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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.07.2025

Wie schlimm

Der Sommer am Ende der Welt
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Wie schlimm muss diese Zeit für die Kinder auf der sonst so idyllischen Insel Borkum gewesen sein? Man kann es beim Lesen erahnen und mitfühlen. Allein der Gedanke, dass Vorschulkinder ganz allein in den ...

Wie schlimm muss diese Zeit für die Kinder auf der sonst so idyllischen Insel Borkum gewesen sein? Man kann es beim Lesen erahnen und mitfühlen. Allein der Gedanke, dass Vorschulkinder ganz allein in den Zug gesetzt und quer durch Deutschland geschickt wurden, ist erschütternd.

Hinzu kommen die strengen, fast gefühllosen „Tanten“, die die Kinder betreuten – uniformiert, unnahbar und ohne Verständnis für die Ängste und Bedürfnisse kleiner Kinder. Die Tatsache, dass sie den Kindern nicht einmal erlaubten, ihre eigene Kleidung zu tragen, dass sie sie mit Nummern versahen und ihnen kaum kindgerechtes Essen gaben, ist schwer zu ertragen – und doch leider wahr.

Ich hätte mir gewünscht, dass die Erlebnisse der Kinder selbst noch stärker im Mittelpunkt stehen. Dieses Thema kam mir insgesamt etwas zu kurz und rückte besonders gegen Ende zu sehr in den Hintergrund. Stattdessen nehmen die persönlichen Verstrickungen der Erwachsenen zu viel Raum ein. Auch bin ich mir unsicher, ob die Themen Konzentrationslager und Judentum in dieser Geschichte unbedingt Platz finden mussten – das wirkte auf mich etwas überladen.

Trotzdem hat mich das Buch bewegt, auch wenn ich mir mehr Tiefe in Bezug auf die Erfahrungen der Kinder gewünscht hätte. Ich bin etwas enttäuscht – aber nur ein wenig

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Veröffentlicht am 08.02.2025

Aberglaube

Something Old, Someone New
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In diesem Roman wird thematisiert, wie stark ein Aberglaube das Leben bestimmen kann.
Das Cover hat mir sehr gut gefallen, da es durch die zarten Farben und den modernen Schriftzug jugendlich wirkt.

Zum ...

In diesem Roman wird thematisiert, wie stark ein Aberglaube das Leben bestimmen kann.
Das Cover hat mir sehr gut gefallen, da es durch die zarten Farben und den modernen Schriftzug jugendlich wirkt.

Zum Buch: Leider konnte ich keine echte Sympathie für die Hauptfiguren entwickeln. Normalerweise spüre ich bereits zu Beginn einer Geschichte eine gewisse Verbindung zu den Charakteren, doch hier blieb dieses Gefühl aus. Besonders Shea tat mir leid – gefangen in den strengen Überzeugungen ihrer verstorbenen Nonna.

Der Bräutigam war für mich hingegen äußerst unsympathisch. Die Handlung verlor an Glaubwürdigkeit, weil er trotz seines Wissens um Sheas Ängste genau diese bewusst ignoriert. Ein Beispiel: Shea fürchtet sich vor gebrauchten Ringen, und dennoch kauft er ihr einen aus einem Vintageladen. Das empfand ich als rücksichtslos und wenig liebevoll. Mehr Einfühlungsvermögen in der Darstellung der Beziehung hätte der Geschichte gutgetan.

Trotz dieser Kritik liest sich das Buch flüssig und eignet sich gut für gemütliche Lesestunden, sei es auf dem Sofa oder im Urlaub, wenn man leichte Lektüre sucht.

Ich vergebe 4 Sterne, die ich dennoch wohlwollend meine.

Veröffentlicht am 03.11.2024

Lichte Kost

Mord im Himmelreich
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Für mich ist der Hund namens Pinguin die absolute Hauptfigur des Buches. Zwar stimmt die Beschreibung nicht ganz mit dem Bild auf dem Cover überein, aber das ist nicht weiter schlimm. Es handelt sich um ...

Für mich ist der Hund namens Pinguin die absolute Hauptfigur des Buches. Zwar stimmt die Beschreibung nicht ganz mit dem Bild auf dem Cover überein, aber das ist nicht weiter schlimm. Es handelt sich um ein Buch mit Berliner Charme – ein Krimi, der nicht zu viel Herzklopfen verursacht. Im Gegenteil, er lässt sich schnell und entspannt lesen. Der Leser muss sich keine Sorgen machen, denn die Kost ist leicht verdaulich.

Die Grundidee des Romans ist leider nicht neu: Ein Campingplatz und die Menschen, die ihn lieben und nicht verkaufen möchten. Mit ein paar skurrilen Charakteren, die man auf einem Campingplatz erwarten würde, ist die Geschichte schnell erzählt. Für mich ist es ein Urlaubsbuch, ideal zum Entspannen und ohne große Ansprüche. Genau das macht es so angenehm. Ich finde, es ist ein Krimi, der sich lohnt, und wer keine tiefgehenden Ermittlungen erwartet, wird hier fündig.

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Veröffentlicht am 24.08.2024

Offenes Ende

Die Gräfin
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Das Buch lässt viele Fragen offen, was natürlich Raum für eine mögliche Fortsetzung bietet – etwas, das ich mir sehr wünschen würde. Nur ein paar Tage auf der Hallig, und doch hat die Geschichte eine bemerkenswerte ...

Das Buch lässt viele Fragen offen, was natürlich Raum für eine mögliche Fortsetzung bietet – etwas, das ich mir sehr wünschen würde. Nur ein paar Tage auf der Hallig, und doch hat die Geschichte eine bemerkenswerte Spannung erzeugt. Besonders neugierig bin ich auf die Hintergründe der Gräfin: Wie ist sie auf die Hallig gekommen, und warum lebt sie dort so einsam? Auch das Schicksal des Piloten ist ungewiss – werden die Halligbewohner ihn vielleicht doch an die Gestapo verraten? Und wer ist der mysteriöse Unbekannte, der plötzlich auf der kleinen Insel auftaucht?

All diese offenen Fragen machen das Buch noch interessanter, und obwohl vieles ungeklärt bleibt, habe ich die Lektüre sehr genossen. Ob das Flugzeug, das von Norddeich auf die Hallig geschleppt wird, entdeckt wird – vielleicht erfahren wir das in einer Fortsetzung?

Besonders gefallen hat mir der nordische Sprachgebrauch, der immer wieder in der Geschichte auftaucht, sowie die faszinierende Darstellung des Lebens auf einer Hallig. Der Roman lässt sich schnell und flüssig lesen und hat mich durchgehend gefesselt.

Das dezente Cover verrät nichts von der Geschichte, was die Spannung noch weiter steigert. Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, und daher gibt es von mir einen klaren Daumen hoch – ein wirklich klasse Werk.

Veröffentlicht am 15.06.2024

Gemächlich

Handbuch für den vorsichtigen Reisenden durch das Ödland
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Gemächlich tröpfelt die Geschichte von dieser besonderen Zugfahrt dahin. Sie erzählt von Maria die den Ruf ihresVaters wieder herstellen möchte. Eine besondere und intelligente junge Frau.
Und von Wei ...

Gemächlich tröpfelt die Geschichte von dieser besonderen Zugfahrt dahin. Sie erzählt von Maria die den Ruf ihresVaters wieder herstellen möchte. Eine besondere und intelligente junge Frau.
Und von Wei Wei dem Zugkind. Ein junges Mädchen das ihr bisheriges Leben nur in diesem Zug verbracht hat.

Da gibt es für mich ein Problem. Das kann Ich nicht glauben, das nehme ich so nicht ab. Schade.
Das Buch dient zum entschleunigen. So langsam kommt die Geschichte daher. Für mich etwas zu langsam. Denn bei einem Zug ist es auch so er fährt langsam an und nimmt dann Fahrt auf. Das wäre auch bei dieser Geschichte toll gewesen. Aber das muss jeder Leser für sich entscheiden, mag er Storys mit Tempo oder fährt er in einem Bummelzug.
Kurz zum Cover, der Umschlag ist für mich sehr gelungen. Schaut edel aus und malt sofort ein Bild vom Zug in den Kopf.

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