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Veröffentlicht am 31.08.2024

Mörderische Festival-Stimmung

Eintunkt
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Im Gmeiner Verlag erscheint Martina Parkers Gartenkrimi "Eintunkt". Es ist der fünfte Band der Reihe "Klub der Grünen Daumen".

Beim "picture on", dem alljährlich in Bildein im Burgenland stattfindenden ...

Im Gmeiner Verlag erscheint Martina Parkers Gartenkrimi "Eintunkt". Es ist der fünfte Band der Reihe "Klub der Grünen Daumen".

Beim "picture on", dem alljährlich in Bildein im Burgenland stattfindenden Rockmusik-Festival nahe der ungarischen Grenze hat die amerikanische One-Hit-Wonder-Sängerin Alex Woods einen Auftritt mit ihrem Hit. Das möchte sich auch die Mitglieder des Gartenclubs der Grüne Daumen nicht entgehen lassen. Auch Betty ist mit von der Partie, sie ist die Schwester von Alex, der Sängerin. Leider entwickelt sich das Festival zu einem Desaster, erst geht ein Stalker um, dann verschwindet Alex spurlos nach einer ausgelassenen After Show Party und am nächsten Morgen wird der Wein-Investor Bernd Bieler tot aufgefunden.

Martina Parker beginnt jedes Kapitel ihres Krimis mit kurzen Informationen über Insekten, Pflanzen oder über andere Themen der Natur, die zum Inhalt des folgenden Kapitels passen. Bei diesen Infos geht es beispielsweise um die Fäden von Seidenraupen, um Lichtverschmutzung, Fruchtfliegen, das Farbensehen bei Tieren oder um die "schweinische Intelligenz". Das schafft eine Wissenserweiterung beim Leser und weckt das Interesse auf das nachfolgende Kapitel.

Die Handlung setzt sich zusammen aus den Erzählungen von Vera, Betty, Marlies oder Alex und somit bekommt mein verschiedene Perspektiven und Blickwinkel angeboten, die die Geschichte abwechslungsreich gestalten und für einen umfassenden Einblick sorgen.
Betty und Alex sind schon lange zerstritten und als sie sich beim Festival treffen, gibt es erneut Differenzen, doch dann verschwindet Alex. Betty scheint sie nicht sonderlich zu vermissen. Die Frage nach dem Mörder und dem Grund für Alex Verschwinden ist lange Zeit ungeklärt und beschäftigt nicht nur die Polizei, sondern auch die Gartenfreundinnen. Angeführt von der Lokaljournalistin Vera Horvath tragen sie ihre Ermittlungsergebnisse zusammen und möchte die Polizei damit unterstützen. Das stösst bei Franz Grandits, dem Kriminalbeamten, nicht auf Gegenliebe, während Marlies es einfach mal so hinnimmt.


Martina Parker baut regelmäßig Dialekt in die Dialoge ein, was den regionalen Bezug des Krimis unterstreicht und sie fängt bildhaft die ländliche Umgebung im Burgenland ein. Durch die skurrlien Figuren und deren buntes Treiben lässt sie reichlich Humor in die Handlung einfließen und hat mich damit amüsant unterhalen. Es entsteht auch eine Art von Spannung, weil man als Leser selbst mitraten kann und seine eigenen Verdächtigungen anstellt. Der Krimi hat einen aktuellen Bezug, denn hier sollen alte Weingüter verkauft werden, um den Grund und Boden für neue Chalet-Dörfer freizumachen.

Mir haben die Figuren gut gefallen, manche haben schon ein paar zu viele Ecken und Kanten, um authentisch zu wirken, doch das ist der besondere Clou dieser Reihe.

Wer diesen Band ohne Vorkenntnis lesen möchte, findet in den Personenregister die nötigen Informationen. Um den vollen Genuss der Reihe auskosten zu können, sollte man die Reihenfolge einhalten.

Spannender und humorvoller Cosy Crime aus dem Burgenland, der mit skurrilen Figuren gut unterhält und viele Informationen aus Tierwelt, Garten und Botanik enthält.

Veröffentlicht am 26.08.2024

Zeitumspannender Roman über Venedig und die Glasdynastien Muranos

Das Geheimnis der Glasmacherin
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Im Atlantik Verlag erscheint der historische Roman "Das Geheimnis der Glasmacherin" von Tracy Chevalier.

Venedig, 1468: Auf der Glasbläserinsel Murano stirbt bei einem Unfall der Glaskünstler Lorenzo ...

Im Atlantik Verlag erscheint der historische Roman "Das Geheimnis der Glasmacherin" von Tracy Chevalier.

Venedig, 1468: Auf der Glasbläserinsel Murano stirbt bei einem Unfall der Glaskünstler Lorenzo Rosso, die Familie weiß nicht, wie es weiter gehen soll, denn die Söhne sind noch nicht soweit, um den Glasbetrieb zu übernehmen. Doch die mutige Tochter Orsola stellt sich gegen alle Konventionen und lernt im Geheimen die Herstellung von Glasgegenständen. Besonderes Geschick hat sie bei der Herstellung von Glasperlen und sie nimmt das Schicksal der Familie in ihre Hände.


In ihrem umfangreichen Roman lässt Tracy Chevalier ihre Leserschaft eine Zeitreise ins Venedig 1468 machen und stellt die Glasbetriebe auch im Verlauf der folgenden Jahrhunderte vor.

Bei den frühen Einblicken in die Glasmacherfamilie Rosso taucht man ins Alltagsleben der Glasbläserfamilie Rosso ein und fährt Gondel, erlebt den einzigartiben Zauber Venedigs auf bildhaft geschilderte Weise. Aber man erfährt auch wie die spezielle Herstellung von Glas funktioniert und wie die Glasbläser darauf bedacht waren, die Geheimnisse dieser Kunst nur in der Familie weiterzugeben. Das Leben Orsolas und ihrer zwei Brüder zeigt, dass Mädchen damals weniger wichtig waren und doch gelingt es der mutigen und talentierten Orsola, sich zu behaupten, die Kunst des Glasblasens zu erlernen und damit ihrer Familie zu helfen.


Von Anfang an zieht mich der wunderschöne Erzählstil von Tracy Chevalier in seinen Bann. Sie beschreibt bildhaft und lebendig, wie das Alltagsleben abläuft, wie Orsola in einen Kanal geschubst wird und bei der Konkurrenz zum Trocknen geschickt wird und dort deren Arbeitsgänge beobachten kann. Sie ist erst neun Jahre alt und trotz aller Widerstände lässt sie sich nicht von ihrem Ziel abbringen und übt heimlich das Blasen von Glas.

Als Hintergrundgeschichte lässt Chevalier die historische Entwicklung Venedigs ausgehend vom 15. Jahrhundert in ihren Roman einfließen und spannt den zeitlichen Rahmen bis in die Gegenwart. Wir erfahren wie die Pest wütet, wie die napoleonischen Kriege Venedig beeinflussen, wie sich moderne Kommunikationsmethoden entwickeln und landen in der Gegenwart bei den Themen Klimawandel und Coronapandemie. Es ist eine mehrere Jahrhunderte umfassende Zeitreise, die das allgemeine Zeitgeschehen abbildet.



Getragen wird die Geschichte von den Erlebnissen und der Entwicklung der zahlreichen und gut skizzierten Charaktere der italienischen Familien, die gegenseitig konkurrieren, aber teilweise auch zusammen wachsen.

Es hat beim Lesen etwas gedauert, bis ich die vielen Figuren überhaupt einordnen konnte. Dafür wäre mir ein Personenregister hilfreich gewesen.


Ein umfangreicher Roman, der Venedig vorstellt, ins Glasbläserhandwerk eintaucht und das Zeitgeschehen von mehreren Jahrhunderten umfasst und abbildet.

Veröffentlicht am 25.08.2024

Von wegen perfekte Vorstadt-Idylle

Der Honigmann
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Im Droemer Verlag erscheint Peter Huths Roman "Der Honigmann".

Im beschaulichen Ort Fischbach siedeln sich junge Familien an, um ihre Kinder fern der Hektik und Kriminalität des Stadtlebens aufwachsen ...

Im Droemer Verlag erscheint Peter Huths Roman "Der Honigmann".

Im beschaulichen Ort Fischbach siedeln sich junge Familien an, um ihre Kinder fern der Hektik und Kriminalität des Stadtlebens aufwachsen zu lassen. Die Bewohner freunden sich an, treffen sich zum Grillen und fühlen sich sehr wohl. Ein neues Laden-Café mit Dekoartikeln wird eröffnet, in dem der "Honigmann" Honig aus Rumänien und andere Produkte anbietet. Das Geschäft wird gut angenommen, die Frauen kaufen dort Geschenke, trinken Cappuccino und die Kinder Kakao, jeder fühlt sich wohl. Doch es dauert nicht lange, bis ein Verdacht über die Vergangenheit des Ladenbesitzers die Runde macht. Die Gerüchteküche brodelt und die Fischbacher möchten ihre Vorortidylle bewahren. Deshalb sind sie bereit, sie zu verteidigen, koste es was es wolle.

Als unbeteiligte Beobachterin lerne ich aus unterschiedlichen Perspektiven die vielseitig skizzierten Bewohner näher kennen und erfahre ihre persönliche Einstellung und nehme dadurch die Entwicklung im Ort wahr, die sich allmählich aufbaut und immer mehr zuspitzt. Die Idylle Fischbach droht zu kippen, können die Bewohner die Situation entschärfen und kann der Honigmann bleiben?

Es war für mich sehr spannend, zu beobachten, wie Ängste aufkommen und sich das Meinungsbild und die Aktionen der "Fischbacher" entwickeln und sich manche Menschen, ohne selbst mehr zu wissen, dem allgemeinen Widerstand anschließen. Die Vielzahl der Perspektiven und Personen haben mich mit ihren unterschiedlichen Gedanken und Lebenskonzepten etwas von der Haupthandlung weg geführt. Es wäre klarer und brisanter gewesen, wenn sich der Autor auf wenige Figuren konzentriert hätte.

Peter Huth zeigt in seinem Buch ein brisantes Thema, durch das Menschen in ihrer Wahrnehmung wenig Rücksicht auf Einzelne nehmen und auf ihre eigenen Vorteile und auf die heimische Idylle bedacht sind. Der Honigmann wird vom Täter zum Opfer, denn die Bewohner sind verunsichert, verstört und voller Hass gegen den vermeintlich Bösen. Dabei sind sie selbst alle nicht perfekt und haben ihre Eigenheiten, Angewohnheiten und Laster.

Die erwähnten Figuren zeigen Menschen jeder Einstellung und bilden damit einen Querschnitt der Gesellschaft ab. Es ist interessant zu beobachten, wie hier durch Spekulationen ein Stein ins Rollen gebracht wird, der Demonstration und Ausgrenzung nach sich zieht und die Frage nach verbüsster Schuld und zweiter Chance immer mehr in den Hintergrund gerät. Ich war bis zum Ende gespannt, wie die Geschichte ausgehen würde. Es wird eine gesellschaftliches Bild aufgezeigt, das in der heutigen Zeit aktueller denn je ist.


Eine aufrüttelnde Gesellschaftsstudie, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

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Veröffentlicht am 23.08.2024

Liebe, Leid und Gelati!

Bella Famiglia
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Im Aufbau Verlag erscheint der Roman Bella Famiglia von Nico Mahler.

München, 1966: Sofia träumt bei ihren wöchentlichen Besuchen in der Eisdiele Bella Italia sehnsüchtig von der großen Liebe und vom ...

Im Aufbau Verlag erscheint der Roman Bella Famiglia von Nico Mahler.

München, 1966: Sofia träumt bei ihren wöchentlichen Besuchen in der Eisdiele Bella Italia sehnsüchtig von der großen Liebe und vom Zauber Venedigs. Der Besitzer der Eisdiele Lorenzo kennt aus eigener Erfahrung wie hart das Leben in Italien sein kann. Seine Familie lebt im Val di Zoldo, dem Tal der Eismacher, wo existentielle Nöte den Menschen vieles abverlangte. Auch Lorenzo verließ eines Tages das Tal, die Gründe nagen heute noch schwer an ihm.

In "Bella Famiglia" lässt uns Nico Mahler an den schwierigen Lebensumständen einer Eismacherfamilie teilhaben.

Der erste Erzählstrang lässt uns ab 1899 in die Erlebnisse einer Eismacherfamilie eintauchen. Das kleine Tal bot für seine Bewohner karge Lebensbedingungen, um seine Familie über Wasser zu halten, nahm Großvater Tonino in benachbarten Ländern unterschiedliche Arbeiten an. Die Tradition des Eismachens sollte ihnen schliesslich eine Existenzgrundlage bieten, denn es war auch in Österreich und Deutschland sehr begehrt.

Die zweite Zeitebene beleuchtet ab 1966 Sofias Leben, sie ist Erzieherin in einem Kinderheim, hat eine gescheiterte Ehe hinter sich und träumt von dolce vita in Venedig. Im Eissalon Bella Italia lernt sie Lorenzo kennen, der häufig niedergeschlagen aussieht, ein Eigenbrötler mit traurigem Gesicht. Nach und nach lernt sie ihn und die Geschichte seiner Familie näher kennen und Lorenzo zeigt, dass er auch Freude empfinden kann.

Nico Mahler erzählt auf eindrucksvolle und berührende Weise von einer italienischen Familie, die stellvertretend für viele Italiener steht, die sich aus finanzieller Not heraus als Gastarbeiter verdingen mussten, um die Familie zu ernähren. Das Leben in der Ferne war nicht einfach und für die Menschen durch die örtliche Trennung auch schwer zu ertragen, das lässt Melancholie aufkommen. Doch die Geschichte macht nicht nur Trauer und Leid sichtbar, sie feiert auch die Liebe, das Leben und die Kunst des Eismachens. Und sie lässt Hoffnung aufkommen, weil es viele Menschen geschafft haben, neuen Mut zu entwickeln und sich vom Leben nicht unterkriegen lassen.


Die Charaktere sind vielschichtig und lebensecht gezeichnet und ich habe ihre Schicksale gespannt verfolgt. Dieser berührende, schön erzählte Roman ist mir sehr nahe gegangen! Von der Handlung her hat mich der Erzählstrang in der Vergangenheit besonders gepackt, während die Geschichte mit Sofia etwas schwächer ausfällt.

Die heutigen Glücksgefühle beim Essen von Gelati sind verknüpft mit vielen Schicksalen der Eismacher, die schwierige Lebensumstände überwinden mussten, Leid und Schmerz ertrugen und dennoch nicht die Hoffnung verloren.


Eine Geschichte, die uns die Existenzängste einer italienischen Familie aufzeigt, aber auch die Liebe und das Leben feiert. Ein berührender und doch so schöner Roman, der reichlich Appetit auf Eis macht!


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Veröffentlicht am 06.08.2024

Sensibilisiert Kinder für Nachhaltigkeit und Umweltschutz!

Ich bin deine Erde
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Im Penguin Junior Verlag erscheint das Bilderbuch "Ich bin deine Erde" von Annette Langen mit Illustrationen von Sandy Lohß. Das Buch richtet sich an Kinder ab 2 Jahren.

Unsere Erde ist ein wunderschöner ...

Im Penguin Junior Verlag erscheint das Bilderbuch "Ich bin deine Erde" von Annette Langen mit Illustrationen von Sandy Lohß. Das Buch richtet sich an Kinder ab 2 Jahren.

Unsere Erde ist ein wunderschöner Planet, der Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen bietet. Leider ist die Umwelt immer mehr gefährdet. Doch es gibt einiges, was wir machen können, um das Ökosystem Erde für alle Lebewesen und Pflanzen lebenswert zu erhalten.


Wie der Titel schon sagt, spricht die Erde die Kinder direkt an und erklärt die Probleme. Sie braucht die Hilfe der Menschen und zeigt, worauf es beim Umweltschutz ankommt. Das schafft die Erkenntnis dafür, wie alles Leben in der Natur miteinander verbunden ist und nur in einem gesunden System einwandfrei funktioniert. Gemeinsam lässt sich Umweltschutz auch durchsetzen, man muss nur wissen, wie!

Die dicken Pappseiten und das handliche Format sind genau richtig für kleine Kinderhände und die vielen Klappen verlocken zum Nachschauen.

Die Erde bietet Platz für Menschen, Tiere, Berge, Seen, Meere, viele Pflanzen und hohe Bäume. Hinter den Klappen gibt es noch viel zu entdecken und das weckt Neugierde und macht Spaß.

So wird beschrieben, wie jeder Einzelne Abgase vermeiden kann und warum zuviel Verkehr die Erde aufheizt und krank macht. Trinkwasser ist ein kostbares Gut, deshalb sollten wir es nicht verschwenden.

Bei Thema Mülltrennung gibt es eine passende Abbildung, die genau zeigt, welcher Müll in welche Tonne gehört. So lernen Kinder für ihren Alltag und bekommen schon früh ein Bewusstsein für nachhaltiges Verhalten.

Bei den Illustrationen in diesem Kinderbuch fallen die gedeckten Farben auf, was auf die umweltfreundliche Materialnutzung zurückzuführen ist. Trotzdem sind die Bilder sehr ansprechend und das matte Cover spricht mit den vielen Details sofort an.

Positiv anzumerken ist die nachhaltige Herstellung des Buches, das zu 100 % recycelbar ist, indem mineralölfreie Druckfarben, umweltfreundlicher Leim und wasserlöslicher Dispersionslack verwendet werden. Die Bücher werden in Europa gedruckt, lange Transportwege werden so vermieden.


Mit erkennbaren Hilfestellungen und Erklärungen wird hier Umweltschutz sinnvoll und kindgerecht erklärt und zum Mitmachen aufgefordert!