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Veröffentlicht am 01.12.2024

Marker

Oracle
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Wie eigentlich immer hat Ursula Poznanski ein gutes Händchen für spannende Themen, so auch in Oracle.

Hier geht es um den Fluch oder Segen von Zukunftsvisionen.



Mal abgesehen davon, ob man daran glauben ...

Wie eigentlich immer hat Ursula Poznanski ein gutes Händchen für spannende Themen, so auch in Oracle.

Hier geht es um den Fluch oder Segen von Zukunftsvisionen.



Mal abgesehen davon, ob man daran glauben möchte, dass es Menschen geben könnte, die die Zukunft vorhersehen können, hat die Autorin sich wieder eine fesselnde Geschichte einfallen lassen. Diese ist für Jugendliche und junge Erwachsene geschrieben, genrelos, denn für einen Thriller fehlte es etwas an Spannung.



Unser Protagonist Julian ist 19 Jahre alt und zieht zu Beginn des Buches ins Studentenwohnheim, wo er Geschichte studieren will. Er hofft auf einen Neuanfang, neue Leute, ein freundliches Umfeld und darauf, dass er hier, wo keiner seine Vergangenheit kennt, vielleicht endlich Freunde finden kann.

Die Schulzeit war vor allem deshalb eine Qual für ihn, da er manche Menschen mit beängstigenden Schatten oder Markern gesehen hat.

Ein Schüler, der sich gerne über ihn lustig gemacht hat, hatte Nebelaugen, bei anderen waren Körperteile dunkel überdeckt. Nur er konnte diese „Trugbilder“ wie sie von seiner Psychologin genannt wurden sehen, und diese Bilder im Kopf verschwanden erst mit der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten.



Im Studentenwohnheim klappt zunächst alles prima. Mit seinem Mitbewohner, einem schrägen aber durchaus liebenswerten Kerl kommt er bestens aus, und auch die anderen Studenten und Studentinnen sind ihm gegenüber freundlich und zugewandt. Seine Psychologin Sonja trifft er noch regelmäßig, und sie gibt ihm die Aufgabe zu einem Klassentreffen zu gehen, um mit seiner Schulzeit abschließen zu können.

Leider hat der Abend keine heilende Wirkung auf ihn, ganz im Gegenteil. Julian ist schockiert zu erfahren, dass eine Mitschülerin, bei der er in seiner Schulzeit eine dicke schwarze Markierung gesehen hatte, schwer verunglückt ist. Offensichtlich hatten seine Visionen etwas mit der Zukunft zu tun. Das bestätigt sich auch bei anderen Menschen, die in seiner Kindheit mit Markern versehen waren.

Ohne das Wissen seiner Psychologin setzt Julian seine Medikamente ab und wie erwartet, sieht er bei manchen Menschen wieder Schatten und Marker. Doch wie geht man damit um?

Ursula Poznanski schneidet viele moralische und philosophische Fragen an. Das hätte ich mir aber noch viel ausführlicher gewünscht.

Ich mochte Julian als Protagonisten und auch besonders Robin seinen

exzentrischen Mitbewohner. Die Liebesgeschichte zwischen Julian und einer Kommilitonin hätte es für mich nicht mehr gebraucht. Besser wäre es gewesen, wenn die Nebencharaktere noch etwas mehr Profil bekommen hätten. Sie blieben leider etwas blass.



Insgesamt habe ich mich aber gut unterhalten gefühlt und auch das Ende fand ich recht schlüssig.

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Veröffentlicht am 31.10.2024

Man sieht sich - Liebe und das falsche Timing

Man sieht sich
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Frie (Friederika) und Robert sind sich von dem Tag an, an dem sie sich in der Schule begegnen 1988 sympathisch. Sie schließen schnell Freundschaft, eine so enge Freundschaft, dass Frie gar nicht möchte, ...

Frie (Friederika) und Robert sind sich von dem Tag an, an dem sie sich in der Schule begegnen 1988 sympathisch. Sie schließen schnell Freundschaft, eine so enge Freundschaft, dass Frie gar nicht möchte, dass mehr daraus wird, weil eine Liebesbeziehung, sollte sie nicht funktionieren ihre Freundschaft bestimmt zerstören würde. Robert ist trotzdem schwer verliebt in Frie, traut sich aber nicht seine Gefühle offen auszusprechen. Und dann hat Frie auch schon wieder einen festen Freund und das Thema ist damit erst mal vom Tisch.

Die verpassten Chancen begleiten die beiden Freunde durch ihre Leben.

Das Buch hat mich direkt an „ Zwei an einem Tag“ von David Nicholls erinnert, mit einem deutschen Schauplatz. Es vergehen Jahre, in denen sich Frie und Robert ein bisschen aus den Augen verlieren und jeder seinen ganz eigenen Lebensentwurf lebt. Bei jedem Zusammentreffen denkt man, jetzt finden die beiden endlich zusammen.

Doch das Leben ist kompliziert und nie scheint es für eine dauerhafte Liebesgeschichte zu passen.

Ich mochte den gefühlvollen, ruhigen Schreibstil der Autorin, der an keiner Stelle kitschig wurde. Sowohl Frie, als auch Robert waren mir sympathisch, gestört hat mich allerdings deren Dauerqualmerei. Die Geschichte ist sicherlich nicht neu, hat mich aber trotzdem gut unterhalten und hatte ein paar interessante Twists.

Für mein Empfinden hätte sich die Autorin allerdings auch gerne etwas kürzer fassen dürfen.

Ich hatte den Roman als Hörbuch vorliegen. Dieses wurde sehr feinfühlig eingesprochen von Katrin Daliot und hat mir gut gefallen.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Über das Artensterben

Der Letzte seiner Art
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Im Jahr 1835 ist der junge Biologe Gus auf einem Fischerboot vor Island unterwegs und muss miterleben, wie die Matrosen ein Massaker an einer Kolonie von Riesenalken ( ein dem Königspinguin ähnelndem Vogel) ...

Im Jahr 1835 ist der junge Biologe Gus auf einem Fischerboot vor Island unterwegs und muss miterleben, wie die Matrosen ein Massaker an einer Kolonie von Riesenalken ( ein dem Königspinguin ähnelndem Vogel) begehen. Die Vögel lassen sich gut verkaufen und sind aufgrund ihres schmackhaften Fleisches und ihrer Daunen beliebt. Gus kann aber ein verletztes Tier aus dem Wasser retten und nimmt es mit nach Hause, pflegt es gesund und will es erforschen. Das Naturkundemuseum, für das er arbeitet, zeigt sich sehr interessiert und hätte diesen Riesenalk gerne ausgestopft in seiner Sammlung. Gus entscheidet sich jedoch den Vogel, dem er den Namen Prosp gibt, als Haustier zu behalten. Es entsteht eine Art Freundschaft zwischen Mensch und Tier, die sehr berührend ist. Gus wird immer mehr bewusst, dass die Anzahl der Riesenalke rapide abnimmt und das Prosp womöglich zu den letzten seiner Art gehört. Deshalb versucht er immer wieder noch verbliebene Exemplare zu finden, damit sein Riesenalk noch einen Gefährten findet.

Die Geschichte ist sprachlich sehr schön. Dem Tier werden allerdings menschliche Gefühle zugeschrieben, um sie fühlbarer zu machen. Hier bin ich skeptisch und weiß nicht so recht, ob mir das wirklich gefällt. Das Leben von Gus dreht sich immer mehr um seinen Vogel und dessen Befindlichkeiten und die Trauer um das Aussterben dieser Art. Ganz nebenbei heiratet er und bekommt 2 Kinder, eine Familie die immer für die Besessenheit zum Riesenalk zurückstecken muss und die in der Erzählung sehr blass bleibt.

Insgesamt kommt die Erzählung ohne viel Handlung und gänzlich ohne Spannung aus und hatte so einige Längen.

Mich konnte das Buch deshalb leider nicht vollständig überzeugen, auch wenn mir der Schreibstil gefiel, ich die Freundschaft von Mensch und Tier und auch die Naturbeschreibungen mochte und an dem Thema Artensterben sehr interessiert war.

Es ist schon traurig, wie eine Art nur durch die Mordlust des Menschen einfach ausgerottet wird.

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Veröffentlicht am 15.09.2024

Verdrängte Vergangenheit

Tage mit Milena
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Die Protagonistin dieser Geschichte ist Annika eine Frau in ihren 50ern, die mit ihrem Mann Hendrik in Lübeck lebt und einen schönen kleinen Laden mit Schreibwaren, Papier und selbstentworfenen Karten ...

Die Protagonistin dieser Geschichte ist Annika eine Frau in ihren 50ern, die mit ihrem Mann Hendrik in Lübeck lebt und einen schönen kleinen Laden mit Schreibwaren, Papier und selbstentworfenen Karten betreibt.

Das Paar führt ein gutes, bürgerliches Leben, und dennoch bricht in Annika etwas auf, als sie eines Tages auf Luzie trifft, eine junge Rebellin, die sich in Annika‘s wohligem Umfeld auf die Straße klebt und für die sich die Geschäftsfrau sofort verantwortlich fühlt.

Als Leser erfahren wir von Annika‘s eigener bewegter Vergangenheit in der Hausbesetzerszene der Hamburger Hafenstraße in den 80erJahren, ihren damaligen Freunden und dem tragischen Tod ihrer Freundin Milena.

Dieses nie aufgearbeitete Trauma bringt Annika jetzt dazu Luzie vor Fehlern bewahren zu wollen und eine Reise in die Vergangenheit anzutreten.

Die Autorin schreibt flüssig und spannend. Ich mochte ihren Schreibstil schon in ihrem Roman Ada‘s Fest sehr. Die bearbeiteten historischen Hintergründe sind von Katrin Burseg ausführlich recherchiert und gut in die Geschichte verwoben worden.

Leider bin ich weder Annika noch Luzie so richtig nah gekommen und konnte ihr Handeln auch an manchen Stellen nicht so richtig nachvollziehen. Insgesamt wirkte der Roman auf mich nicht ganz realitätsnah und etwas zu konstruiert. Trotzdem fand ich die Idee sehr interessant das Engagement der Klimabewegung „Fridays for Future“ und der „letzten Generation“ dem Hafenstraßenkonflikt, einem Thema, dass die Jugend in den 80erJahren bewegt hatte, gegenüberzustellen.


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Veröffentlicht am 26.06.2024

Was liegt denn da im Watt?

Wattenmeergrab
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Zur Urlaubszeit ist dieser gemütliche Pellworm - Krimi genau das Richtige zum Entschleunigen.

Inselpolizist Jan sieht sich nicht nur mit einem Einbruch bei einem heimischen Künstlerehepaar konfrontiert, ...

Zur Urlaubszeit ist dieser gemütliche Pellworm - Krimi genau das Richtige zum Entschleunigen.

Inselpolizist Jan sieht sich nicht nur mit einem Einbruch bei einem heimischen Künstlerehepaar konfrontiert, sein Freund Tamme findet auch noch ein antikes Schwert im Watt, und dann gibt es auf der eigentlich so friedlichen Insel sogar noch einen Todesfall, der aufgeklärt werden will.

Jan hat alle Hände voll zu tun. Gibt es vielleicht einen Zusammenhang zwischen den Taten? Tamme hat wilde Theorien von Auftragsmördern und will seinen Polizistenfreund unbedingt unterstützen. Aus Ermittlungsgründen folgen wir Jan nicht nur durch den Inselalltag sondern machen auch einen Ausflug auf die nahegelegene Hallig.



Dies ist schon der 3 Band der humorvollen Krimireihe rund um die Ferieninsel Pellworm. Man kann alle Krimis unabhängig voneinander lesen und kommt trotzdem prima mit. Die Figuren sind sympathisch und der plattdeutsche Charme kommt auch gut rüber. Es handelt sich um leichte Urlaubslektüre, die sich schnell weglesen lässt. Der Kriminalfall ist wenig spektakulär aber man bekommt beim Lesen ein wohliges, Urlaubsgefühl.

Ich lese cozy Krimis im Sommer mal ganz gerne zur Entspannung . Dieser Krimi hat alle meine Erwartungen erfüllt und konnte mich gut unterhalten.

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