen wie gegenwärtigen Entscheidungen des Ältesten von Shannons Brüdern nachvollziehbar eingebettet.
Ja, das Leben der Lynchs ist schlussendlich ein Ergreifendes.

Shannon und Johnny waren ein Erlebnis – in Band 1 & 2 dieser einmaligen Sports-College-Romance findet sich eine Fülle aus unterschiedlichen Empfindungen; Spannung, Tragik und Liebe; Leid, Adrenalin und pure Gefühle. Diese Geschichte berührt tief, entlockt herzliche Lacher und Wut, tut weh. Chloe Walsh erzählt vom Leben(sschmerz), von Freundschaft und Familie, Neuanfängen und der Hoffnung…
„Keeping 13“: Ein emotionaler, aufrüttender Sog, der unausweichlich mitreißt.

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Veröffentlicht am 07.08.2024

Gelungene, temporeiche Fortsetzung.

Mina Moningham - Die Allianz der Neun
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„Die Allianz der Neun“ führt uns zurück in das Schulhaus am Ende der Galaxis ...

Ein Jahr ist vergangen, seit Mina ihr überraschendes Erbe angetreten, darum und mit den Offenbarungen der unglaublichsten ...


„Die Allianz der Neun“ führt uns zurück in das Schulhaus am Ende der Galaxis ...

Ein Jahr ist vergangen, seit Mina ihr überraschendes Erbe angetreten, darum und mit den Offenbarungen der unglaublichsten Wahrheiten gekämpft hat.

Nach allerhand Hürden scheinen der 25-Jährigen die Aufgaben und Pflichten, die das Leben als Hüterin der Welten mit sich bringt, leicht von der Hand zu gehen, während die unterschiedlichen BewohnerInnen zu einer echten Familie wurden. Dass die Magie des eigenwilligen Hauses langsam auf Mina übergeht, ist ein aufregender Bonus, fühlt sie sich doch in der Gemeinschaft, die ihr ihre Oma hinterlassen hat, so wohl und richtig wie noch nie.

Doch leider lassen auch in ihrem zweiten Jahr Intrigen und Probleme, Angriffe und Konflikte nicht lange auf sich warten. Zusätzlich der magischen Fauxpas, versteht sich.



♡„𝙸𝚌𝚑 𝚠𝚒𝚕𝚕 𝚎𝚜 𝚍𝚒𝚎𝚜𝚎𝚜 𝙹𝚊𝚑𝚛 𝚋𝚎𝚜𝚜𝚎𝚛 𝚖𝚊𝚌𝚑𝚎𝚗, 𝚊𝚕𝚕𝚎𝚜. 𝙳𝚊𝚏𝚞𝚎𝚛 𝚖𝚞𝚜𝚜 𝚒𝚌𝚑 𝚗𝚊𝚌𝚑 𝚟𝚘𝚛𝚗𝚎 𝚋𝚕𝚒𝚌𝚔𝚎𝚗, 𝚜𝚝𝚊𝚝𝚝 𝚖𝚒𝚌𝚑 𝚒𝚗 𝚊𝚕𝚝𝚎𝚗 𝙶𝚎𝚜𝚌𝚑𝚒𝚌𝚑𝚝𝚎𝚗 𝚣𝚞 𝚟𝚎𝚛𝚑𝚎𝚍𝚍𝚎𝚛𝚗. 𝙴𝚛𝚒𝚗𝚗𝚎𝚛𝚞𝚗𝚐𝚎𝚗 𝚜𝚒𝚗𝚍 𝚜𝚌𝚑𝚘𝚎𝚗 𝚞𝚗𝚍 𝚐𝚞𝚝, 𝚊𝚋𝚎𝚛 𝚍𝚊𝚛𝚒𝚗 𝚣𝚞 𝚕𝚎𝚋𝚎𝚗, 𝚒𝚜𝚝 𝚠𝚒𝚎 𝚒𝚗 𝚎𝚒𝚗𝚎𝚖 𝚜𝚎𝚕𝚋𝚜𝚝𝚐𝚎𝚜𝚌𝚑𝚊𝚞𝚏𝚎𝚕𝚝𝚎𝚗 𝙶𝚛𝚊𝚋 𝚣𝚞 𝚑𝚘𝚌𝚔𝚎𝚗..“



Jana Paradigi unterhält mit einer ereignisreichen Storyline, die eine Menge Input und Informationen bereithält, und die emphatische Hüterin zu fremden Welten und neue BesucherInnen ins Schulhaus führt.

Ärgernisse, soweit das Auge reicht. Wer denkt, dass Mina alles souverän und glatt meistert, irrt. Selbst mit Hilfe und Beistand von Mischa, Hilde, Paddy und Co. treibt die Autorin ihre taffe Protagonistin an den Rand der Verzweiflung – Minas Überforderung, Trauer, die sich schwallartig, geschürt von Sehnsucht und Verrat, ausbreitet, wie die Tendenz, Fehler zu begehen, machen die junge Frau jedoch authentisch und nahbar. Hinzu kommt ihre Bereitschaft, zu lernen, Situationen mit dem dazugewonnenen Wissen anders zu bewerten und Wesen jeglicher Art, eingeschlossen Pflanzen, mit Achtsamkeit und Respekt entgegenzutreten.

War der Auftakt von Mina Moninghams Lebenswandel noch voller Cozy-Vibes, geht es nun deutlich tempo- und actionreicher zu.

Geister geben mysteriöse Hinweise, Boten ohne Botschaft sprechen in Rätseln, Tarotkarten sagen Dunkles voraus, der Kriegsrat tagt und Schlachten im Vorgarten sorgen für Unglaube. Anschläge, Steitschlichtung und missglückte Backversuche, nette Bekanntschaften, ein Fitzelchen Romantik und weitere Entdeckungen der galaktischen Spektren halten Moningham monatelang in Schach. Aber die Hüterin findet in ihrem zweiten Jahr auch Teile, die sich in ihre Vergangenheit und Gegenwart fügen, Aufschluss geben, tief schockieren, berühren und etwas verändern…



Paradigis Ton war wie üblich modern und leicht, dennoch wurden Gefahren und Gefühle realistisch aufgegriffen und transportiert, sodass es etliche Momente gab, in denen ich mit der Schulleiterin gelitten und gebangt, mich mit ihr gefreut und köstlich amüsiert habe – ich liebe Mischa! Die Darstellung von Figuren und einzelnen Szenen war lebendig und bunt, Zweifel, Ärger und Reaktionen nachvollziehbar und die Storyline mit ihren Irrungen und Erkenntnissen logisch zu verfolgen.

Ist mit dem Prolog ein interessanter Einstieg geglückt, der Liz auf den Plan ruft – und Minas ToDo-Liste zwar weiter füllt, ihr jedoch die Möglichkeit eröffnet, etwas über sich, ihre Eltern und den Kopf sowie die Intentionen der Allianz zu erfahren – weckt der Epilog die Vorfreude auf Band 3. Denn einige essentielle Geheimnisse sind noch immer verschlossen. Ob die Moningham-Familie vielleicht gar nicht verloren ist?

„Die Allianz der Neun“ ist reich an fantastischen Wesen und Welten, humorvollen Gesprächen, sanften Augenblicken und Action; Skurrilität und Originalität greifen ineinander und bilden mit Freundschaft, Herzlichkeit und jeder Menge Spaß eine mitreißende Geschichte.

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Veröffentlicht am 01.07.2024

Mein liebster Band der insgesamt großartigen Reihe.

Ein bisschen Happy End, bitte! (Verliebt in Eden Bay 9)
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Ich habe bereits einige verliebte Geschichten aus Eden Bay gelesen, alle mit Lobeshymnen bewertet – jeder einzelne Charakter wuchs mir ans Herz, in jede Problematik konnte ich mich einfühlen, in jeden ...

Ich habe bereits einige verliebte Geschichten aus Eden Bay gelesen, alle mit Lobeshymnen bewertet – jeder einzelne Charakter wuchs mir ans Herz, in jede Problematik konnte ich mich einfühlen, in jeden Roman fallen lassen.

Tja, und dann kam der neunte Teil: „Ein bisschen Happy End, bitte!“
In den Hauptrollen: Ethan und Laura.

Und ich hab geheult. Ständig. Denn manchmal reicht Liebe einfach nicht.
Selbst in den glücklichen, lockeren Momenten schnürten mir all das Ungesagte, Vorahnungen und Erkenntnisse die Luft ab.

Kommen wir zuerst zum atmosphärischen Setting: Eden Bay ist heimelig, gemütlich und seine schnuckeligen Bewohner verschroben, facettenreich und charmant. Saskia schafft es jedes Mal, bereits bekannte Figuren samt ihren Eigenheiten aufzugreifen, sodass jeder Roman neues und altes bereithält. Ich liebe die Menschen, denen man begegnet, und, dass der Leser die individuellen Entwicklungen und sich verändernden Lebenssituationen stets weiter verfolgen kann. Freundschaft, Familie und Zusammenhalt werden in der Chicklit-Reihe großgeschrieben, ohne, dass es gekünstelt wirkt. Zudem tragen der flotte, moderne Stil, der humorvolle Unterton und die schlagfertigen Dialoge dazu bei, sich einfach mitreißen zu lassen.
Wir bekommen es nicht mit unreifen Bad-Boys oder makellosen Püppchen zu tun: „Verliebt in Eden Bay“ ist aus dem Leben gegriffen, authentisch. Neben Witz und Cosy-Feeling geht es um erwachsene Themen, mit denen sich der Leser identifizieren kann. Angst, Liebe, Verlust, Traumata, Ziele und Träume, wichtige Fragen, reife Antworten (…) und das alles mitten in einer Kleinstadt, in der die Senioren nicht genug von Klatsch, Tratsch und Muskelmännern kriegen können.

„Ein bisschen Happy End, bitte!“ war emotional, bewegend, heiß und voller verzweifelter Leidenschaft.
Was zwischen Laura und Ethan geschah, liegt acht Jahre zurück. Eine Zeit, in der viel geschehen ist, sich vieles verändert hat. Doch eines nicht: Wut aufeinander und nicht endende Liebe füreinander.
Denn wie soll man weitermachen, wenn es nie einen Abschluss gab?

Ein kleiner Unfall führt den Feuerwehrmann aus der Not zur besten Physiotherapeutin im Umkreis, seiner gemiedenen Ex-Freundin. Schnell entwickelt sich diese Begegnung anders als erhofft und doch genau so, wie vermutet. Anziehung, Verlangen, Unverständnis und Trauer hingen durchweg in der Luft, stauten sich mit all den verdrängten Erinnerungen, unterdrückten Emotionen gefährlich auf …

Durch die wechselnde Perspektive ist das Leid, was beide nach der tragischen Trennung erlitten, greifbar, ebenso wie die zwei Jahre, in denen sie gemeinsam brannten. Saskia erzählt von einer dieser perfekt-unperfekten Beziehungen, so intensiv, impulsiv und echt, dass alles, was folgt, nur einem blassen Abklatsch glich. Es war diese eine große Liebe, die die Macht hat, zwei Menschen zu zerstören.

Doch der offensichtliche Grund für den Bruch, für das gehen lassen ohne kämpfen, ist nicht der Wahre, nicht für Laura – doch spielen Tragik, vergangene Fehler und falsche Worte noch immer eine Rolle, wenn es keine Zukunft gibt?
Selbst während dramatischen Gänsehautmomenten war die Dynamik zwischen beiden durchweg spürbar. Saskia Louis verzichtet in der Ausarbeitung ihrer Figuren auf Klischees, gibt ihnen Schwächen und Fehler, lässt sie fliegen und fallen. Oft stellt sich die Frage, Herz oder Vernunft, Risiko oder Sicherheit?
Ich jedenfalls litt, hoffte, lachte und weinte …

Abseits von der tief begrabenen Vergangenheit, die sich in die Gegenwart schlich, warten auf Ethan Zukunftsängste, Einsamkeit und eine neue Aufgabe in Eden Bay. Während es für Laura endlich Zeit wird, einer toxischen Beziehung den Laufpass, Ängsten einen Tritt zu geben, um unvoreingenommen eigene Erfahrungen machen zu können … Ach lest einfach selbst.

„Ein bisschen Happy End, bitte!“ ein bewegender Roman, der vom loslassen, überwinden und lieben erzählt, rau und ungeschönt.

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Veröffentlicht am 29.06.2024

Romantik, Witz und Spaß!

Better Than the Movies
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„𝐁𝐞𝐭𝐭𝐞𝐫 𝐭𝐡𝐚𝐧 𝐭𝐡𝐞 𝐌𝐨𝐯𝐢𝐞𝐬“ ist eine amüsante und gefühlvolle Geschichte von Lynn Painter, in der süße College-Romance-Vibes nebst zahlreichen Anspielungen zu klassischen Komödien schlummern.


♡»𝚂𝚎𝚒 𝚖𝚞𝚝𝚒𝚐 ...

„𝐁𝐞𝐭𝐭𝐞𝐫 𝐭𝐡𝐚𝐧 𝐭𝐡𝐞 𝐌𝐨𝐯𝐢𝐞𝐬“ ist eine amüsante und gefühlvolle Geschichte von Lynn Painter, in der süße College-Romance-Vibes nebst zahlreichen Anspielungen zu klassischen Komödien schlummern.


♡»𝚂𝚎𝚒 𝚖𝚞𝚝𝚒𝚐 𝚐𝚎𝚗𝚞𝚐 𝚏𝚞𝚎𝚛 𝚎𝚝𝚠𝚊𝚜 𝙶𝚛𝚘ß𝚎𝚜.«


Liz kämpft seit dem Beginn des Abschlussjahres erneut mit der Sehnsucht nach ihrer Mutter. Denn ohne sie erscheint ihr nichts richtig, nichts bedeutungsvoll. Auch Helena, die Frau an der Seite ihres Vaters, kann – und soll vor allem – daran nichts ändern. Während Liz sich zunehmend von ihrer besten Freundin unter Druck gesetzt fühlt und sie jeden Tag mit ihrem Nachbarn um den Parkplatz wetteifern muss, offenbart sich plötzlich ein Lichtblick in Liz’ Leben: Michael Young – ihr Crush aus der Kindheit, ihr Perfect Match – ist zurück – und das pünktlich zum Prom-Ball. Ein Zeichen des Schicksals?! Doch dieser sieht in ihr immer noch die „kleine, freakige Lizzi“ und so schlägt sie Wes Bennett – dem allseits beliebten Jungen, der sie schon immer auf die Palme gebracht hat – einen Deal vor: Wenn er es schafft, dass Michael sie zu DEM Event einlädt, gehört ihm lebenslang das Objekt ihrer Rivalität.

Dabei kommen sie einander näher, überwinden Vorurteile und Zankereien, und Buxbaum wird langsam bewusst, dass Wes wirklich witzig, gutaussehend und hilfsbereit ist. Dass er sie besser kennt als irgendjemand sonst, und sie bei ihm sie selbst sein kann: Die hoffnungslose Romantikerin mit einem Hang zu blumigen Retro-Vintage-Kleidern, Liebesfilmen und Playlists für alle Situationen. Das Mädchen, das nachts noch immer um ihre Mutter weint und jeden Meilenstein hasst, an dem diese nicht mehr bei ihr sein kann.

Die Liz, die ein bisschen oldschool und uncool ist und in ihrer eigenen Realität lebt. Doch kann sie sich von ihrer Bilderbuchvorstellung DER perfekten Romanze lossagen und für ihre Geschichte den vermeintlichen Bad Boy samt „Enemies-to-lovers“-Trope akzeptieren?

♡»𝙳𝚞 𝚜𝚒𝚎𝚑𝚜𝚝 𝚊𝚖 𝚋𝚎𝚜𝚝𝚎𝚗 𝚊𝚞𝚜, 𝚠𝚎𝚗𝚗 𝙳𝚞 𝚎𝚒𝚗𝚏𝚊𝚌𝚑 𝙳𝚞 𝚋𝚒𝚜𝚝.«

Es war mir ein Fest, dieses Buch zu lesen – Lynn Painters Stil ist unglaublich locker-flockig, humorvoll und authentisch.
Erzählt wird aus der Sicht von „Libby Loo“, sodass ihre Gedanken und Gefühle greifbar werden und sich nachvollziehen lassen. Sowohl die verträumt-verklärten Hoffnungen, das verstimmte Unbehagen Helena und Joss gegenüber als auch ihre Reaktionen. Ich mochte die Schülerin; ihre verschrobene, ganz besondere Art war unglaublich erfrischend, genau wie die Filmzitate am Anfang jedes Kapitels oder die leidenschaftlichen Erwähnungen zahlreicher Klassiker innerhalb der Storyline.

„Better than the Movies“ entwickelt sich temporeich, äußerst amüsant und – sicherlich im Gesamten auch vorhersehbar, doch das tut dem Spaß keinen Abbruch. Denn es gibt etliche spritzige Dialoge, Sarkasmus und „schicksalhafte“ (schmerzvolle und ekelhafte) Wendungen, sehr emotionale und zum-schmelzen-schöne Momente. Abgesehen der Protagonistin und Wes erhielten andere Figuren ausreichend Platz, sorgen zusätzlich für Abwechslung und Konflikt. Painter greift mit Liz’ Verlust das Thema Trauer angemessen auf, lädt zum Seufzen und Lachen, Mitfühlen -und fiebern ein.

Fans von romantischen Komödien und der großen, unperfekt-perfekten Liebe, von sehnsuchtsvollen Träumereien und Geschichten, die das eigene Herz flicken, kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten.

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Veröffentlicht am 26.06.2024

Ein ganz besonderer Roman.

Die Magie goldgewebter Herzen
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„𝐃𝐢𝐞 𝐌𝐚𝐠𝐢𝐞 𝐠𝐨𝐥𝐝𝐠𝐞𝐰𝐞𝐛𝐭𝐞𝐫 𝐇𝐞𝐫𝐳𝐞𝐧“ ist ein Roman, für dessen Inhalt und Aussagekraft mir fast die Worte fehlen.
Denn Eleanor Bardilac greift in einem zarten magischen Rahmen, der durchaus originell, frisch ...

„𝐃𝐢𝐞 𝐌𝐚𝐠𝐢𝐞 𝐠𝐨𝐥𝐝𝐠𝐞𝐰𝐞𝐛𝐭𝐞𝐫 𝐇𝐞𝐫𝐳𝐞𝐧“ ist ein Roman, für dessen Inhalt und Aussagekraft mir fast die Worte fehlen.
Denn Eleanor Bardilac greift in einem zarten magischen Rahmen, der durchaus originell, frisch und komplex daherkommt, unglaublich viele wichtige Themen auf – und das auf eine Art, die die Handlung nicht überlädt, hat doch alles und jeder seine Berechtigung, seinen Platz.
Im Buch und in der Welt.

Fangen wir mit der bunten Figurenvielfalt an, die neben diversen Neigungen und queeren Orientierungen auch Merkmale aufweist, die an psychische Erkrankungen erinnern.
So zeigt Lucien bspw. autistische Züge und, wie Celeste, Anzeichen von Hypersensibilität. Zusätzlich schweben u. A. depressive Verstimmungen, dissoziative Persönlichkeitsstörungen und toxische Beziehungen umher. Trauer, Ableismus und Behinderung, Ausgrenzung und Vorurteile.
Menschen, denen ihr Leben lang eingeredet wurde, nicht stark genug, nicht „normal“ zu sein.
Die Autorin legte merklich Wert auf Besonderheiten und (Fein)Gefühl, sponn natürliche, rücksichtsvolle Dynamiken, bricht die gemütliche Atmosphäre durch Ernst, Tragik und skurril-morbide Szenen auf.
Luciens leidenschaftliche Arbeit, die durch Herstellung und Anpassung von Prothesen das Ziel der #inklusion verfolgt, gab der fantastischen Geschichte noch mehr Wichtigkeit und Input.
Genau wie die wirtschaftliche Situation des Landes, die die Frage aufflammen lässt, wer alles am Krieg beteiligt ist und von diesem profitiert?!

Wir treten in ein (Welt)Gefüge, welches sich zeitlich an einem historischen Frankreich anlehnt, in dem Webmagie und Familienbande, Konventionen und Traditionen scheinbar unerlässlich sind. Doch nicht für Lucien, der auf all das pfeifft, und Noel zeigt, dass Familie nicht immer Blut sein muss.

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Da die Geschehnisse aus wechselnder Perspektive dargelegt sind, ist es ein Leichtes, sich in die Protagonisten einzufinden, ihre (Glaubens)Ansätze, inneren Zweifel und deren Ursprung zu erkennen.
Löblich hervorzuheben sind der Umgang mit und das intensive Einbinden von Celeste – die siebenjährige Tochter von Noel. Ihre herrlich trockenen, kindlichen Aussagen brachten mich häufig zum Schmunzeln. Genau wie Luciens Umgang mit Worten und – der Interpretation von – Empfindungen oder Noels Schamgefühl.
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Ich würde den Stil als bildhaft, zart und poetisch beschreiben, für die anvisierte Zeit wurden Ton und Ausdruck authentisch gewählt.
Waren Gegebenheiten und Wirkung der Magie anfangs schwer zu greifen, bindet Bardilac im voranschreitenden Verlauf mehr Hintergrund ein, sodass dieser Aspekt ausreichend und schlüssig zur Geltung kam. Cinq Soleils versprüht Geborgenheit und hüllt die LeserInnen in einen utopischen, sicheren Kokon. Denn obgleich die hier erschaffene Gesellschaft vielen Dingen – wie T*d oder Fleisch – Respekt entgegenbringt, sind Ausgrenzung, Vorurteile, Gier und die deutlichen Machtgefälle unleugbar.
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Stehen zwar die trauernden, durch Zwang verbundenen Protagonisten im Fokus, wurde auch der lebendige Haushalt präsent eingebunden, mit individuellen Facetten und Problemen bestückt. Niemand blieb konturlos – selbst jene nicht, die Zwietracht sähten.
Die Beziehung zwischen Noel und Lucien entwickelt sich sehr langsam und flatterhaft, nicht ohne Konflikte oder Missverständnisse, aber auf eine erwachsene Weise, die emotionale Ausbrüche und Uneinigkeiten ebenso einbindet wie offene Gespräche und Verständnis.
Ich liebte es, ihre ziemliche, elegante Annäherung zu verfolgen, das Aufblühen beider und Noels an- und zur Ruhe kommen auf dem unkonventionellen Gut. Beide wachsen, verfolgen Pläne, doch kann dieses sanfte Band gegen Intrigen und Manipulation, verinnerlichte Glaubenssätze und jedwede (gesellschaftliche) Erwartung standhalten?

„Die Magie goldgewebter Herzen“ ist eine gefühlvolle Geschichte mit vielen wichtigen Aspekten und aktuellen Themen, erzählt vom Loslassen und Freisein, von Akzeptanz und der menschlichen Vielfalt.
Found-Family, Queerness und Liebe treffen auf Gemütlichkeit und bittere Realität.

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