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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.12.2017

Zum Träumen, aber auch zum Nachdenken

So klingt dein Herz
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Ich gebe zu, ich bin mit etwas Skepsis an das neue Buch von Cecilia Ahern herangegangen. Am Anfang war ich ein Fan von ihren Geschichten, dann konnten mich ihre Romane irgendwie nicht mehr begeistern. ...

Ich gebe zu, ich bin mit etwas Skepsis an das neue Buch von Cecilia Ahern herangegangen. Am Anfang war ich ein Fan von ihren Geschichten, dann konnten mich ihre Romane irgendwie nicht mehr begeistern. Ich hatte das Gefühl, die Luft ist raus und so griff ich eher halbherzig zu „So klingt dein Herz“. Aber diesmal war es anders.

Von Anfang an hat mich die Geschichte von Laura und Solomon gefesselt. Lauras Verletzlichkeit, ihre Andersartigkeit kommt gefühlvoll und authentisch rüber in diesem Buch und ich war begeistert von der Idee, die Cecilia Ahern hier verarbeitet: Ein Mensch, der – wie der berühmte Lyrebird aus Australien – die Fähigkeit hat, jegliches gehörte Geräusch zu imitieren.
Dazu kommt, dass Laura von ihrer Mutter vor der Welt versteckt wurde und nach ihrem Tod 10 Jahre lang allein in einem Cottage im Wald gewohnt hat. Kein Wunder, dass die junge Frau Anpassungsschwierigkeiten in unserer (angeblich) kultivierten Welt hat.

Als eine Filmcrew Laura zufällig entdeckt, erkennt die Regisseurin Bo das (Vermarktungs-)Potential, das in dieser jungen Frau steckt. Sie überredet sie, an einer Talentshow im Fernsehen teilzunehmen und Lauras Leben nimmt dadurch eine dramatische Wendung.
Das Buch zeigt am Beispiel der schüchternen Laura, welchen Einfluss die Medien auf Menschen haben können. Dass heutzutage innerhalb von Tagen Stars gemacht werden, aber auch, dass eine solch überschwängliche Stimmung allzu schnell kippen kann und Menschen ins Bodenlose gerissen werden. Es ist ein Weckruf, nicht in Medienhysterie einzustimmen, sondern vielleicht erst einmal nachzudenken, bevor man einen Kommentar im Internet postet. Mich hat das Buch auf jeden Fall nachdenklich gemacht. Ich hab mit Laura mitgelitten und war erschrocken, welche Konsequenzen aus vermeintlichen Kleinigkeiten entstehen können. Aus meiner Sicht wäre es gut, dieses Buch Teenagern zum Lesen zu geben, damit sie einen Denkanstoß zum Thema Internet und TV bekommen.

Zwei weitere Dinge kamen bei mir ebenfalls positiv an: einerseits wird die Frage angerissen, wieviel Technik und Fortschritt wir in unserem Leben brauchen und ob nicht ein Leben mehr im Einklang mit der Natur angestrebt werden sollte. Zum anderen fand ich es gut, dass die Figuren (besonders Bo) sich im Laufe des Buches entwickelt haben. Bo ist karriereorientiert und sie bleibt es auch. Aber sie wird feinfühliger und versucht, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Gutes zu tun. Diese Entwicklung kommt allmählich zum Vorschein und das hat mir gefallen.

Ich habe das Buch genossen und es hallt bei mir auch nach. Wenn ein Buch das schafft, ist es mir auf jeden Fall 5 Sterne wert.

Veröffentlicht am 07.11.2017

Steht Teil 1 in nichts nach!

Die Jahre der Schwalben
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Schon lange habe ich mich auf den zweiten Teil der Gutshof-Saga gefreut. Gleichzeitig hatte ich ein paar Bedenken, denn oftmals empfindet man eine Fortsetzung als nicht so gelungen wie das erste Werk. ...

Schon lange habe ich mich auf den zweiten Teil der Gutshof-Saga gefreut. Gleichzeitig hatte ich ein paar Bedenken, denn oftmals empfindet man eine Fortsetzung als nicht so gelungen wie das erste Werk. Diese Bedenken waren völlig unbegründet, denn schon nach wenigen Zeiten hat mich dieses Buch ebenso gefesselt wie der Vorgänger.

Und auch hier muss ich wieder sagen: es ist die Atmosphäre des Buches, die mich so für die Geschichte eingenommen hat. Frau Renk versteht es einfach, Bilder im Kopf zu erzeugen. Manchmal sind diese Bilder idyllisch (die Beschreibungen vom Gut Sobotka und der Landschaft), manchmal fast mystisch (Frederike im Wolfsgehege) und manchmal auch bedrohlich (Frederikes Bedenken nach Hitlers Machtergreifung).

Ich konnte Freddys Gedanken, Gefühle, Sehnsüchte und Zwänge gut nachvollziehen. Sie wächst im Laufe des Buches an ihren Aufgaben und der Leser bemerkt, wie sie sich von einer jungen Ehefrau zu einer angesehenen Gutsherrin entwickelt, der das Wohl ihrer „Leute“ (so werden die Bediensteten im Buch genannt) am Herzen liegt.

Die Bediensteten dürfen im Buch ihren Dialekt pflegen, der mitunter putzig zu lesen ist, aber auch irgendwie herzlich und rechtschaffen. Geradeheraus, würde man vielleicht am ehesten sagen. Mir hatten es besonders die Köchinnen Schneider (auf Gut Fennhusen) und Lore (auf Sobotka/Mansfeld) angetan. Ihre burschikose und gleichzeitig aufrichtige Art tat dem Buch gut und man lernte dadurch die Geschichte nicht nur einseitig aus der Richtung des Landadels kennen, sondern auch aus der Sicht der „kleinen Leute“.

Ich kann an dem Buch – wie schon beim Vorgänger – kaum was Negatives finden, es war für mich einfach eine tolle Lektüre. Und so warte ich nun sehnsüchtig auf den dritten Band „Die Zeit der Kraniche“, der ja schon für Mitte 2018 angekündigt ist.

Veröffentlicht am 14.10.2017

Ein bezaubernder Roman für alle Jahreszeiten (trotz des Covers)

Ein Stück vom Winterglück
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Wenn man sich nicht dran stört, dass das Buch trotz seines Titels kein Winterbuch ist, kann man damit wunderschöne, entspannte Lesestunden genießen.

Wie immer hat Abby Clements eine sehr sympathische ...

Wenn man sich nicht dran stört, dass das Buch trotz seines Titels kein Winterbuch ist, kann man damit wunderschöne, entspannte Lesestunden genießen.

Wie immer hat Abby Clements eine sehr sympathische Hauptfigur geschaffen, mit der man gern durch dick und dünn geht. Oder, wie in diesem Fall, durch ein turbulentes Jahr voller Veränderungen. Hazel heißt die Protagonistin dieses Buches und sie muss sich, als ihre Zwillingsschwester aus der gemeinsamen gemütlichen Wohnung in London auszieht, plötzlich allein durchs Leben schlagen. Oder alternativ nach einer neuen Mitbewohnerin suchen. Schon das ist für Hazel, die bisher alle Lebenslagen mit ihrer Schwester durchlebt hat, eine grauenhafte Vorstellung. Als ihr dann auch noch die versprochene Beförderung durch die Lappen geht, beschließt sie alles auf eine Karte zu setzen und zu kündigen.

Wie sich Hazel ihren Weg in die Zukunft bahnt, ist reizend erzählt und lässt den Leser mit einem wohligen Gefühl zurück. Die kleinen Irrungen und Wirrungen der Herzen kommen natürlich auch nicht zu kurz – wie es sich für einen solchen Wohlfühlroman gehört. Das rundet die Geschichte ab, war aber gar nicht unbedingt das Hauptthema des Buches. Das war auch mal schön, denn oft geht es ja mehrere hundert Seiten lang nur darum, wie zwei Menschen zueinander finden. Hier bildeten die verschiedenen Themen gemeinsam eine Einheit und im Vordergrund stand immer Hazels Weg…ob nun mit oder ohne Mann an ihrer Seite. Auch das, nämlich dass sie ihr Leben unabhängig von der großen Liebe mit Zufriedenheit und Stolz leben wollte, hat mich für Hazel eingenommen.

Nun noch zum kleinen Kritikpunkt, der aber nicht der Autorin anzulasten ist: Der Titel und das Cover ordnen den Roman sofort in die Ecke der Weihnachtsbücher ein. Ich fürchte, kaum jemand wird (ohne nähere Informationen dazu zu haben) außerhalb der „gemütlichen Saison“ zu diesem Buch greifen. Dabei handelt es sich eigentlich nicht um ein Winterbuch. Die Geschichte startet im Frühjahr und zieht sich durch das gesamte Jahr. Lediglich das Finale spielt dann in der Weihnachtszeit. Ich persönlich finde es etwas schade, dass das Buch durch die Vermarktungsstrategie den „Weihnachtsstempel“ aufgedrückt bekommt, denn es ist einfach nur ein bezaubernder Roman – und passend für jede Jahreszeit. Also kann ich nur appellieren: wann immer Sie diese Rezension lesen, es ist Zeit für dieses Buch. Und zwar genau jetzt.

Veröffentlicht am 07.10.2017

Auf Entdeckertour mit BaedekerSmart Südtirol

Baedeker SMART Reiseführer Südtirol
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Das große Plus: Handlichkeit & Verarbeitung

Das große Minus: nicht gefunden…

Ende September 2017 entdeckten wir mit Hilfe des BaedekerSmart die Region um Bruneck im Pustertal, d.h. das östliche Südtirol. ...

Das große Plus: Handlichkeit & Verarbeitung

Das große Minus: nicht gefunden…

Ende September 2017 entdeckten wir mit Hilfe des BaedekerSmart die Region um Bruneck im Pustertal, d.h. das östliche Südtirol. Wie alle Reiseführer von Südtirol enthält auch dieser neben Pustertal, Dolomiten und Eisacktal im Osten natürlich auch den westlichen Teil, also auch Vinschgau sowie die Umgebung von Meran und die Gegend südlich von Bozen. Eins kann ich schon mal sagen: in einer Woche Urlaub kann man nur einen Bruchteil der Gegend erleben und so wird das Buch definitiv noch einmal zum Einsatz kommen, wenn wir das nächste Mal im westlichen Teil unterwegs sind

Jetzt zum Reiseführer an sich: ich war besonders begeistert von seiner flexiblen Spiralbindung. So bleibt die gewünschte Seite immer offen und es entstehen keine Knicke usw. Auch das Papier ist glatt und hochwertig, es scheint ziemlich reißfest zu sein. Dank der Spiralbindung sieht das Buch auch nach einer Woche täglichem Gebrauch noch aus wie neu.

Das Buch ist nach Regionen unterteilt und bietet für jede Region Überblickswissen, Ausflugsziele und Übernachtungs- sowie Restaurantempfehlungen. Adressen, Öffnungszeiten und Webseiten sind übersichtlich dargestellt. Besondere Tipps sind jeweils unten in einem Kästchen angegeben. Auch Routenvorschläge für Tagestouren fehlen nicht. Ergänzt wird das Ganze von praktischen Tipps (Notfallnummern, beste Reisezeit,Veranstaltungskalender, etc.), einem Reiseatlas auf den letzten Seiten sowie einer herausnehmbaren Karte der Region. Trotz Navi hätte ich darauf nicht verzichten wollen.

Einziges kleines Manko: für tiefergehende Informationen zu einzelnen Reisezielen habe ich dann doch öfters mal das Internet bzw. den zweiten mitgenommenen Reiseführer bemühen müssen. Wenn man aber kurz und prägnant die wichtigsten Sachen im Überblick haben möchte, ist der BaedekerSmart aus meiner Sicht unschlagbar. Beim nächsten Reiseziel ist daher mit Sicherheit auch wieder ein Smart-Reiseführer an Bord.

Veröffentlicht am 20.08.2017

Berauschend, spannend, ergreifend – und so viel mehr als ein Reisebericht!

Frühstück mit Elefanten
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Ich kann meine Begeisterung für dieses Buch nur schwer in Worte fassen… mir geht irgendwie zuviel durch den Kopf, während ich noch überlege, was in der Rezension erwähnenswert ist und was man weglassen ...

Ich kann meine Begeisterung für dieses Buch nur schwer in Worte fassen… mir geht irgendwie zuviel durch den Kopf, während ich noch überlege, was in der Rezension erwähnenswert ist und was man weglassen könnte. Nun ja, weglassen kann ich eigentlich nicht viel…

Zunächst mal: Gesa schreibt so mitreißend von ihrem ersten Afrika-Jahr, dass man als Leser das Gefühl hat, mittendrin zu sein. Das Knacken trockener Äste zu hören, die nächtlichen Geräusche des Buschs – oder auch mal Elefantenkacke zu riechen. Es war wirklich ein „Mittendrin, statt nur dabei“-Gefühl und das ließ mich das Buch kaum aus der Hand legen. Ich war mit allen Sinnen auf Safari und dass dieses Buch das geschafft hat, finde ich toll.

Dazu kommt, dass Gesa sehr offen und authentisch von ihrer Suche nach dem für sie passenden Leben erzählt. Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass die junge Generation von heute vor lauter Möglichkeiten erstmal wie paralysiert dasteht und irgendwie so gar keine Ahnung hat, was das Richtige wäre. Gesa geht es genau so. Sie hat Angst, Fehler zu machen, aber auch Angst, das Leben zu verpassen, für das sie gemacht ist. Ein paar Fehlversuche hat sie schon hinter sich. Deshalb geht sie voller Angst und Zweifel nach Afrika. Mit dem Gefühl, das könnte was werden und mit der Angst, dass sich diese Hoffnung wieder nicht erfüllt und sie dann dasteht – mit 30, ohne wirkliche Ausbildung und ohne eine Idee, wie es weitergeht…

Gesa geht einen Schritt ins Ungewisse und wird belohnt – mit Abenteuern, neuen Freunden, atemberaubenden Erlebnissen ganz nah an der Natur und sogar einer neuen zweiten Heimat. Das zu lesen, ist fesselnd und spannend, manchmal berauschend und ab und zu auch ergreifend. Gesa trifft meiner Meinung nach in diesem Buch genau den richtigen Ton und es wäre absolut entwürdigend, dieses Buch einfach nur als Reisebericht abzustempeln. Es ist viel mehr und könnte für einige junge „Suchende“ auch der Antrieb sein, sich ans Unbekannte zu wagen.

Gesas Bericht macht Mut, das zu tun, was einem sein Bauchgefühl sagt – und nicht die Ausbildung mit der besten Vergütung oder das Studium mit den besten Karriereaussichten. Das finde ich bemerkenswert und ich kann diesem wunderbaren Erlebnisbericht keinesfalls weniger als 5 Sterne geben!