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Veröffentlicht am 08.01.2026

auch mein Kopf hat Hunger: Kopfhunger

Die neue Wissenschaft vom Sattsein
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Das Buch von Pia Roser beschäftigt sich nicht mit dem Abnehmen. Sie hält keinen Zeigefinger mahnend in die Höhe und erklärt, was man, bzw. ich bei einer Diät und meiner Lebenseinstellung doch alles falsch ...

Das Buch von Pia Roser beschäftigt sich nicht mit dem Abnehmen. Sie hält keinen Zeigefinger mahnend in die Höhe und erklärt, was man, bzw. ich bei einer Diät und meiner Lebenseinstellung doch alles falsch mache. Das nur Sport, Hungern und eiserner Wille zählen.

Ganz im Gegenteil! Frau Dr. med. Pia Roser erklärt mit einfachen, mir verständlichen Sätzen und viel Bildmaterial, wie Hunger mit mir und meinem Körper zusammen hängt. Sie bezeichnet das Hungergefühl, das gerne aus Langeweile oder Gewohnheit entsteht, als Kopfhunger, was ich sehr einprägsam fand!
Und ich muss ehrlich gestehen, dass nach der Lektüre viel besser verstehe, was in meinem Körper passiert! Wer hier gerade wen austrickst und warum ich das Gefühl habe, jetzt unbedingt sofort Schokolade essen zu müssen, damit kein Unglück passiert!

Vieles wusste ich bereits. Pizza, Pommes und Co machen mich glücklich und sind nicht gesund! Eine rohe Möhre wird nie das Glücksgefühl einer Nougatpraline für mich ersetzen! Soll es auch gar nicht! Aber mein persönliches Ziel ist es, Heißhungerattacken bekämpfen, nicht wahllos, plan und ziellos essen und eben eine, einzige Nougatpraline oder ein Stück Kuchen von Herzen genießen und es dann auch wieder gut sein zu lassen. Denn ich bin satt! Ich habe keinen Hunger!

Zum Glück für mich, erklärt die Autorin nicht nur, sondern gibt auch praktische Tipps mit an die Hand. Mal klappt die Umsetzung, mal eher nicht. Hand aufs Herz, ich gehe auch nicht allzu streng mit mir um. Was ich Jahrzehnte lang falsch gemacht habe, brauche ich nicht von jetzt auf gleich zu ändern.

Der Anfang ist gemacht und darauf bin ich stolz!

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Veröffentlicht am 15.03.2025

der Mensch hinterlässt Spuren

Lyneham
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Nachdem die Zerstörung der Erde durch die Menschen nicht mehr aufzuhalten ist, gelingt einigen wenigen, privilegierten die Flucht. Wissenschaftler, Bauern, Arbeiter, Reiche, einem Querschnitt durch die ...

Nachdem die Zerstörung der Erde durch die Menschen nicht mehr aufzuhalten ist, gelingt einigen wenigen, privilegierten die Flucht. Wissenschaftler, Bauern, Arbeiter, Reiche, einem Querschnitt durch die Bevölkerung ist es möglich, Mutter Erde zu verlassen und einen Neuanfang auf Perm zu wagen.
Darunter auch Henry mit seiner Familie. Er und seine Geschwister werden von ihrem Vater begleitet, denn ihre Mutter gehört zu dem Vortrupp, die Perm für die Ankunft vorbereiten sollen. Doch die Familie findet ihre Mutter nicht wieder. Dafür ein Leben, dass sie nicht führen wollen.

Das Cover ist sehr düster gehalten. Es zeigt die Reste einer riesigen Hand, die Handfläche nach oben. Die Finger sind teilweise abgebrochen, der Rest erodiert. Auf dem Daumen stehen drei Menschen, vermutlich die Geschwister Chester, Henry und Loy, die versonnen in eine fremde Welt blicken. Es gibt außer ihnen kein Leben; nur Stein, Staub und die Unendlichkeit des Weltalls. Auf mich wirkt das Bild kalt und bedrohlich. Und faszinierend zu gleich.

Nils Westerboer hat einen Roman geschaffen, der mir gleich mehrfach unter die Haut ging. Anfangs konnte ich mich entspannt treiben lassen, in einem spannenden Scifi-Abenteuer! Atemlos ließ ich mich von der Möglichkeit einwickeln, ein Leben auf einem fernen Planeten in Angriff zunehmen. Die Beschreibung der Technologie war nicht nur faszinierend, sondern auch so einfach, dass ich folgen konnte und den technischen Fortschritt für absolut möglich hielt. Ich denke, dass der Autor hervorragend recherchiert hat für seinen Roman und die bisher funktionierende Technik weiter verfeinerte. Richtig spannend!

Und dann durfte ich Einblick in die menschliche Psyche nehmen; auf diesen Blick hätte ich jedoch dankend verzichten können. Die pure Verzweiflung, wenn Mutter Erde nicht nur stirbt, sondern bereits gestorben ist. Der Gedanke, heimatlos zu sein und was das mit einem macht, ist schier furchtbar! Aber noch viel schlimmer ist das, was wir Menschen daraus machen. Großartig auf der einen Seite - was den technischen Fortschritt anbelangt - und gruselig auf der anderen Seite. Denn wir wachsen nicht mit dem technischen Fortschritt. Die niedersten Instinkte scheinen in unserer DNA festgeschrieben zu sein. Das Recht des Stärkeren, egal zu welchem Preis.
Gleichzeitig ist es Nils Westerboer gelungen, mir diese Wahrheit um die Ohren zu schleudern. Anfangs sehr subtil, doch dann hielt er mir gnadenlos den Spiegel vors Gesicht und ich stellte mir unweigerlich die Frage: Was hätte ich gemacht? Leider ist die Frage sehr einfach zu beantworten: ...

Mein Fazit
Ein sehr packender Scifi-Thriller, der aktueller nicht sein könnte!

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Veröffentlicht am 27.08.2024

jede Tür führt überall hin

Das Buch der tausend Türen
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Cassie ist traurig, als einer ihrer liebsten Kunden, der ruhige und stets freundliche Mr. Webber, in der Buchhandlung während ihrer Schicht stirbt. Er hinterlässt ihr das Buch der tausend Türen und damit ...

Cassie ist traurig, als einer ihrer liebsten Kunden, der ruhige und stets freundliche Mr. Webber, in der Buchhandlung während ihrer Schicht stirbt. Er hinterlässt ihr das Buch der tausend Türen und damit beginnt für Cassie ein Abenteuer!
Noch am selben Abend öffnet sich ihre Schlafzimmertür plötzlich nach Frankreich; An einen ihrer Sehnsuchtsorte! Cassie und ihrer Mitbewohnerin Izzy trauen ihren Augen kaum und genießen die ungeahnten Möglichkeiten, die das geheimnisvolle Buch ihnen bietet.
Doch nicht zu sie kennen das Buch...

Das Cover ist sehr dunkel gehalten. Es zeigt eine schier endlose Treppe, die sich durch das Nichts ins Unendlich zu schlängen scheint; von einer Tür zur nächsten. Es wirkt auf mich nicht nur geheimnisvoll, sondern auch bedrohlich und spiegelt so den Inhalt des Buches wieder.

Gareth Brown hat mich mit seinem fantastischen Roman eiskalt erwischt! Wenn man mich bitten würde aufzulisten, was ein gutes Buch ausmacht, würde dort stehen: Spannung, Magie, Liebe, Freundschaft, Unvorhersehbarkeit und bildliche Beschreibungen. Und genau das ist das Buch der tausend Türen für mich!
Ich konnte mich hoffnungslos zwischen den Zeile verlieren und tief, ganz tief in die Magie geladene Welt der Bücher abtauchen, die der Autor vor meinen Augen entstehen ließ. Dabei blieb der Faden zur Realität stets deutlich sichtbar und ich konnte mir gut vorstellen, dass mein nächstes Buch ein magisches ist und ein Tor zu einer unerforschten Welt für mich bereithält.
Besonders gut gefällt mir die Idee, dass Bücher magisch sein können. Nebel erzeugen, Illusionen, Schmerz nehmen oder eben Türen überall hin öffnen können. Die Beschreibungen von Gareth Brown fand ich hier sehr gelungen, da ich mir alles bildlich vorstellen und mich an die jeweiligen Schauplätze versetzen konnte. Ich liebe solche Bücher, die mich als Leser mit auf die Reise nehmen und das nicht nur als außenstehenden Beobachter, sondern quasi mit einsaugen ins Geschehen.
Ich spürte förmlich die Leidenschaft von Cassie, wie tief ihre Verbundenheit zu dem Buch ist, aber auch die Verantwortung, die es mit sich bringen kann.

Und während Cassie ihr Buch immer weiter erforscht und die Geheimnisse zu ergründen versucht, wird die Handlung um sie herum immer dichter und magischer. Hier taucht ein Feind auf, hier ein Freund. Gleichzeitig muss sie sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen, um die Zukunft meistern zu können. Denn irgendwie hängt alles zusammen, jede Handlung beinhaltet eine Reaktion, die manchmal anders ist, als man es sich vorstellt und wünscht.

Gareth Brown hat eine sehr interessante und tiefgründige Ursache - Wirkung - Verstrickung kreiert, die mich teilweise schmunzeln, teilweise staunen und stets verblüfft zurück ließ. Aber auch ein Buch über Freundschaft und Liebe, das mich tief bewegte.
Ich habe sein Buch gerne gelesen und vor allem die Protagonisten beobachtet, die an ihren Aufgaben reiften. Aber nicht jeder reift an einer Aufgabe, sondern ergibt sich der Gier und der Herrschsucht. Ich fand es spannend, die einzelnen Charaktere kennenzulernen und sie zu beobachten. Oft stellte ich mir natürlich die Frage, wie ich reagiert hätte und nicht immer fiel dies positiv aus. Hin und wieder kann ich verstehen, wenn man sich den Verlockungen ergibt.

Mein Fazit
Ein spannendes und tolles Buch, mit dem ich träumen, staunen und lachen konnte! Ich war gerne in der magischen Welt der Bücher!

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Veröffentlicht am 04.08.2024

willst du wirklich die Wahrheit wissen?

Scandor
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Eine Münze

Eine Challenge

Hundert Teilnehmer

Fünfmillionen Euro

Das alles und noch viel mehr erwartet die Teilnehmer bei einer einzigartigen Herausforderung. Tessa und Philipp kommen in den Besitz ...

Eine Münze

Eine Challenge

Hundert Teilnehmer

Fünfmillionen Euro

Das alles und noch viel mehr erwartet die Teilnehmer bei einer einzigartigen Herausforderung. Tessa und Philipp kommen in den Besitz einer Münze, hinter der sich die Teilnahme an einem Experiment verbirgt. Ein einzigartiger Lügendetektor mit Namen Scandor soll getestet werden. Hunter Teilnehmer wurden ausgewählt und müssen sich der Challenge stellen, nicht zu lügen. Weder Notlügen, noch Nettigkeitslügen dürfen über ihre Lippen kommen. Und jede ihnen gestellte Frage muss beantwortet werden. Wer lügt, fliegt nicht nur aus dem Experiment und verliert die Chance auf das Preisgeld von fünf Millionen Euro, sondern muss sich auch seiner größten Angst stellen.

Das Cover zeigt eine Art Folie. Genauso habe ich mir Scandor an den Unterarmen der Probanden vorgestellt und finde das Bild dementsprechend gut zu Titel und Inhalt gewählt, auch wenn es mir optisch nicht gefällt.

Ursula Poznanskis neuer Roman treibt nicht nur die Teilnehmer zur Verzweiflung, sondern bringt auch mich als Leser als Grübeln. Wie oft lüge ich eigentlich am Tag? Wie oft nutze ich Floskeln, um einem Gespräch zu entkommen, das ich nicht führen möchte? Mit diesen Überlegungen im Hinterkopf, konnte ich mich sehr gut in die zu bewältigende Aufgabe hineindenken.
Hundert Münzen scheinen wahllos verteilt worden zu sein. Auf jeder ein Barcode, der den Scannenden auf eine geheimnisvolle Internetseite lotst und anschließend zu den Entwicklern von Scandor, einem neuartigen Lügendetektor. Die Macher wollen diesen unter realen Bedingungen testen und werben hindert Probanden an, die diesen testen sollen. Denn Scandor entdeckt nicht nur ausgesprochene Lügen, sondern auch Halbwahrheiten, Notlügen und geschriebene Ausflüchte. Wer lügt, fliegt sofort aus dem Programm. Wer lügt, kann nicht mehr die 5 Millionen Euro Preisgeld gewinnen. Alles scheint erlaubt, nur andere dürfen körperlich nicht verletzt werden. Eigentlich eine einfach Idee, doch Ursula Poznanski setzt dies mit ihrem gewohnt spannenden und mitreißendem Schreibstil um, der mir schier den Atem raubt. Aber nicht nur die Spannung steht im Mittelpunkt, sondern die Überlegung, wie oft ich selber lüge und ob ich dieses Experiment schaffen würde. Nein, würde ich nicht!

Tessa und Philipp stellen sich diesem simpel klingenden Experiment. Doch als sie ihre schlimmste Angst als Einsatz setzen müssen, kommen ihnen erstmals Zweifel. Denn der Einsatz beim Versagen ist gewaltig; Für jeden der Teilnehmenden! Und schnell kam bei mir die Überlegung auf, was wirklich hinter Scandor steckt! Mal rasten meine Gedanken in die Richtung, mal in jene. Ich liebe dieses Verwirrspiel der Autorin, die mir wieder viel Platz für eigenen Überlegungen lässt und trotzdem gekonnt und klar ihren eigenen Weg verfolgt. Die Wendungen waren für mich nicht vorhersehbar, was das Lesen noch spannender gestaltete.

Ich mochte die beiden Protagonisten Tessa und Philipp von Beginn an. Sie sind ganz normale junge Erwachsene, die sich in ihrem Leben zurecht finden. Sie wirken wie du und ich; natürlich mit dem ein oder anderen Schicksalsschlag, aber wer kennt das nicht. Durch diese Nahbarkeit, wirken die beiden authentisch und lebensnah. Mir waren sie sympathisch und blieben dies auch, egal welche Richtung die Handlung des Buches einschlug.

Mein Fazit
Ein starker, spannender und tiefgründiger Roman, der mir viel Freude beim Lesen bereitet hat. Die Seiten verflogen wie nichts!

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Veröffentlicht am 19.08.2023

das Leben wird smarter

The Marriage Act - Bis der Tod euch scheidet
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Jeffrey ist staatlicher Beziehungsberater für Smart-Ehen. Doch er hilft den ausgewählten Paaren anders, als man denkt.
Roxi ist eine Möchtegern-Influencerin, die ihrer eigenen Tochter likes missgönnt. ...

Jeffrey ist staatlicher Beziehungsberater für Smart-Ehen. Doch er hilft den ausgewählten Paaren anders, als man denkt.
Roxi ist eine Möchtegern-Influencerin, die ihrer eigenen Tochter likes missgönnt. Bis sie ihren Tag gekommen sieht und endlich die Follower bekommt, die ihr vermeintlich zu stehen.
Corrine ist ein Opfer. Gezwungen und gefangen in der Smart-Ehe mit ihrem Mann Mitchell, ist das Leben mehr als trostlos. Sie versucht einfach alles, um ihrer persönlichen Hölle zu entkommen.
Arthur ist über fünfzig Jahre mit seiner Frau zusammen. Doch was droht ihm, wenn sie ihrer Krankheit erliegt?
Anthony arbeitet für die Regierung. Auch erlebt in einer Smart-Ehe, die er hilft zu propagieren. Er könnte was ändern.

Fünf Menschen, fünf Leben, fünf Ansichten; stellvertretend für die ganzen Menschen in einem Land. Menschen, wie du und ich.

Das Cover zeigt ein Brautpaar. Sie stehen jedoch nicht vor einem Altar, sondern vor einem gigantischen Auge; ganz nach dem Motto Big Brother is watching you. Und genauso ist es auch, denn was in den eigenen vier Wänden geschieht ist nicht mehr privat, sondern wird überwacht. Ich finde das Bild schlicht und doch mehr als aussagekräftig. Es passt hervorragend zum Inhalt des Buches und fasst mehr zusammen, als es ein Klapptext jemals vermögen könnte.

Bisher konnten mich alle Bücher von John Marrs restlos begeistern und so war ich auf die Fortsetzung von the one - finde dein perfektes Match mehr als gespannt! Ich habe the one tatsächlich direkt vor the marriage act gelesen, weil ich annahm, dass ich es gelesen haben müsste, um die Fortsetzung zu verstehen. Klare Antwort: Nein. Auch ohne den Vorgänger kann man dieses Buch lesen und verstehen; nichts ist aus dem Zusammenhang gerissen. Denn es ist zwar eine Fortsetzung, aber nicht mit den damalige Charakteren. The marriage act ist in meinen Augen eher eine Weiterentwicklung der DNA Matches. Natürlich liest es sich etwas schöner, wenn man den Werdegang der Matches kennt, muss aber nicht wirklich sein. Diesmal geht es um die Smart Ehe. Jeder, der seine normale Ehe upgradet und sich mit den Smart Geräten quasi unter staatliche Kontrolle begibt, erhält Sonderkonditionen. Bessere Gesundheitsfürsorge, bessere Schuldbildung für die Kinder, günstige Kredite, ein besseres Haus. Dies und vieles mehr verspricht der Staat seinen Bürgern, wenn sie sich unter seine Fittiche begeben. Es klingt wie ein wahrgewordener Traum und dafür muss man sich nur täglich zehn Minuten abhören lassen um sicher zu stellen, dass mit der Ehe alles ok ist. Kleiner Preis für diese Vergünstigungen. Oder? Selten habe ich George Orwells 1984 interessanter weiterentwickelt gesehen!

John Marrs schildert gekonnt, wie sehr und vor allem wie überaus dankbar, sich der Staat in die Belange seiner Bürger einmischt, wenn diese ihm freiwillig Tür und Tor öffnen. Und wie schwer sich eine solche Tür wieder schließen lässt, wurde sie einmal aufgestoßen. Menschen, die in einer dauerhaften Beziehung, also einer Ehe leben, sind glücklicher, gesünder, effektiver und zuverlässiger. So der Tenor und ja, ich konnte und kann das nachvollziehen. Denn es ist schon ein Unterschied, wenn man das Leben zu zweit meistert und nicht allein. Und hier setzt der Staat erfolgreich seinen Hebel an mit der Smart-Ehe. Wer seine ehe upgraden lässt, erhält viele attraktive Vorteile. Doch aus den Vorteilen wird mal schon ein Zwang und die Freiwilligkeit schnell zu einer Augenwischerei. Eine gute Sache verkommt zu etwas gruseligem, das keiner haben will. Diese Abwärtsspirale schildert der Autor anhand von fünf Personen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Zu dem einen baute ich schneller eine Verbindung auf, als zu dem anderem, was vermutlich auch das Ziel von John Marrs war. Jedem seiner Leser soll die Möglichkeit gegeben werden, sich mit einem Charakter zu identifizieren und zu verbrüdern. Aber eben auch, andere Sichtweisen zu sehen, zu verstehen und akzeptieren. Für mich ist schnell deutlich geworden, dass John Marrs zu jedem seiner Charaktere eine innige Beziehung aufgebaut hat und ihnen Leben einhaucht. Es schien mir fast, dass sich die Menschen Schritt für Schritt weiter entwickelten und ich gemeinsam mit dem Autor jeden einzelnen von ihnen kennenlernen durfte. Die Spirale des Grauens schlug ihre brutale Klaue in jeden und dank der intensiven Beschreibung des Autors, konnte ich mit fiebern, mitleiden und mitkämpfen.
John Marrs baut seinen Roman, bzw. die Geschehnisse in diesem nicht langsam auf, sondern warf mich direkt ins Geschehen. Natürlich ließ er mir Zeit und Raum die Gegebenheiten und Protagonisten kennenzulernen, aber dann ging die Fahrt auch schon ungebremst los. Dank vieler und schneller Wechsel zwischen den Charakteren, fiel es mir denkbar schwer, das Buch auch nur kurz zur Seite zu legen, da ich wissen wollte, wie es weitergeht. Absoluter Suchtfaktor!

Mein Fazit
Pure Spannung, intelligente Handlung und authentische Charaktere; Mal wieder ein grandioses Werk von John Marrs und ich freue mich schon sehr auf viele weitere Bücher dieses faszinierenden Autors!

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