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Veröffentlicht am 20.10.2024

eine etwas andere Zeitreise

Das Geheimnis der Glasmacherin
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Orsola ist die Tochter des Glasherstellers Lorenzo Rosso. Die Familie lebt und arbeitet auf Murano. Im Jahre 1468 stirbt Lorenzo und lässt seine Familie in Trauer zurück. Sein Tod bringt die Welt zum ...



Orsola ist die Tochter des Glasherstellers Lorenzo Rosso. Die Familie lebt und arbeitet auf Murano. Im Jahre 1468 stirbt Lorenzo und lässt seine Familie in Trauer zurück. Sein Tod bringt die Welt zum Stillstand. Orsola will sich aber nicht dem Schicksal ergeben und beginnt den Kampf um ihrer aller Überleben aufzunehmen. Entgegen allen Gewohnheiten erlernt sie die Kunst, gläserne Perlen herzustellen. Diese Fertigkeiten retten ihr und ihrer Familie so manches Mal das Leben.

Die Geschichte der Glasmacherin Orsola Rosso ist nicht so ganz einfach zu beschreiben. Es beginnt im Jahre 1468. Zunächst erzählt die Autorin Tracy Chevalier aus dem Leben der Glasmacherfamilie im 15. Jahrhundert. Das Leben auf Murano folgt seinen eigenen Gesetzen, auch wenn sie natürlich zu Venedig gehören. Die Verbindungen werden erläutert. Das Leben geht seinen Weg, doch dann verstirbt der Ernährer der Familie Rosso und nichts ist mehr so, wie es scheint. Spannend schildert die Autorin, wie die Familie weiterlebt und arbeitet. Die Frauen stehen hier im Fokus, da sie eigentlich nicht mit Glas arbeiten, sondern nur für den Haushalt zuständig sind, aber Orsola bricht diese Regeln und sie ist dabei nicht allein. Mir hat gut gefallen, wie die Herstellung von Glaswaren geschildert wird und wie sie dann in den Handeln gelangen. Die Verbindung zu Venedig und dem Verkauf der Waren wird dabei authentisch geschildert.

Der historische Aspekt der Geschichte hat mir gut gefallen. Der Erzählstil von Tracy Chevalier ist angenehm leicht und locker zu lesen. Sie hat mit Orsola einen spannenden Charakter geschaffen. Die Stimmung auf der Insel hat sie ebenfalls gut eingefangen und wiedergegeben. Es wird deutlich, welche besondere Stellung Murano für Venedig eingenommen hat.

Was allerdings etwas seltsam anmutet, ist, dass die Autorin ihre Geschichte über Orsola über mehrere Jahrhunderte begleitet. Das Buch ist unterteilt in drei Teile. Jeder Teil spielt in einer anderen Epoche. Auf diese Weise erlebt man die Veränderungen von Murano und vor allem die Veränderungen des Glashandels hautnah mit. Hier werden ca. 500 Jahre Geschichte erzählt. Wobei Orsola zwar älter wird aber nur in ihrer eigenen Zeit. Die Welt um sie herum verändert sich, aber sie bleibt die Selbe. Ebenfalls gut gefallen hat mir die Liebesgeschichte, die Orsola durch die Zeit trägt.

Fazit:

„Das Geheimnis der Glasmacherin“ war für mich eine spannende Zeitreise durch die Geschichte der Glasherstellung. Diese Reise durch die Zeit mit Orsola hat mir gut gefallen. Die Protagonisten außerhalb der Insel kommen und gehen, nur die Menschen auf Murano bleiben. Mir hat es am Ende zwar gut gefallen, aber es war doch auch etwas seltsam zu lesen.

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Veröffentlicht am 12.10.2024

Ein persönlicher Kampf gegen die Dänen

Tankred: Adler und Dolch
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Herbst 884: Noch immer kommt es mit den Dänen zu Auseinandersetzungen. Fürst Gottfried sieht großzügig darüber hinweg und so herrscht immer noch keine Ruhe zwischen Maas und Rhein. Dann wird das Anwesen ...



Herbst 884: Noch immer kommt es mit den Dänen zu Auseinandersetzungen. Fürst Gottfried sieht großzügig darüber hinweg und so herrscht immer noch keine Ruhe zwischen Maas und Rhein. Dann wird das Anwesen von Tankred überfallen. Der Versuch dabei, seine Kinder zu entführen, scheitert zwar, aber für Tankred ist schnell klar, hier will jemand persönlich Rache nehmen. Als er sich auf die Suche nach dem Schuldigen macht, stößt er auf eine Verschwörung gegen den Kaiser. Und wieder liegt es an ihm, den Kaiser zu schützen und gleichzeitig sein eigenes Leben zu retten.

Der vorliegende Teil mit dem Titel „Adler und Dolch“ ist bereits Band 4 aus der Reihe von „Tankred“. Erzählt wird aus dem späten 9. Jahrhundert von dem Einfall der Dänen rund um Maastricht bis in die Rheinregionen. Mir gefällt diese Reihe sehr gut. Ich habe immer meinen Spaß, wenn ich von Tankred lesen darf. Es handelt sich hierbei zwar um eine Reihe, aber man könnte die Bücher auch einzeln lesen. Ich rate aber schon mit Band 1 zu beginnen, da man den Charakter von Tankred dann besser kennenlernen kann. Kleine Rückblenden sorgen aber auch dafür, dass man alle wichtigen Details aus den Vorgängern erzählt bekommt.

In diesem Teil geht es jetzt persönlich um Tankred. Ein Däne hatte versucht, seine Kinder zu entführen. Die Frage „warum“ stellte sich der Ritter. Ihm wird aber auch schnell klar, wer dahintersteckt. Wie er nun versucht, diesen Dänen zu stellen, schildert Michael Römling wieder einmal spannend und mit einer guten Prise Humor. Hier werden aber nicht nur Schlachten geschildert, sondern vielmehr die Intrigen der gegnerischen Gruppen geschildert. So ist es eine Geschichte voller List und Verrat auf beiden Seiten.

Gleichzeitig schildert der Autor aber auch, wie die politischen Verhältnisse dieser Zeit gewesen sind. Er hat die historischen Ereignisse wunderbar in seine fiktive Geschichte rund um Tankred eingebunden.

Fazit:

„Adler und Dolch“ hat mir gut gefallen. Ich mag den humorvollen Erzählstil des Autors und vor allem den Charakter Tankred. Ist er zu Beginn noch etwas unbedarft, wächst er doch mit seinen Aufgaben und wird immer mehr zum mutigen, draufgängerischen Krieger. Er hat sein Ziel klar vor Augen und setzt alles daran, dieses zu erreichen. Michael Römling hat zudem so einige spannende Details dieser Epoche zusammengestellt und daraus eben diese spannende Geschichte gemacht.


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Veröffentlicht am 04.09.2024

unterhaltsamer Start einer Trilogie aus der Kaiserzeit

Töchter des Aufbruchs
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Pauline Martin hat sich ihren Traum eines selbstbestimmten Lebens erfüllt. Sie leitet ein Pensionat für höhere Töchter. Eigenständigkeit sollen die jungen Frauen bei ihr lernen und selbstbewusst werden. ...



Pauline Martin hat sich ihren Traum eines selbstbestimmten Lebens erfüllt. Sie leitet ein Pensionat für höhere Töchter. Eigenständigkeit sollen die jungen Frauen bei ihr lernen und selbstbewusst werden. Sich ihre eigene Meinung bilden und für das Leben gestärkt aus der Schule hervorgehen. All dies ist nicht so einfach, denn das Städtchen Diedenhofen, welches an der Mosel liegt, ist gleichzeitig Garnisonsstadt. Hier leben Deutsche und Franzosen eng nebeneinander, und auch im Pensionat spiegelt dies sich wider. Dann verliebt sich die neue Schülerin Suzette in einen Soldaten. Ihre heimlichen Treffen bleiben nicht ohne Folgen. Suzette verschwindet spurlos und Pauline ist auf Hilfe angewiesen. Der preußische Hauptmann Erich von Pliesnitz bittet ihr diese Hilfe an. Gleichzeitig müssen sie aber auch stark darauf achten, die Konventionen der Kaiserzeit nicht zu sehr zu strapazieren.

„Töchter des Aufbruchs“ ist der erste Teil der Trilogie „Das Pensionat an der Mosel“. Handlungszeit ist die Kaiserzeit um 1910 und der Handlungsort ist Diedenhofen, welches in Elsaß-Lothringen gelegen ist. Die Autorin Marie Pierre ist auch keine unbekannte Autorin. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich Maria W. Peter, von der ich schon einige Bücher mit Spannung gelesen habe. Jetzt erzählt sie die Geschichte einer jungen Frau, die als Lehrerin arbeitet und sich dabei mit einigen Problemen konfrontiert sieht. Der lockere und humorvolle Erzählstil macht es leicht, der Geschichte zu folgen.

Marie Pierre zeichnet ein gelungenes Bild dieser Zeit. Sie lässt ihre Protagonisten lebendig werden. Die jungen Schülerinnen haben ihre eigenen Sorgen und Nöte und finden hier Gehör. Als dann Suzette verschwindet, wird es zudem spannend. Warum verschwand die Schülerin? Wer oder was steckt dahinter? Die Suche nach ihr ist Teil der Handlung und sorgt für Abwechslung. Gleichzeitig muss Pauline Martin mit dem Hauptmann Erich von Pliesnitz zusammenarbeiten. Diese Aufeinandertreffen der beiden Charaktere sind wirklich unterhaltsam zu lesen. Auch andere Protagonisten werden ausführlich geschildert und vorgestellt. In diesem Teil wird schon so manch loser Faden gelegt, um sich später verbinden zu können.

Zudem werden die Probleme dieser Zeit gerade für Frauen deutlich. Die Autorin hat es verstanden, ihre fiktive Geschichte über das Pensionat und seine Bewohner mit dem historischen Hintergrund zu verbinden. Entstanden ist eine glaubwürdige und unterhaltsame Handlung, die ich sehr gern gelesen habe.

Fazit:

Der Auftakt der Trilogie von „Das Pensionat an der Mosel“ ist Marie Pierre gelungen. Das Leben in Diedenhofen um 1910 wird glaubwürdig geschildert. Die kleinen und großen Sorgen der Bewohner der Schule wirken authentisch und echt. Man darf gespannt sein, wie sich die Geschichte um das Pensionat an der Mosel weiterentwickelt.

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Veröffentlicht am 22.08.2024

mysteriöser Krimi im Wendland

Die Sehenden und die Toten
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Carla Seidel hat sich von Hamburg ins Wendland versetzen lassen. Sie hofft hier auf einen guten Neuanfang. Gemeinsam mit ihrer Tochter Lana bezieht sie ein altes Fachwerkhaus. Doch dann wird die Leiche ...



Carla Seidel hat sich von Hamburg ins Wendland versetzen lassen. Sie hofft hier auf einen guten Neuanfang. Gemeinsam mit ihrer Tochter Lana bezieht sie ein altes Fachwerkhaus. Doch dann wird die Leiche des 18-jährigen Justus gefunden. Ihm wurden die Augen entfernt und durch Spiegelscherben ersetzt. Da Carla einst eine erfolgreiche Mordermittlerin in Hamburg war, wird nun auch hier von ihr erwartet, dass sie diesen Fall schnell klärt. Doch so einfach ist die Sache nicht. Selbst die Eltern scheinen ihren Jungen nicht wirklich gekannt zu haben. Ausgerechnet Lana entdeckt bei einer Mitschülerin ein Tattoo, welches auch bei dem toten Jungen gefunden wurde. Dann spitzt sich die Lage dramatisch zu und niemand scheint mehr sicher zu sein.

Die Autorin Sia Piontek sagte mir zunächst nicht. Sie hat wohl unter Pseudonym schon mehrere Bücher veröffentlicht. Ich habe aber noch nicht herausgefunden, unter welchem Namen sie sonst schreibt. „Die Sehenden und die Toten“ ist aber ihr erster Kriminalroman. Mir hat dieser Krimi tatsächlich gut gefallen. Die Protagonistin Carla Seidel beginnt hier direkt mit ihrem ersten Fall im Wendland und muss ihre Kollegen von ihren Qualitäten überzeugen. Carla ist eine Frau, die schon einiges in der Vergangenheit erlebt hat. Es gibt während der Handlung immer wieder kurze Rückblicke auf das, was geschehen ist, aber nur in kleinen Portionen. So erfährt man zwar aus dem Leben der Ermittlerin, aber doch auch nur sehr wenig. Eigentlich wurde ich doch neugierig darauf, was sie erlebt hat, und hoffe, diese Ereignisse werden zu einem späteren Zeitpunkt nochmals aufgegriffen.

Dieser Fall im Wendland beginnt damit, dass der tote Junge gefunden wird. Zunächst gibt es kaum Hinweise auf die Tat oder auf das Motiv. Die Autorin schildert nun, wie Carla und ihr Team jeder Spur nachgehen und nach Hinweisen suchen. Mir hat gut gefallen, dass es gerade nicht so offensichtlich ist, was hinter dieser Tat steckt. Auch wer und warum getötet hat, ist nicht so einfach zu durchschauen. Ich mag es, wenn nicht gleich auf den ersten Seiten die Lösung parat liegt.

Die Protagonistin Carla hat zudem ihre ganz eigenen Probleme, die zwar manchmal etwas anstrengend sind, aber sie immer wieder dazu zwingen, ihre eigene Vergangenheit zu akzeptieren und auch Hilfe anzunehmen, wenn es notwendig ist. Immer wieder wechselt der Erzählstrang zwischendurch zu Lana, der Tochter. Indem diese ihrer Mutter mehr und weniger in diesem Fall hilft, wird sie selbst ein Stück weit erwachsener und lernt auf ihre Weise, ihre Ängste in den Griff zu bekommen.

Fazit:

Der Krimi „Die Sehenden und die Toten“ hat mir gut gefallen. Er liest sich zwar nicht so einfach, schnell und flüchtig, sondern erfordert einiges an Aufmerksamkeit, aber gerade deshalb hat er mir gefallen.

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Veröffentlicht am 05.08.2024

Sylt mal anders

Mord unterm Reetdach
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Der Großbauer Hinnerk Petersen wird in seinem eigenen Garten tot aufgefunden. Es ist die Nacht des Sonnenwendfeuers auf Sylt. Kristian Dennermann ist Immobilienmakler auf der Insel und dabei, als die ...



Der Großbauer Hinnerk Petersen wird in seinem eigenen Garten tot aufgefunden. Es ist die Nacht des Sonnenwendfeuers auf Sylt. Kristian Dennermann ist Immobilienmakler auf der Insel und dabei, als die Leiche des Bauern gefunden wird. Dennermann hat den Auftrag, das schöne Anwesen zu verkaufen, er ist erschüttert über den Tod des Besitzers. Der Makler ist neugierig und will herausfinden, was zum Tod von Petersen führte. Geht es um die Erbschaft? Hatte der Großbauer eine junge Freundin? Umso mehr Kristian Dennermann herausfindet, umso komplizierter wird die Geschichte.

„Mord unter dem Reetdach“ ist mal kein historischer Roman oder Krimi, sondern ein Sylt-Krimi der Gegenwart. Eric Weissmann als Autor war mir unbekannt. Da die Geschichte auf Sylt spielt, erhält man hier gleichzeitig auch einen kleinen Rundumblick über die Insel. Der Protagonist Kristian Dennermann ist von Beruf Immobilienmakler und betreut die zahlungskräftigen Kunden der Insel. Jetzt versucht er auf eigene Faust, den Tod des Großbauern aufzuklären, und gerät dabei selbst in Schwierigkeiten.

Der Autor hat sich hier dafür entschieden, Dennermann seine Geschichte selbst erzählen zu lassen, und so verfolgen wir als Leser die Ereignisse aus der Ich-Perspektive. Diesen Erzählstil muss man mögen, um Spaß an der Handlung zu haben. Ich mag ihn und hatte Spaß. Die Jagd quer über die Insel nach der Wahrheit und die Auflösung des Falles haben mich gut unterhalten, auch wenn der Makler so seinen ganz eigenen Ermittlungsstil an den Tag gelegt hat. Bei manchen Szenen konnte man nur noch verzweifelt mit dem Kopf schütteln, weil sie so offensichtlich nicht gut für Kristian ausgehen konnten, aber sie haben eben auch für Lesevergnügen gesorgt.

Fazit:

„Mord unterm Reetdach“ ist ein schöner, solider Krimi mit Charakter. Mir hat die Geschichte gefallen und ich werde bestimmt gern wieder zu einem Roman von Eric Weissmann greifen.

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