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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.08.2024

Ein spannender Kurzkrimi für zwischendurch

Ene mene muh, und tot bist du
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„Ene mene muh, und tot bist du“ ist ein Kurzkrimi von Mel Wallis de Vries (Lesezeit: ca. 45 bis 60 Minuten). Der Krimi setzt sich aus zwei, sich abwechselnden Handlungssträngen zu-sammen, die jeweils aus ...

„Ene mene muh, und tot bist du“ ist ein Kurzkrimi von Mel Wallis de Vries (Lesezeit: ca. 45 bis 60 Minuten). Der Krimi setzt sich aus zwei, sich abwechselnden Handlungssträngen zu-sammen, die jeweils aus einer Ich-Perspektive erzählt werden. Im ersten Handlungsstrang be-gleiten die Lesenden einen jungen Polizisten, der zu einem Tatort gerufen wird. Der zweite Handlungsstrang wird aus der Perspektive von Tyra, einer Jugendlichen, erzählt, die sich plötzlich in einem kühlen Raum wiederfindet. Mehr möchte ich wegen der Kürze des Krimis zur Handlung auch gar nicht vorwegnehmen. Nur eins noch: Der Krimi endet mit einem tollen Twist. Der Schreibstil von de Vries ist gewohnt flüssig zu lesen und anschaulich. Insgesamt ist „Ene meine muh, und tot bist du“ ein fesselnder Krimi für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 20.08.2024

Ein fesselnder Island-Thriller

Wintersturm
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Inhalt: Ostern steht an. Ari Arason, Polizeiinspektor in Siglufjörður, freut sich, das verlängerte Wochenende gemeinsam mit seinem Sohn, den er viel zu selten sieht, zu verbringen. Doch Gründonnerstag ...

Inhalt: Ostern steht an. Ari Arason, Polizeiinspektor in Siglufjörður, freut sich, das verlängerte Wochenende gemeinsam mit seinem Sohn, den er viel zu selten sieht, zu verbringen. Doch Gründonnerstag erfolgt ein Notruf: Eine junge Frau ist von einem Dach gestürzt und verstor-ben; scheinbar ein tragischer Unfall, doch Ari ist sich dessen nicht so sicher, sodass er in eine Zwickmühle gerät: Soll er seinem Gefühl folgen und weiterermitteln oder den Fall als Unfall abstempeln und Zeit mit seinem Sohn verbringen?

Persönliche Meinung: „Wintersturm“ ist ein Thriller von Ragnar Jónasson. Es ist der 6. Band der Dark-Iceland-Reihe, die sich um den isländischen Polizeiinspektor Ari Arason dreht. Der Fall, der im 6. Band thematisiert wird, ist in sich abgeschlossen, sodass der Thriller auch ohne Kenntnis der Vorgänger gelesen werden kann. Da allerdings auch das Privatleben Aris eine große Rolle innerhalb des Thrillers spielt, ist ein chronologisches Lesen sinnvoll (Aris Privatle-ben verändert sich von Band zu Band, sodass man die Entwicklungen in Band 6 besser ein-ordnen kann, kennt man die Vorgänger). Erzählt wird „Winterstum“ aus der personalen Per-spektive von Ari. Spannung entsteht innerhalb der Handlung insbesondere durch die Frage, ob es sich bei dem Tod um einen Unfall, einen Selbstmord oder eine vorsätzliche Tat handelt. Denn: Für alle drei Varianten gibt es schlüssige Ansatzpunkte; die Indizien sind allerdings ambivalent. Die Auflösung des Falls ist dementsprechend überraschend, wobei erst aus der Retrospektive offenbar wird, wie komplex der Fall eigentlich ist. Thrill-Momente entstehen dabei insbesondere durch einzelne suspekte Figuren, die Bedrohung durch Schneefälle sowie den nüchternen, fast lakonischen Schreibstil von Ragnar Jónasson. Insgesamt ist „Winter-sturm“ ein fesselnder Thriller mit überraschendem Ende. Kurz: Auch im 6. Band um Ari A-rason kommt keine Langeweile auf.

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Veröffentlicht am 16.08.2024

Ein filmreifer Thriller!

Finster
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Katzenbrunn, ein kleines Dorf irgendwo im Odenwald, im Mai 1986. Nikolaus, ein 13-jähriger Junge, verschwindet spurlos vom Jahrmarkt. Ein Umstand, der im Dorf häufiger vorkommt: In unregelmäßigen Abständen ...

Katzenbrunn, ein kleines Dorf irgendwo im Odenwald, im Mai 1986. Nikolaus, ein 13-jähriger Junge, verschwindet spurlos vom Jahrmarkt. Ein Umstand, der im Dorf häufiger vorkommt: In unregelmäßigen Abständen schlägt der „Greifer“, wie der Entführer genannt wird, zu und nimmt Jungen mit sich. Die Polizei tappt im Dunkeln, sodass Hans J. Stahl, Kriminalkommissar a.D., seine früheren Ermittlungen aufnimmt und nach Katzenbrunn zurückkehrt. Doch während Stahl das Rätsel um Nikolaus‘ Verschwinden zu lösen sucht, schlägt der „Greifer“ wieder zu…

Persönliche Meinung: „Finster“ ist ein Thriller von Ivar Leon Menger. Erzählt wird der Thriller aus zwölf unterschiedlichen Erzählperspektiven (hauptsächlich personal, z. T. auch aus der Ich-Perspektive). Aber keine Sorge: Die Perspektivwechsel werden deutlich markiert; jede Figur hat ihren eigenen Ton, sodass man während der Lektüre nicht durcheinanderkommt. In den verschiedenen Perspektiven wird gewissermaßen der gesamte kleinstädtische Mikrokosmos abgebildet: So kommen – neben Stahl – auch die Wirtin des lokalen Gasthofes, ein kürzlich Zugezogener, ein Arzt sowie der Pfarrer Katzenbrunns zu Wort (um nur ein paar Perspektiven zu nennen). Dabei wird schnell klar: Fast jede Figur besitzt ein Geheimnis, ist irgendwie suspekt, sodass eine hohe Spannungskurve entsteht und man permanent miträtselt, wer denn jetzt der „Greifer“ sein könnte. Falsche Fährten werden dabei geschickt gelegt, was die Spannung weiter erhöht. Daneben ist die Handlung – eiskalt – wendungsreich. Ohne hierzu zu viel verraten zu wollen: Wirklich ganz großes Kino! (Diejenigen, die den Thriller bereits gelesen haben, wissen genau, was ich meine; alle anderen: greift (no pun intended) zum Buch, ums zu erfahren 🙃). Zusätzlich ist „Finster“ sehr atmosphärisch: Katzenbrunn mit seinem verbarrikadierten Fotogeschäft, dem eigenartigen Brunnen, seinen Wäldern und absonderlichen Bewohnern wirkt permanent bedrohlich und bizarr. Der Schreibstil von Ivar Leon Menger ist anschaulich und sehr flüssig zu lesen; passagenweise auch beklemmend, was die Atmosphäre des Thrillers dichter macht. Kurz: „Finster“ ein wendungsreicher, fesselnder sowie atmosphärischer Thriller, den man kaum beiseitelegen kann.

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Veröffentlicht am 15.08.2024

Ein fesselnder Krimi mit hoher Spannungskurve

Schrei am Main
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Inhalt: Seit Jahren war Robert nicht mehr in seinem Heimatdorf nahe Würzburg. Der ungeklärte Mord an seiner Schwester Marlene, der mittlerweile 20 Jahre her ist, saß zu tief. Doch nun ist seine Mutter ...

Inhalt: Seit Jahren war Robert nicht mehr in seinem Heimatdorf nahe Würzburg. Der ungeklärte Mord an seiner Schwester Marlene, der mittlerweile 20 Jahre her ist, saß zu tief. Doch nun ist seine Mutter schwer erkrankt, sodass er sie besuchen möchte. Im Dorf hat sich kaum etwas verändert: Robert trifft auf damalige Freunde seiner Schwester sowie auf ehemals im Mordfall Verdächtigte. Als seine Mutter ihm offenbart, dass sie nicht sterben möchte, ohne zu wissen, wer ihre Tochter ermordet hat, wendet sich Robert an die Privatdetektivin Valentina Wallrapp. Gemeinsam versuchen die beiden, den Cold Case zu klären…

Persönliche Meinung: „Schrei am Main“ ist ein Regiokrimi von Kirsten Nähle, der in und um Würzburg spielt. Erzählt wird die Handlung auf zwei, sich in einem stimmigen Tempo abwechselnden Zeitebenen aus drei Ich-Perspektiven. Während man in der Gegenwart (hier: im Jahr 2019) Robert und Valentina bei ihren Ermittlungen begleitet, erfährt man in einem zweiten, im Jahr 1999 spielenden Handlungsstrang aus der Perspektive von Marlene, was an ihrem Todestag geschah. Der Krimi startet schön undurchsichtig und spannend: Ein anonymer Brief wirft ein neues Licht auf den Mord, eine Person legt am Todestag Marlenes eine Rose auf deren Grab, einzelne Menschen im Dorf scheinen mehr zu wissen, als sie zugeben möchten, und auch Robert trägt ein Geheimnis mit sich. Zum weiteren Verlauf des Krimis möchte ich darüber hinaus gar nicht zu viel verraten. Nur: Die Spannungskurve ist sehr hoch, die Lektüre fesselnd, man wird zum Miträtseln eingeladen und es finden sich Wendungen, mit denen man nicht unbedingt rechnet. Der Schreibstil von Kirsten Nähle ist anschaulich sowie flüssig und angenehm zu lesen. Insgesamt ist „Schrei am Main“ ein fesselnder Regiokrimi mit einer hohen Spannungskurve.

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Veröffentlicht am 12.08.2024

Ein fesselnder Regiokrimi

Der Teufel vom Brocken
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Inhalt: 1989. Die Berliner Mauer ist seit knapp einem Monat geöffnet, nicht aber der Brocken. Daher ziehen aus dem Harzer Umland verschiedene Studierendengruppen am 1. Advent gen Brocken, um diesen friedlich ...

Inhalt: 1989. Die Berliner Mauer ist seit knapp einem Monat geöffnet, nicht aber der Brocken. Daher ziehen aus dem Harzer Umland verschiedene Studierendengruppen am 1. Advent gen Brocken, um diesen friedlich zu befreien. Doch eine Gruppe aus Clausthal-Zellerfeld wird nach den Festivitäten vermisst. Zwar werden kurze Zeit später die Leichen der Studierenden entdeckt – allesamt verstümmelt und seltsam über eine große Fläche verteilt –, doch in den Wirren der Wendezeit verlaufen die Ermittlungen schleppend, Ost und West haben Verständigungsschwierigkeiten. Erst Monate später bilden drei Verbindungsbeamte des BKA und ein Kriminalist der DDR eine grenzübergreifende Untersuchungskommission, die versucht, das Schicksal der Studierenden zu klären…

Persönliche Meinung: „Der Teufel vom Brocken“ ist ein Regiokrimi von Eva-Maria Silber. Er spielt – wie der Titel schon ankündigt – im Harz: So sind das Brockenplateau und die Wälder rundherum ebenso wichtige Handlungsorte wie die Städte Clausthal-Zellerfeld, Braunlage, Schierke und Halberstadt. Die Handlungsorte – insbesondere der Brocken mit seinen Wäldern – werden anschaulich und atmosphärisch dicht beschrieben, sodass ein schönes Kopfkino entsteht (und man – sofern man die Orte schon mal besucht hat – einiges Bekanntes wiederfindet). Erzählt wird die Handlung aus mehreren Perspektiven, wobei allerdings – je weiter die Handlung voranschreitet – zwei Hauptperspektiven hervorstechen: Thomas Düvel, ein systemkritischer Kriminalist aus der DDR, und Cassandra von Lucadou, eine Verbindungsbeamtin des BKA, die sich wenig mit der DDR auskennt (sodass es mehrfach zu einer Art Kulturschock für sie kommt). Spannung zieht der Krimi insbesondere aus der rätselhaften Auffindesituation der Studierenden sowie deren schwer zu erklärenden Verletzungen. Daneben ergeben sich auch in dem Privatleben der beiden Ermittlerfiguren Spannungsmomente. Zu Beginn des Krimis gibt es zwar einzelne Wiederholungen (die neu zusammengesetzte Kommission wird über den Fall informiert, wobei Informationen benannt werden, die man als Lesender schon kennt), allerdings entwickelt sich danach eine sehr fesselnde Handlung. Neben dieser Krimihandlung finden sich zudem auch immer wieder Verweise auf die Zeitgeschichte um 1989. Differenzen zwischen Ost und West spielen dabei genauso eine Rolle wie die generelle Unsicherheit, wie die Zukunft der beiden deutschen Staaten aussehen soll. Der historische Hintergrund, der fundiert recherchiert worden ist, wird dabei anschaulich in die Handlung eingeflochten. Der Schreibstil von Eva-Maria Silber lässt sich angenehm und flüssig lesen. Insgesamt ist „Der Teufel vom Brocken“ ein spannender Regiokrimi, der mit einer dreidimensionalen Beschreibung der Handlungsorte und einer fundierten historischen Recherche auftrumpft.

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