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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.05.2025

Irgendwann kommt die Wahrheit immer ans Licht...

Seven Ways to Tell a Lie
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Erster Satz:
„Die Kamera fängt alles ein, selbst den Tod.“

Nachdem ein Video viral geht, bei dem sieben Jugendliche bei einem Busunglück sterben, verändert sich alles für Jonah. Denn er ist einer der ...

Erster Satz:
„Die Kamera fängt alles ein, selbst den Tod.“

Nachdem ein Video viral geht, bei dem sieben Jugendliche bei einem Busunglück sterben, verändert sich alles für Jonah. Denn er ist einer der toten Jugendlichen, sowie seine alten Freunde. Doch dieser Unfall hat nie stattgefunden. Ein Deepfake.
Wer hat dieses Video erstellt und zu welchem Zweck?
Hat es was mit Enya, einer verschwundenen Freundin von damals zu tun?

Dieses Buch greift die KI und Deepfake Thematik auf eine verstörende Weise auf. Es spielt mit realen Ängsten. Was würdest du tun, wenn ein Deepfake Video über dich existiert?

Das Buch wird aus Jonahs Perspektive erzählt und vermittelt dadurch einen guten Einblick in seine Ängste und Sorgen. Immer wieder werden Rückblenden eingestreut und es gibt weitere spannungsreiche Enthüllungen. Denn es tauchen weitere Videos auf und jedes von ihnen enthüllt ein wohlgehütetes Geheimnis.

Der Schreibstil ist flüssig und dicht atmosphärisch. Die Kleinstadt Wane wirkt sympathisch und verträumt. Wie ein Zuhause, welches sich zu einer beklemmenden Falle verdichtet. Ich mochte die vielen Details und wie die Charaktere beschrieben wurden. Besonders gefiel mir die Freundschaft zwischen Jonah und Tessa. Kein Klischee, sondern echt und authentisch.

Jonah ist der stille Junge, der nicht mehr mit seinen Freunden von damals spricht. Er ist immer versucht das Richtige zu tun, was ihn unglaublich liebenswürdig rüberbringt.

Der Thriller weiß gut mit Ängsten, Scham und Geheimnissen zu spielen. Geheimnisse die man lieber für sich behält. Doch ist eine perfekte Lüge gefährlicher? Das Buch entwickelt eine unheimliche Sogwirkung, gerade dadurch, dass man als Leser auch mit rätselt.

Warum nur vier Sterne?
Das Buch ist ein echter Pageturner. Aber die Spannung zwischen den Videos flacht teilweise ab und ist ein wenig in die Länge gezogen, zudem bleiben manche Nebenfiguren blass.

Insgesamt ein spannender Jugendthriller mit einem relevanten und aktuellen Thema. Denn niemand von uns ist wirklich sicher vor einem Deepfake.

Randnotiz: Besonders herzerwärmend und süß fand ich die Geste von Tessa, als sie Jonah die entstellte Eule mit nur noch einem Auge schenkt.

⭐️⭐️⭐️⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.04.2025

Das Geheimnis der Schlange

Knights & Heirs 1. Der Ruf der Schlange
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Erster Satz:
„Das sind die Opfergaben, die sie auf den Berg gebracht haben, sieben Jungen und Mädchen, und du bist eine von ihnen.“

Eine fesselnde Romantasy Geschichte im jugendlichen Stil über Geheimlogen ...

Erster Satz:
„Das sind die Opfergaben, die sie auf den Berg gebracht haben, sieben Jungen und Mädchen, und du bist eine von ihnen.“

Eine fesselnde Romantasy Geschichte im jugendlichen Stil über Geheimlogen und Intrigen.

In dem Buch begegnen wir der siebzehnjährigen Mags welche mit ihren Eltern gezwungenermaßen in eine deutsche Kleinstadt umziehen muss. Weg aus Irland und ihrem gewohnten Leben, mit neuer Identität und keinen Kontakt mehr zu ihren früheren Freunden. Ihrer Familie verschweigt weswegen sie so überstürzt aus ihrem alten Leben fliehen mussten. Das sie der eigentliche Grund für die Flucht ist ahnt sie dabei nicht.
Ihr neues „langweiliges“ Leben in dem kleinen Dorf ändert sich, als der geheimnisvolle und charmante Austauschschüler Cyrus aus London an ihrer Schule auftaucht. Doch Cyrus ist kein gewöhnlicher Schüler, er ist ein Hunter und gehört einer alten Geheimloge an, welche es sich zum Ziel gemacht hat Mags zu finden.

Das Buch wird aus der Sicht von Mags und Cyrus erzählt und erlaubt somit einen tieferen Einblick in die jeweiligen Gefühlswelten. Mags fand ich als Charakter sehr authentisch. Sie hat Probleme mit ihrer Mutter und ihrem nervigen kleinen Bruder. Und ihre Entwicklung ist glaubhaft und nachvollziehbar. Sie beginnt Dinge zu hinterfragen und dementsprechend zu handeln. Was würde man wohl selber als Jugendliche tun, wenn man plötzlich ungeahnte Fähigkeiten entwickelt? (Bestimmt auch um sich damit einen Vorteil in gewissen „schulischen“ Situationen zu verschaffen^^).
Cyrus als Protagonisten fand ich auch ziemlich spannend. Zu Beginn ist er der etwas kühle und undurchschaubare Junge. Sein innerer Konflikt zwischen der Loyalität gegenüber seinem Vater sowie der Geheimloge und seiner Zuneigung zu Mags wurde gut dargestellt. Ich fand es auch gut, dass die Geschichte nicht den Hauptfokus auf der romantischen Beziehung hatte und sich das ganze eher langsam entwickelt hat.
Bei den Nebenfiguren hätte ich mir mehr Ausarbeitung gewünscht. Auch wenn ich Stella als nerdige Freundin schon klasse fand, blieb sie ziemlich oberflächig.

Der Schreibstil war locker und leicht und hat das Buch zu einer erfrischenden aber spannend Lektüre gemacht. Gerade dadurch, dass immer wieder kleine Geheimnisse als Häppchen eingestreut wurden. Insbesondere der temporeiche Plot machte das Buch zu einer guten Lektüre und einem spannungsgeladenen Romantasy Vergnügen mit dem Trope Slow Burn. Gelungen waren hier auch die Zitate aus dem Logen-Geheimbuch, welche jedem Kapitel von Cyrus vorausgingen. Auch die eingestreuten Rückblicke waren sehr gelungen und erzeugten zusätzliche Spannung. Das dörfliche Kleinstadtleben und dazu der Kontrast des düsteren Anwesens der Geheimloge waren gut umgesetzt und schafften eine abwechslungsreiche Atmosphäre.

Insgesamt ein spannendes Jungendbuch, welches zu unterhalten weiß. Randvoll mit Intrigen und Geheimnissen und einer leisen Liebesgeschichte ohne spice. Mir hat besonders die Leichtigkeit in dem Buch gefallen und Mags und Cyrus als Protas. Weshalb gebe ich nur 4 Sterne?
Teilweise waren manche Situationen vorhersehbar und die Nebencharaktere bekamen für meinen Geschmack zu wenig Raum. Dennoch ein gutes Buch und für Fantasy begeisterte Jugendbuchleser ab 14Jahren zu empfehlen.


⭐️⭐️⭐️⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.03.2025

Ein Herz das sieht

Anis
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„Manchmal sind ausgerechnet diejenigen, die uns am engsten verbunden sind, am unsichtbarsten.“
(Seite 57)

Eine ausgesprochen süße Geschichte, welche sehr warmherzig erzählt wurde.

In diesem Buch geht ...

„Manchmal sind ausgerechnet diejenigen, die uns am engsten verbunden sind, am unsichtbarsten.“
(Seite 57)

Eine ausgesprochen süße Geschichte, welche sehr warmherzig erzählt wurde.

In diesem Buch geht es um eine mutige Heldin, ein geheimnisvoller Wald voller Geisterwesen und ein Konflikt zwischen Mensch und Natur.

Anis Stern ist eine sehr bemerkenswerte Protagonistin, sie ist stark, mitfühlend und voller Entschlossenheit, das Erbe ihrer Mutter fortzuführen. Ihr Zuhause, das Flickenwerkhaus und der Weißwald sind wundervolle Orte voller Magie und alter Mythen. Durch den Punkt das ihr Heim und die Geisterwelt bedroht wird, schafft das Buch eine dringliche Spannung. Gemeinsam mit ihrem Geisterhund Wolf begibt sich Anis auf die Reise und knüpft dabei besondere Verbindungen.

Was mir gefiel war, dass die Welt sehr tief, detailliert und eindringlich beschrieben wird. Hier schlummern so viele Geheimnisse. Die Geschichte legt ihren Fokus nicht nur auf Abenteuer und Freundschaft, sondern auch der Verlust, die Verantwortung und die zarte Balance zwischen Fortschritt und Natur werden behandelt. Der Schreibstil lässt sich sehr flüssig lesen, enthält kindgerechte kurze Sätze und ist dabei bildhaft und einfühlsam. Doch auch kleine poetische Momente finden ihren Platz und machen das Buch auch für Erwachsene sehr lesenswert.

Der Roman hat eine wichtige Botschaft. Wir dürfen nicht wegsehen, weder vor unserer Umwelt noch vor dem was anderen am Herzen liegt. Dabei flüstert er uns zu, dass wir nicht alleine sind, solange wir mutig sind, für das einzustehen, was uns wichtig ist.

Besonders schön an dem Buch war die magische und sehr dicht beschriebene atmosphärische Welt. Hier steckte sehr viel Liebe im Detail. Außerdem bekommt der Leser eine starke, warmherzige und irgendwie sehr goldige Heldin.

Insgesamt hat das Buch etwas Märchenhaftes und Liebenswürdiges.

Für alle Leser, die an Magie glauben (oder es wieder tun wollen).




⭐️⭐️⭐️⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.08.2024

Der Rätseljäger auf der Suche nach der eigenen Wahrheit

Das größte Rätsel aller Zeiten
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„Letztlich bedauern wir nur die Chancen die wir nicht ergriffen haben.“ (Seite 64)

Clayton Stumpers Geschichte beginnt damit, als er als Findelkind auf den Stufen der Rätselmacher-Gemeinschaft verpackt ...

„Letztlich bedauern wir nur die Chancen die wir nicht ergriffen haben.“ (Seite 64)

Clayton Stumpers Geschichte beginnt damit, als er als Findelkind auf den Stufen der Rätselmacher-Gemeinschaft verpackt in einer Hutschachtel abgelegt wird. Dort entdeckt ihn Pippa Allsbrook, Gründerin der Rätselgemeinschaft. Clayton wächst unter besonderen Menschen und Rätseln auf, damit erlernt er das entschlüsseln von Botschaften und das Lösen von Puzzeln. Dennoch ein Rätsel bleibt, wer ist er eigentlich und wo kommt er her?

Als Pippa stirbt hinterlässt sie Clayton ein letztes Rätsel -sein eigenes.
Clayton verlässt sein behütetes Nest Creighton Hill und begibt sich in die reale Welt, wo er eher ein Sonderling ist, da er in einer alternden Gesellschaft großgeworden ist. Für Clayton nicht nur eine Suche nach seinen Wurzeln, sondern auch eine Selbstfindungsphase.

Positiv gefiel mir an dem Roman, die Welt der Rätsel verwoben mit Claytons Selbstfindung. Die Kapitel wechseln zwischen Gegenwart, dort folgt Clayton Pippas Spuren und Rückblicken, wie die Rätselgemeinschaft entstanden ist. Dadurch wird dem Roman eine Puzzlestruktur verliehen, welche der geneigte Leser nach und nach zusammensetzen kann.

Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet und sehr eigen und skurril, was sie aber insgesamt sehr charmant macht. Die alten Rätselmeister haben so ihre besonderen Eigenarten und kompensieren ihre Einsamkeit mit Rätseln und Puzzeln.

Schwächen die in diesem Roman deutlich werden, sind die stellenweisen Längen aber auch, dass das Buch hinter seinen Erwartungen zurückbleibt. Das größte Rätsel, der maßgebliche Titel des Romans, ist letztlich eher eine persönliche Geschichte, die nicht die suggerierten epischen Ausmaße annimmt, die der Klappentext vermuten lässt.

Fazit: Eine charmante und humorvoller Geschichte, trotz melancholischer Themen, welche durch Rätsel und liebevoll gezeichnete Charaktere besticht. Kleine Reminder wie die Identitätssuche und der Wert einer Gemeinschaft blitzen zwischen den Zeilen durch.
Für Clayton ist es die Suche nach seinem größten Rätsel -seine Herkunft, für den Leser ist es eine einfühlsame Erzählung gespickt mit netten Rätseln.

⭐️⭐️⭐️⭐️

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Veröffentlicht am 16.07.2024

Tauchgang durch die Jahrhunderte

Das Echo der Gezeiten
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Das Echo der Gezeiten ist ein bemerkenswertes Buch mit einer faszinierenden Geschichte. In dem Roman werden zwei Frauenleben über die Jahrhunderte hinweg miteinander verwoben.

Tilla ist eine junge Frau ...

Das Echo der Gezeiten ist ein bemerkenswertes Buch mit einer faszinierenden Geschichte. In dem Roman werden zwei Frauenleben über die Jahrhunderte hinweg miteinander verwoben.

Tilla ist eine junge Frau in den 1950er Jahren und träumt von einem Leben unter Wasser, inspiriert von ihrem Vorbild Lotte Hass. Dabei geht sie mutig und entschlossen vor und dies gegen jedwede gesellschaftliche Erwartung. Ihr Durchsetzungsvermögen ist beeindruckend, was sie für mich zu einem unglaublich spannenden Charakter machte.
Die Beschreibung der Tauchgänge war außerordentlich lebendig und mitreißend, genauso wie ihre Herausforderungen in einer männerdominierenden Welt der Archäologie. Besonders hat es mir die Entdeckung des legendenumwobenen Schiffswracks angetan – Geschichtszeugnisse welche einen an die Verwirklichung von Träumen glauben lassen, wenn man nur entschieden daran glaubt und bereit ist dafür zu kämpfen.

Der zweite Zeitstrang handelt von Nes Dorn im Jahre 1633. Diese flieht mit ihrer Mutter auf die Nordseeinsel und dort werden sie in die Gemeinschaft der Beginen aufgenommen. Jedoch erfahren sie auch dort Misstrauen und Vorurteile. Nes war für mich auch ein interessanter Charakter, ihre Entschlossenheit die Familie zu verteidigen und das Schicksal der verschwundenen Kinder aufzuklären haben mich unglaublich gefesselt.
Die Erzählung ihrer Geschichte ist unglaublich dramatisch und packend, insbesondere als sie ihre eigene Familiengeschichte entdeckt und die zunehmende Bedrohung durch die Inselbewohner sich immer mehr zuspitzt.

Rebekka Frank schildert dabei bildhaft die Naturgewalten des Meeres, sowie die ruhige und stürmische Seite der Nordsee. Die Wechsel zwischen den beiden Zeitebenen sind dabei fließend und erzeugen eine konstante Spannung. Der Autorin gelingt es meisterhaft die Ängste und Hoffnungen der beiden Protagonistinnen rüberzubringen und so fiebert man als Leser durchgängig mit.

Mir ist besonders die detaillierte und sehr liebevolle Ausarbeitung der Nebencharaktere in Erinnerung geblieben. Gerade Tillas Oma Frieda mit ihrem wachen Verstand und ihrer mütterlichen Art hat mir sehr gefallen.

Der Roman besticht durch seine lebendigen Charaktere und beeindruckenden Beschreibungen. Hier wird auf besondere Weise das Meer als Element zwischen den Zeiten gewählt und seine besondere Verbindung zu den Menschen. Kleines Manko waren für mich die teilweise spannungsarmen Längen, aber dennoch ein gutes Buch über zwei starke Frauen und die wilde Schönheit der Nordseeküste.

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