"Sei du selbst. Aber wer bin ich?"
Whitestone Hospital - Drowning SoulsDer Roman Drowning Souls von Ava Reed stellt den zweiten Band der Whitestone Hospital-Reihe dar und erzählt die Geschichte der beiden Assistenzärzte Sierra und Mitch. Wie bereits im ersten Band hat mich ...
Der Roman Drowning Souls von Ava Reed stellt den zweiten Band der Whitestone Hospital-Reihe dar und erzählt die Geschichte der beiden Assistenzärzte Sierra und Mitch. Wie bereits im ersten Band hat mich persönlich die Geschichte sehr berührt, auch wenn sie durch die Charaktere nochmal völlig anders ist als der Auftaktband. Die Autorin schafft es einfach, ihre Leser mitzunehmen und irgendwie dort abzuholen wo sie stehen. Man erkennt in jeder Geschichte so viel von sich selbst und seinen Mitmenschen wieder, auch wenn gleichzeitig klar ist, dass jeder Mensch verschieden ist und es keine zwei gleichen Geschichten gibt, nicht für jeden jede Entscheidung gleich richtig oder falsch ist.
Sierra hat mir als Charakter unheimlich gut gefallen, weil sie nach außen hin sehr mürrisch und abgewandt wirkt und man hinter ihre Fassade blicken muss, um sie verstehen zu können. Wie Mitch dieses Aufbrechen der Mauer schafft, ist wunderbar mitzuerleben und bringt den Leser oftmals zum Lachen, aber auch zum Weinen, nachdenklich werden und weiterdenken.
Auch in diesem Band sind die Kapitel abwechselnd aus den Perspektiven der beiden Hauptcharaktere verfasst und ein Glossar mit medizinischen Fachbegriffen am Ende angefügt. Man sollte beachten, dass die einzelnen Bände der Reihe aufeinander aufbauen und daher nicht unabhängig voneinander lesbar sind, aber ich kann nur jedem empfehlen bei Band eins zu beginnen und jede Geschichte auf ihre eigene Weise zu genießen.
Hier zum Abschluss noch meine Lieblingszitate aus dem Roman:
"Da liegt auf einmal eine ganze Welt in meinen Händen, ein eigenes kleines Universum, das aus den Fugen gerät, sollte ich Fehler machen."
"Das zwischen mir und Sierra ähnelt einem Bild von Picasso, es ist abstrakt, chaotisch und auf den ersten Blick ergibt es keinen Sinn. Aber wenn man es länger betrachtet, genauer hinsieht, erkennt man die Strukturen, das Zusammenspiel der einzelnen Elemente und das, wofür all das Abstrakte steht."
"Wenn ich das zulasse, Laura, dann ... dann bricht alles auseinander. [...] Vielleicht fällt es auch einfach an seinen Platz."
"Ich musste erst mit mir selbst kommunizieren, bis ich es mit dir konnte."