Profilbild von Kelo24

Kelo24

Lesejury Star
offline

Kelo24 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Kelo24 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.01.2025

Spannender Fall mit ganz spezieller Atmosphäre

Verlassen
0

Mehrere Generationen des vermögenden Snæberg-Clans treffen sich für ein Wochenende zu einem Familienfest in einem stylischen Hotel irgendwo im isländischen Nirgendwo. Neben gemeinsamen Unternehmungen wird ...

Mehrere Generationen des vermögenden Snæberg-Clans treffen sich für ein Wochenende zu einem Familienfest in einem stylischen Hotel irgendwo im isländischen Nirgendwo. Neben gemeinsamen Unternehmungen wird auch das gesellige Beisammensein an einer langen Tafel ganz groß geschrieben, und vor allem am Alkohol wird nicht gespart. Aber nicht nur deshalb kommt es zu verbalen Entgleisungen. Viele der so unterschiedlichen Familienmitglieder scheinen noch das eine oder andere Geheimnis mit sich herumzutragen und Reibereien sind an der Tagesordnung. Und dann wird eine Leiche entdeckt…
„Verlassen“ ist bereits der 4. Band der Autorin Eva Björg Ægisdóttir. Ich kenne bisher nur Band 1.Die Reihe lässt sich aber auch ohne Vorkenntnisse lesen.
Auch dieser Teil hat mich fasziniert. Der Schauplatz im von Lavagestein umgebenen Hotel hat schon etwas Surreales und wirkt nicht gerade einladend und dazu dann noch diese anstrengende Familie mit ihrer internen „Hackordnung“. Der Wechsel zwischen den einzelnen Familienmitgliedern war zum Teil verwirrend, andererseits aber auch sehr abwechslungsreich. Hilfreich war bei der Fülle der Namen der Stammbaum, der mir wiederholt bei der Zuordnung der Verwandtschaftsverhältnisse behilflich war.
Zum Teil fiel es mir schwer, das Buch zwischendurch aus der Hand zu legen, denn aufgrund der angenehmen Kapitellänge ging irgendwie immer noch ein Kapitel.
Die Handlung spielt im Zeitraum von Freitag Nachmittag bis Sonntag (jetzt), wobei dieser Tag den Ermittlern gehört. In der Zeit „vor 2 Tagen“ bekommt man einen Einblick in die unterschiedlichen Familiengeschichten, die weit entfernt vom „Heile-Welt“-Eindruck sind. Durch die ständigen Zeit-Wechsel braucht es etwas, um den roten Faden zu entdecken, aber auf diese Weise bleibt der Spannungsbogen auch hoch, denn um wen es sich bei der Leiche handelt, wird erst sehr spät klar.
Ein spannender Fall mit einer ganz speziellen Atmosphäre.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.09.2024

Stimmungsvoller Wohlfühlroman

Winterzauber auf dem kleinen Bücherschiff
0

Mit ihrem kleinen Bücherschiff, einer schwimmenden Buchhandlung im Hamburger Museumshafen, haben sich Miri und Katja ihren Lebenstraum erfüllt. „Winterzauber auf dem kleinen Bücherschiff“ ist ...

Mit ihrem kleinen Bücherschiff, einer schwimmenden Buchhandlung im Hamburger Museumshafen, haben sich Miri und Katja ihren Lebenstraum erfüllt. „Winterzauber auf dem kleinen Bücherschiff“ ist nun der 2. Teil dieser stimmungsvollen Reihe um einen ganz besonderen Bücherladen der Autorin Tessa Hansen.
Dieses Mal steht Katja, die als Trauzeugin die Planung der Hochzeit ihrer besten und gerade schwangeren Freundin Miri übernommen hat, im Mittelpunkt. Dabei muss sie sich nicht nur mit dem Trauzeugen des zukünftigen Ehemannes auseinandersetzen, sondern auch mit ihrem Gefühlsleben. Und dann bekommt sie noch eine äußerst brisante postalische Mitteilung…
Tessa Hansen hat wieder einen sehr atmosphärischen Roman geschrieben, bei dem man das Gefühl hat, mitten drin dabei zu sein. Das Zusammentreffen mit den bereits lieb gewonnen Figuren aus Band 1 war schön und auch die neuen Charaktere sind gut in die Geschichte eingeführt worden. Die Autorin hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der sich flüssig lesen lässt. Ab und zu habe ich allerdings über Katja den Kopf schütteln müssen, wenn sie sich selbst wieder einmal im Weg gestanden hat.
Sehr gut gefallen haben mir auch die eingestreuten Buchempfehlungen, von denen mich einige neugierig gemacht haben. Das Cover hat Wiedererkennungswert, ist wunderschön gestaltet und stimmt auf die kalte Jahreszeit ein.
Es ist wieder ein Wohlfühlbuch, das man am besten eingekuschelt in eine Decke auf dem Sofa oder im Lesesessel genießen kann, und ich freue mich schon auf Band 3.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.09.2024

Hochspannender Fall mit neuer Profilerin

Eulenschrei
0

„Eulenschrei“ ist der 1. Band, in dem KK Nils Trojan mit der Profilerin Carlotta Weiss zusammen ermittelt. Und die beiden haben eine harte Nuss zu knacken. Die grausamen Morde erfolgen nicht nur Schlag ...

„Eulenschrei“ ist der 1. Band, in dem KK Nils Trojan mit der Profilerin Carlotta Weiss zusammen ermittelt. Und die beiden haben eine harte Nuss zu knacken. Die grausamen Morde erfolgen nicht nur Schlag auf Schlag, es werden den Opfern auch noch Körperteile entfernt. Und an jedem Tatort befindet sich ein Lebkuchenmann.
Der Täter scheint mit den beiden zu spielen und ist der Polizei immer mindestens einen Schritt voraus. Dabei scheint er sehr gut vorbereitet zu sein, denn er kennt sich im Alltag der späteren Opfer bestens aus. Nur was verbindet sie?
Der Spannungsbogen bleibt auf hohem Niveau, und es bleibt beim Lesen kaum Zeit zum Durchatmen. Gut gefallen haben mir auch die immer wieder eingestreuten Rückblenden aus der Vergangenheit des Täters. Dessen Rachefeldzug war nachvollziehbar und hätte mir als Motiv völlig ausgereicht.
Carlotta und Nils scheinen sich gut zu ergänzen. Allerdings hatte ich mit ihren durchaus auch gefährlichen Alleingängen ein paar Schwierigkeiten. Leider ist mir auch Nils zu sehr in den Hintergrund geraten.
„Eulenschrei“ hat mir spannende Lesestunden beschert und ich empfehle den Thriller gerne weiter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.09.2024

Sehr unterhaltsam

Ruhe oder es knallt!
0

„Ruhe oder es knallt!“ ist der neue Roman von Krischan Koch. Schon allein der Titel macht deutlich, dass es hier zur Sache geht und die Knallfarben des Covers heben sich wohltuend aus der Masse an Büchern ...

„Ruhe oder es knallt!“ ist der neue Roman von Krischan Koch. Schon allein der Titel macht deutlich, dass es hier zur Sache geht und die Knallfarben des Covers heben sich wohltuend aus der Masse an Büchern heraus.

Sein Protagonist Richy ist extrem genervt vom Lärm um ihn herum – seien es die Flugzeuge der Einflugschneise, der trommelnde Nachbar, der Baustellenlärm oder der mit seinem Laubbläser verwachsene Hausmeister. Nach der ersten Handgreiflichkeit wird Richy zur Teilnahme an einem Anti-Aggressionsseminar verdonnert und findet sich im Kreise der „Anonymen Ausraster“ wieder. Diese zum Teil sehr skurrilen Charaktere haben alle ihr spezielles Wutproblem zu bewältigen, und der Theorie folgt bald darauf die Umsetzung in der Praxis, allerdings mit unvorhersehbaren Zwischenfällen….

Humor wird in diesem Roman groß geschrieben und nicht nur die anonymen Ausraster haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Denn einen laubbläserverliebten Nachbarn hat doch bestimmt jede/r in seiner näheren Umgebung. Der Krimianteil hätte nach meinem Geschmack gerne etwas größer sein können. Insgesamt hat mir der Roman unterhaltsame Lesestunden beschert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.07.2024

Die Folgen der Dysbalance zwischen Beruf und Familie

Der Morgen nach dem Regen
0

Die Autorin Melanie Levensohn schildert in ihrem Roman Johannas Schwierigkeiten mit der Balance zwischen Beruf und Familie, die Grund des zerrütteten Verhältnisses zwischen ihr und ihrer Tochter Elsa ...

Die Autorin Melanie Levensohn schildert in ihrem Roman Johannas Schwierigkeiten mit der Balance zwischen Beruf und Familie, die Grund des zerrütteten Verhältnisses zwischen ihr und ihrer Tochter Elsa sind. Wenn der Beruf schon eher Berufung ist und Mann und Tochter immer das Nachsehen haben, überrascht das angespannte Mutter-Tochter-Verhältnis nicht wirklich. Die Tochter ersehnt sich die ungeteilte Aufmerksamkeit ihrer Mutter, während diese nicht verstehen will, dass ihre Familie ihr nicht für ihre uneigennützige und gefährliche Tätigkeit ein gebührendes Maß an Anerkennung zuteilwerden lässt.
Nach mehrjähriger Funkstille treffen Johanna und Elsa im Haus der verstorbenen (Groß-)Tante aufeinander. An diesen Ort haben beide wunderschöne Erinnerungen, doch die gegenseitigen Schuldzuweisungen erschweren ihr Zusammenleben zunächst.
In Rückblenden lässt uns die Autorin abwechselnd aus Johannas und Elsas Sicht an der angespannten familiären Situation teilhaben. Mir ist es wesentlich leichter gefallen, mich in Elsas Situation hineinzuversetzen. Kinder in ihrem Alter werden kaum Verständnis für die dauernde Abwesenheit der Mutter über längere Zeiträume aufbringen, sei ihre humanitäre Arbeit auch noch so wichtig. Da bleiben eher die Fehlzeiten gerade bei wichtigen Erlebnissen in der Erinnerung. Beide Frauen haben aber trotz aller Distanziertheit eine Gemeinsamkeit: sie sind beide workaholics. Und ganz langsam erfolgt eine erste Annäherung und Johanna öffnet sich Elsa gegenüber, vertraut ihr sogar ein lange gehütetes Geheimnis an.
Für die konfliktbehaftete und eher feindselige Stimmung zwischen Mutter und Tochter war mit das Ergebnis doch zu weichgespült, vor allem nach der „Beichte“.
Insgesamt hat sich der Roman flüssig lesen lassen, wenn man von einigen Längen der geschilderten Auslandseinsätze einmal absieht.
Das schön gestaltete Cover gaukelt einen sommerlich-leichten Roman vor, der sich allerdings erst zum Ende hin zeigt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere