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Veröffentlicht am 23.09.2024

Leben auf See

Wavewalker
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Sue ist 7, ihr Bruder ein Jahr jünger. Die Eltern eigentlich Lehrer. In der Mitte der 1970er Jahre eine normale Familie in England. Bis der Vater Gordon (damals Mitte 30) beschließt, weil die Familie mit ...

Sue ist 7, ihr Bruder ein Jahr jünger. Die Eltern eigentlich Lehrer. In der Mitte der 1970er Jahre eine normale Familie in England. Bis der Vater Gordon (damals Mitte 30) beschließt, weil die Familie mit Nachnamen Cook heißt, wollen sie die Weltumseglung (die 3. Reise) von James Cook 200 Jahre nachvollziehen. Das Segelboot Wavewalker wird gekauft. Dafür wird jeglicher Besitz der Familie veräußert und Sponsoren gesucht und gefunden. Und zahlende Passagiere an Bord aufgenommen. Damit beginnt ein großes Abenteuer, was für einige Monate gedacht war und für Sue 10 Jahren dauern sollte.

Das Buch ist heftig. Es ist auch Sicht von Sue geschrieben. Es wäre sicher interessant, die Sicht der Eltern und des Bruders zu haben. Da würde manches anders ausfallen. Das soll keine Kritik an der Autorin sein, für mich wäre es eine Ergänzung. Denn, auch wenn nicht jedes Wort oder jeder Tag wirklich genau beschrieben war, insgesamt stockte mir oft der Atem. Da wird für den Traum des Vaters alles geopfert. Und noch schlimmer, seine Frau macht alles mit und widersetzt sich ab und zu mal für ihre eigenen Bedürfnisse, kaum für die der Kinder. Wenn sie sich mehr gewehrt hätte, wäre vieles anders gekommen. Doch stattdessen ordnet sie fast alles dem Mann unter und ignoriert die Kinder mehr und mehr. Der Sohn kommt dabei noch besser weg. Zur damaligen Zeit war es mit der Gleichberechtigung nicht sehr weit. Er ist auch jünger und verkraftet einiges besser und scheint vieles weniger zu vermissen. Seine Schwester dagegen muss um ein wenig Bildung kämpfen, bekommt mehr Arbeit aufgebürdet und vermisst Schule und Freundinnen immer mehr. Beide Kinder werden scheinbar in wichtige Entscheidungen einbezogen, vorher aber oft so unter moralischen Druck gesetzt, dass die Entscheidungen nach dem Wunsch des Vaters ausfallen, zumindest in der Mehrheit. Er ignoriert völlig die Gefahren auf dem Meer, die teilweise schlechte Ausrüstung, das fehlende Geld. Selbst Jobangebote, die Hilfe gebracht hätten, lehnt er ab. Auch die zahlenden Passagiere belasten. Denn zum einen erwartet er von ihnen nur Geld und Mitarbeit, aber gibt wenig Gegenleistung und reagiert zunehmend heftiger. Zum anderen ist zwar das Geld immer knapp, aber stets mehr als genügend Alkohol an Bord. Was als eine Traumreise beginnt, wird vor allem für Sue mehr und mehr zum Albtraum. Auch zu einem ganz realen, das Trauma einer riesigen Welle und dem Fast-Untergang des Schiffes dadurch begleitet sie noch jahrelang. Man kann ihre Leistung nur hoch anerkennen, was sie noch aus ihrem Leben gemacht hat.

Trotz allem ist das Buch aber sehr gut lesbar. Die im Einband vorhandene Zeichnung der Wavewalker mit den verschiedenen Kabinen usw. war eine deutliche Hilfe, um eine Vorstellung vom Schiff zu haben. Auch die den Kapiteln vorangestellten Zeiträume, Zeichnungen über die Strecke und die verschiedenen Länder/Inseln waren sehr hilfreich bei der Einordnung.

Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 20.09.2024

Sympathisch ehrlich

In einem Boot
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Ronald Rauhe war Spitzensportler, über viele Jahre gehörte er zu den besten der Welt. Trotzdem hatte ich vor dem Buch nie bewusst etwas über ihn gehört oder gelesen. Zwar habe ich ab und zu Kanu- oder ...

Ronald Rauhe war Spitzensportler, über viele Jahre gehörte er zu den besten der Welt. Trotzdem hatte ich vor dem Buch nie bewusst etwas über ihn gehört oder gelesen. Zwar habe ich ab und zu Kanu- oder Ruder-Wettbewerbe gesehen, aber nur am Rande. Allenfalls der Name Birgit Fischer sagte mir was. So war das Buch für mich ein wirkliches Kennenlernen eines sehr sympathischen und sehr ehrlichen Menschen. Die Geschichte seiner Entwicklung und seiner großen Erfolge ist ja interessant. Aber für mich standen mehr seine Worte und Forderungen im Vordergrund, mit denen er um mehr Sport und mehr Sportförderung kämpft. Ich hoffe, das wird gehört. Und ich hoffe auch, dass sein Sport bekannter wird. Denn eigentlich ist Kanufahren eine einfache Sportart: für die Zuschauer. Start, ein schnelles Rennen und im Ziel ein Ergebnis. Keine ausufernden Regeln, keine Hin- und Her-Rechnungen. Start - Fahrt - Ziel und als Zuschauer weiß man Bescheid bzw. wartet die Zielfotoauswertung ab. Im Buch selbst wird das alles sehr geradlinig und direkt beschrieben, ab und zu blitzt ein gewisser Humor durch. Aber man merkt in jeder Zeile, das ist ein trotz seiner Erfolge sehr bodenständiger Mensch, der weiß, was er will. Und wenn er es nicht weiß, dann macht er sich intensiv Gedanken und versucht, die Probleme zu lösen. Das gilt nicht nur für den Sport und so empfinde ich das Buch als sehr wichtig, sehr interessant, empfehlens- und lesenswert.

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Veröffentlicht am 16.09.2024

Abenteuerlich

Angriff der Krao
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Die Mutter von Elias und Alice ist verschwunden. Die Vermisstenmeldung bei der Polizei führt nur dazu, dass der Vater wegen Verdacht auf Beteiligung verhaftet wird. Die Kinder wollen auf eigene Faust die ...

Die Mutter von Elias und Alice ist verschwunden. Die Vermisstenmeldung bei der Polizei führt nur dazu, dass der Vater wegen Verdacht auf Beteiligung verhaftet wird. Die Kinder wollen auf eigene Faust die Mutter im Wald suchen. Dort allerdings werden sie von einer Art Gespenst überfallen und fast ermordet. Es ist ein Krao. Ein Außerirdischer. In letzter Sekunde erhalten sie Hilfe... ebenfalls von außerirdischen Wesen

Das Buch ist der Beginn eines großen Abenteuers, vorwiegend im Weltraum. Der Stil ist zielgruppengerecht. Der Text wird immer wieder unterbrochen von sehr schönen Comics. Mir hat gut gefallen, dass zuerst der Text kam und man sich so eigene Vorstellung machen konnte. Danach wurde das Ganze durch die Comics aufgelockert und gleichzeitig noch nähergebracht. Ebenfalls gut gefallen hat mir, dass das Buch sowohl für Jungen wie für Mädchen lesbar ist. Durch das Geschwisterpaar erleben beide Geschlechter entsprechende Abenteuer und so ist das Buch für alle interessant. Sehr gut ist auch, dass die außerirdischen Wesen sehr unterschiedlich sind und auch, wenn sie technisch weit überlegen sind, brauchen sie oft die Hilfe der Kinder. Am Ende allerdings gibt es einen sehr fiesen Cliffhanger und man muss hoffentlich nicht so lange auf Teil Zwei warten. Den Preis für dieses gut ausgestattete hochwertige Buch finde ich angemessen. Und von mir gibt es eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 09.09.2024

Feine Familie

Letzte Lügen
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Sara und Will wollen ihre Flitterwochen in der McAlpine Lodge verbringen. Diese liegt auf einem Gipfel, ist nur zu Fuß erreichbar und hat weder Telefon noch Internet. Doch schon in der ersten Nacht hört ...

Sara und Will wollen ihre Flitterwochen in der McAlpine Lodge verbringen. Diese liegt auf einem Gipfel, ist nur zu Fuß erreichbar und hat weder Telefon noch Internet. Doch schon in der ersten Nacht hört Will einen Hilferuf und findet kurz darauf Mercy, die Tochter der Lodge-Besitzer. Sie wurde mehrfach erstochen. Damit ist der Urlaub quasi zu Ende und sie beginnen zu ermitteln. Und es wird nicht die einzige Tote bleiben, denn in der Familie gibt es mehr als nur ein Geheimnis und auch die Gäste haben so ihre Probleme.

Das Buch ist die Fortsetzung der Reihe um Will Trent. Und es ist eine richtig gute Fortsetzung. Die Ermittlungen führen immer wieder in die Irre und es werden stets neue Verdächtige präsentiert. Der Stil ist gewohnt gut und man möchte einfach immer weiter lesen, um endlich zu erfahren, worum es wirklich geht. Für mich gehört das Buch zu den besten der Reihe und ich spreche ein absolute Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 26.08.2024

Sehr gut

Das Dickicht
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In Hamburg wird eine junge Frau entführt. Juha und Lux vom LKA Hamburg ermitteln und stellen sehr schnell fest, dass die Entführung nur vorgetäuscht wurde. Trotzdem erinnert sie an einen fast 20 Jahre ...

In Hamburg wird eine junge Frau entführt. Juha und Lux vom LKA Hamburg ermitteln und stellen sehr schnell fest, dass die Entführung nur vorgetäuscht wurde. Trotzdem erinnert sie an einen fast 20 Jahre alten ähnlichen Fall, bei dem der entführte Junge allerdings nur tot aufgefunden wurde. Juha war damals ganz neu beim LKA und ein ehemaliger Kollege war stark in den Fall involviert. So nehmen sie sich die alten Akten vor und stellen fest, dass da einiges nicht stimmen kann. Mit Einwilligung ihres Chefs beginnen sie, erneut zu ermitteln

Das Buch hat mich überrascht, und zwar im positiven Sinn. Die beiden Ermittler sind interessante Menschen und jeder trägt sein eigenes Päckchen mit sich herum. Doch die Zusammenarbeit funktioniert trotz aller Gegensätze sehr gut. Der Fall selbst steigert sich erst nach und nach. Es gibt einige Verdächtige und man wird mehrfach auf die falsche Fährte geführt. Das lässt sich sehr gut und flüssig lesen und hat mir gut gefallen. Das Ganze klingt nach einer Fortsetzung und auf dieser freue ich mich.

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