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Veröffentlicht am 26.08.2025

Leider vom Hauptthema stark abgedriftet

Der Sommer am Ende der Welt
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„Der Sommer am Ende der Welt“ von Eva Völler behandelt ein emotionales und wichtiges Thema der Nachkriegszeit, welches bis weit in die Geschichte der Bundesrepublik hinein präsent war: das Schicksal der ...

„Der Sommer am Ende der Welt“ von Eva Völler behandelt ein emotionales und wichtiges Thema der Nachkriegszeit, welches bis weit in die Geschichte der Bundesrepublik hinein präsent war: das Schicksal der Verschickungskinder, die allein für mehrere Wochen in Kinderkurheime geschickt wurden, um dort Erholung und Genesung zu erfahren, jedoch traumatische Erfahrungen durchleiden mussten.
Die Journalistin Hanna reist mit ihrer pubertierenden Tochter Katie auf die Insel Borkum, um vor Ort an einem Artikel über das frühere Kinderkurheim Villa Aurelia zu arbeiten. Dabei konzentriert sie sich nicht nur auf die traumatischen Erfahrungen, die die Verschickungskinder u.a. in den 60er Jahren in diesem Heim machen mussten, sondern deckt erschütternde Ereignisse aus der Vergangenheit auf.
Doch schnell gerät sie in einen Interessenkonflikt zwischen objektivem Journalismus und Privatleben, denn sie verliebt sich in den Inselarzt Ole, dessen Familie in der Vergangenheit scheinbar tief in den Fall verstrickt war.
Diese Geschichte um die Verschickungskinder der Bundesrepublik Deutschland hat mein Interesse geweckt, da ich vorher von dieser Thematik noch nichts gehört hatte und es mich zutiefst erschüttert hat, welche schlimmen Erfahrungen die Kinder in diesen Heimen machen mussten. Die kursiv gedruckten Einschübe, in denen die Erinnerungen des damaligen Kurkindes Sabine Einfluss auf die Geschichte genommen haben, haben mich demzufolge auch am meisten beeindruckt und mich dazu veranlasst, mehr über dieses Stück Vergangenheit unserer Republik in Erfahrung zu bringen.
Leider wurde diese sehr emotionale Thematik durch die Liebesgeschichten, die die Autorin nicht nur Mutter Hanna, sondern auch noch Tochter Katie auf den Leib geschrieben hat, stark in den Hintergrund gedrängt.
Gleichzeitig wurden etliche Nebenschauplätze aufgemacht, die zum Fortgang der Geschichte wenig bis gar nichts beigetragen haben.
Damit hat mich die Autorin zur Mitte des Buches leider ein Stück weit verloren.
Insgesamt stuft die Autorin dieses Buch selber als Unterhaltungsroman ein, der einen wahren Bezug enthält. Dies würde ich nach dem Lesen auch so bestätigen. Er gibt einen ersten Anreiz, sich mit der Thematik näher zu beschäftigen und die Tiefen des damaligen Unrechts nur ansatzweise zu begreifen.

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Veröffentlicht am 06.03.2025

Das Schweigen der Maria Arnold

Niemand hat es kommen sehen
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Ein Jahr lang war Maria Arnold aus ihrem Heimatdorf verschwunden, als sie plötzlich zurückkehrt und scheinbar keine Erinnerung an die Zeit ihres Verschwindens hat. Doch warum ist sie nach dem Tod ihrer ...

Ein Jahr lang war Maria Arnold aus ihrem Heimatdorf verschwunden, als sie plötzlich zurückkehrt und scheinbar keine Erinnerung an die Zeit ihres Verschwindens hat. Doch warum ist sie nach dem Tod ihrer Mutter, die sie jahrelang aufopferungsvoll gepflegt hat, so plötzlich verschwunden und was ist in der Zeit ihres Fernbleibens tatsächlich geschehen?
Als das Ermittlerteam Theo Nebel und Melanie Ramsauer versuchen einen Mordfall aufzuklären, bei dem eine Verbindung zu Maria hergestellt werden kann, kommen immer mehr Fragen auf, doch Maria bleibt weiterhin stumm. Kann sie sich wirklich nicht erinnern oder würde sie sich selber belasten, wenn sie etwas sagt? Ist Maria Täterin oder Opfer?
Mit dem Kriminalroman „Niemand hat es kommen sehen“ von Gudrun Lerchbaum erscheint der Nachfolgeband zu „Zwischen euch verschwinden“.
Nach dem Lesen des vorliegenden Romans bin ich der Meinung, dass man den Vorgänger durchaus vorab lesen sollte, um die hier nur angedeuteten Vorfälle etwas näher in Erfahrung zu bringen und damit gegebenenfalls Zusammenhänge und Hintergründe besser zu verstehen, die somit teilweise nur oberflächlich und damit auch lückenhaft dargestellt werden.
Mit dem Schreibstil der Autorin bin ich von Anfang an nicht ganz warm geworden. Die Protagonistin blieb mir leider fremd, da die verwendete Sprache teilweise sehr hochgestochen war und gerade in der ersten Hälfte des Romans in meinen Augen viel zu viele aktuelle Themen fast zwanghaft thematisiert wurden, die für den Fortgang der Handlung keinerlei Rolle spielten.
Die Figur der Maria und deren Bedeutung für das Frauenbild wurde für mich ebenfalls nicht ganz klar. Da Maria selber sich nie wirklich zu ihrer Zeit geäußert hat und man somit immer nur andeutungsweise ihre Rolle erahnen konnte, bleibt bis zum Schluss unklar, ob sie nun nur die aufopferungsvolle pflegende und nie gesehene stille Frau war oder sich doch gewehrt hat.
Manch einer mag diese Art der Erzählung, mich hat es leider nicht ganz abgeholt.
Während der Anfang für mich eher zusammenhanglos war, wurde es in der zweiten Hälfte besser und die einzelnen Erzählstränge haben sich zu einem Ganzen gefügt. Das Ende war ganz nett, sodass ich diesen Roman für mich im Mittelfeld einordnen würde.
Von mir gibt es 3 Sterne, da der Ansatz sicher Potential für mehr Tiefgang und eine bessere Umsetzung hätte, die mich mehr mitreißen würde. Hängenbleiben wird die Geschichte wohl leider nicht sehr lange in meinem Kopf.

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Veröffentlicht am 01.02.2025

Leider nicht ganz überzeugender 4. Teil der "Verlorene-Töchter-Reihe"

Die verborgene Tochter
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„Die verborgene Tochter“ ist Band 4 der achtteiligen „Die verlorenen Töchter“-Reihe von Soraya Lane.
Alle Bände begleiten jeweils eine junge Frau auf der Suche nach ihrer Familiengeschichte und können ...

„Die verborgene Tochter“ ist Band 4 der achtteiligen „Die verlorenen Töchter“-Reihe von Soraya Lane.
Alle Bände begleiten jeweils eine junge Frau auf der Suche nach ihrer Familiengeschichte und können somit unabhängig voneinander gelesen werden.
In jedem Band ist die Geschichte in zwei Zeitebenen unterteilt.
In diesem Band begleitet man in der Gegenwart Georgia, der von einem Anwalt eine kleine Schachtel mit einem Saphir und einem Zeitungsausschnitt ausgehändigt wird, welche eigentlich ihre Großmutter zu Lebzeiten erhalten sollte. Erst nach Monaten macht sie sich auf die Suche nach der Herkunft des wunderschönen Edelsteins, welcher sie an den Genfer See führt. Dort trifft sie auf den Juwelier Luca. Dieser sucht seit vielen Jahren den fehlenden Stein, der einst aus dem Diadem der italienischen Königsfamilie entnommen wurde.
Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach der Geschichte, die hinter dem Edelstein steckt.
Im zweiten Erzählstrang verfolgt der Leser Delphine, die in einer lieblosen Ehe gefangen ist und mit ihren Kindern von Italien nach Genf umziehen muss. Nachdem sie bereits glaubt, für immer ohne Liebe bleiben zu müssen, um dem Ruf der Familie nicht zu schaden und den Erwartungen der Gesellschaft zu entsprechen, begegnet ihr Florian – ein Mann, der sofort ihr Herz gewinnt.
Doch das Schicksal meint es nicht gut mit Delphine!
Der Schreibstil von Soraya Lane ist sehr flüssig und gut lesbar, sodass ich zügig durch die Seiten geflogen bin.
Die Geschichte von Delphine und Florian hat mich emotional sehr berührt und war sehr gut aufgebaut. Ganz anders war es für mich jedoch mit der Gegenwartsgeschichte. Hier konnte ich mit der Liebesgeschichte von Georgia und Luca leider von Beginn an emotional nichts anfangen. Es war mir zu flach, zu schnell und auch zum Schluss hin alles zu gewollt und schnell erzählt.
Das führte leider auch dazu, dass ich zwar sehr gern die Seiten gelesen habe, die von der Vergangenheit berichtet haben, aber die Seiten über die Gegenwart fast nur überflogen habe.
Die Geschichte rund um den fehlenden Edelstein und was dahintersteckt, war leider auch zu durchschaubar. Da fehlte mir ein bisschen das Rätselhafte und die Spannung.
Das Flair rund um den Genfer See kam leider auch nicht wirklich rüber. Da ich bereits viele weitere Geschichten dieser Art kenne, welche mich richtiggehend dazu verleitet haben, neue Urlaubsziele für mich zu entdecken, finde ich das sehr schade, da an dieser Stelle definitiv viel Potential verloren gegangen ist.
Für mich war es das erste Buch dieser Reihe, aber es hat mich leider nicht dazu bewogen, dass ich unbedingt die vorhergehenden Bände kennenlernen möchte. Schade!
Fazit:
Wer Liebesgeschichten und Geschichten in zwei Zeitebenen mag, ist hier richtig, darf jedoch keine überraschenden Wendungen oder hohe Spannung erwarten.
Von mir gibt es 3 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 22.10.2024

Auftaktband mit Potential nach oben

Serpent Queen 1. In Power She Rises
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„Serpent Queen – In Power she rises“ ist der Auftaktband zu einer neuen fantastischen Jugendbuch-Reihe von Christina Hiemer.
Cahira Cade hat es als erste Frau in die Ferum, die Königsgarde von Silvestria, ...

„Serpent Queen – In Power she rises“ ist der Auftaktband zu einer neuen fantastischen Jugendbuch-Reihe von Christina Hiemer.
Cahira Cade hat es als erste Frau in die Ferum, die Königsgarde von Silvestria, geschafft. Als junge Wächterin hat sie nun die Aufgabe, Atlas, den Prinzen des Reiches zu bewachen. Doch dieser ist alles andere als einfach. Als ein Attentat auf die Königsfamilie verübt wird und dabei der König ums Leben kommt, macht Atlas Cahira dafür verantwortlich und wirft sie in die tödliche Schlangengrube. Wider Erwarten findet Cahira dort jedoch nicht den Tod, sondern wacht nach einem Schlangenbiss mit neuer Kraft und einer lebenden Schlange auf dem Körper wieder auf, welche ihr ungeahnte Fähigkeiten verleiht. Kann Cahira das verfluchte Königreich der Schlangen Veneria wieder auferstehen lassen und somit den verlorenen Frieden zwischen den vier Reichen wieder herstellen oder liegt tief verborgen in der Vergangenheit mehr Macht und Dunkelheit als sie bisher alle ahnen?
Das Cover des Buches ist sehr ansprechend und passend zum Fantasy-Genre gestaltet. Es hat mich direkt angesprochen.
Der Schreibstil hat mich ebenfalls direkt für sich eingenommen. Ich konnte mich gut in die Szenerie hineinversetzen.
Cahira ist eine starke weibliche Protagonistin, die ihren Weg sucht und findet. Ihre starke Verbindung zur Schlange Natrix und deren Interaktion hat mir sehr gut gefallen. Es wurde nicht nur die Kommunikation der beiden deutlich, die teilweise sehr witzig war, sondern auch die mystische Macht, die hier unterschwellig immer wieder zutage trat und für Band 2 auf jeden Fall noch mehr verspricht.
Prinz Atlas macht eine starke Charakterentwicklung durch, die allerdings für mich zu wenig ausgearbeitet wird. Hier gibt es sehr gute Ansätze, jedoch wird mir einiges zu schnell erzählt und daher wirkt es nicht authentisch genug.
Die Beziehung und Anziehung zwischen den beiden konnte ich teilweise nicht greifen. Es blieb mir leider etwas fremd und die Tiefgründigkeit fehlte mir. Vielleicht kommt hier noch mehr in Band 2.
Die beschriebene Welt hat mir wiederum gut gefallen – 4 Königreiche, geführt von Herrschern, auserwählt durch jeweils ein bestimmtes Seelentier, jedoch durch Verrat und Machtspiele getrieben.
Die politischen und unerwarteten Ränkespiele, die mystischen Entwicklungen und die romantische Komponente kann gern in Band 2 mehr Fahrt aufnehmen und an Tiefgründigkeit gewinnen, denn an sich hat mir die Storyline sehr gut gefallen!
Aufgrund der genannten Schwachpunkte rangiert dieses Buch für mich nur im Mittelfeld mit viel Potential nach oben!

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Veröffentlicht am 24.09.2024

Erinnerungen

Nur nachts ist es hell
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In „Nur nachts ist es hell“ von Judith W. Taschler erzählt die Autorin die Geschichte der Familie Brugger weiter, die ihren Start bereits im Vorgängerband „Über Carl reden wir morgen“ gefunden hat.
Diesmal ...

In „Nur nachts ist es hell“ von Judith W. Taschler erzählt die Autorin die Geschichte der Familie Brugger weiter, die ihren Start bereits im Vorgängerband „Über Carl reden wir morgen“ gefunden hat.
Diesmal erfährt der Leser mehr über das Leben und die Erfahrungen von Elisabeth Brugger, der jüngsten der vier Brugger-Kinder.
Elisabeth schreibt als ältere Dame einen langen Brief über ihre Erinnerungen an ihre Großnichte, aus dem hervorgeht, wie sie sich als junge Frau mit ihrem Wunsch, Medizin zu studieren, durchgesetzt hat, welche Hürden im Studium auf sie warteten und was sie als Ärztin in Wien erlebt ha – alles vor dem Hintergrund zweiter Weltkriege. Gleichzeitig bekommt man einen tieferen Einblick in das Leben von Eugen Brugger, dem Zwillingsbruder von Carl, dessen Leben so einige Geheimnisse verborgen hält.
Das Cover ist für die Epoche, in der das Buch spielt – Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts – sehr passend gewählt. Ganz anders habe ich dies beim Titel des Romans empfunden. Dieser erklärt sich lediglich an einer Stelle der Erzählung und das für mich eher dürftig.
Die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil, der sich sehr gut lesen lässt.
Durch sehr viele Zeitsprünge, die nicht chronologisch, sondern recht sprunghaft in den Zeiten hin und hergewechselt haben, empfand ich die Erzählung von Elisabeth teilweise als verwirrend und anstrengend zu folgen. Wenn man davon ausgeht, dass es sich bei ihr um eine ältere Dame handelt, die sich in ihren Erinnerungen verliert, mag das als Begründung herhalten. Allerdings hat es meinen Lesefluss gestört.
Die private und berufliche Entwicklung von Elisabeth konnte man anhand der geschilderten Erlebnisse gut nachvollziehen. Allerdings fehlte mir dabei jegliche emotionale Ebene, was ich anders erwartet hätte.
Die Hürden im Medizinstudium waren mir leider etwas zu kurz runtergeschrieben.
Auf der anderen Seite wurden oft medizinische Fachbegriffe, Vorgehensweisen und Errungenschaften eingebaut und erklärt, die ich zwar im Zusammenhang mit dem medizinischen Hintergrund von Elisabeth nachvollziehen kann, welche mir allerdings teilweise zu viel wurden. Man hatte hier eher das Gefühl, die Autorin verliert sich etwas zu sehr in Einzelheiten.
Sehr schön fand ich, dass man durch diesen Brief nun mehr über das weitere Leben von den Zwillingsbrüdern Eugen und Carl erfahren hat. Hierzu muss man natürlich Band 1 dieser Reihe gelesen haben. Wenn nicht, wird in diesem Buch vieles wiederholt.
Wieder super gelungen ist es Judith W. Taschler die damalige Zeit, deren Verhältnisse und wichtigsten Ereignisse in die Geschichte einzubringen und dem Leser dadurch ein gutes Gefühl für das Zeitgeschehen zu vermitteln.
Was sich mir leider bis zum Schluss des Romans nicht erschlossen hat, ist, warum Elisabeth diesen Brief zu diesem Zeitpunkt an ihre Großnichte verfasst hat. Das fand ich sehr schade.

Fazit:
Ich habe mich gefreut, wieder in die Familiengeschichte der Familie Brugger einzutauchen. Allerdings hätte ich mehr von der Perspektive Elisabeths erwartet und war somit etwas enttäuscht.
Für mich gibt es somit leider nur 3 von 5 Sternen.

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