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Veröffentlicht am 01.10.2024

Rundum perfekt. Absolut großartig. Unglaublich wichtig.

HAEXED - Von magischen Hacktivisten und teuflischen Influencerinnen
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„HAEXED - Von magischen Hacktivisten und teuflischen Influencerinnen“ ist ein ungewöhnlich-außergewöhnlicher Roman, der neben queeren Repräsentationen und gewichtigen Themen ein komplexes Worldbuilding ...


„HAEXED - Von magischen Hacktivisten und teuflischen Influencerinnen“ ist ein ungewöhnlich-außergewöhnlicher Roman, der neben queeren Repräsentationen und gewichtigen Themen ein komplexes Worldbuilding sowie ein ausgeklügeltes Cyber-Magiesystem beinhaltet. Trotz allerhand Informationen und Input, Kämpfen, die es auszutragen gilt, und lebensverändernden Offenbarungen, einer Menge Action und Spaß ist es aufgrund des modernen, »hippen« Stils, Humor und Details leicht, an der packenden Storyline zu kleben und die Individualität jeder Zeile zu feiern.

Die Autorin setzt darauf, dass die diverse Vielfalt inkl. der Einschränkungen/Bedürfnisse bestimmter Personengruppen samt den idealistischen Zielen und dem Aktivismus der »Haexonymous« ein treibender, fester Bestandteil der Handlung ist. Genau wie die – nicht ausschließlich unterschwellige – Kritik an Gesellschaft, Politik und Gesundheitssystem. Aufgegriffen werden zudem u. A. Bodyshaming, Transition und Partizipation, Rebellion und schillernde Queerness.

Von Anfang an begleiten wir die in ihrer Sehkraft gehandicapte, dennoch eigenständige Celeste. Erst seit Kurzem lebt die junge Frau bei ihrer besten Freundin in London und arbeitet in deren »V R Awesome«. Obwohl Krisha und Cece äußerlich komplett verschieden sind, verbindet die beiden – neben einer Vergangenheit in der Außenseiter- und Mobbing-Opfer-Position – ihre Liebe zu Nerdy-Kram. Bis zu ihrem Umzug stand die curvy Protagonistin unter Psychopharmaka, doch aufgrund „unglücklicher Umstände“ sind diese gerade aus – und Celeste sieht auf einmal wieder strahlende Schemen und leuchtende Farben; spürt, wie sich die Technik in ihrer Nähe auflehnt – und stolpert prompt in ein Horrorgame. Und auf Blaze. Entzugserscheinungen, Schizophrenie oder doch Magie?

Erzählt wird der lebendige Verlauf in genderneutraler Sprache, einfühlsam, authentisch und aus wechselnder Perspektive. So lernen wir nicht nur Blaze Dawson und seine selbst gewählte Familie kennen, sind Teil von deren beeindruckendem Aktivismus, sondern erhalten Einblicke in Vergangenes beider Protagonisten und in ihre negativ behafteten Gefühle. Durch diese eindringlich geschilderte Basis mimt Murphy Malone Figuren, mit denen es leicht fällt, sich zu identifizieren, sie zu verstehen, sie zu fühlen.
Blaze, der auf Kontrolle und die Unterwerfung seiner Kräfte setzt, ein bisschen überheblich, im gleichen Maße selbstlos ist, war sofort von Celestes Auftreten, ihrer Stärke und dem Chaos, das in ihr tobt, fasziniert. Ich fand die Dynamik der beiden, die individuelle wie zwischenmenschliche Entwicklung, wunderschön. Dabei gab es reichlich Misstrauen, Konflikt und puren Schmerz. Auch die restlichen Mitglieder der Hackertruppe sowie Krisha wurden gut ausgearbeitet, bringen eigene Probleme und reichlich Eigenheiten mit sich. Mit Hilfe der chaotischen Magierin hoffen die Haexonymous, einer der angesagtesten Influencerin das Handwerk zu legen – und somit Krisha und tausende andere zu retten. Welchem vertrackten, kranken Spiel sie auf die Schliche kommen, wie oft Cece und Blaze ihr Leben riskieren müssen, sorgt für Spannung, Twists und Momente zum Mitbangen- und wüten. Denn die Wurzeln von Magnolias Schrecken reichen bis in die patriarchalische und von Ideologie durchzogene, magische Regierung…

„HAEXED - Von magischen Hacktivisten und teuflischen Influencerinnen“ ist ereignis- und abwechslungsreich, kritisch, aktuell und unkompliziert-frisch. Die Geschichte wird nie langweilig, denn auch in den wenigen Ruhepausen ist der Input an Informationen, Emotionen und niederschmetternden Wahrheiten riesig.
Es werden Kämpfe ausgetragen – gegen feindliche InitiatorInnen, gesellschaftliche Systeme, Vorurteile und sich selbst. Es wird gestrauchelt, gefallen und aufgestanden. Geliebt und gelitten.
Malone durchdachte meiner Einschätzung nach jede Einzelheit, begonnen bei der Plot- und intensiven Figurenentwicklung, bis hin zu Missionsabläufen und der Wirkungsweise unterschiedlicher Magieformen. Hintergründe, Zusammenhänge und die wechselhaften Ebenen/Settings wurden logisch und vorbestellbar dargelegt. Obgleich etliche Themen schwer wiegen, wirkt der saloppe Ton sowie Sarkasmus und Witz herannahender Melancholie entgegen, ohne den Ernst zu minimieren.
Wir lesen von mangelndem Selbstwert, verzehrten Spiegelbildern und Schuld, von Hass, medialer Manipulation und Kapitalismus, der über Leıchen geht, von festgefahrenen Strukturen, gegen die nur ein „gemeinsam“ etwas ausrichten kann. Von fragwürdigen Gesundheitssystemen und noch fraglicheren Gesetzesbeschlüssen.
Aber wir finden in dem Eyecatcher auch Trost, Zuspruch und Respekt. Freiheit, Freundschaft und Liebe.
Die Autorin weist sacht auf die Eigenständigkeit beeinträchtigter Menschen hin; darauf, wie nichtssagend Äußerlichkeiten, Geschlecht und S*xualität sind. Erzählt von Schönheit, die nur das Chaos bringt. Und davon, wie viel mehr zwischen Schwarz und Weiß existiert.

Ein unglaublich großartiges Buch.

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Veröffentlicht am 18.09.2024

Tiefgründig, echt, wichtig.

A joyful SUMMER
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Für ihr neues Buch 𝐀 𝐣𝐨𝐲𝐟𝐮𝐥 𝐒𝐮𝐦𝐦𝐞𝐫 griff Trisha Brown zu bewegenden Themen, die sie auf authentische Art in eine ebenso romantische wie nachdenklich stimmende Handlung einbettete.

»Du bist es wert, dass ...

Für ihr neues Buch 𝐀 𝐣𝐨𝐲𝐟𝐮𝐥 𝐒𝐮𝐦𝐦𝐞𝐫 griff Trisha Brown zu bewegenden Themen, die sie auf authentische Art in eine ebenso romantische wie nachdenklich stimmende Handlung einbettete.

»Du bist es wert, dass dir gute Dinge passieren!«

So wenig hält Gabriel Álvarez in der Kleinstadt, die sich seine Heimat nennt, doch mit dem Verlust seines personifizierten Antriebs, seiner Motivation, scheint die Welt des 18-Jährigen stillzustehen, nach hinten zu dümpeln. Weg von Chancen, Möglichkeiten und Neuanfängen. Als Harold Hewitt ging, nahm er die Musik mit sich – und nicht nur jene seines Schützlings. Auch Joyce Evans – bildschöne Influencerin – trauert um die Melodie. Um ihren Großvater. Um sich selbst. Während zahlreiche Fremde täglich ihre retuschierten Fotos be- und verurteilen, ist sie selbst ihre größte Kritikerin. Kämpft mit dem Feind in ihrem Kopf.

Zwei zerrissene Seelen, die rauswollen. Aus gesellschaftlichen und eigenhändig geschaffenen Grenzen. Aus zerrütteten Familien und dem Schmerz.
Zwei Teenager, die nicht unterschiedlicher sein könnten und doch mehr teilen als nur den Ort, der sie gefangen hält.

Erzählt wird aus abwechselnder Perspektive, sodass wir uns ein Bild der Protagonisten und ihrer Lebenssituationen machen können. Durch das intensive Aufgreifen von Gedankengängen werden die individuellen Struggle und gemeinsamen Ängste – vor dem Scheitern, vorm Versagen; davor, nicht perfekt, nicht genug zu sein – deutlich. Dank des eindringlichen Tons, in dem Nichts als Ehrlichkeit mitschwingt, ist es leicht, sich einzufinden, einzufühlen, alles zu spüren.

Seitdem Gabriel ohne Abschluss von der Schule ging, jobbt er in einem Elektromarkt. Außen verrucht, wütend und gleichgültig, innen verletzlich, sanft und so talentiert, dass Selbstverwirklichung und „den Traum leben“ zum Greifen nah sind, doch dann wird ihm jener Mensch entrissen, der grundlos, einfach so, an ihn glaubte.
Joy, mit ihrem perfekten Haar, dem bezaubernden Lächeln und achtzigtausend Followern. Und täglich unzufrieden mit, enttäuscht von sich. Dass die Sportlerin mehr ist als ein Püppchen, ein hübsches Gesicht scheinen weder MitschülerInnen noch ihre Eltern zu sehen. Ihre Probleme? Maximal eine Phase. Nur nicht für ihren Großvater. Als dieser sie verlässt, ist es gerade ein berüchtigter Aufreißer – den sie schon stundenlang beobachtet, dem sie so oft gelauscht hat – der hinter die Fassade, die Weichzeichner und das Strahlen blickt. Erst nur Rotz und Wein findet, aber dann so viele Wunder.

Die Autorin wählt poetische Worte, malerisch und sanft, und schafft damit einen Kontrast zu den harten Themen; zu einer oft melancholischen Atmosphäre, Wehmut und Verzweiflung. Mir nahmen viele Momente die Luft, sogen mich in Erinnerungen, und doch finden sich im Verlauf auch unbeschwerte Augenblicke, echte Freundschaften und jene Art von Zuneigung, die Herzen weinen lässt.
Trisha setzt sich mit Vorurteilen auseinander, mit unterschiedlichen Arten von häuslicher Gewalt, mit Teenagern, die zu früh erwachsen werden mussten, und mit Kämpfen, die unter Makellosigkeit wüten. Trauer, Aggressionen und fest verankerte Zweifel sind ebenso präsent, wie der stille Appell, für sich selbst, die eigene Gesundheit, die eigenen Wünsche einzustehen. Der Roman spricht von Liebe – solche, die zerstört, und solche, die retten will, aber nicht kann.

„Unsere Zeit ist begrenzt und das Ende rast auf uns zu.“

Wenn Joyce und Gabriel auch im Vordergrund stehen, verzichtet Brown nicht auf unterschiedliche Nebenfiguren und deren Betrachtung, sorgt damit für Abwechslung, Frische und noch mehr Tiefe. Wir sind Teil von diversen Entwicklungen und Veränderungen, die zum Mitbangen und wohlig Seufzen einladen. Doch obgleich uns oft Pastellfarben, Lyrik, Humor und Schlagfertigkeit in eine trügerische Sicherheit hüllen, brodelt es. Mehrere Ereignisse, die Álvarez Traum gefährden; drohen, den Musiker von seinem Weg abzubringen, Konflikte mit und in anderen Charakteren sowie Joys stummer Kampf halten die Spannung aufrecht und bewegen tief. Zusätzlich werden Hass und Bodyshaming, gestreut im WWW, und daraus resultierende Scham und Unsicherheit thematisiert.
Wunderschön, nicht immer einfach, war es, die zarte Annäherung zwischen der Influencerin und dem Musiker, das Aufatmen und seichte Prickeln zu erleben, dabei zu sein, wie sie einander langsam ihre Wahrheiten und Dämonen zeigen, Leidenschaften teilen – und doch begreifen, dass Liebe kein Allheilmittel ist. Dass die Welt sich weiterdreht.
Ich habe geweint – denn ich hab's gespürt, so vieles in diesem Buch.

Trisha trifft wahre Aussagen, bringt Klischees auf den Punkt und widerlegt Annahmen, die fälschlich und leichtfertig getroffen werden, wenn Bulımıe/Ess*toerungen auf den Tisch kommen. Ob durch Erfahrungen oder Recherche: In „𝐀 𝐣𝐨𝐲𝐟𝐮𝐥 𝐒𝐮𝐦𝐦𝐞𝐫“ werden weder Krankheit noch Betroffene abgeschwächt oder verklärt, es findet sich hier keine romantisierte Hoffnung oder ein Geheimrezept. Aber Angehörige und Interessierte erhalten – stimmig eingebettet – wissenswerte Fakten, Gesprächsansätze und eine ausdrucksstarke Vorstellung des aufgewühlten Inneren Erkrankter; ein authentisches Fallbeispiel.
In der realistischen Darstellung von Joys unsichtbarem Ringen, Abläufen, Zwängen und Gedankengängen, ihren Stimmungsschwankungen sowie der verzehrten Sicht auf Spiegelbild und Körpergefühl (…) fand ich mich wieder und bin sicher, dass sich auch andere Betroffene mit dieser jungen Frau identifizieren können. Dass Herzen brechen beim Lesen über echte Menschen.

♡Du wirst gesehen. Du bist es wert. Du darfst dir helfen lassen.♡

„𝐀 𝐣𝐨𝐲𝐟𝐮𝐥 𝐒𝐮𝐦𝐦𝐞𝐫“ legt Wunden offen, tröstet und lässt hoffen.

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Veröffentlicht am 10.09.2024

Cli-Fi meets High-Fantasy.

Der Spiegel des Drachen - Weltenwandel
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»𝗩𝗼𝗻 𝘄𝗮𝘀 𝘁𝗿𝗮𝗲𝘂𝗺𝘀𝘁 𝗱𝘂, 𝘄𝗲𝗻𝗻 𝗱𝘂 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗴𝗲𝗿𝗮𝗱𝗲 𝗱𝗲𝗶𝗻 𝗟𝗲𝗯𝗲𝗻 𝗹𝗲𝗯𝘀𝘁?«

„𝐃𝐞𝐫 𝐒𝐩𝐢𝐞𝐠𝐞𝐥 𝐝𝐞𝐬 𝐃𝐫𝐚𝐜𝐡𝐞𝐧“ ist ein epischer Fantasy-Roman, dessen Verlauf durch unterschwellige Anspannung, Ungewissheit und Zeitnot konstant ...

»𝗩𝗼𝗻 𝘄𝗮𝘀 𝘁𝗿𝗮𝗲𝘂𝗺𝘀𝘁 𝗱𝘂, 𝘄𝗲𝗻𝗻 𝗱𝘂 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗴𝗲𝗿𝗮𝗱𝗲 𝗱𝗲𝗶𝗻 𝗟𝗲𝗯𝗲𝗻 𝗹𝗲𝗯𝘀𝘁?«

„𝐃𝐞𝐫 𝐒𝐩𝐢𝐞𝐠𝐞𝐥 𝐝𝐞𝐬 𝐃𝐫𝐚𝐜𝐡𝐞𝐧“ ist ein epischer Fantasy-Roman, dessen Verlauf durch unterschwellige Anspannung, Ungewissheit und Zeitnot konstant aufregend blieb. Da aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird, die einzelnen Kapitel öfter mit einem Cliffhanger enden, gerät die Storyline zu keiner Zeit ins Stocken. April Wynter greift eine Vielzahl relevanter Themen auf, trifft wahre Aussagen, fasziniert mit erhabenen Geschöpfen, einer charakterlichen Entwicklung – der fragwürdigen Moral des Einzelnen zum Trotz – und überrascht – ein ums andere Mal.

Im Fokus stehen die tödliche Assassine Aylia. Geflüchtet aus einem Waisenhaus, um durch den Dienst in der gefürchteten Gilde der Freiheit näherzukommen.
Meister Rylo, der Vertraute der König. Blind vor Ehrerbietung und Hingabe, beschmutzt er seine Hände, um die mysteriöse Schönheit zu schützen. Langara, die den Weg der Konkubine ebenso bereitwillig wählte, wie sie ihren Körper für Geheimnisse, Geld und das zarte Gefühl von Macht hingibt.
Und Tierflüsterer wie Einsiedler Taran, unbeholfen im Umgang mit den Menschen, überfordert von ihren Lügen, mit einem sanften, aufrichtigen Herzen.

„𝗨𝗺 𝗲𝗶𝗻𝗲𝗻 𝗕𝗲𝗿𝗴 𝘇𝘂 𝗯𝗲𝘀𝘁𝗲𝗶𝗴𝗲𝗻, 𝗺𝘂𝘀𝘀𝘁 𝗱𝘂 𝗱𝗿𝗲𝗶 𝗗𝗶𝗻𝗴𝗲 𝘇𝗲𝗶𝗴𝗲𝗻: 𝗞𝗮𝗺𝗽𝗳𝗴𝗲𝘀𝗰𝗵𝗶𝗰𝗸 𝘂𝗻𝗱 𝗣𝗳𝗲𝗿𝗱𝗲𝗺𝘂𝘁, 𝗱𝗮𝘇𝘂 𝗲𝗶𝗻 𝗪𝗲𝘀𝗲𝗻, 𝗱𝗮𝘀 𝘃𝗲𝗿𝘇𝗮𝘂𝗯𝗲𝗿𝗻 𝘁𝘂𝘁. 𝗥𝗮𝘂𝗳 𝗱𝗲𝗻 𝗕𝗲𝗿𝗴, 𝗮𝗯 𝗶𝗻 𝗱𝗶𝗲 𝗛𝗼𝗲𝗵𝗹’, 𝗯𝗿𝗮𝘂𝗰𝗵𝘀𝘁 𝗱𝗲𝗻 𝗗𝗿𝗮𝗰𝗵𝗲𝗻, 𝘇𝘂 𝗼𝗲𝗳𝗳𝗻𝗲𝗻 𝗱𝗮𝘀 𝗧𝗼𝗿 𝗶𝗻 𝗱𝗶𝗲 𝗮𝗻𝗱𝗲𝗿𝗲 𝗪𝗲𝗹𝘁.“

Vier Auserwählte, die von der Majestät persönlich auf eine Mission unter strengster Geheimhaltung in die Berge geschickt werden, um ein sagenumwobenes Portal – die einzige Rettung des Volkes von Aldaketa – ausfindig zu machen. Denn das Ende der Welt – das Ende dieser Welt – ist nah, die Zeichen der Natur eindeutig. …

Aprils Stil ist detailreich, gefühlvoll und trotz der komplex anmutenden Gegebenheiten, der sich im Verlauf aufdröselnden Verstrickungen und sich manifestierenden Hintergründe leicht, verständlich zu lesen. Durch die Individualität und nicht zu Gänze deutbaren Intentionen der Hauptfiguren hielten diese eine offensichtliche Unnahbarkeit aufrecht, während die LeserInnen den privaten Gedanken, Moralvorstellungen, Hoffnungen und Gefühlen nachspüren können; Einblicke in ihr Leben erhaschen. Verletzlichkeit, Intimität und Träume werden auf nachvollziehbare, einfühlsame Art dargelegt – Wynter macht deutlich, dass es sich lohnt, hinter Fassaden und Vorurteile zu blicken.

Erschwerte, unberechenbare Bedingungen schreien nach Vorsicht, erzwungene Stopps lassen die kleine Gruppe näher zusammenrücken, einander wahrhaftig kennenlernen. Doch führt diese abenteuerliche Reise durch Schnee und Lawinengebiete auch dazu, dass Zweifel entstehen – an dem Plan, das Volk von einer ausgebeuteten, kraftlosen Welt in eine andere zu schicken, an Königin Estrella selbst und ihren Zielen. Dass Aylia, Rylo, Taran und Langara nicht nur einem mächtigen Portal, einem Ausweg, sondern auch Ungereimtheiten – sowohl geschichtlichen wie magischen Ursprungs – samt Zusammenhängen mit Aldaketas Elend auf die Spur kommen; ebenso gewichtige Fragen stellen, wie deren Antworten unglaublich sind, damit rechnete wohl niemand...

Obgleich „Der Spiegel des Drachen“ reich an emotionalen, intensiven Momenten, schockierenden Wahrheiten und Humor ist; an schlagfertigen Dialogen, action- und temporeichen Ereignissen und rührenden Taten, die nur wahre HeldInnen vollbringen mögen, sind Romantik und Rosawolken nicht in der typischen Form zu finden. Fantastische Geschöpfe, ein malerischer Ton und Magie fügen sich in diese eindrucksvoll erbaute Welt, in der die Komplexität von einer wechselhaften Atmosphäre umspielt wird. Ein mächtiger Sidekick brachte mein Herz zum Flattern, während es durch zahlreiche Opfer, pure Selbstlosigkeit blutete. Etliche Twists, spannende Wendungen und Gefahren fesseln an das Geschehen.
Die Autorin greift zusätzlich das gesellschaftliche, für jeden relevante Thema des Klimawandels auf: Naturkatastrophen, Artensterben und Hungersnöte halten Aldaketa in Atem. Begünstigt durch die gedankenlose Ausbeutung von endlichen Ressourcen und der Tierwelt – zum eigenen Vergnügen. Durch Konsum und Überproduktion. Erdbeben, Fluten, Temperaturumschwünge und Lawinen sind nur ein Teil dessen, vor dem sich die Bevölkerung hier täglich in Acht nehmen muss. Hinzu kommt das blinde Vertrauen: in Magie und eine Königin, die scheinbar mit Leichtigkeit die Schäden flickt. Doch alles hat seinen Preis, wie alles einen Ursprung hat.
♡Auch wir sollten uns nicht abhängig von Technologie und Politik machen, selbst hinterfragen, entscheiden, handeln. Uns bewusst werden, dass die uns zur Verfügung stehenden Ressourcen nicht unendlich sind. Für uns und alle, die noch kommen. JedeR kann etwas dazu beitragen.

„Der Spiegel des Drachen“ ist ein High-Fantasy-Roman, der Spaß macht, durchweg interessant verläuft, für Überraschungen sorgt und hervorragend geschrieben und ausgearbeitet wurde – und dabei auf verschiedenen Ebenen bewegt und langfristig nachhallt.

„𝗦𝗲𝗶𝗻𝗲𝗻 𝗞𝗼𝗲𝗿𝗽𝗲𝗿 𝘇𝘂 𝘃𝗲𝗿𝗸𝗮𝘂𝗳𝗲𝗻, 𝘀𝗼𝗹𝗹𝘁𝗲 𝗶𝗺𝗺𝗲𝗿 𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗳𝗿𝗲𝗶𝗲 𝗘𝗻𝘁𝘀𝗰𝗵𝗲𝗶𝗱𝘂𝗻𝗴 𝘀𝗲𝗶𝗻. 𝗡𝗶𝗲𝗺𝗮𝗻𝗱 𝗮𝘂ß𝗲𝗿 𝗶𝗵𝗿 𝘀𝗲𝗹𝗯𝘀𝘁 𝗵𝗮𝘁𝘁𝗲 𝗱𝗮𝘀 𝗥𝗲𝗰𝗵𝘁, 𝗺𝗶𝘁 𝗶𝗵𝗺 𝗚𝗲𝗹𝗱 𝘇𝘂 𝗺𝗮𝗰𝗵𝗲𝗻.“

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Veröffentlicht am 02.09.2024

Auch in Staffel drei geht's spannend weiter.

Flüsterwald - Die magische Akademie. Gefährliches Zauberchaos (Flüsterwald, Bd. III-1)
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Wer denkt, dass Andreas Suchanek langsam die Ideen ausgehen, der irrt. Denn obgleich magische Akademien nicht neu sind, schafft es der Autor, diese Schule mit allerhand fantasievollen Details auszuschmücken, ...



Wer denkt, dass Andreas Suchanek langsam die Ideen ausgehen, der irrt. Denn obgleich magische Akademien nicht neu sind, schafft es der Autor, diese Schule mit allerhand fantasievollen Details auszuschmücken, eine kreative Storyline zu generieren und die bereits bekannten Charaktere samt neuen Figuren zum Leben zu erwecken.
Ebenfalls unverändert sind die liebevoll gestalteten Illustrationen von Timo Grubing, die die Geschichte begleiten.

Endlich können Lukas und Ella an der Akademie des Flüsterwalds das Zaubern lernen. Doch leider wird die Euphorie der Kinder schnell getrübt, denn merkwürdige Dinge verursachen das reinste Chaos, und es scheint, als hätten die SchülerInnen ihre Kräfte nicht mehr unter Kontrolle. Unsere HeldInnen versuchen, der Ursache auf die Schliche zu kommen, und decken dabei dunkle Machenschaften auf ...

Haben wir gehofft, dass Ella, Lukas und Co. endlich ein bisschen Ruhe gegönnt wird, wussten wir doch, dass Andreas ihnen diese nicht schenken wird.
Durch einen leichten, altersgerechten Stil und kurze, knackige Kapitel wurden Zusammenhänge und Gegebenheiten verständlich dargelegt. Einzelne Räumlichkeiten der Akademie sowie das gesamte Setting waren bildreich ausgeschmückt, während die Atmosphäre vor Aufregung, Begeisterung und letztlich auch vor Geheimnissen und Bedrohungen pulsierte.
LeserInnen werden dank Humor und Mysterien gekonnt mitten hinein in das zauberhafte Durcheinander gezogen und dazu animiert, mit zu rätseln.
Dass der Auftakt der dritten Staffel nicht nur mit einer Überraschung endet, sondern auch Fragen in der Luft schweben, steigert die Vorfreude auf die Fortsetzung.

Andreas Suchanek und Timo Grubing haben es wieder geschafft und mit diesem Buch ein magisch-chaotisches Abenteuer erschaffen, das Spaß macht.

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Veröffentlicht am 30.08.2024

Originelle Aufmachung samt interessanten, spaßigen Inhalt.

Akademie Splitterstern 1: Akademie Splitterstern
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„Akademie Splitterstern“ ist definitiv eine spaßige Überraschung – nicht nur durch die äußere und innere originelle, aufwendige Aufmachung, sondern auch durch den Aufbau, der an eine Art „Game“ erinnert. ...

„Akademie Splitterstern“ ist definitiv eine spaßige Überraschung – nicht nur durch die äußere und innere originelle, aufwendige Aufmachung, sondern auch durch den Aufbau, der an eine Art „Game“ erinnert.
Wie in der Buchbeschreibung erwähnt warten Kapitelzierden, Illustrationen, Steckbriefe der Hauptakteure – der AdeptInnen. Auch deren sich entwickelnde „Level“ sind gestalterisch festgehalten, und ja, ich kann mir vorstellen, dass Falk Holzapfels innotative Art, eine Geschichte zu erzählen und aufzubereiten, bei Kindern, die mit dem Lesen/der Konzentration Probleme oder schlicht kein Interesse an Büchern haben, Interesse weckt.

Ein Zauberlehrling, eine Barbarin, eine Schurkin und ein Wächter werden von dem um Worte verlegenen Direktor in das „Verließ für Versager“ geführt. Und wie sollte es anders sein: Wenn die wohl ungeschicktesten, am wenig begabtesten SchülerInnen einer ehrenwerten Akademie gemeinsam in einem unspektakulären Raum „unterrichtet“ werden sollen, geschieht ein quakendes Missgeschick. Um ihren Fauxpas zu korrigieren, müssen diese vier die Splitterlande verlassen und im Knochenmoor ein Artefakt ausfindig machen …

Dieses erste Abenteuer war genau das: ein Abenteuer. Es war einfallsreich und unterhaltsam, Ribisel, Erika, Garek und Fenja kennenzulernen und zu begleiten; ihre gemeinsamen Fortschritte und ihre individuelle Entwicklung zu verfolgen. Die Storyline war wunderbar abwechslungsreich: Wir überwinden mit den Kids allerhand Hürden – auch eigene –, lernen so einiges – auch über Freundschaft –, und begegnen (wenig) wohlgesonnen magischen Wesen.

„Akademie Splitterstern: Wo sind die Helden?“ ist eine spaßige und, gemessen an der Zielgruppe, wirklich spannende, herzige Geschichte, in der HeldInnen geboren werden und sich Freundschaften bilden.
Abgesehen der tollen Haptik, der schönen Karte von den Splitterlanden und einem altersgerechten, sehr witzigem Ton – die Fantasy-Story ist übrigens ab 10 Jahren empfohlen, ich denke jedoch, dass bereits Erst- und ZweitklässlerInnen hier Vergnügen finden werden – möchte ich noch erwähnen, dass sich am Beginn des Buches der Aufbau der Splitterstern-Akademie sowie eine Figurenvorstellung befinden und am Ende Richtlinien bzgl. des Level-Aufstiegs und ein kleiner Überblick über legendäre PatronInnen zu finden sind.

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