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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.10.2024

Leichte Kost mit royalem Flair

Tee auf Windsor Castle
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Das Cover mit feiner Porzellantasse lädt In royalen Farben zur britischen Tee-Pause ein, edel gestaltet. Die beiden gesellschaftlich gegensätzlichen Hauptfiguren, die junge Schottin Kate Bulloch aus einfachen ...

Das Cover mit feiner Porzellantasse lädt In royalen Farben zur britischen Tee-Pause ein, edel gestaltet. Die beiden gesellschaftlich gegensätzlichen Hauptfiguren, die junge Schottin Kate Bulloch aus einfachen Verhältnissen, keine Royalistin. und die britische Queen Elisabeth, hier als betagte, trinkfeste Betty und ihr Hund Henry im Dienstbotenbereich, treffen zufällig aufeinander. Beide verbringen gesellige Stunden bei einem Pub-Besuch, einem Spaziergang im Park von Windsor Castle, einer Pokerparty in »Onkel Davids« Liebesnest. Der besondere Charme besteht aus Anspielungen in Dialogen und romantischen Anstreichungen und Vermerken in Büchern im Zusammenhang mit Mr. Hutton. Trotz ihrer verschiedenen Lebenswelten kann Kate schließlich die zehn royalen Lebensweisheiten akzeptieren mit neuem Blick auf ihr Leben. Der Romanschluss mit der Doppelgängerin Ioana wirkt sehr konstruiert, etwas unglaubwürdig. Der humorvolle Schreibstil gefällt.

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Veröffentlicht am 27.09.2024

Korrupte staatliche Instanzen in Italien und ihre Bekämpfung

All das Böse, das wir tun
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Auf zwei Zeitebenen geht es um Entführungen junger Mädchen: Vor dreißig Jahren war die Polizistin Itala Caruso auf den Spuren eines dreifachen Serienmörders, Perser genannt. In der Gegenwart geht es um ...

Auf zwei Zeitebenen geht es um Entführungen junger Mädchen: Vor dreißig Jahren war die Polizistin Itala Caruso auf den Spuren eines dreifachen Serienmörders, Perser genannt. In der Gegenwart geht es um die Entführung der Schülerin Amala, Nichte der Anwältin Francesca Cavalcante. Die komplexe, suspekte Romanfigur des Israeliten Gerry bringt mehr Spannung in diesen Thriller trotz bleibender finalen Fragen im überraschenden Romanende. Im Zusammenhang mit diesem und Italos` Charakter spielen Bibelzitate und ethische, moralische Fragen zum Bösen eine Rolle: z. B. »Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnet haben«, sagte der Gerry. Francesca erstarrt. oder Kann Böses auch getan werden, um etwas Gutes zu erreichen und ist es dann noch böse? Besonders die Ausführungen über asiatische Riesenhornissen und Aktivitäten der Pfadfinder sind interessant, ebenso die Einbeziehung der tatsächlich eingetretenen Flutkatastrophe im Jahre 1994 entlang des Tanaro. Insgesamt ist die Liste aller Beteiligten lang, was die Zuordnungen erschwert. Der Spannungsbogen im Zeitstrang der Vergangenheit hätte zügiger gespannt werden können bei verwirrender Korruption innerhalb der staatlichen Behörden.

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Veröffentlicht am 06.09.2024

Lehrreich, jedoch dadurch auch spannungsärmer.

Mit kaltem Kalkül
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Zu Beginn des Krimis werden während der Morgenbesprechung der Spezialeinheit „Extremdelikte“ drei ungewöhnliche Todesfälle vorgestellt, die aber kaum bis gar nicht im Verlauf des Buchs behandelt werden ...

Zu Beginn des Krimis werden während der Morgenbesprechung der Spezialeinheit „Extremdelikte“ drei ungewöhnliche Todesfälle vorgestellt, die aber kaum bis gar nicht im Verlauf des Buchs behandelt werden und nur am Ende wieder kurz aufgegriffen werden. Dann bis zur Hälfte des Thrillers werden die Aktivitäten des ehemaligen jordanischen Ex- Geheimdienstleisters Hassan Khalaf beschrieben, der sich als Einzelkämpfer auf die Suche nach dem vermissten achtjährigen Yasser Khatib macht. Erst durch seine verdeckten, anonymen Hinweise an die Berliner Polizei kommen schließlich beide Erzählstränge zusammen. Mit Rechtsmedizinerin Dr. Sabine Yao und der Leiterin der vierten Mordkommission des Berliner LKA Monica Monti stehen starke, erfolgreiche Charaktere im Mittelpunkt. Besonders im Zuge ihrer Zusammenarbeit werden viele Fachbegriffe nachvollziehbar ausführlich erklärt. Sicher lehrreich, jedoch führt ihre Häufigkeit auch zum Verlust von Spannung. Mit der Neuköllner High-Deck-Siedlung Berlin und der benachbarten Schattengesellschaft in der Bauwagensiedlung werden dortige soziale Brennpunkte benannt. Der Erzählstrang um die jüngere Schwester vom Yao, Mailin, wirkt zu sehr konstruiert, wirkt im Puzzle der Gesamtaufklärung deplatziert. Insgesamt nicht so gut wie die Vorgänger.

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Veröffentlicht am 28.08.2024

Rumänien - nicht nur für politisch Interessierte lesenswert

Vaterländer
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In drei Teilen geht es um mehr als nur um die rumänisch-ungarische Familiengeschichte dreier Generationen von Vätern. Auch das Alltagsleben in Rumänien während des Ceauceșcu-Regimes mit all ihren Entbehrungen ...

In drei Teilen geht es um mehr als nur um die rumänisch-ungarische Familiengeschichte dreier Generationen von Vätern. Auch das Alltagsleben in Rumänien während des Ceauceșcu-Regimes mit all ihren Entbehrungen wird besonders im zweiten Teil beschrieben, wo der Großvater Horea Sava als junger Mann ab 1949 in die politischen Intrigen dieses gnadenlosen Systems unverschuldet gerät. Die Lebensgeschichte von Sabins Vater Bela Tambrea erfährt mit seiner Entscheidung im Jahre 1985 eine wichtige Wende: Während einer Konzertreise in Frankreich flieht er mit einem Freund nach Deutschland, holt nach zwei Jahren voller Einsamkeit und Entbehrungen im Rahmen der Familienzusammenführung Ehefrau und Kinder nach. Ab vier Jahren bis zu seinem Stimmbruch erzählt der Autor Sabin Tambrea, 1984 in Rumänien geboren, über sein Familienleben in Marl. Sowohl der politische Wandel in Rumänien während dieser Zeit wird detailliert beschrieben, als auch die Sehnsucht nach Freiheit, nach Selbstbestimmung wird herausgestellt. Der Familienzusammenhalt insgesamt über einen langen Zeitraum und über einige Ländergrenzen hinweg ist beeindruckend. Die Schilderung der romantischen Liebesgeschichte von Sabins Eltern bringt positive, menschliche Momente in diese Beschreibung des doch politisch harschen Systems Rumäniens ohne Hoffnung auf Liberalisierung. Die frühe Vergangenheit Rumäniens wird auch angerissen. Das angehängte Familienverzeichnis ist besonders im ersten Teil hilfreich. Mit großer Willensstärke, mit Disziplin und langem Durchhaltevermögen – so werden die Hauptpersonen porträtiert. Der Schreibstil gefällt.

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Veröffentlicht am 22.08.2024

Liebe mit einem Verfallsdatum

Wir sehen uns am Meer
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Die problematische Liebesgeschichte zwischen einer Israelin und einem Palästinenser beginnt 2003 in New York, zwei Jahre nach 9/11. In drei Teilen entsprechend den Jahreszeiten Herbst bis Frühling beschreibt ...

Die problematische Liebesgeschichte zwischen einer Israelin und einem Palästinenser beginnt 2003 in New York, zwei Jahre nach 9/11. In drei Teilen entsprechend den Jahreszeiten Herbst bis Frühling beschreibt die Israelin Liat ihr Leben in N.Y. mit Rückblenden zu ihrer Familie und ihrem bisherigen Leben in Tel Aviv. Ihr Visum läuft zum 20. Mai 2003 aus. Durch Zufall lernt sie den Maler Chimra aus Ramallah, Westjordanien kennen, der seit 1999 in N.Y. lebt. Die politische Brisanz zwischen diesen beiden Ländern wird mit simplen Methapern mit Symbolgehalt angerissen.
Im zweiten Teil zur sehr kalten, anhaltenden Winterzeit trösten sich beide ineinander geschmiegt und liebessatt gegen Kälte und Einsamkeit, ohne dass Eltern und Freunde im Heimatland in ihre politisch untersagte Beziehung eingeweiht werden. Beide genießen nicht nur Gefühle der Freiheit und Unabhängigkeit weit ab von der reglementierten Heimat, sondern auch z.B. in U-Bahnen unterwegs in N.Y. fehlt besonders Liat der Mut vor Israelis, zu ihrer Beziehung mit ihrem heimlichen, arabischen Geliebten zu stehen. Chilmi und seine Familie werden mit Rückblenden und mittels einer DVD vorgestellt. Sein älterer Bruder Wassim entfacht mit Liat einen politischen Streit um einen zukünftigen binationalen Staat.
Im dritten Teil fliegt Liat zurück nach Tel Aviv nach Ablauf ihres Visums. Auch Chimli kehrt für zwei Monate heim nach Ramallah. Per Telefon halten beide weiterhin Kontakt und richten sich getrennt neu ein. Doch schließlich passiert ein Unglück!
Der Sprachstil gefällt, auch wenn der Satzbau etwas ungewöhnlich ist durch Aneinanderreihung unvollständiger Sätze. Die bildliche Wortwahl und die detaillierte Erzählweise lassen die Atmosphäre an den jeweiligen Standorten lebendig werden. Die politische Brisanz in dieser persönlichen Liebesbeziehung ist klar heraus gearbeitet.

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