Eine junge Frau geht ihren Weg
Eifelfrauen: Das Haus der FüchsinTrier nach dem Ersten Weltkrieg. Tiefe Spuren hat er hinterlassen. Kaum eine Stadt im Reich wurde derart gebeutelt. Und diese Notverordnungen, grausam. Nicht nur die verachtete Besatzungsmacht war in Trier ...
Trier nach dem Ersten Weltkrieg. Tiefe Spuren hat er hinterlassen. Kaum eine Stadt im Reich wurde derart gebeutelt. Und diese Notverordnungen, grausam. Nicht nur die verachtete Besatzungsmacht war in Trier kaum zu übersehen. Ja, sie wurden herablassend als „Franzmänner“ bezeichnet. Johanna Fuchs, gerade volljährig, wünscht sich für ihre Zukunft viele Dinge. Aber keineswegs heiraten. Etwa dem Kommando ihres Vaters entkommen um dann dem Ehemann zu gehorchen? Nein, niemals. Als dann an ihrem Geburtstag, dem Tag der Volljährigkeit, eine unbekannte Frau die Feier störte, waren alle Familienmitglieder empört. Warum sollte Johanna ein Haus in der tiefen Eifel erben? Mit allen Tieren, wobei sie doch absolut keine Ahnung von dem Umgang mit diesen Geschöpfen hat? Aber neugierig ist sie schon und möchte sich ihr Erbe auf jeden Fall anschauen.
Johanna ist eine selbstbewusste und kluge junge Frau. Als sie von ihrer Tante Lisbeth erfährt, ist sie sprachlos. Sie fragt sich, warum ausgerechnet sie ein Haus in Altenburg erben soll. Und das als Tochter eines reichen Fabrikanten, die nie körperliche Arbeit kennenlernte. Die Eifeler schauen sehr genau hin, wie diese Fremde sich anstellt. Auch ihre Vorgängerin wurde misstrauisch beäugt. Das liegt im Wesen der Eifeler. Sie mögen keine Fremden.
"Eifelfrauen : Das Haus der Füchsin" las ich gerne. Abwechslungsreich und bildhaft geschrieben zeigt die Autorin sehr gut, wie es bis heute in den Eifeldörfern zugeht ist. Fremde werden zunächst skeptisch beäugt und nicht jeder „Zugezogene“ kann die Gunst der Dorfbewohner gewinnen. Dass Johanna nicht angefeindet wird, liegt auch an ihrem Fleiß und dem Willen, dem Erbe der „Füchsin“ gerecht zu werden.
Im Anhang berichtet die Autorin, wie sie zum Schreiben des Romans kam. Sie kennt also die Eifel und ihre Bewohner sehr gut. Wie die Situation nach den Kriegen war, das hat sie recherchiert und die Fakten in einem Roman verarbeitet. Es ist ihr gelungen und ich gebe eine ausdrückliche Leseempfehlung für dieses kurzweilige Buch.