Das Schweigen der Maria Arnold
Niemand hat es kommen sehenEin Jahr lang war Maria Arnold aus ihrem Heimatdorf verschwunden, als sie plötzlich zurückkehrt und scheinbar keine Erinnerung an die Zeit ihres Verschwindens hat. Doch warum ist sie nach dem Tod ihrer ...
Ein Jahr lang war Maria Arnold aus ihrem Heimatdorf verschwunden, als sie plötzlich zurückkehrt und scheinbar keine Erinnerung an die Zeit ihres Verschwindens hat. Doch warum ist sie nach dem Tod ihrer Mutter, die sie jahrelang aufopferungsvoll gepflegt hat, so plötzlich verschwunden und was ist in der Zeit ihres Fernbleibens tatsächlich geschehen?
Als das Ermittlerteam Theo Nebel und Melanie Ramsauer versuchen einen Mordfall aufzuklären, bei dem eine Verbindung zu Maria hergestellt werden kann, kommen immer mehr Fragen auf, doch Maria bleibt weiterhin stumm. Kann sie sich wirklich nicht erinnern oder würde sie sich selber belasten, wenn sie etwas sagt? Ist Maria Täterin oder Opfer?
Mit dem Kriminalroman „Niemand hat es kommen sehen“ von Gudrun Lerchbaum erscheint der Nachfolgeband zu „Zwischen euch verschwinden“.
Nach dem Lesen des vorliegenden Romans bin ich der Meinung, dass man den Vorgänger durchaus vorab lesen sollte, um die hier nur angedeuteten Vorfälle etwas näher in Erfahrung zu bringen und damit gegebenenfalls Zusammenhänge und Hintergründe besser zu verstehen, die somit teilweise nur oberflächlich und damit auch lückenhaft dargestellt werden.
Mit dem Schreibstil der Autorin bin ich von Anfang an nicht ganz warm geworden. Die Protagonistin blieb mir leider fremd, da die verwendete Sprache teilweise sehr hochgestochen war und gerade in der ersten Hälfte des Romans in meinen Augen viel zu viele aktuelle Themen fast zwanghaft thematisiert wurden, die für den Fortgang der Handlung keinerlei Rolle spielten.
Die Figur der Maria und deren Bedeutung für das Frauenbild wurde für mich ebenfalls nicht ganz klar. Da Maria selber sich nie wirklich zu ihrer Zeit geäußert hat und man somit immer nur andeutungsweise ihre Rolle erahnen konnte, bleibt bis zum Schluss unklar, ob sie nun nur die aufopferungsvolle pflegende und nie gesehene stille Frau war oder sich doch gewehrt hat.
Manch einer mag diese Art der Erzählung, mich hat es leider nicht ganz abgeholt.
Während der Anfang für mich eher zusammenhanglos war, wurde es in der zweiten Hälfte besser und die einzelnen Erzählstränge haben sich zu einem Ganzen gefügt. Das Ende war ganz nett, sodass ich diesen Roman für mich im Mittelfeld einordnen würde.
Von mir gibt es 3 Sterne, da der Ansatz sicher Potential für mehr Tiefgang und eine bessere Umsetzung hätte, die mich mehr mitreißen würde. Hängenbleiben wird die Geschichte wohl leider nicht sehr lange in meinem Kopf.