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Veröffentlicht am 20.09.2024

eine starke Frau sucht ihren Weg

Sing, wilder Vogel, sing
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Honora ist schon früh auf sich allein gestellt. Ihre Mutter ist bei der Geburt gestorben, ihr Vater hat sie bereits als Kind verstoßen, da er überzeugt ist, dass auf ihr ein Fluch liegt. So fühlt sich ...

Honora ist schon früh auf sich allein gestellt. Ihre Mutter ist bei der Geburt gestorben, ihr Vater hat sie bereits als Kind verstoßen, da er überzeugt ist, dass auf ihr ein Fluch liegt. So fühlt sich Honora in der Natur am wohlsten, kann den Wind und die Landschaft lesen, doch die Menschen bleiben ihr fremd. Als sie den Sohn eines angesehenen Mannes heiratet, scheint sich ihr Blatt zu wenden, aber die große Hungersnot in Irland nach 1845 bringt neues Leid. Als 1849 der Hunger ihr gesamtes Dorf auslöscht und sie alles verliert, bricht sie nach Amerika auf in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Doch auch in Amerika bleibt sie fremdbestimmt und unterdrückt. Trotz aller Widrigkeiten bewahrt sich Honora ihren Freiheitsdrang und ihr „Inneres Selbst“ und gibt nicht auf…

Jacqueline O’Mahony schreibt kraftvoll und eindringlich. Ich konnte mich gut in Honora hineinversetzen und habe mit ihr mitgefühlt und mitgelitten. Sie ist eine starke, pragmatische Frau, die sich selbst treu bleibt und sich ihren starken Willen und den Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben bewahrt. Der Schluss war für mich ein kleiner Schwachpunkt, da die Handlung hier etwas vorhersehbar und zu glatt wirkt.

Besonders bewegend fand ich die Schilderung der Hungersnot in Irland, die an die Tragödie von Doolough (1847) angelehnt ist, auf welche noch heute der Doolough Valley Famine Walk zurückgeht. Sehr interessant waren in diesem Zusammenhang auch das Nachwort der Autorin und ein Interview mit ihr im Anhang.

Ein bewegendes, ermutigendes und sehr empfehlenswertes Buch!

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Veröffentlicht am 17.09.2024

Grandiose Aufnahmen, die einen völlig neuen Blick auf Insekten ermöglichen

Von Angesicht zu Angesicht
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Dieses Buch ist unglaublich! Bereits das Cover hat mich auf Anhieb begeistert, und als passionierte Hobbyfotografin war ich sofort fasziniert von den unfassbar detaillierten Super-Makroaufnahmen, die ich ...

Dieses Buch ist unglaublich! Bereits das Cover hat mich auf Anhieb begeistert, und als passionierte Hobbyfotografin war ich sofort fasziniert von den unfassbar detaillierten Super-Makroaufnahmen, die ich in dieser Qualität so noch nie zuvor gesehen habe.

Eine Bemerkung vorneweg für alle Spinnenphobiker/innen (wie mich): Keine Sorge, in diesem Band geht es tatsächlich ausschließlich um Insekten, Fotos von Spinnentieren sind nicht enthalten.

Die Bilder von Thorben Danke, die mit modernster Technik aufgenommen und jeweils aus Hunderten Einzelaufnahmen kombiniert wurden, zeigen die heimische Insektenwelt aus einer völlig neuen Perspektive und in einer atemberaubenden Detailtiefe. Ganz unwillkürlich sieht man diese Tiere, die man im Alltag oft achtlos beiseite wischt oder gar ärgerlich zerquetscht, mit ganz anderen Augen und neuem Respekt. Sie zeigen sich als filigrane, hochspezialisierte Körper mit ausgeklügelten Sinnesorganen und Fähigkeiten.

Die fantastischen Bilder werden ergänzt durch interessante und sehr informative Texte. In den ersten Kapiteln erfährt man zunächst Allgemeines über Insekten, während der Hauptteil sich dann sechs Ordnungen im Speziellen widmet: Den vier sogenannten "Megadiversen Insektenordnungen" der Käfer, Schmetterlinge, Zweiflügler und Hautflügler sowie den Ordnungen der Schnabelkerfe und Libellen. Abgerundet wird das Buch durch ein Glossar sowie interessanten Informationen zur Aufnahmetechnik der Bilder.

Unser zehnjähriger Sohn ist völlig fasziniert in dieses Buch versunken, und die gesamte Familie war restlos begeistert. Es ist ein Schmuckstück für jede Hausbibliothek und sensibilisiert auf geradezu künstlerische Weise für die bedrohte Artenvielfalt unserer heimischen Insekten. Wir werden dieses Buch ganz sicher öfter verschenken und können es nur jedem ans Herz legen!

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Veröffentlicht am 17.09.2024

Pumuckl treibt wieder Schabernack

Pumuckl, Tiergeschichten
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Bei „Pumuckl, Tiergeschichten“ werden bei mir sofort Kindheitserinnerungen wach. In neun kleinen Geschichten erzählt Uli Leistenschneider neue tierische Abenteuer des vorwitzigen Kobolds. Diese stehen ...

Bei „Pumuckl, Tiergeschichten“ werden bei mir sofort Kindheitserinnerungen wach. In neun kleinen Geschichten erzählt Uli Leistenschneider neue tierische Abenteuer des vorwitzigen Kobolds. Diese stehen in bester Tradition von Ellis Kaut. Ob im Zoo, auf dem Bauernhof oder auf der Suche nach einem eigenen Haustier: Pumuckl steht wie immer der rote Wuschelkopf nach Schabernack, er stiftet ordentlich Verwirrung und reimt lustig vor sich hin. Die einzelnen Geschichten sind ca. 15 Seiten lang und somit ideal zu Vorlesen ab dem Kindergartenalter. Durch die relativ kurzen Sätze eignet sich das Buch auch prima zum ersten Selbstlesen in der 2. oder 3. Klasse der Grundschule.

Die über 100 durchgehend farbigen und fröhlichen Illustrationen lockern die Geschichten zusätzlich auf. Der kleine Kobold sieht in den Zeichnungen erfreulicherweise heute noch beinahe genauso aus wie in meiner eigenen Kindheit. Mein kleiner Neffe und ich haben beim Vorlesen viel gelacht und uns köstlich amüsiert. Ein wunderbares Buch für kleine und große Kobold-Fans!

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Veröffentlicht am 14.09.2024

Der heimischen Tierwelt auf der Spur

Moments in Nature
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Da ich nicht auf Social Media unterwegs bin, kannte ich Gamander und Una López bisher nicht, doch die Leseprobe machte mich neugierig. Und ich bin begeistert! Ihre Aufnahmen heimischer Tiere sind beeindruckend ...

Da ich nicht auf Social Media unterwegs bin, kannte ich Gamander und Una López bisher nicht, doch die Leseprobe machte mich neugierig. Und ich bin begeistert! Ihre Aufnahmen heimischer Tiere sind beeindruckend und machen direkt Lust, selbst mit der Kamera loszuziehen und zu beobachten. Hierzu geben die beiden auch wertvolle Tipps, u.a. auch zur wirkungsvollen Tarnung. Viele Fotos sind mitten in der Bewegung der Tiere entstanden, und diese Momentaufnahmen sind besonders reizvoll, zeigen manchmal auch eine gewisse Situationskomik.

Die jungen Geschwister wirken äußerst sympathisch, nahbar und natürlich, und ihre ehrliche Begeisterung und Leidenschaft für die Natur, Tiere und Fotografie ist auf jeder Seite spürbar. Die Bilder werden durch informative Texte ergänzt, die nicht nur viel Wissenswertes rund um die fotografierten Tiere bieten, sondern auch einen spannenden Einblick in die Arbeitsweise der Geschwister. Ihr sehr persönlicher und erfrischender Stil macht für mich auch das Besondere an diesem Buch aus. Die beiden berichten ausführlich über ihre Motivation und bereichern die Bilder um Anekdoten und Erlebnisse.

"Moments in Nature" ist ein wunderschönes Buch für die ganze Familie, das dazu anregt, die Tiere der unmittelbaren Umgebung zu beobachten und die heimische Tierwelt wieder bewusster wahrzunehmen. Sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 14.09.2024

Vergnügliches und Nachdenkliches zum menschlichen Körper

Aua!
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Als Leserin der Süddeutschen Zeitung liebe ich schon lange Axel Hackes Rubriken im SZ Magazin sowie seine Bücher. Und bei „Aua!“ fühlte ich mich inhaltlich sofort angesprochen. In 15 Kapiteln widmet sich ...

Als Leserin der Süddeutschen Zeitung liebe ich schon lange Axel Hackes Rubriken im SZ Magazin sowie seine Bücher. Und bei „Aua!“ fühlte ich mich inhaltlich sofort angesprochen. In 15 Kapiteln widmet sich Axel Hacke den einzelnen Organen und Teilen seines Körpers, von der Haut über Zähne, Lunge und Bauch bis zu Gehirn und Herz. Narben, Schmerzen, Knochenknacken, Tinnitus - er spürt den Spuren nach, die das Leben an seinem Körper hinterlassen hat, und den Signalen, die dieser ihm sendet.

Dabei lässt Axel Hacke seine Gedanken scheinbar treiben, mäandert und sinniert auf seine unnachahmliche Weise, um ganz nebenbei essentielle Fragen des Lebens mitzuverhandeln. Er schreibt dabei sehr offen und persönlich, aber dennoch niemals zu privat. Und lässt uns Leser/innen an seinem Staunen über das Wunderwerk des menschlichen Körpers teilhaben.

Ich flog beim Lesen nur so durch die Seiten, musste an vielen Stellen herzlich lachen, wurde an anderen nachdenklich, und war am Ende schon fast traurig, als ich die letzte Seite gelesen hatte. Ich hätte Axel Hackes Gedanken noch stundenlang folgen können!

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