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Veröffentlicht am 25.09.2025

Eine magische Geschichte

Hinter verzauberten Fenstern
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Ich habe „Hinter verzauberten Fenstern“ von Cornelia Funke in der Hörbuchfassung mit Kathtarina Thalbach als Sprecherin gehört – ein kleines, märchenhaftes Juwel der Kinderliteratur, das viel mehr Tiefe ...

Ich habe „Hinter verzauberten Fenstern“ von Cornelia Funke in der Hörbuchfassung mit Kathtarina Thalbach als Sprecherin gehört – ein kleines, märchenhaftes Juwel der Kinderliteratur, das viel mehr Tiefe birgt, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Obwohl es sich klar an Kinder richtet, habe ich als erwachsene Hörerin einiges aus der Geschichte mitnehmen können – auf mehreren Ebenen.

Die Geschichte beginnt zur Weihnachtszeit und dreht sich um Julia, ein Mädchen, das kein besonders aufregendes Adventskalendergeschenk bekommt – jedenfalls glaubt sie das zunächst. Doch der unscheinbare Papierkalender entpuppt sich als Tor in eine andere, magische Welt, in der die Fenster nicht nur Bilder zeigen, sondern echte Türen in ein geheimnisvolles, liebevoll ausgestaltetes Paralleluniversum sind.

Was mich sofort berührt hat, ist die Grundidee: dass hinter scheinbar simplen, unscheinbaren Dingen eine ganze Welt voller Wunder liegen kann. Für Kinder ist das natürlich eine Einladung zur Fantasie, zur Vorstellungskraft, zum Staunen – aber auch für mich als Erwachsene steckt darin eine leise, fast melancholische Erinnerung daran, wie oft man im Alltag verlernt hat, das Wunderbare im Kleinen zu sehen.

Cornelia Funke schafft es, eine Geschichte zu erzählen, die kindlich und märchenhaft ist, ohne je kitschig zu werden. Sie lässt Raum für Abenteuer, aber auch für Nachdenklichkeit. Gerade die kleinen Momente, in denen Julia wächst – über sich hinauswächst – haben mich berührt. Es geht um Mut, um Verantwortung, um die Frage, was man bereit ist zu riskieren für andere. Alles verpackt in eine Geschichte, die eigentlich ganz leichtfüßig daherkommt – aber darunter einen warmen, ernsthaften Kern trägt.

Ich finde, dass das Hörbuch großes Potenzial für Kinder bereithält, und zwar nicht nur inhaltlich, sondern auch emotional. Die Geschichte bietet eine sanfte Einführung in Themen wie Freundschaft, Loyalität, Selbstzweifel und persönliches Wachstum – alles auf eine Weise, die zugänglich bleibt. Es gibt keinen moralischen Zeigefinger, sondern ein subtiles Erzählen, das zum Mitfühlen einlädt. Ich glaube, dass Kinder (je nach Alter) viel in Julia erkennen können – und vielleicht auch ermutigt werden, über ihre eigenen Gefühle, Ängste und Träume nachzudenken.
Auch die märchenhafte Struktur – das Spiel mit Parallelwelten, mit Rätseln und geheimen Orten – fördert die Vorstellungskraft und lädt zum „Mitträumen“ ein. Es ist eine Geschichte, die Kinder innerlich mitgestalten können, in der sie sich verlieren dürfen, ohne den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Ein zentrales Element eines jeden Hörbuchs ist natürlich die Stimme. In diesem Fall spricht Katharina Thalbach. Und hier bin ich ein wenig zwiegespalten: Thalbach liest mit viel Ausdruck und Schauspielkunst, das steht außer Frage. Sie versteht es, die verschiedenen Figuren klar voneinander zu trennen, gibt jeder Szene einen eigenen Tonfall und schafft eine lebendige Atmosphäre. Aber: Ihre Stimme ist sehr markant – rau, leicht krächzend, und sie klingt eben schon deutlich älter. Für einige Passagen funktioniert das wunderbar – etwa bei erwachsenen oder geheimnisvollen Figuren, da bekommt ihre Stimme sogar etwas Magisches. Doch bei den kindlichen Figuren, allen voran Julia, hat es mich tatsächlich ein wenig gestört. Die kindliche Leichtigkeit, die jugendliche Unsicherheit, das Staunen – all das kam bei mir nicht immer so an, wie ich es mir gewünscht hätte. Es fehlte mir manchmal an stimmlicher Frische oder jugendlicher Natürlichkeit. Die Stimme wirkt in diesen Momenten beinahe „überinszeniert“ – oder einfach zu weit weg vom kindlichen Erleben.
Natürlich ist das auch Geschmackssache – und ich kann mir vorstellen, dass einige Hörer*innen gerade diese spezielle Stimme sehr mögen. Mir persönlich hat sie den Zugang zur Hauptfigur hier und da etwas erschwert.

Fazit

„Hinter verzauberten Fenstern“ von Cornelia Funke ist insgesamt ein bezauberndes, kluges und sanftes Hörbuch, das ich trotz kleiner Kritikpunkte sehr empfehlen kann – gerade für Familien, die etwas suchen, das sowohl Kinder als auch Erwachsene anspricht. Die Geschichte hat Charme, Tiefe und einen Hauch von Magie – ohne die Realität aus den Augen zu verlieren.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

ein toller Abschluss

This could be forever
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In Band 3 - und damit dem letzten Teil - der Hawaii Love Reihe "This could be forever" von Lilly Lucas begleiten wir Millie, die nach einer schweren Zeit zurück nach Hawaii kommt, um eine Dokumentation ...

In Band 3 - und damit dem letzten Teil - der Hawaii Love Reihe "This could be forever" von Lilly Lucas begleiten wir Millie, die nach einer schweren Zeit zurück nach Hawaii kommt, um eine Dokumentation zu drehen. Dort trifft sie auf Griffin „Chip“ Chipman, ihren Ex-Freund, mit dem sie eine gemeinsame, schmerzhafte Vergangenheit und nach wie vor tiefe Gefühle verbindet. Doch ist sie bereit, erneut ihr Herz zu verlieren?

Ich habe bereits alle Bücher der Hawaii Love-Reihe sowie andere Reihen von Lilly Lucas gelesen und sie allesamt geliebt. Entsprechend groß war meine Vorfreude auf den dritten Band - und meine Erwartung an diesen. Und auch diesmal hat es die Autorin geschafft, mich mit ihrer warmherzigen Art zu schreiben nach Hawaii zu entführen und mir ein ganz besonderes Leseerlebnis zu schenken.

Der Schreibstil von Lilly Lucas hat mich wieder einmal begeistert. Er ist leicht, flüssig und gleichzeitig voller Emotionen. Es gibt keinen unnötigen Ballast, dafür aber viele kleine Details, die Atmosphäre schaffen: ein Blick, eine Berührung, das Rauschen der Wellen oder das Spiel des Lichts auf dem Meer. Besonders schön finde ich, dass die Autorin Emotionen so feinfühlig beschreibt, dass man sie unmittelbar nachempfinden kann – ohne je ins Kitschige abzurutschen. Ihre Sprache hat für mich genau die richtige Mischung aus Romantik, Tiefe und Leichtigkeit, sodass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte - und das von den ersten Seite an.

Ein absolutes Highlight ist natürlich erneut das Setting: Hawaii wird nicht nur als Kulisse genutzt, sondern ist ein Teil der Geschichte selbst. Die Inseln sind für Millie Heimat, Erinnerung, Schmerz und Hoffnung zugleich. Die Autorin beschreibt das Meer, die Strände, den Wind und die Natur so lebendig, dass man sich sofort dort wähnt. Diese Atmosphäre ist paradiesisch und melancholisch zugleich – genau wie Millies innere Welt. Ich habe jede Seite genossen, weil die Autorin es schafft, eine Sehnsucht nach diesem Ort zu wecken und gleichzeitig zu zeigen, dass Hawaii für ihre Figuren auch ein emotionaler Anker ist.

Millie als Hauptfigur hat mir sehr gefallen. Sie wirkt authentisch, verletzlich und dennoch stark, und ich konnte ihre Zweifel und Hoffnungen sehr gut nachvollziehen. Auch Chip ist ein sympathischer Charakter, der durch seine Ecken und Kanten interessant bleibt. Die Dynamik zwischen den beiden funktioniert wunderbar, gerade weil so viel Vergangenheit mitschwingt.

Allerdings muss ich sagen, dass mir etwas gefehlt hat: Zum einen war der Band insgesamt recht kurz und ich hätte mir noch mehr kleine, intime Momente zwischen Millie und Chip gewünscht, die ihre Beziehung noch greifbarer machen. Zum anderen fand ich es schade, dass Millie kaum eigene Freundschaften hatte. Ein soziales Umfeld außerhalb der Liebesgeschichte hätte ihrer Figur noch mehr Tiefe verliehen und die Handlung lebendiger und authentischer gemacht.

Fazit

Trotz dieser kleinen Kritikpunkte war "This Could Be Forever" für mich jedoch wieder ein traumhaftes Leseerlebnis. Lilly Lucas versteht es einfach, ihre Leser:innen mit einem Mix aus Romantik, Fernweh und emotionaler Tiefe zu verzaubern. Auch wenn mir dieses Mal das gewisse „Mehr“ an Szenen und Nebenfiguren gefehlt hat, bleibt der Roman ein wunderschöner, gefühlvoller Abschluss der Reihe, der mich bewegt und berührt hat.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

ein warmherziges Adventshörbuch

Warten auf Weihnachten mit Lieselotte
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"Warten auf Weihnachten mit Lieselotte – die schönsten Geschichten zum Fest" von Alexander Steffensmeier versammelt kurze, warmherzige Advents- und Weihnachtsgeschichten rund um Lieselotte, die liebenswerte ...

"Warten auf Weihnachten mit Lieselotte – die schönsten Geschichten zum Fest" von Alexander Steffensmeier versammelt kurze, warmherzige Advents- und Weihnachtsgeschichten rund um Lieselotte, die liebenswerte Kuh vom Bauernhof. In kleinen Episoden erlebt Lieselotte mit Nachbarn und Hofbewohnern die Vorfreude — vom Schmücken über kleine Missgeschicke bis zu gemütlichen Momenten, die den Alltag in der Adventszeit spiegeln.

Dieses Hörbuch funktioniert meiner Meinung nach hervorragend als kleiner Adventsbegleiter: Die Geschichten sind kurz genug, um sie mal eben zwischendurch zu hören, behalten aber durch Steffensmeiers typisch trockenen, kindnahen Humor eine eigene Wärme.

Besonders gelungen finde ich, wie die Episoden Alltägliches mit feinem Witz betrachten.
Die Texte sind knapp und prägnant formuliert, was dem Hörformat zugutekommt: Bilderbuch-Tempo trifft Hörbuch-Ökonomie. Die Figuren bleiben bewusst einprägsam skizziert — genug, damit Kinder sich identifizieren können, aber nicht so detailreich, dass die Geschichten überladen wirken. Steffensmeiers Ton liegt zwischen liebevoller Beobachtung und augenzwinkernder Ironie. Das passt für mich sehr gut zu einer familienfreundlichen Weihnachtsgeschichte.

Die sprecherische Leistung ist insgesamt solide: Sprechtempo und Betonung sind kindgerecht, die Lesart betont Pointen und sorgt für gute Verständlichkeit. Durch die klare Sprache werden kleine Zuhörer gut abgeholt. Persönlich hätte ich allerdings eine Sprecherin bevorzugt, da viele Personen die überwiegend sprechen, weiblich sind (Lieselotte selbst und die Bäuerin z. B.). Eine weibliche Stimme hätte aus meiner Sicht manche Figurenfeinheiten — gerade die kindlich-verspielte Seite Lieselottes und die warmherzige Art der Bäuerin — noch pointierter herausgearbeitet und die Rollen dadurch stimmiger voneinander abgegrenzt.

Fazit

Insgesamt ist "Warten auf Weihnachten mit Lieselotte – die schönsten Geschichten zum Fest" von Alexander Steffensmeier meiner Meinung nach ein warmherziges, unkompliziertes Adventshörbuch, das mit seinem leichten Humor und den kurzen, liebevollen Episoden genau das bietet, was Menschen in der Vorweihnachtszeit oft suchen: nette Unterhaltung, Wiedererkennungswert und kindgerechte Pointen. Punktabzug gibt es nur wegen meiner persönlichen Präferenz bei der Besetzung — eine weibliche Sprecherin hätte manche Figuren für mich noch glaubhafter gemacht. Insgesamt eine klare Empfehlung für alle, die einen freundlichen, unaufgeregten Begleiter für die Adventszeit suchen.

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Veröffentlicht am 15.03.2025

Tiefgründig und authentisch

Purple Clouds - Honeymoon
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"Purple Clouds – Honeymoon Edition" ist der Auftakt einer neuen New-Adult-Trilogie von Mounia Jayawanth. Die Geschichte handelt von Debbie White, die eine Stelle bei dem renommierten Purple Clouds Magazin ...

"Purple Clouds – Honeymoon Edition" ist der Auftakt einer neuen New-Adult-Trilogie von Mounia Jayawanth. Die Geschichte handelt von Debbie White, die eine Stelle bei dem renommierten Purple Clouds Magazin in New York antritt. Bereits in ihrer ersten Arbeitswoche wird sie mit ihrem größten Geheimnis konfrontiert: Sie ist seit vier Jahren verheiratet, hatte jedoch seit der spontanen Hochzeit keinen Kontakt mehr zu ihrem Ehemann Emory. Als ihre Chefredakteurin sie bittet, einen Artikel über ihre frühe Ehe zu schreiben, steht Debbie vor der Herausforderung, sich ihrer Vergangenheit zu stellen und ihre Gefühle neu zu ordnen.

Mounia Jayawanths Art zu Schreiben hat mir richtig gut gefallen.
Ihr Schreibstil ist locker, flüssig und leicht zugänglich, wodurch die Seiten förmlich dahinfliegen. Darüber hinaus schafft sie meiner Meinung nach die perfekte Balance zwischen Leichtigkeit und Tiefe. Humorvolle Dialoge werden mit ernsthaften und komplexen Themen verknüpft, ohne dass der Lesefluss oder die Relevanz der Themen darunter leiden. Gleichzeitig schafft sie es, dass die emotionalen Momente authentisch herüberkommen, sodass man mit den Charakteren wirklich mit lebt und mit fühlt. Besonders mochte ich zudem die Rückblenden, in denen man die Vergangenheit der beiden Charaktere nochmal selbst miterlebt, wodurch die Story noch mehr Vielschichtigkeit und Tiefe bekommt.

Die Atmosphäre des Buches ist lebendig und abwechslungsreich und das New Yorker Setting ist super.

Die ProtagonistInnen sind für mich definitiv ein weiterer Pluspunkt.
Sie sind vielschichtig und absolut authentisch dargestellt. Ich habe beide – vor allem auch ihre Gegensätzlichkeit – geliebt. Die Gefühle, die Unsicherheiten, die inneren Konflikte und die Sichtweisen auf die Dinge machen beide für mich zu greifbaren Figuren, die einfach echt wirken. Die Chemie zwischen den beiden ist außerdem von der ersten Seite an spürbar und ihre gemeinsame Entwicklung im Verlauf der Geschichte ist nachvollziehbar und berührend.

Die Handlung ist meiner Meinung nach gut strukturiert und hält die Spannung durch verschiedene Wendungen und tiefgründige Charakterentwicklungen aufrecht. Außerdem ist sie authentisch, ohne unnötiges Drama - ein Aspekt, der mich sonst bei vielen New Adult Romanen stört.
Mounia Jayawanth greift insgesamt eine Vielzahl an (gesellschaftlich relevanten) Themen auf wie Liebe, Selbstzweifel und Selbstfindung/-reflexion, berufliche Herausforderungen, toxische Beziehungen und Verhaltensweisen etc., die allesamt geschickt miteinander verknüpft werden und ein stimmiges Gesamtbild ergeben.
Ein zentrales Thema des Buches ist außerdem der Feminismus und die Rolle der Frau in der modernen Gesellschaft. Die Autorin schafft es meiner Meinung nach, diese Themen authentisch und ohne Klischees zu behandeln und gleichzeitig zum Hinterfragen und Nachdenken anzuregen, ohne dass das Buch dabei jedoch belehrend wirkt.
Debbies persönliche Entwicklung und ihre Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Identität und ihren Überzeugungen stehen dabei im Mittelpunkt und verleihen der Geschichte Tiefe.

Fazit
Insgesamt ist "Purple Clouds – Honeymoon Edition" von Mounia Jayawanth meiner Meinung nach ein äußerst gelungener Auftakt, der nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt. Mit dem einfühlsamen Schreibstil, den authentischen Charakteren und der Behandlung relevanter Themen überzeugt das Buch auf ganzer Linie. Ich freue mich schon auf Band 2!

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Veröffentlicht am 10.09.2024

liebevolles Sachbuch zum Thema Selbstliebe/Selbstfindung

Trusting Yourself – Steh zu dir und für dich ein
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„Trusting yourself – Steh zu dir & für dich ein“ ist ein wirklich liebevolles Sachbuch von Anabelle Stehl, das in erster Linie Selbstliebe coacht und damit versucht gegen Perfektionsdruck, festgefahrene ...

„Trusting yourself – Steh zu dir & für dich ein“ ist ein wirklich liebevolles Sachbuch von Anabelle Stehl, das in erster Linie Selbstliebe coacht und damit versucht gegen Perfektionsdruck, festgefahrene gesellschaftliche Erwartungen und Rollenklischees sowie verzerrte Wirklichkeiten anzukämpfen.

Der Schreibstil der Autorin ist insgesamt absolut entspannt und einfühlsam, aber trotzdem auch eindrücklich und direkt – ohne jedoch belehrend zu sein. Ein großer Pluspunkt, der für mich maßgeblich zur Authentizität des Geschriebenen beiträgt, ist, dass Anabelle Stehl eine Vielzahl eigener - wirklich ehrlich wirkender - Erfahrungen und Empfindungen einfließen lässt.

Die einzelnen Kapitel thematisieren eine große Bandbreite verschiedenster Facetten, mit denen man mitunter zu kämpfen – zumindest aber im Leben umzugehen hat. Dazu zählen beispielsweise Grenzen, Vergleiche, der eigene Körper, Träume etc.
Aufgrund der Vielzahl an Themen empfand ich einige Abschnitte als etwas zu sprunghaft und damit irgendwie „unfertig“. Es wurden zwar viele wichtige Aspekte angesprochen, jedoch hat mir stellenweise die Tiefgründigkeit sowie ebenfalls die fachliche Fundierung gefehlt. Einige Passagen, die mich wirklich gar nicht thematisch ansprachen, habe ich zudem ehrlicherweise einfach übersprungen.

Nichtsdestotrotz kann das Sachbuch eine große Hilfe auf dem Weg des Erwachsenwerdens sein und/oder zum Durchbrechen negativer Denkmuster und Selbstzweifel. Besonders hilfreich dafür sind zahlreiche kleine – aber auch langfristig angelegte – praktische Übungen und Anwendungen. Diese stützen einmal mehr das Theoretische und regen direkt zum praktischen Handeln und zu einer aktiven, tiefgründigeren Reflexion und Betrachtung der Tatsachen, der Gefühle, Gedanken etc. an.

Alles in allem ist das Buch meiner Meinung nach ein gelungenes Debüt der Autorin im Sachbuchbereich. Es regt zum Nachdenken an und bietet wertvolle Impulse für junge Menschen auf dem Weg zur Selbstfindung bzw. Selbstliebe.

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