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Yakko

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.11.2017

Fesselnd und gefühlvoll

Mit allem, was ich habe
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Jake Sharp wird als Bodyguard von einem reichen Unternehmer engagiert, um dessen Tochter Camille zu beschützen, nachdem ein Brief mit einer Drohung gegen sie aufgetaucht ist. Camille legt aber Wert auf ...

Jake Sharp wird als Bodyguard von einem reichen Unternehmer engagiert, um dessen Tochter Camille zu beschützen, nachdem ein Brief mit einer Drohung gegen sie aufgetaucht ist. Camille legt aber Wert auf ein Leben abseits der Kontrolle ihres Vaters und sträubt sich gegen ihren neuen Beschützer, der ihr rund um die Uhr folgt. Jedoch fühlen sich beide auf eine merkwürdige Art und Weise zueinander hingezogen.

„Mit allem, was ich habe“ wird abwechselnd aus der Sicht von Jake und Camille in der Ich-Form erzählt, der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen.
Die Protagonisten sind sehr starke Figuren, die aber dennoch unterschiedlicher nicht sein könnten. Jake ist Ex-Soldat und hat eine dunkle Vergangenheit, die ihn lange quält und daran hindert, glücklich zu sein. Irgendwie ist er ein Bad Boy, er wirkt angsteinflößend und gewaltbereit, außerdem ist er seinen Mitmenschen gegenüber kühl und verschlossen. Dennoch entdeckt man innerhalb seiner Kapitel relativ schnell auch seine weichen Seiten, seine inneren Kämpfe und Zweifel sind wirklich nachvollziehbar beschrieben.
Camille ist als It-Girl bekannt, jedoch steckt in ihr in Wahrheit sehr viel mehr, als die Medien über sie berichten. Sie versucht unabhängig von ihrem Vater zu sein und sich ihren eigenen Namen zu machen, ohne dabei von dem Geld ihres Vaters zu leben.

Das Zusammenspiel zwischen Jake und Camille hat mir sehr gut gefallen, zu Beginn können sie sich kaum ausstehen, obwohl sie diese Anziehung spüren. Es folgen viele wirklich lustige Situationen und Wortwechsel, die die Story sehr unterhaltsam machen
Der Autorin gelingt es, die Anziehung der Hauptfiguren wachsen zu lassen, bis echte Gefühle daraus entstehen, ohne dass dabei etwas überstürzt oder plump wirkt. Jake und Camille geben sich dieser zunächst rein körperlichen Anziehung sehr lange nicht hin, wie das bei vielen anderen Büchern des Genres zu schnell passiert. Stattdessen kämpfen sie lange dagegen an, sträuben sich gegen ihre verwirrenden Gefühle. Das macht es für mich authentisch und lässt mich als Leser wahrlich mitfiebern und mitfühlen.

Auch die Nebenfiguren und Nebenhandlungen passen sehr gut in die Story, für einen Roman dieses Genres ist hier die richtige Portion Action und Spannung vorhanden. Es gibt einige Überraschungen innerhalb des Buches, besonders das Ende ist wirklich sehr rührend.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, die Charaktere haben mich überzeugt und auch die Geschichte konnte mich wirklich fesseln. Besonders aber sind für mich die Emotionen, die ganz klar bei mir angekommen sind. Daher auf jeden Fall eine Empfehlung von mir!

Veröffentlicht am 04.10.2017

Mitreißend und wundervoll

Sieben Tage voller Wunder
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Nach ihrer fünfwöchigen Reise in die Heimat, steht für Hannah der Rückflug nach London an. Aufgewühlt von den Ereignissen ihres Lebens, lässt sie sich auf dem Flughafen auf einen kleinen Flirt mit Logan ...

Nach ihrer fünfwöchigen Reise in die Heimat, steht für Hannah der Rückflug nach London an. Aufgewühlt von den Ereignissen ihres Lebens, lässt sie sich auf dem Flughafen auf einen kleinen Flirt mit Logan Carter ein, der ebenfalls Passagier desselben Fluges ist. Als das Flugzeug plötzlich abzustürzen droht, ist Logan bei ihr, um ihre Hand zu halten und sie zu unterstützen. Wie durch ein Wunder überleben sie den Absturz und es beginnt ein dramatischer Kampf um‘s Überleben in der kanadischen Wildnis.

Das Buch ist wahrlich kein Liebesroman, wie ich zu Beginn ehrlich gesagt erwartet hatte, vielmehr ist es ein packendes, mitreißendes Drama, das mich von der ersten bis zur letzten Seite absolut gefesselt hat.
Sieben lange Tage kämpfen Hannah und Logan um ihr Leben, trotzen den eisigen Temperaturen sowie den lauernden Gefahren und zeigen auf eine eindrucksvolle Weise, zu welchen übermenschlichen Handlungen man in Extremsituationen fähig ist.

Die Geschichte wird aus Hannahs Perspektive erzählt, der Autorin gelingt es durch ihren Schreibstil, die Spannung durchweg aufrecht zu erhalten und die Emotionen der Protagonisten packend und nachvollziehbar zu übermitteln. Obwohl es ja nur um zwei Figuren geht, wird das Buch nie langatmig oder zäh, im Gegenteil. Die beiden Hauptfiguren sind von Beginn an überaus sympathisch und ergänzen sich toll. Als Leser leidet man bei jedem Rückschritt mit und freut sich mit ihnen gleichermaßen über kleine Erfoge. Gleichzeitig hatte ich fast ununterbrochen einen Kloß im Hals, so dramatisch und berührend ist diese Geschichte erzählt. Gerade Hannah macht eine tolle Entwicklung durch, insbesondere ihre vielen Gedankengänge bezüglich ihres vorherigen Lebens. Durch Logan gelingt es ihr nicht nur, neuen Lebensmut und Kampfgeist zu entwickeln, sondern auch einige Aspekte ihres Lebens zu hinterfragen.

Das Ende ist eine Achterbahn der Gefühle gewesen, ich muss zugeben, im ersten Moment wusste ich nicht so recht, was ich davon halten soll. Nachdem ich jedoch darüber nachgedacht habe, ist es für mich grandios und fast schon eine Meisterleistung, wie sich das Buch wie ein Puzzle am Ende zusammenfügt und absolut schlüssig und nachvollziehbar wird.

Ja, dieses Buch hat mich wirklich aufgewühlt und nachhaltig beeindruckt. Es ist eine Geschichte, wie wahrlich voller Wunder steckt.

Veröffentlicht am 14.07.2017

Unglaublich berührend und schön geschrieben

Liebe findet uns
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Heather hat vor kurzem die Uni erfolgreich beendet und möchte vor ihrem Berufseinstieg bei der Bank of America noch einmal gemeinsam mit ihren Freundinnen Amy und Constance durch Europa reisen. Auf der ...

Heather hat vor kurzem die Uni erfolgreich beendet und möchte vor ihrem Berufseinstieg bei der Bank of America noch einmal gemeinsam mit ihren Freundinnen Amy und Constance durch Europa reisen. Auf der Zugfahrt nach Amsterdam trifft sie Jack, einen Freigeist, der den Zielen seines Großvaters anhand dessen Reisetagebuches nachreist. Sie fühlt sich sofort zu ihm hingezogen, gemeinsam setzen sie ihre Reise fort. Bis Jack plötzlich verschwindet...

Die Geschichte wird aus der Perspektive der Protagonistin Heather erzählt. Sie ist eine starke, schlagfertige junge Frau mit großen beruflichen Zielen. Doch bevor sie für den Ernst des Lebens bereit ist, möchte sie gemeinsam mit ihren besten Freundinnen noch viel erleben. Heather ist meiner Meinung nach eine sehr tiefgründige, vielfältige Figur, die innerhalb des Buches eine tolle Entwicklung durchlebt, vor allem durch ihre Liebe zu Jack.
Jack ist wie ein moderner Hemingway; er reist durch Europa, auf den Spuren nach der Vergangenheit seines Großvaters. Er ist unbeschwert, fühlt sich frei von jeglichen spießigen, gesellschaftlichen Verpflichtungen und möchte ungewöhnliche Orte erleben. Jack ist von Anfang an sehr sympathisch, die schnellen, oft frechen Dialoge zwischen ihm und Heather sind toll zu lesen und zeigen, wie perfekt beide schon zu Beginn harmonieren.

Ihre Beziehung entwickelt sich langsam und sanft, und doch spürt man als Leser sehr früh das starke Band zwischen ihnen. Ich war immer wieder sehr berührt und konnte mich sehr gut in die Geschichte hineinversetzen.
Auch die Nebenfiguren, hauptsächlich Amy und Constance sind sehr gut beschrieben, die jungen Frauen zeigen durchgehend, wie tief ihre Freundschaft verwurzelt ist und wie groß ihr gegenseitiges Vertrauen zueinander ist.
Die vielen verschiedenen Orte, die Heather und Jack gemeinsam bereisen, sind sehr detailgetreu und interessant beschrieben. Als Leser spürt man förmlich die Begeisterung der beiden Hauptfiguren für jedes einzelne Reiseziel. Einiges, was beide auf ihrer Reise durchleben, stimmt mich als Leser ebenfalls nachdenklich.

Der Schreibstil des Autors ist für mich unglaublich schön und berührend, fast schon lyrisch. Außergewöhnlich ist für mich hierbei, dass der Schreibstil sich der Stimmung und auch der Entwicklung der Figuren anpasst, insbesondere im zweiten Teil des Buches. Auch schwingt durchgehend eine gewisse Melancholie mit – ohne dabei aber jemals kitschig oder überzogen zu sein.

Insgesamt bin ich einfach begeistert von diesem Roman, der mich nachhaltig berührt und in seiner Geschichte und Erzählweise beeindruckt hat. „Liebe findet uns“ ist für mich jedenfalls nicht mit anderen Liebesgeschichten vergleichbar, die ich bisher gelesen habe. Die Geschichte bietet einige überraschende Wendungen, die sie durchweg spannend machen, auch ist nichts davon wirklich vorhersehbar. Für mich eine absolute Empfehlung!

Veröffentlicht am 03.06.2017

Geht ans Herz

Das Brombeerzimmer
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Nora hat vor einem Jahr ganz plötzlich ihre große Liebe Julian verloren. Die Trauer ist nach wie vor sehr groß, eine Form der Bewältigung ist für sie das Kochen von Marmelade. Zufällig erhält Nora einen ...

Nora hat vor einem Jahr ganz plötzlich ihre große Liebe Julian verloren. Die Trauer ist nach wie vor sehr groß, eine Form der Bewältigung ist für sie das Kochen von Marmelade. Zufällig erhält Nora einen Brief von Julians Großtante Klara, von der sie zuvor noch nie gehört hatte, außerdem ein tolles Rezept für ihre Brombeermarmelade. Bald stellt sich heraus, dass es innerhalb Julians Familie einige Geheimnisse um Klara gibt. Sie beschließt, sie zu besuchen und lernt dabei nicht nur Klara selbst, sondern auch Mandy kennen und freundet sich sofort mit ihr an.

Die Geschichte ist unglaublich schön und berührend beschrieben, das Buch ist so viel mehr als ein gewöhnlicher Frauen- oder gar Liebesroman. Anne Töpfer hat einen tollen Schreibstil, besonders die Trauer um Julian ist sehr nachvollziehbar für den Leser, und kommt dabei ohne Kitsch oder dergleichen aus. Es werden sehr viele Aspekte aufgegriffen; eine komplizierte, geheimnisvolle Familiengeschichte, Trauerbewältigung, aber auch das Knüpfen von neuen ehrlichen Freundschaften. Keiner der Aspekte kommt innerhalb der Geschichte zu kurz.

Die Figuren sind überaus sympathisch ausgearbeitet, und zwar jede einzelne. Nora ist eine starke junge Frau, die auf ihre Art und Weise mit dem Verlust ihres Mannes in so jungen Jahren umgeht. Toll ist innerhalb der Geschichte ihre Entwicklung zu erkennen, durch ihre spontane Reise und die tollen Menschen, die sie kennenlernt, gelingt ihr erstmals ein Schritt nach vorne. Klara stellt man sich als liebenswerte, wenn auch leicht verbitterte, alte Dame vor, die aber vor allem das Herz am rechten Fleck hat. Aber auch Katharina und vor allem Mandy überzeugen mich total.

Insgesamt ist „Das Brombeerzimmer“ ein wunderschönes Buch, das sehr ans Herz geht. Selten treffen so viele liebenswerte Charaktere innerhalb einer Geschichte aufeinander. Das Ende kam für mich irgendwie plötzlich, ich hätte sehr gerne noch einige Seiten weiter gelesen, da die Geschichte sicher noch sehr viel Erzählpotential bietet. Vielleicht erwartet uns noch eine Fortsetzung? Einfach ein tolles Buch!

Veröffentlicht am 04.04.2017

Eine tolle Liebesgeschichte zwischen Nerd und Streber

Ana und Zak
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Ana und Zak könnten unterschiedlicher nicht sein, sie ist die klassische Streberin, die Angst vor der Note „gut“ hat und jede mögliche außerschulische Aktivität ausübt, um bessere Chancen bei der Collegebewerbung ...

Ana und Zak könnten unterschiedlicher nicht sein, sie ist die klassische Streberin, die Angst vor der Note „gut“ hat und jede mögliche außerschulische Aktivität ausübt, um bessere Chancen bei der Collegebewerbung zu haben. Er dagegen nimmt die Schule nicht besonders ernst und droht sogar seinen Abschluss nicht zu bestehen, obwohl er eigentlich clever ist. Zak ist der typische Nerd. Beide treffen richtig aufeinander, als Zak die Quizmannschaft der Schule für ein Turnier ergänzen soll – eine Auflage seiner Lehrerin, um nicht durchzufallen. Zunächst sind sich beide so gar nicht sympathisch, als aber Anas kleiner Bruder sich zu einer Convention schleicht und beide ihn suchen, ändert sich das nach und nach.

Die Hauptfiguren sind wirklich überaus liebevoll und sympathisch beschrieben. Obwohl sie wirklich sehr verschieden wirken, haben sie doch mehr gemeinsam, als sie selbst glauben. Beide verbindet z.B. eine schwierige familiäre Situation. Ana zeichnet sich durch ihre direkte, lustige, aber auch mitfühlende und einfach nette Art aus, obwohl sie unter dem ständigen Druck fast unerfüllbarer Erwartungen ihrer Eltern lebt. Zak kommt nach dem Tod seines Vaters mit seinem neuen Stiefvater nicht zurecht. Er versinkt in der Welt der Comics und Rollenspiele. Er hat stets einen passenden Spruch auf Lager. Die Figuren haben viel Tiefgang und es ist einfach spannend zu lesen, wie sie sich Seite für Seite weiter annähern und sich vertrauen, und das absolut unterhaltsam und witzig, ohne dabei kitschig zu sein. Auch machen beide innerhalb der eher kurzen Zeit eine tolle Entwicklung durch.
Aber auch die Nebenfiguren sind gut beschrieben, selbst sämtliche Charaktere, die Ana und Zak auf der Convention treffen, sind überaus humorvoll.

Der Schreibstil gefällt mir sehr gut, das Buch ist frisch und spritzig geschrieben, durch die wechselnde Erzählperspektive zwischen Ana und Zak sind die einzelnen Kapitel sehr kurzweilig. Dennoch muss ich sagen, dass mir zwischenzeitlich die Ausführungen auf der Convention zu viel waren, was aber nur daran liegt, dass es eben nicht meine Welt ist.

Insgesamt ist es wirklich ein sehr unterhaltsames Buch, das trotz Witz und Charme auf eine zarte Weise die Annäherung zweier junger Menschen beschreibt. Ich finde, dass „Ana und Zak“ nicht unbedingt nur Jugendliche als Zielgruppe hat, sondern ein Buch für jedermann ist.