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Veröffentlicht am 03.01.2026

süße Young-Adult-Romance

Rival Darling
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Nachdem Violet von ihrem Freund hintergangen wird, will sie vor allem eines: nach außen stark wirken und einen klaren Schlussstrich ziehen. Eine spontane Entscheidung führt dazu, dass sie sich auf eine ...

Nachdem Violet von ihrem Freund hintergangen wird, will sie vor allem eines: nach außen stark wirken und einen klaren Schlussstrich ziehen. Eine spontane Entscheidung führt dazu, dass sie sich auf eine vorgetäuschte Beziehung mit Reed Darling einlässt – ausgerechnet dem Kapitän des rivalisierenden Eishockey-Teams. Was zunächst nur als Zweckgemeinschaft gedacht ist, entwickelt schnell eine eigene Dynamik, denn hinter Reeds Ruf verbirgt sich deutlich mehr, als Violet erwartet hat.

Ich bin ziemlich schnell in „Rival Darling“ hineingekommen. Der Schreibstil von Alexandra Moody ist leicht, flüssig und sehr zugänglich, sodass sich die Seiten fast von selbst umblättern. Genau das ist auch der Grund, warum ich das Buch in kurzer Zeit durchgelesen habe. Die Geschichte liest sich angenehm weg, ohne große Längen, und die Dialoge wirken überwiegend natürlich und lebendig.

Die Atmosphäre ist klar im Young-Adult-Bereich verortet: viel Emotionalität, starke Gefühle, schnelle Entscheidungen und dieses typische „Alles oder nichts“-Denken, das man aus Teenromanzen kennt. Die ProtagonistInnen sind erst 17 Jahre und das merkt man beim Lesen meiner Meinung nach auch sehr stark, und zwar nicht unbedingt nur positiv. Die Figuren handeln oft impulsiv, wenig reflektiert und teilweise erstaunlich naiv. Man merkt einfach, dass sie noch nicht erwachsen sind.

Genau das war für mich gleichzeitig der größte Kritikpunkt. Manche Verhaltensweisen wirkten auf mich unrealistisch und kindisch. Die Protagonistin trennt sich von ihrem Freund und ist eine Woche später mit dem Nächsten zusammen und niemand scheint sich ernsthaft daran zu stören, außer wegen der Person, mit der sie jetzt zusammen ist. Dass die extrem kurze Zeitspanne selbst problematisch sein könnte, wird kaum hinterfragt. Auch dass sich die beiden neuen Partner praktisch sofort ineinander verlieben, ging mir ehrlich gesagt zu schnell. Vor allem Reed ist emotional sehr rasch voll dabei, und dass Violet nach kürzester Zeit schon seine Familie kennenlernt, nach dem Motto „du gehörst ja jetzt dazu“, hat mich mehr als einmal die Augen verdrehen lassen. An solchen Stellen dachte ich wirklich: „Echt jetzt?“ Das fühlte sich für mich einfach nicht besonders lebensnah an.
Auch generell wirkte das Verhalten der Figuren nicht immer reif. Viele Konflikte entstehen aus Missverständnissen oder überstürzten Reaktionen, die man vielleicht mit 17 nachvollziehen kann, die mich als Leserin aber manchmal etwas genervt haben.

Trotzdem muss ich sagen, dass die Story an sich ganz nett ist. Die Grundidee funktioniert, die Dynamik zwischen den Hauptfiguren hat ihre Momente, und emotional packend ist das Buch stellenweise durchaus. Gerade für die Zielgruppe bietet die Geschichte viel: Romantik, Drama, Loyalitätskonflikte und dieses intensive Gefühlschaos, das man aus Teenagerjahren kennt oder zumindest aus Büchern darüber.

Fazit

Insgesamt ist „Rival Darling“ von Alexandra Moody für mich ein solides Young-Adult-Buch, das genau das liefert, was es verspricht. Ich glaube allerdings, dass ich persönlich für diese Art von Teenromanzen mittlerweile einfach etwas zu alt bin. Viele Dinge konnte ich nicht mehr ganz ernst nehmen oder nur noch mit kritischer Distanz betrachten. Wer aber gerne emotionale, leicht zu lesende Liebesgeschichten mit jungen ProtagonistInnen mag, wird hier wahrscheinlich gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Zwischen Olympia und Gefühlen

One Date to Gold
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Amie hätte niemals damit gerechnet, dass eine einzige Begegnung ihr Leben so durcheinanderbringen würde. Eigentlich ist es nur ein spontanes Aufeinandertreffen, doch der Mann, der sie anrempelt, ist ausgerechnet ...

Amie hätte niemals damit gerechnet, dass eine einzige Begegnung ihr Leben so durcheinanderbringen würde. Eigentlich ist es nur ein spontanes Aufeinandertreffen, doch der Mann, der sie anrempelt, ist ausgerechnet Hunter, ein erfolgreicher Profisportler, der nicht nur körperlich, sondern auch mental unter enormem Druck steht. Während Hunter gewohnt ist, auf Höchstleistung zu funktionieren und in der Öffentlichkeit zu stehen, versucht Amie, mit ihren eigenen inneren Belastungen und Unsicherheiten zurechtzukommen. Was als einmaliges Treffen gedacht war, entwickelt sich zu einer wiederkehrenden Begegnung, bei der beide feststellen, dass Gefühle sich nicht einfach planen oder kontrollieren lassen. Zwischen Trainingseinheiten, sportlichen Ambitionen und privaten Rückzugsorten stellt sich zunehmend die Frage, ob mehr entstehen kann oder ob die persönlichen Grenzen und inneren Konflikte zu groß sind.

Für mich war "One Date to Gold" der erste Roman der Autorin. Allerdings habe ich schon viel von ihr und ihren Büchern gehört, weswegen ich sehr gespannt auf das Buch war und ich wurde am Ende auch nicht enttäuscht.

Der Schreibstil von Ivy Leagh ist flüssig, modern und sehr dialoglastig, was die Geschichte insgesamt leicht zugänglich und angenehm zu lesen macht. Besonders gut gefallen hat mir, dass Gefühle und Gedanken der Figuren klar und nachvollziehbar vermittelt werden, ohne dabei ständig ins Erklärende abzurutschen. Dadurch entsteht schnell Nähe zu den Charakteren.

Die Atmosphäre des Romans ist für mich einer der größten Pluspunkte. Das Setting ist ein absoluter Traum: Der sportliche Hintergrund – Trainingsalltag, Teamdynamik, Leistungsdruck und Öffentlichkeit – ist meiner Meinung nach sehr gut ausgearbeitet und wirkt durchweg glaubwürdig. Man merkt, dass hier nicht nur eine Liebesgeschichte erzählt wird, sondern dass der Sport ein zentraler Bestandteil von Hunters und Amies Identität ist und realistische Auswirkungen auf ihre Privatleben hat.

Die Hauptcharaktere, Hunter und Amie, mochte ich beide sehr. Sie sind sympathisch, aber eben nicht glatt oder perfekt. Beide bringen ihre ganz eigenen Schwächen, Unsicherheiten und inneren Probleme mit, die sie sichtbar belasten. Gerade das hat sie für mich authentisch und realistisch gemacht. Ihre Beziehung empfand ich als glaubwürdig aufgebaut, und auch die Entwicklung zwischen ihnen wirkte stimmig: nicht überhastet emotional, sondern nachvollziehbar wachsend, trotz der starken Anziehung von Beginn an.

Ein Punkt, der mich allerdings gestört hat, waren die Sexszenen und sexuellen Anspielungen. Sie waren mir persönlich zu derb, zu präsent und vor allem zu früh. Die beiden Charaktere begegnen sich gerade zum zweiten Mal und haben direkt sehr explizite Fantasien mit ziemlich drastischen Ausdrücken. Das war einfach nicht mein Geschmack. Auch später im Verlauf des Buches waren mir die Sexszenen insgesamt zu viel. Das hat meinen Lesefluss stellenweise gebremst, auch wenn ich weiß, dass das für andere Leser*innen durchaus ein Pluspunkt sein kann.

Sehr positiv hervorheben möchte ich jedoch die Nebencharaktere. Hunters Mannschaftskollegen sowie Evie – seine Schwester und gleichzeitig eine gute Freundin von Amie – waren durchweg sympathisch und haben die Handlung deutlich lebendiger gemacht. Sie sorgen für Dynamik, Humor und Erdung und verhindern, dass sich alles nur um das Paar dreht. Dadurch wirkt die Geschichte insgesamt realistischer und sozial eingebettet.

Besonders gefallen hat mir außerdem, dass am Ende kein unnötig aufgebauschtes, künstliches Drama konstruiert wird. Ja, es gibt Konflikte, aber sie werden gemeinsam angegangen. Niemand läuft kopflos davon, niemand schweigt wochenlang ohne Grund. Die Figuren kommunizieren, ringen miteinander und wachsen daran. Das empfand ich als sehr wohltuend und reif.

Mein persönliches Highlight war jedoch der Epilog. Die psychischen Probleme und Belastungen werden darin erstaunlich realistisch dargestellt. Es wird klar: Nur weil man jemanden liebt oder geliebt wird, ist nicht plötzlich alles perfekt. Heilung braucht Zeit, Geduld und bringt auch Rückschläge mit sich. Genau diese Ehrlichkeit hat mich sehr berührt. Es ist eben nicht Friede-Freude-Eierkuchen, sondern ein realistischer Weg der Heilung und das fand ich wirklich stark.

Fazit

Insgesamt hat mir "One Date to Gold" von Ivy Leagh trotz meiner Kritikpunkte gut gefallen. Wer über explizite Szenen hinwegsehen kann oder diese sogar schätzt, bekommt eine emotionale, authentische Liebesgeschichte mit tollem Setting, glaubwürdigen Figuren und einer erfreulich bodenständigen Auflösung.

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Veröffentlicht am 02.10.2025

gewohnt humorvoll

Miss Merkel: Mord unterm Weihnachtsbaum
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Ich habe inzwischen alle bisherigen Bände der "Miss Merkel"-Reihe gelesen und war daher sehr gespannt auf "Mord unterm Weihnachtsbaum". Und auch dieses Buch reiht sich nahtlos in die Reihe ein und bietet ...

Ich habe inzwischen alle bisherigen Bände der "Miss Merkel"-Reihe gelesen und war daher sehr gespannt auf "Mord unterm Weihnachtsbaum". Und auch dieses Buch reiht sich nahtlos in die Reihe ein und bietet wieder genau das, was ich an David Safier so schätze: viel Witz, feine politische Spitzen und eine unterhaltsame Mischung aus Cosy Crime und Gesellschaftssatire.

Schon der Einstieg ist typisch: Angela Merkel freut sich eigentlich auf ein besinnliches Weihnachten zu Hause, doch statt Kerzenschein und Ruhe findet sie einen toten Weihnachtsmann kopfüber im Kamin.
Von da an entspinnt sich eine kurzweilige, leichte Ermittlungsarbeit, bei der mehrere Weihnachtsmänner und -frauen in Verdacht geraten.
Die Handlung ist dabei nicht kompliziert, sondern eher geradlinig, was das Buch angenehm zugänglich macht, aber gleichzeitig hätte ich mir ein wenig mehr Tiefgang und Länge gewünscht. Einige Wendungen kommen recht abrupt, und die Auflösung des Falls ist eher schnell abgehandelt, sodass ich das Gefühl hatte, dass da noch ein wenig Raum für Spannung und zusätzliche Überraschungen geblieben wäre - was aber vor allem der ungewöhnlichen Kürze des Buches geschuldet ist.

Wie gewohnt sind es vor allem die kleinen politischen Spitzen, gesellschaftlichen Beobachtungen und Anspielungen auf bekannte Persönlichkeiten, die mich oft zum Schmunzeln gebracht haben. Die Dialoge sind gewohnt spritzig, und Angela Merkel als Ermittlerin hat ihren typischen, zurückhaltenden Stil bewahrt, der durch ihre kleinen menschlichen Eigenheiten charmant ergänzt wird.

Schade fand ich diesmal den Umgang mit einigen liebgewonnenen Nebencharakteren. Hund Pupsi, der in früheren Bänden oft für Lacher gesorgt hat, und Marie, die ich als Nebenfigur besonders mag, spielen dieses Mal nur eine sehr untergeordnete Rolle und tauchen fast gar nicht auf.

Ein weiterer Punkt, der mir aufgefallen ist, betrifft den sogenannten „echten Weihnachtsmann“. Safier deutet an, dass einer der Weihnachtsmänner mehr als nur ein Verkleidungskandidat sein könnte – ein Hauch von Magie sollte wohl die Weihnachtsstimmung unterstreichen. Mir persönlich gefällt der realistischere Ansatz besser, daher ist die Idee nicht so meins. Ich kann allerdings verstehen, dass andere LeserInnen genau diesen kleinen fantastischen Einschlag lieben würden, um das Weihnachtsgefühl zu verstärken.

Alles in allem hatte ich dennoch großen Spaß beim Lesen. Das Buch ist gewohnt humorvoll, die Figuren sind charmant und liebenswert, und die Mischung aus weihnachtlicher Stimmung, Cosy Crime und politischer Satire funktioniert nach wie vor hervorragend. Wer Safiers Stil kennt, weiß, dass man keinen düsteren Thriller erwarten darf, sondern eine unterhaltsame, oft witzige und leicht absurde Geschichte, die die Leserinnen und Leser bestens unterhält.

Trotz kleiner Kritikpunkte ist "Miss Merkel: Mord unterm Weihnachtsbaum" wieder mal ein kurzweiliger, sehr unterhaltsamer Band, der mich oft zum Lachen gebracht hat und für mich erneut zeigt, warum ich die Reihe so gerne lese. Es ist ein Buch, das perfekt in die Vorweihnachtszeit passt, für Fans der Reihe ein Muss ist und auch neuen Leserinnen und Lesern die humorvolle Seite politischer Satire und Cosy Crime näherbringt.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Eine magische Geschichte

Hinter verzauberten Fenstern
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Ich habe „Hinter verzauberten Fenstern“ von Cornelia Funke in der Hörbuchfassung mit Kathtarina Thalbach als Sprecherin gehört – ein kleines, märchenhaftes Juwel der Kinderliteratur, das viel mehr Tiefe ...

Ich habe „Hinter verzauberten Fenstern“ von Cornelia Funke in der Hörbuchfassung mit Kathtarina Thalbach als Sprecherin gehört – ein kleines, märchenhaftes Juwel der Kinderliteratur, das viel mehr Tiefe birgt, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Obwohl es sich klar an Kinder richtet, habe ich als erwachsene Hörerin einiges aus der Geschichte mitnehmen können – auf mehreren Ebenen.

Die Geschichte beginnt zur Weihnachtszeit und dreht sich um Julia, ein Mädchen, das kein besonders aufregendes Adventskalendergeschenk bekommt – jedenfalls glaubt sie das zunächst. Doch der unscheinbare Papierkalender entpuppt sich als Tor in eine andere, magische Welt, in der die Fenster nicht nur Bilder zeigen, sondern echte Türen in ein geheimnisvolles, liebevoll ausgestaltetes Paralleluniversum sind.

Was mich sofort berührt hat, ist die Grundidee: dass hinter scheinbar simplen, unscheinbaren Dingen eine ganze Welt voller Wunder liegen kann. Für Kinder ist das natürlich eine Einladung zur Fantasie, zur Vorstellungskraft, zum Staunen – aber auch für mich als Erwachsene steckt darin eine leise, fast melancholische Erinnerung daran, wie oft man im Alltag verlernt hat, das Wunderbare im Kleinen zu sehen.

Cornelia Funke schafft es, eine Geschichte zu erzählen, die kindlich und märchenhaft ist, ohne je kitschig zu werden. Sie lässt Raum für Abenteuer, aber auch für Nachdenklichkeit. Gerade die kleinen Momente, in denen Julia wächst – über sich hinauswächst – haben mich berührt. Es geht um Mut, um Verantwortung, um die Frage, was man bereit ist zu riskieren für andere. Alles verpackt in eine Geschichte, die eigentlich ganz leichtfüßig daherkommt – aber darunter einen warmen, ernsthaften Kern trägt.

Ich finde, dass das Hörbuch großes Potenzial für Kinder bereithält, und zwar nicht nur inhaltlich, sondern auch emotional. Die Geschichte bietet eine sanfte Einführung in Themen wie Freundschaft, Loyalität, Selbstzweifel und persönliches Wachstum – alles auf eine Weise, die zugänglich bleibt. Es gibt keinen moralischen Zeigefinger, sondern ein subtiles Erzählen, das zum Mitfühlen einlädt. Ich glaube, dass Kinder (je nach Alter) viel in Julia erkennen können – und vielleicht auch ermutigt werden, über ihre eigenen Gefühle, Ängste und Träume nachzudenken.
Auch die märchenhafte Struktur – das Spiel mit Parallelwelten, mit Rätseln und geheimen Orten – fördert die Vorstellungskraft und lädt zum „Mitträumen“ ein. Es ist eine Geschichte, die Kinder innerlich mitgestalten können, in der sie sich verlieren dürfen, ohne den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Ein zentrales Element eines jeden Hörbuchs ist natürlich die Stimme. In diesem Fall spricht Katharina Thalbach. Und hier bin ich ein wenig zwiegespalten: Thalbach liest mit viel Ausdruck und Schauspielkunst, das steht außer Frage. Sie versteht es, die verschiedenen Figuren klar voneinander zu trennen, gibt jeder Szene einen eigenen Tonfall und schafft eine lebendige Atmosphäre. Aber: Ihre Stimme ist sehr markant – rau, leicht krächzend, und sie klingt eben schon deutlich älter. Für einige Passagen funktioniert das wunderbar – etwa bei erwachsenen oder geheimnisvollen Figuren, da bekommt ihre Stimme sogar etwas Magisches. Doch bei den kindlichen Figuren, allen voran Julia, hat es mich tatsächlich ein wenig gestört. Die kindliche Leichtigkeit, die jugendliche Unsicherheit, das Staunen – all das kam bei mir nicht immer so an, wie ich es mir gewünscht hätte. Es fehlte mir manchmal an stimmlicher Frische oder jugendlicher Natürlichkeit. Die Stimme wirkt in diesen Momenten beinahe „überinszeniert“ – oder einfach zu weit weg vom kindlichen Erleben.
Natürlich ist das auch Geschmackssache – und ich kann mir vorstellen, dass einige Hörer*innen gerade diese spezielle Stimme sehr mögen. Mir persönlich hat sie den Zugang zur Hauptfigur hier und da etwas erschwert.

Fazit

„Hinter verzauberten Fenstern“ von Cornelia Funke ist insgesamt ein bezauberndes, kluges und sanftes Hörbuch, das ich trotz kleiner Kritikpunkte sehr empfehlen kann – gerade für Familien, die etwas suchen, das sowohl Kinder als auch Erwachsene anspricht. Die Geschichte hat Charme, Tiefe und einen Hauch von Magie – ohne die Realität aus den Augen zu verlieren.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

ein toller Abschluss

This could be forever
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In Band 3 - und damit dem letzten Teil - der Hawaii Love Reihe "This could be forever" von Lilly Lucas begleiten wir Millie, die nach einer schweren Zeit zurück nach Hawaii kommt, um eine Dokumentation ...

In Band 3 - und damit dem letzten Teil - der Hawaii Love Reihe "This could be forever" von Lilly Lucas begleiten wir Millie, die nach einer schweren Zeit zurück nach Hawaii kommt, um eine Dokumentation zu drehen. Dort trifft sie auf Griffin „Chip“ Chipman, ihren Ex-Freund, mit dem sie eine gemeinsame, schmerzhafte Vergangenheit und nach wie vor tiefe Gefühle verbindet. Doch ist sie bereit, erneut ihr Herz zu verlieren?

Ich habe bereits alle Bücher der Hawaii Love-Reihe sowie andere Reihen von Lilly Lucas gelesen und sie allesamt geliebt. Entsprechend groß war meine Vorfreude auf den dritten Band - und meine Erwartung an diesen. Und auch diesmal hat es die Autorin geschafft, mich mit ihrer warmherzigen Art zu schreiben nach Hawaii zu entführen und mir ein ganz besonderes Leseerlebnis zu schenken.

Der Schreibstil von Lilly Lucas hat mich wieder einmal begeistert. Er ist leicht, flüssig und gleichzeitig voller Emotionen. Es gibt keinen unnötigen Ballast, dafür aber viele kleine Details, die Atmosphäre schaffen: ein Blick, eine Berührung, das Rauschen der Wellen oder das Spiel des Lichts auf dem Meer. Besonders schön finde ich, dass die Autorin Emotionen so feinfühlig beschreibt, dass man sie unmittelbar nachempfinden kann – ohne je ins Kitschige abzurutschen. Ihre Sprache hat für mich genau die richtige Mischung aus Romantik, Tiefe und Leichtigkeit, sodass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte - und das von den ersten Seite an.

Ein absolutes Highlight ist natürlich erneut das Setting: Hawaii wird nicht nur als Kulisse genutzt, sondern ist ein Teil der Geschichte selbst. Die Inseln sind für Millie Heimat, Erinnerung, Schmerz und Hoffnung zugleich. Die Autorin beschreibt das Meer, die Strände, den Wind und die Natur so lebendig, dass man sich sofort dort wähnt. Diese Atmosphäre ist paradiesisch und melancholisch zugleich – genau wie Millies innere Welt. Ich habe jede Seite genossen, weil die Autorin es schafft, eine Sehnsucht nach diesem Ort zu wecken und gleichzeitig zu zeigen, dass Hawaii für ihre Figuren auch ein emotionaler Anker ist.

Millie als Hauptfigur hat mir sehr gefallen. Sie wirkt authentisch, verletzlich und dennoch stark, und ich konnte ihre Zweifel und Hoffnungen sehr gut nachvollziehen. Auch Chip ist ein sympathischer Charakter, der durch seine Ecken und Kanten interessant bleibt. Die Dynamik zwischen den beiden funktioniert wunderbar, gerade weil so viel Vergangenheit mitschwingt.

Allerdings muss ich sagen, dass mir etwas gefehlt hat: Zum einen war der Band insgesamt recht kurz und ich hätte mir noch mehr kleine, intime Momente zwischen Millie und Chip gewünscht, die ihre Beziehung noch greifbarer machen. Zum anderen fand ich es schade, dass Millie kaum eigene Freundschaften hatte. Ein soziales Umfeld außerhalb der Liebesgeschichte hätte ihrer Figur noch mehr Tiefe verliehen und die Handlung lebendiger und authentischer gemacht.

Fazit

Trotz dieser kleinen Kritikpunkte war "This Could Be Forever" für mich jedoch wieder ein traumhaftes Leseerlebnis. Lilly Lucas versteht es einfach, ihre Leser:innen mit einem Mix aus Romantik, Fernweh und emotionaler Tiefe zu verzaubern. Auch wenn mir dieses Mal das gewisse „Mehr“ an Szenen und Nebenfiguren gefehlt hat, bleibt der Roman ein wunderschöner, gefühlvoller Abschluss der Reihe, der mich bewegt und berührt hat.

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