Ein Roman wie ein Kunstprojekt – interessant, aber ohne klare Botschaft
Hey guten Morgen, wie geht es dir?Bewertung: 3.5 Sterne.
In unserem monatlichen Lesesalon des Buchclubs Sachsen haben wir dieses Mal Hey, guten Morgen, wie geht es dir? von Martina Hefter gelesen. Das Buch hat mich zwiespältig zurückgelassen: ...
Bewertung: 3.5 Sterne.
In unserem monatlichen Lesesalon des Buchclubs Sachsen haben wir dieses Mal Hey, guten Morgen, wie geht es dir? von Martina Hefter gelesen. Das Buch hat mich zwiespältig zurückgelassen: es war nicht schlecht, aber auch nicht wirklich beeindruckend.
Die Geschichte dreht sich um Juno, eine Performance-Künstlerin aus Leipzig, die sich neben Arbeit und der Pflege ihres kranken Mannes Jupiter mit sogenannten „Love-Scammern“ im Internet unterhält. Diese Chats sind für sie eine Mischung aus Täuschung, Unterhaltung aber auch Selbstreflexion.
Besonders gefallen hat mir das Cover des Buches. Auch der Schreibstil mit seinen kurzen, knappen Sätzen und der lockeren Sprache war angenehm zu lesen und hat mich schnell ins Geschehen gezogen. Juno als Protagonistin fand ich interessant, da sie eine vielschichtige Persönlichkeit hat, die sich nicht so leicht einordnen lässt. Das Thema Love-Scamming aus einer anderen Perspektive als die typische Täter-Opfer Dichotomie zu betrachten, war spannend. Ebenso haben mich die Mini-Einblicke in die finanziellen Aspekte von Kunst und dessen Förderungen fasziniert. Auch die Erwähnung von Leipzig und Chemnitz hat mir gefallen, da es schön ist, diese Städte in einem bekannteren literarischen Werk wiederzufinden.
Trotz dieser positiven Aspekte hat mir jedoch ein klarer roter Faden oder ein Spannungsbogen gefehlt. Die Handlung wirkte auf mich wenig überraschend und entwickelte sich nicht wirklich weiter. Eine eindeutige Botschaft konnte ich ebenfalls nicht wirklich erkennen. Im Buch wird ein Kunststück beschrieben, über das gesagt wird: „Es gab keine Handlung, nur eine Situation.“ Diese Beschreibung lässt sich auch auf das gesamte Buch übertragen. Es war ein netter Zeitvertreib, aber leider ohne nachhaltigen Wow-Effekt.