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Veröffentlicht am 24.09.2024

Erinnerungen

Nur nachts ist es hell
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In „Nur nachts ist es hell“ von Judith W. Taschler erzählt die Autorin die Geschichte der Familie Brugger weiter, die ihren Start bereits im Vorgängerband „Über Carl reden wir morgen“ gefunden hat.
Diesmal ...

In „Nur nachts ist es hell“ von Judith W. Taschler erzählt die Autorin die Geschichte der Familie Brugger weiter, die ihren Start bereits im Vorgängerband „Über Carl reden wir morgen“ gefunden hat.
Diesmal erfährt der Leser mehr über das Leben und die Erfahrungen von Elisabeth Brugger, der jüngsten der vier Brugger-Kinder.
Elisabeth schreibt als ältere Dame einen langen Brief über ihre Erinnerungen an ihre Großnichte, aus dem hervorgeht, wie sie sich als junge Frau mit ihrem Wunsch, Medizin zu studieren, durchgesetzt hat, welche Hürden im Studium auf sie warteten und was sie als Ärztin in Wien erlebt ha – alles vor dem Hintergrund zweiter Weltkriege. Gleichzeitig bekommt man einen tieferen Einblick in das Leben von Eugen Brugger, dem Zwillingsbruder von Carl, dessen Leben so einige Geheimnisse verborgen hält.
Das Cover ist für die Epoche, in der das Buch spielt – Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts – sehr passend gewählt. Ganz anders habe ich dies beim Titel des Romans empfunden. Dieser erklärt sich lediglich an einer Stelle der Erzählung und das für mich eher dürftig.
Die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil, der sich sehr gut lesen lässt.
Durch sehr viele Zeitsprünge, die nicht chronologisch, sondern recht sprunghaft in den Zeiten hin und hergewechselt haben, empfand ich die Erzählung von Elisabeth teilweise als verwirrend und anstrengend zu folgen. Wenn man davon ausgeht, dass es sich bei ihr um eine ältere Dame handelt, die sich in ihren Erinnerungen verliert, mag das als Begründung herhalten. Allerdings hat es meinen Lesefluss gestört.
Die private und berufliche Entwicklung von Elisabeth konnte man anhand der geschilderten Erlebnisse gut nachvollziehen. Allerdings fehlte mir dabei jegliche emotionale Ebene, was ich anders erwartet hätte.
Die Hürden im Medizinstudium waren mir leider etwas zu kurz runtergeschrieben.
Auf der anderen Seite wurden oft medizinische Fachbegriffe, Vorgehensweisen und Errungenschaften eingebaut und erklärt, die ich zwar im Zusammenhang mit dem medizinischen Hintergrund von Elisabeth nachvollziehen kann, welche mir allerdings teilweise zu viel wurden. Man hatte hier eher das Gefühl, die Autorin verliert sich etwas zu sehr in Einzelheiten.
Sehr schön fand ich, dass man durch diesen Brief nun mehr über das weitere Leben von den Zwillingsbrüdern Eugen und Carl erfahren hat. Hierzu muss man natürlich Band 1 dieser Reihe gelesen haben. Wenn nicht, wird in diesem Buch vieles wiederholt.
Wieder super gelungen ist es Judith W. Taschler die damalige Zeit, deren Verhältnisse und wichtigsten Ereignisse in die Geschichte einzubringen und dem Leser dadurch ein gutes Gefühl für das Zeitgeschehen zu vermitteln.
Was sich mir leider bis zum Schluss des Romans nicht erschlossen hat, ist, warum Elisabeth diesen Brief zu diesem Zeitpunkt an ihre Großnichte verfasst hat. Das fand ich sehr schade.

Fazit:
Ich habe mich gefreut, wieder in die Familiengeschichte der Familie Brugger einzutauchen. Allerdings hätte ich mehr von der Perspektive Elisabeths erwartet und war somit etwas enttäuscht.
Für mich gibt es somit leider nur 3 von 5 Sternen.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.08.2024

Ein Thriller ohne Spannung

Du kennst sie
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„Du kennst sie“ ist ein Thriller und gleichzeitig das Debüt von Meagan Jennett.
Die Barkeeperin Sophie Braam hat in ihrem Job schon viel gesehen und erdulden müssen – vor allem von männlichen Zeitgenossen. ...

„Du kennst sie“ ist ein Thriller und gleichzeitig das Debüt von Meagan Jennett.
Die Barkeeperin Sophie Braam hat in ihrem Job schon viel gesehen und erdulden müssen – vor allem von männlichen Zeitgenossen. Immer lächeln ist die Devise, doch als einer ihrer Gäste zu aufdringlich wird und sogar ihren Rotwein wegtrinkt, reicht es ihr endgültig und sie überschreitet die unausweichliche Grenze und bringt ihn um. Schnell findet sie Gefallen daran, sich dieser unwürdigen Geschöpfe zu entledigen und ihre Anmachen und Blicke nicht mehr ertragen zu müssen.
Nora Winter ist eine dunkelhäutige Polizistin, die sich ihre Stellung in der neuen Dienststelle noch erkämpfen muss. Nicht nur auf der Arbeit hat sie mit ihren Problemen zu kämpfen, sondern auch privat plagen sie Albträume.
Auf der Suche nach dem Serienmörder freunden sich die beiden Frauen zufällig an, doch Nora wird das Gefühl nicht los, dass mit Sophie etwas nicht stimmt. Währenddessen macht sich Sophie fröhlich weiter auf die Suche nach neuen Opfern, bis ihr Fokus auf Noras Ehemann ruht.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr gewöhnungsbedürftig.
Die beiden Frauen, deren Herkunft und berufliche Hintergründe lernt man als Leser sehr ausführlich kennen. Dabei wird einem durchaus bewusst, woher Sophie ihre Abneigung gegen das männliche Geschlecht hat und mit welchen Problemen Nora zu kämpfen hat. Allerdings waren mir die Schilderungen oft zu langatmig und haben mein Interesse am Fortgang der Geschichte geschmälert.
Die eigentliche Mordserie war in meinen Augen nicht sehr spannend beschrieben. Mir fehlte der Überraschungseffekt, das Mitfiebern. In einem Thriller möchte ich das Gefühl haben, das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu können. Das hat mir hier komplett gefehlt. Im Gegenteil habe ich es teilweise nur noch zur Hand genommen, um das Ende zu erfahren.
Die Beschreibungen der Leichen und deren Verwesungsfortgang mit all den tierischen Begleitern fand ich ziemlich eklig und waren mir zu ausschweifend.
Die Ermittlungstätigkeit kam mir leider auch etwas zu kurz. Es wurde zwar immer wieder angerissen, dass etwas gefunden wurde und Noras Intuition, die ihr einen Weg aufzeigte, aber an sich war alles nur recht oberflächlich und verpuffte letztendlich.

Fazit:
Grundsätzlich ist die Idee hinter der Story sehr interessant – eine Frau als Serienmörderin. Die Motive wurden verständlich und die Atmosphäre gut aufgebaut, aber für einen Thriller fehlte eindeutig die nötige Spannung!
Daher gibt es von mir nur 3 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.04.2024

Ein spannender Thriller mit vielen logischen Ungereimtheiten

Das Resort
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„Das Resort – Du kannst nicht entkommen“ ist ein Thriller aus der Feder von Sarah Goodwin.
Mila ist zusammen mit ihrem Ehemann Ethan auf dem Weg zur Hochzeit ihrer Schwester Jess. Diese findet in einem ...

„Das Resort – Du kannst nicht entkommen“ ist ein Thriller aus der Feder von Sarah Goodwin.
Mila ist zusammen mit ihrem Ehemann Ethan auf dem Weg zur Hochzeit ihrer Schwester Jess. Diese findet in einem luxuriösen Resort in den bayerischen Alpen statt. Das Mietauto gibt jedoch mitten in einer verlassenen Gegend den Geist auf und Mila und Ethan müssen sich schlecht ausgerüstet auf die Suche nach einer passenden Unterkunft für die Nacht machen. Sie finden sich in einer Ansammlung von alten Holzhütten mitten im tiefen bayerischen Wald wieder, in denen sie die Nacht verbringen können, doch am nächsten Morgen ist nicht nur Ethan spurlos verschwunden. Mila sieht sich plötzlich auch mit einem unheimlichen dunklen Schatten konfrontiert, der sie scheinbar ständig beobachtet. Für sie geht es nun ums nackte Überleben. Doch wo ist Ethan und wie kann sie es allein, verletzt und fast ohne Verpflegung aus dieser Einöde schaffen?

Der Schreibstil der Autorin ist von Beginn an fesselnd und spannend und es ist faszinierend wie es Sarah Goodwin gelingt, aus einer Handlung mit nur 1 Protagonistin ein Setting zu kreieren, was man als Leser gern verfolgt.

Die Erlebnisse von Mila werden aus der Ich-Perspektive geschildert und dabei lernt man sie, ihre Gefühle und ihre Handlungen sehr intensiv kennen. Ich habe mit ihr im ersten Drittel des Buches mitgefiebert und -gerätselt.

Leider lässt die Spannung ab der Mitte des Thrillers nach, da sich Logikfehler in der Handlung häufen und für mich dadurch auch der Lesespaß ein wenig abhandengekommen ist.
Verschiedene Handlungsstränge, die zu Beginn die hohe Spannungskurve verursacht haben, wurden leider nicht weiterverfolgt oder nur unbefriedigend zum Ende gebracht.
Auch die Handlungen der anderen Personen im Buch konnten nach meiner Ansicht nicht wirklich plausibel erklärt werden, sodass die Auflösung mich nicht zufriedenstellt und mich eher geärgert hat.

Die Idee hinter der Geschichte hat sehr viel Potential und ich denke, wenn die Autorin sich hier noch länger bzw. intensiver mit dem Aufbau beschäftigt hätte, wäre daraus ein richtig guter Thriller entstanden. So bin ich jedoch der Meinung, dass dieser Thriller aufgrund der Spannung und dem leichten Gruselfaktor zu Beginn und dem leider starken Abfall ab der Mitte nur im Mittelfeld rangieren kann.

Auch der Titel des Thrillers ist für mich in der Handlung kaum wiederzufinden; das Cover an sich ist gelungen, jedoch auch nicht ganz passend.

Fazit:
Ein starker Anfang mit rapidem Abfall. Spannung und große Logikfehler führen leider zu einem nur durchschnittlichem Lesevergnügen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 10.03.2024

Eine Geschichte mit Höhen und Tiefen

Das Mädchen mit dem Porzellangesicht
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„Das Mädchen mit dem Porzellangesicht“ ist ein Roman aus der Feder von Simone Keil.
Der Puppenmacher Kazuki Kobayashi ist überglücklich, als seine kleine Tochter Miyo zur Welt kommt, doch diese ist in ...

„Das Mädchen mit dem Porzellangesicht“ ist ein Roman aus der Feder von Simone Keil.
Der Puppenmacher Kazuki Kobayashi ist überglücklich, als seine kleine Tochter Miyo zur Welt kommt, doch diese ist in großer Gefahr. Da ihr Vater einen Vertrag mit dem dubiosen Advokaten Francis Fairweather geschlossen hat, der diesem jedes Jahr ein Kind aus seiner Sammlung verspricht – nicht ahnend, dass dieser das Wort „Kind“ nicht nur auf seine Puppen bezieht, sondern auch auf sein menschliches Kind.
Um seine Tochter zu schützen, versteckt er sie hinter einer Maske aus Porzellan, welche sie auf magische Weise vor den Augen des Advokaten beschützen soll, doch das Leben von Miyo ist dadurch von Einsamkeit und Flucht geprägt.
Das Cover des Romans ist sehr edel und besticht durch seine elegante Aufwartung, sodass man das Buch sehr gern in die Hand nimmt.
An den Schreibstil musste ich mich jedoch zunächst gewöhnen. Es ist mir lange nicht so schwer gefallen, in eine Geschichte hineinzufinden. Das liegt nicht an der genialen Idee, die dahintersteckt. Es werden tolle Elemente integriert wie menschlich denkende und fühlende KI-Roboter, magisch erscheinende Wesen, Menschen mit Behinderungen, die im Leben ihren Platz und ihr Glück gefunden haben. Auch die Sprache ist gespickt mit kleinen Andeutungen und Metaphern, die einen beim Lesen immer wieder zum Nachdenken bringen.
Es fehlte mir jedoch immer wieder an tiefergehenden Erläuterungen, die Figuren waren oft zu blass, die Geschehnisse zu schnell abgehandelt.
In einem Großteil der Geschichte war ich vom Gefühl her sehr bedrückt und hatte nur kleine Lichtblicke, die mir das Lesen wenigstens etwas erleichterten. Dadurch hatte ich auch nie das Gefühl, unbedingt weiterlesen zu wollen.
Das Setting im 19. Jahrhundert hat mich tatsächlich auch etwas irritiert. Es handelt sich zwar um einen Fantasy-Roman, jedoch werden auch immer wieder geschichtliche Hintergründe nebenbei eingeworfen. Dies war in meinen Augen unnötig.
Das Ende der Geschichte war überraschend, aber mir leider etwas zu einfach gelöst.
Auch wurden für mich offene Fragen nicht wirklich abschließend beantwortet, sodass ich das Buch etwas unzufrieden schließen musste.
Fazit:
Eine sehr schöne und interessante Idee, in der noch mehr Potential steckt und der sicher ein paar mehr Seiten gut getan hätten.

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Veröffentlicht am 10.02.2024

Gute Idee, die Umsetzung lässt zu wünschen übrig

Die Kommissarin und der Teufel
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„Die Kommissarin und der Teufel“ ist ein Mystery-Thriller aus der Feder von Peter Eckmann.
Der Verbrecher Frank Torborg weiß die Fähigkeit eines psychisch labilen Mannes auszunutzen, der sich für den Teufel ...

„Die Kommissarin und der Teufel“ ist ein Mystery-Thriller aus der Feder von Peter Eckmann.
Der Verbrecher Frank Torborg weiß die Fähigkeit eines psychisch labilen Mannes auszunutzen, der sich für den Teufel höchstpersönlich hält und Namen von Personen nennt, die bald sterben werden. Torborg macht daraus ein besonders perfides Geschäftsmodell der räuberischen Erpressung, welches schon bald große Kreise zieht.
Die Kommissarin Christine Hansen begegnet eher zufällig dem personifizierten Teufel höchstpersönlich, welcher sie für einen Engel hält und Angst bekommt. Das ganze Geschäftsmodell droht in Schieflage zu geraten. Kein Zweifel, die Kommissarin muss weg, doch wie kann das gelingen, ohne dass die Polizei Frank Torborg auf die Schliche kommt?
Kann Christine Hansen den Fall aufklären, bevor sie selbst zum Opfer wird?
Der Schreibstil von Peter Eckmann ist leicht verständlich und gut zu lesen. An manchen Stellen ist die Sprache jedoch etwas zu einfach und wirkt dadurch plump.
Die handelnden Personen bedienen in ihrem Aussehen und ihren Handlungen leider ziemlich viele Klischees. Auch das Frauenbild in der Gesellschaft, welches eigentlich überwunden scheint, wird gerade im Polizeiapparat hier wieder und wieder bedient, was beim Lesen eher nervig ist.
Die Protagonisten widersprechen sich in ihrem Tun, sodass die eigentlich als sehr kompetent aufgebaute Kommissarin Christine Hansen teilweise sehr unprofessionell handelt oder der skrupellose Verbrecher Frank Torborg ohne jeden Grund plötzlich seine weiche Seite entdeckt.
Auch logische Fehler sind im Buch zu häufig zu finden, sodass das Verfolgen der Handlung im Laufe des Lesens nicht mehr so viel Spaß macht.
Die versprochene Spannung und die Mystery-Aspekte habe ich leider komplett vermisst.
Die Idee, die hinter der Geschichte steckt, ist auf jeden Fall gut. Es benötigt jedoch auf jeden Fall noch einiger Feinarbeit, um eine runde Geschichte daraus zu machen, die einen fesselt und bis zur letzten Seite begeistert.
Daher kann ich das Buch momentan leider nicht weiterempfehlen.

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