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Veröffentlicht am 20.10.2024

Lebensverhältnisse auf dem Land

Am Fluss der Zeiten
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Ein Roman, der mich gut unterhalten hat und sehr informativ ist. Hier wird das Leben im 16. Jahrhundert lebendig.

Im Mittelpunkt der Erzählung steht Elze eine junge Frau, die auf dem Hof Kalmule bei ...

Ein Roman, der mich gut unterhalten hat und sehr informativ ist. Hier wird das Leben im 16. Jahrhundert lebendig.

Im Mittelpunkt der Erzählung steht Elze eine junge Frau, die auf dem Hof Kalmule bei ihrer Familie aufwächst. Eigentlich ist ihr Leben vorherbestimmt. Sie sind Eigenbehörige, die für Ihren Grundherren den Hof bewirtschaften und von ihm abhängig sind. Die Abhängigkeit bekommt Elze in besonderer Weise zu spüren, denn Sie muss ihren Gesindedienst ableisten und so verschlägt es sie nach Münster.

Der Roman beginnt sehr intensiv mit einem schrecklichen Unwetter, das die Lebensgrundlage der Familie bedroht. Anschließend folgt leider ein Teil, der mir nicht so sehr gefallen hat, denn rückblickend erzählt Stine, die Tante von Elze über ihre Erlebnisse in Münster während der Täufer-Zeit. Das Thema Täufer in Münster finde ich sehr spannend, habe ich doch schon mit eigenen Augen die Käfige am Dom gesehen. Was mir nicht so gefallen hat, was die passive Erzählweise, dies zog sich für mich ein wenig. War aber diese Phase überwunden und Elza war auf dem Weg nach Münster, nahm für mich der Roman an Fahrt auf und ich mochte das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen.

Weitere Themen des Romans sind vor allen die Lebensverhältnisse auf dem Land und in der Stadt, aber auch die schlechte medizinische Versorgung, sowie die Möglichkeit, dass man Gesinde einfach tauschen konnte und somit das Leben eines Menschen sich komplett ändern kann.

Der Schreibstil ist sehr intensiv und ich spreche der Autorin ein sehr großes Kompliment aus, da sie den Zeitgeist in der Sprache sehr gut eingefangen hat. Ohne das Glossar am Ende wäre ich das eine oder andere Mal aufgeschmissen gewesen. Aber auch das Personenverzeichnis und das Nachwort sind sehr aufschlussreich. Insgesamt umfasst der Roman nur rund 2 Jahre, was die Intensivität noch einmal gut ausdrückt.

Ein Roman für alle, die sich gerne auf eine historische Zeitreise begeben und dabei mehr über die Lebensverhältnisse im 16. Jahrhundert lernen möchten

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Veröffentlicht am 12.10.2024

Der Kampf gegen dänische Unholde

Tankred: Adler und Dolch
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Spannend und sehr facettenreich in taktischen Manövern sind eine gute Beschreibung für das neueste Abenteuer des kämpfenden Bibliothekars Tankred. Im Herbst 884 lebt Tankred wieder auf seinem zurückeroberten ...

Spannend und sehr facettenreich in taktischen Manövern sind eine gute Beschreibung für das neueste Abenteuer des kämpfenden Bibliothekars Tankred. Im Herbst 884 lebt Tankred wieder auf seinem zurückeroberten Anwesen bei Maastricht. Doch dänische Räuberbanden treiben weiterhin ihr Unwesen in der Region und Tankred muss seine Zwillinge nach Lüttich in Sicherheit bringen. Bald kommt er dahinter, dass mehr als nur Überfälle hinter der Sache stecken und zusammen mit seinen treuen Gefährten Lupus und Gauzbert macht er sich auf in ein neues Abenteuer. Wird er es schaffen diesmal die dänischen Unholde endgültig zu besiegen?

Tankred ist im Vergleich zu den früheren Bänden etwas reifer geworden. Auch wenn er immer noch sehr wachsam und kämpferisch stark ist, wird auch er älter und man merkt es ihm hier und da etwas an. Doch trotz allem ist seine gute Bildung und seine Erfahrung im Kampf ein entscheidender Vorteil gegenüber seinen Gegnern. In diesem Band kommen die politischen Ränkespiele zwischen den einzelnen Parteien der damaligen Zeit sehr gut zu Geltung. Sabotagen sowie Machtspiele prägen diesen Band sehr, was diesen insgesamt sehr unterhaltsam lesbar macht.

Der Schreibstil des Autors ist sehr detailliert, beschreibend und sehr gut lesbar. Sehr tiefgründig hat er das damalige Zeitgeschehen sehr gut in eine fiktive Geschichte eingebettet. Der Humor darf an der ein oder anderen Stelle ebenfalls nicht fehlen. Sehr gut gefallen haben mir auch Anspielungen auf Tatbestände der heutigen Zeit, die damals wohl so noch nicht vorgekommen sind, aber die der Autor sehr gut in seinem Nachwort erläutert. Die Spannung der Erzählung ist gut und es kommt während des Lesens keine Langeweile auf. Einsteigern würde ich hier zwar auch zu Band 1 der Reihe wegen der Hintergründe raten, aber auch ohne Vorkenntnisse ist die Geschichte sehr gut lesbar was mir persönlich gut gefällt. Erneut ein guter Fall von Tankred mit der leisen Hoffnung, dass es noch einen Folgeband geben wird.

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Veröffentlicht am 15.09.2024

Was haben Monet-Bilder und die Liebe gemeinsam?

Sommerfarben in der Stadt der Liebe
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Ein wunderbares Sommerbuch, welches einen von der Liebe und der Stadt Paris träumen lässt.

Marie und Jan sind zwei sehr sympathische Hauptfiguren, die man schnell ins Herz schließt. Marie die Kunsthistorikerin, ...

Ein wunderbares Sommerbuch, welches einen von der Liebe und der Stadt Paris träumen lässt.

Marie und Jan sind zwei sehr sympathische Hauptfiguren, die man schnell ins Herz schließt. Marie die Kunsthistorikerin, die für Claude Monet und seine Werke lebt und Jan, der mit Leib und Seele für seine Schüler da ist. Zudem begegnen wir einigen Figuren aus dem ersten Band. Dennoch kann man die beiden Bände gänzlich unabhängig voneinander lesen.

Die Liebesgeschichte zwischen Marie und Jan ist schnell erzählt, sie arbeitet als Museumsführerin und schleußt so Jans Schüler durch die Ausstellung, es kommt zu einem kleinen Schlagabtausch zwischen den Beiden. Als dann noch Marie einer Schülerin in Not hilft knistert es endgültig zwischen den Liebenden. Doch zuvor müssen die Schatten der Vergangenheit überwunden werden. Der Spannungsbogen der Geschichte hätte für mich ein wenig stringenter sein können. Insgesamt war mir die Handlung zu vorhersehbar und ich hätte mir vielleicht den einen oder anderen Turn gewünscht. In Summe aber eine schöne Geschichte die mir trotz kleiner Kritik gut gefallen hat.

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Veröffentlicht am 04.08.2024

Drei Tote im Flugzeug

Nebel über Rønne
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Lennart Ipsen steht vor einem schweren Fall. Drei Insassen eines Flugzeuges werden tot aufgefunden. Es handelt sich dabei um einen sonderbaren Mordanschlag. Der Bornholmer Kriminalpolizist Lennart Ipsen ...

Lennart Ipsen steht vor einem schweren Fall. Drei Insassen eines Flugzeuges werden tot aufgefunden. Es handelt sich dabei um einen sonderbaren Mordanschlag. Der Bornholmer Kriminalpolizist Lennart Ipsen steht mit seinem Team vor einem Rätsel. Die Ermittlungen richten sich in alle Richtungen und es nähert sich der Verdacht das es sich hier um mehr als Mord handelt. Spielt gar Terrorismus eine Rolle?

Eine interessante Suche für Lennart Ipsen beginnt. Lennart ist ein prinzipientreuer Kriminalist, der die Abgeschiedenheit auf der Ferieninsel Bornholm so liebt. Dabei muss er immer wieder sonderbare Fälle aufklären was für ihn aber aufgrund der schönen Umgebung kein sonderliches Problem darstellt. Seine Familie um seine Ex-Frau, seine Töchter, sowie seinen eigenwilligen Vater halten ihn dabei schwer privat auf Trapp. Sehr gut gefällt mir Britta in dieser Kriminalreihe. Britta ist eine liebevolle aber manchmal etwas unkonventionelle Kollegin und sorgt dafür, dass Ipsen manchmal aus seiner Komfortzone etwas herauskommen muss. Tao, eine weitere Assistentin in Ipsens Team komplettiert das sympathische Ermittler-Trio. Die junge Frau sorgt mir ihrer sachlichen und etwas nerdigen Art für emotionalen Ausgleich bei den Ermittlungen.

Die Handlung ist in Bornholm in der heutigen Zeit angesiedelt. Sehr lebendig und authentisch ist der Schreibstil des Autors. Dabei schafft er es auch immer wieder lustige Elemente in die manchmal etwas schwereren Lesemomente einzubauen. Gerade das alte Ehepaar Forsberg aus einem ehemaligen Hotelbetrieb sorgte bei mir für so einige süffisante und amüsante Momente beim Lesen.

Die Spannung der Erzählung ist auf einem guten Niveau situiert und sorgt für einen flüssiges abwechslungsreiches Leseerlebnis. Ich hatte dieses Mal bezüglich der Täter richtig gelegen, aber die Ermittlungen zu den Mordergebnis haben mir trotzdem gut gefallen. Ein schön erzählter Urlaubskrimi mit kleinen Thriller Momenten, der mich gut unterhalten hat.

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Veröffentlicht am 04.08.2024

Ein Roman über Selbstfindung

Am Himmel funkelt ein neuer Tag
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Ein wunderbar leichter und dennoch tiefgründiger Roman, der einen sofort in Sommerstimmung versetzt.

Zoé ist eine junge Frau, die hungrig ist nach Erfolg und Abenteuer und so ist es klar, dass sie das ...

Ein wunderbar leichter und dennoch tiefgründiger Roman, der einen sofort in Sommerstimmung versetzt.

Zoé ist eine junge Frau, die hungrig ist nach Erfolg und Abenteuer und so ist es klar, dass sie das Angebot, für ein Praktikum nach London zu kommen, annimmt. Sie ist Innenarchitektin und sie weiß ganz genau, was sie tut.

Ihre Kollegin Yon, ist ebenfalls eine Praktikantin in der Agentur, den Auftrag sollen sie laut ihrer Chefin gemeinsam erledigen, doch der Auftraggeber möchte sonderbarerweise nur noch mit Yon arbeiten. Ein herber Rückschlag für die erfolgsverwöhnte Zoé.

Aber da ist noch ihr Vermieter Ravi, mit dem sie sich sofort bestens versteht, er betreibt ein Frühstückslokal und so trifft Zoé die unterschiedlichsten Menschen beim Frühstück. Was will London Zoé sagen, welche Rolle spielt die Wahrsagerin und was ihr mit der großen Liebe?

Ein warmherziger Roman, der mich in eine absolut entspannte Atmosphäre katapultiert hat. Hier wird der Sommer greifbar und man träumt sich in die pulsierende Metropole London.

Liebenswerte Figuren mit Ecken und Kanten, machen es dem Leser einfach sich mit ihnen zu identifizieren, denn jeder wird sich irgendwo wiedererkennen.

Zoé hat eine Schwäche für Grünpflanzen in der Wohnung und da geht es mir so wie ihr, auch wenn ich meinen Pflanzen keine Namen gebe, aber auch ich bin fest davon überzeugt, dass sie zu einer gemütlichen Wohnung dazugehören.

Aber auch die Themen „Schwimmen“ und „Essen“ kommen nicht zu kurz, sodass man sich direkt in diesem Roman wohlfühlt.

Der Schreibstil der Autorin ist leicht und dennoch hat sie den einen oder anderen philosophischen Spruch für uns parat. Zoé erzählt die Geschichte aus der Perspektive einer Ich-Erzählerin, was uns ermöglich ihr ganz nahe zu sein.

Ein Roman der gleichzeitig zum Nachdenken anregt, über die Flucht vor der Schattenseite unseres Lebens und dass was wir „Glück“ nennen.

Chronologisch schreitet der Roman immer weiter fort, es finden kaum Zeitsprünge statt, die Ereignisse sind sehr kompakt. Der Roman umfasst nur wenige Wochen und ist somit sehr dicht und intensiv.

Für mich war es das erste Buch von Meike Werkmeister und sicherlich nicht das letzte Buch. Ein Roman über Selbstfindung, alte Wunden, Freundschaft und Liebe, den ich gerne weiterempfehle.

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