Die isländische Saga von Gunnhild und Erik neu erzählt
Sisters in Blood - Der SchwurSisters in Blood von Geneviève Gornichec war für mich ein echter Page Turner. Ich habe mich entführen lassen in ein Zeitalter, in dem einerseits männliches sich aneinander Messen bis zum Tod und andererseits ...
Sisters in Blood von Geneviève Gornichec war für mich ein echter Page Turner. Ich habe mich entführen lassen in ein Zeitalter, in dem einerseits männliches sich aneinander Messen bis zum Tod und andererseits weibliche Magie das Leben der Menschen bestimmten. Es hat für mich anfangs ein Stück weit Irritation bedeutet, männliche Protagonisten nicht emotional zu verdammen, für welche diese teils brutalen „Notwendigkeiten“ sozusagen zum Alltag gehörten. Doch die unter anderem dadurch gekennzeichnete Handlung wäre anders auch nicht denkbar gewesen. Wirklich vorangetrieben wurde für mich die Geschichte jedoch durch die ebenfalls von Machtausübung getriebenen magischen Aktionen, welche die Schicksale der Protagonisten/innen letztlich maßgeblich bestimmten. Es waren diese Szenen, die mich dann jeweils komplett gepackt haben.
Eine allerdings andere Art der Irritation war für mich der Umstand, dass die Protagonisten/innen oft Kommunikations- und Interaktionsmuster an den Tag legten, die vielleicht Teenies unseres Zeitalters gut zu Gesicht gestanden hätten, was ich insbesondere auf die drei Mädchen Gunnhild, Oddny und Signy beziehen möchte.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass Frauen in der beschriebenen Epoche und deren herber Kultur, die als Heilerinnen und Magierinnen galten, möglicherweise ganz andere Charaktere gewesen sein dürften, was jedoch nur eine Vermutung ist. Gleichsam führte dieser Umstand jedoch neben dem Sprachstil dazu, dass sich die Geschichte leicht lesen ließ, von einigen immer mal wieder auftretenden Formulierungen abgesehen, deren Zusammenhang sich dann oft erst beim Lesen der nächsten oder übernächsten Sätze erschloss.
Die Autorin geht im Anhang ausführlich auf ihre Herangehensweise, auf Historisches und Fiktives in ihrem Roman ein und erläutert diese und ihre Gründe ihrer Erzählweise. Des Weiteren gibt es ein Personenverzeichnis, in dem man klar die historisch belegten und nicht belegten Personen erkennen kann, so wie Hinweise zur anglisierten Schreibweise und ein kurzes Glossar zur Erklärung einiger Begriffe. Dies hat mir ebenfalls gut gefallen.
Insgesamt eine höchst spannende Reise in eine Welt, die uns sonst nur über die nordischen Sagen erreicht. Die Geschichte hatte auf jeden Fall das Lesen einer Fortsetzung verdient.