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Veröffentlicht am 04.09.2024

Wie lebt es sich als "Rauschkind"?

Brennende Felder
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Aha, Luisa war also ein „Rauschkind“ und Bernd nicht ihr „richtiger“ Vater. Das warf die Mutter ihr im Zorn an den Kopf. An ihrem 15. Geburtstag. Aber das störte Luisa kaum, da sie endlich ihren Gefühlen ...

Aha, Luisa war also ein „Rauschkind“ und Bernd nicht ihr „richtiger“ Vater. Das warf die Mutter ihr im Zorn an den Kopf. An ihrem 15. Geburtstag. Aber das störte Luisa kaum, da sie endlich ihren Gefühlen für Bernd freien Lauf lassen konnte. Kurz darauf gestand sie ihm, dass sie ihn liebe und gerne mit ihm zusammenleben würde. Ja, sie träumte davon, dass sie gemeinsam das Haus verlassen und sich woanders eine Zukunft aufbauen würden.

Luisas Leben war von Verlust und Trennung geprägt. Was sie zunächst als die große Liebe empfand, wurde schon bald zur Gewohnheit. Spätestens dann fielen ihr die vermeintlichen Fehler ihrer Partner auf und sie verließ das gemeinsame Heim. Die Kinder konnte oder wollte sie nicht mitnehmen. Sie blieben beim jeweiligen Vater. "Brennende Felder" ist die Geschichte einer Frau, die ruhelos war und häufig mit ihrem Schicksal haderte.

Mir kam Luisa völlig zerrissen vor. Dass sie ihre Erlebnisse in Romanform veröffentlichen will, kann ich nachvollziehen. Nur so hat sie wohl die Chance, ihr Verhalten zu reflektieren. Es ist das dritte Buch einer Reihe, kann aber durchaus auch eigenständig gelesen werden. Ich hatte keine Mühe, mich in die Geschichte einzulesen und dem Geschehen zu folgen. Der Autor versteht es, Sprache als abwechslungsreiches Instrument der Darstellung zu nutzen. Diese besondere Gabe machte das Lesen für mich zu einem besonderen Erlebnis. Auch wenn die Story selbst mich weniger mitnehmen konnte.

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Veröffentlicht am 18.08.2024

Sie war eine mutige Frau

Die Gräfin
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Gräfin Diana von Reventlow Criminil ist beunruhigt. Ihr Hund schlägt an. Wenn sie sich ganz leise verhält, hört sie eine leise Melodie. Die Unruhe des Hundes überträgt sich auf sie und Diana macht sich ...

Gräfin Diana von Reventlow Criminil ist beunruhigt. Ihr Hund schlägt an. Wenn sie sich ganz leise verhält, hört sie eine leise Melodie. Die Unruhe des Hundes überträgt sich auf sie und Diana macht sich auf den Weg. Dahin, wo die Grenze der Hallig mit dem Meer eins wird. Was sie dort findet, kann nicht nur für sie gefährlich werden.

In dem Buch #DieGräfin schreibt die Autorin über eine Frau, die auf einer Hallig lebte und über die sich etliche Geschichten ranken. Im Jahr 1910 kaufte sie die Hallig Südfall und zog sich dorthin zurück. Den Ausschlag dafür war wohl die Heirat ihres Bruders mit Alice Lilian Komtess Hoyoss .

Neben etlichen Sturmfluten gilt die im Jahr 1936 als die schwerste auf der Hallig. Die Gräfin überlebt nur knapp und bis zum Bauch im Wasser stehend. Schon dieses Erleben zeigt, dass sie über einen außergewöhnlichen Willen verfügte. Ohne ihn hätte sie niemals den flüchtenden Juden und anderen unerwünschten Personen helfen können. Dass sie sich dabei selbst in Lebensgefahr begab, war ihr wohl kaum bewusst.

Es war ein junger Pilot, der auf der Hallig notlanden musste. Schwer verletzt konnte er von der Gräfin und ihren Bediensteten geborgen werden. Irma Nelles erlebte die Veröffentlichung ihres ersten Romans leider nicht mehr. Sie starb am 24.07.2024. Sie lebt weiter in ihrem Erstling und wird vielen Lesern in Erinnerung bleiben.

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Veröffentlicht am 15.08.2024

Ein engagiertes Ermittlerduo rollt eine alten Fall neu auf

Das Dickicht
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Charlotte Kobayashi wird entführt und die Aufregung ist groß. Die Lösegeldforderung liegt zunächst bei 100.000€. Der Vater des Mädchens ist sofort bereit, diese hohe Summe zu zahlen. Es stellt sich aber ...

Charlotte Kobayashi wird entführt und die Aufregung ist groß. Die Lösegeldforderung liegt zunächst bei 100.000€. Der Vater des Mädchens ist sofort bereit, diese hohe Summe zu zahlen. Es stellt sich aber schon bald heraus, dass es nicht bei dieser Forderung bleibt. Dass der Entführer sie erhöht und gleichzeitig Rücksprache mit einem Partner hält, macht die zur Hilfe herbeigeeilten Ermittler stutzig. Zumal die Geldübergabe durch ein Zugfenster erfolgen soll. Das Problem dabei: Das Fenster lässt sich nicht öffnen. Juha Kohonen und Lucas Adisa sind sich sicher, dass es sich niemals um eine Entführung handeln kann. Und trotzdem kommen sie ins Grübeln. Hat dieser Fall in „Das Dickicht“ doch gravierende Übereinstimmungen mit einem ähnlichen Ereignis, das viele Jahre zurückliegt. Sie rollen das Geschehen von damals neu auf.

War es tatsächlich so, dass der Täter Selbstmord beging? Oder wurde der Fall als gelöst archiviert, weil die Ermittler keine Lust auf noch mehr mühevolle Kleinarbeit hatten? Schon nach den ersten Hinweisen stoßen Juha und Lucas auf Ungereimtheiten. Kann es sein, dass der Täter nicht belangt wurde und über die dilettantische Polizeiarbeit lacht?

Viele Verdächtige und noch mehr Wendungen lassen den Spannungsbogen zwischendurch ein wenig erschlaffen. Die Auflösung kann sich aber sehen lassen. Es ist der erste Band einer Reihe und ich bin mir sicher, dass die Autoren auf die Wünsche ihrer Leser eingehen und ihre Kriminalromane schon bald die Bestenlisten erobern.

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Veröffentlicht am 15.08.2024

Solider Krimi für zwischendurch

Todesfalle
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Der neue Auftrag klingt für Philipp nicht ungewöhnlich. Er ist Callboy und gewohnt, dass seine Kundinnen zuweilen recht skurrile Wünsche haben. Doch dieses Mal liegt er falsch. Die Einsicht kommt leider ...

Der neue Auftrag klingt für Philipp nicht ungewöhnlich. Er ist Callboy und gewohnt, dass seine Kundinnen zuweilen recht skurrile Wünsche haben. Doch dieses Mal liegt er falsch. Die Einsicht kommt leider zu spät. Er weiß sofort, dass er diesen Ort nicht lebend verlassen kann.

In „Todesfalle“ ermittelt Emma Klar zum 9. Mal. Hier bittet Staatsanwältin Ulrike Steiner sie um Unterstützung. Die Story beginnt kurzweilig uns spannend. Aber schon bald verliert sich die Autorin in unnötigen Ausschweifungen und das behindert den Lesefluss. Auf die Auflösung wartete ich lange und die war dann für meine Begriffe nicht realistisch.

Die lockere Sprache und eine wendungsreiche Geschichte machen aber die Langatmigkeit fast wett und meine Empfehlung gibt es trotzdem.

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Veröffentlicht am 09.08.2024

Die gehobene Sprache gefiel mir ausgesprochen gut

Herrn Petermanns Tanz des Todes und des Glücks
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Leo ist am Boden zerstört. Sein bester Freund Eugen von Blauberg ist tot. Sein Fahrer fand ihn zufällig, als Eugen morgens nicht zum Frühstück erschien. Herr von Blauberg war auf der Suche nach einem alten, ...

Leo ist am Boden zerstört. Sein bester Freund Eugen von Blauberg ist tot. Sein Fahrer fand ihn zufällig, als Eugen morgens nicht zum Frühstück erschien. Herr von Blauberg war auf der Suche nach einem alten, sehr seltenen Buch. Für Trauer hat Leo keine Zeit. Er begibt sich auf die Suche. Er will den Täter bald finden und ihn seiner gerechten Strafe zuführen.

Der Ich-Erzähler Leo Petermann zog sich aus dem Berufsleben zurück und genießt die Ruhe. Als er von dem Tod des Barons Blauberg erfährt, ist es um seine Ruhe geschehen. In gehobener Sprache und mäßiger Spannung nimmt der Autor seine Leser mit auf eine Reise ins Ungewisse. Die Motive des Täters sind bis zum Schluss nicht zu erkennen. Und nicht nur das. Die Verwirrung wird durch häufige Wendungen zusätzlich angeheizt.

Das war mein erstes Buch des Autors Michael Böhm. Obwohl ich beim Lesen der ersten Seiten mit Startschwierigkeiten kämpfen musste bin ich davon überzeugt, dass ich auch die anderen Bände über Leo Petermann lesen werde. Was mir besonders gut gefiel, das war das außergewöhnliche Cover, das perfekt zum Inhalt des Buches passt.

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