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Veröffentlicht am 07.11.2024

Ein gelungener Abschlussband voller Magie!

Die Duftakademie (3). Im Bann der Düfte
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Für Ella gibt es nichts Schöneres als ihre Zeit an der Duftakademie. Den Sommer, in dem ihr drittes Semester startet, kann sie daher kaum erwarten. Endlich wieder Düfte brauen, in ihrem geliebten Baumhaus ...

Für Ella gibt es nichts Schöneres als ihre Zeit an der Duftakademie. Den Sommer, in dem ihr drittes Semester startet, kann sie daher kaum erwarten. Endlich wieder Düfte brauen, in ihrem geliebten Baumhaus schlafen und ihre Freundinnen Ben, Polly, Theresa und Raffael wiedersehen. Hinzu kommt noch, dass dieses Mal ein paar Schülerinnen von der französischen Partnerschule zu Gast sind. Das Sommercamp beginnt wirklich vielversprechend, doch es dauert nicht lange und neue Bedrohungen kommen auf die Duftakademie zu. Der Patron ist weiterhin darauf aus, der Akademie und den Sentifleurs ein Ende zu setzen und schreckt vor nichts zurück, um sein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Die Schulleiterin Luzie Alvenstein tut alles, um ihre Akademie zu beschützen, doch ihr Gegner befindet sich im Besitz uralter machtvoller, magischer Düfte. Ella und ihre Freundinnen ist klar, dass sie den Patron unbedingt stoppen müssen und begeben sich erneut in große Gefahr...

Dies ist der dritte und letzte Teil von „Die Duftakademie“, der Spin Off-Serie zu „Die Duftapotheke“ und die beiden vorherigen Bände sollten bekannt sein, da die Bücher aufeinander aufbauen. Vorkenntnisse aus „Die Duftapotheke“ sind dagegen nicht zwingend erforderlich, sie erhöhen aber den Lesegenuss.
Ich habe bisher alles aus dem Duftapotheke-Universum mit Begeisterung verschlungen und mich dementsprechend sehr auf das nächste Abenteuer aus der Feder von Anna Ruhe gefreut. Auch wenn die Lektüre des Vorgängers mittlerweile schon fast ein Jahr zurückliegt, war ich schnell wieder mittendrin im Geschehen. Anna Ruhe versteht es, ihre Leser
innen direkt in den Bann zu ziehen. Ihr Schreibstil ist gewohnt fesselnd, bildlich und atmosphärisch und lässt das Kopfkino sofort anspringen. Man hat beim Lesen ständig das Gefühl, selbst vor Ort zu sein und meint, die verschiedenen beschriebenen Düfte in der Nase zu haben. Nur gut, dass man sie nicht wirklich riechen kann, denn einige von ihnen sind alles andere als ungefährlich.

„Im Bann der Düfte“ macht seinem Titel alle Ehre. Jede Menge betörende Gerüche erwarten einen zwischen den Buchdeckeln, es wird wieder aufregend, emotional und magisch und bisweilen auch ein bisschen romantisch. Freundschaft, Zusammenhalt, Vertrauen und auch Selbstfindung stehen hier im Vordergrund. Die Geschichte zeigt, was uns Menschen wirklich ausmacht und macht Mut, an sich selbst glauben. Ich-Erzählerin Ella ist und bleibt eine starke und sympathische Protagonistin, die zwar nicht perfekt ist, aber einmal mehr über sich hinauswächst. Gemeinsam mit ihren nicht minder liebenswerten und mutigen Freundinnen ergibt sie erneut ein unschlagbares Team, was einfach toll zu lesen ist.

Auch dieser Band bietet somit eigentlich alles, was es für ein duftes Lesefutter braucht, nur irgendwie konnte mich die Handlung dennoch nicht durchgehend packen; an manchen Stellen hätte ich mir dann doch ein bisschen mehr Tempo und Spannung gewünscht. Das Ende aber hat mir sehr gut gefallen, da es die Reihe stimmig abschließt und trotz der gelegentlichen leichten Längen habe ich das Buch innerhalb kurzer Zeit gelesen und mich dabei rundum wohlgefühlt. Es war einfach total schön, erneut in die Welt der Sentifleurs einzutauchen und auf lauter liebgewonnene alte Bekannte zu treffen.
Ein Highlight waren mal wieder die detailverliebten, stimmungsvollen schwarz-weiß Illustrationen von Claudia Carls, die die magische Atmosphäre der Geschichte perfekt unterstreichen (von denen hätte es liebend gerne noch mehr geben können). Zum Cover muss hier vermutlich nicht groß was gesagt werden, oder? Es ist einfach wieder traumhaft gestaltet und ein echter Blickfang im Regal.

Fazit: Mit dem finalen Band von „Die Duftakademie“ entführt uns Anna Ruhe erneut in ihre wunderbar geheimnisvolle Welt der Düfte und Gerüche und schließt die dreibändige Reihe damit gelungen ab. „Im Bann der Düfte“ ist ein spannendes und fantasievolles Abenteuer voller dufter Magie, das nicht nur junge Leser
innen ab 10 Jahren zu fesseln vermag. Auch wenn ich mir ein bisschen mehr erhofft habe, bin ich mal wieder begeistert. Auf Anna Ruhes neue Spin off-Reihe rund um das Duftapotheke-Universum, die nächstes Jahr starten soll, freue ich mich schon sehr. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 12.10.2024

Ein außergewöhnliches Bilderbuch mit wertvoller Botschaft

Dämönchen
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Tief unter Erde, wo es dunkel und unheimlich ist, befindet sich das Dämonenreich. Viele Mythen der Menschen erzählen davon, aber niemand weiß, wie es wirklich dort ist. Hier, in dem bunten Treiben aus ...

Tief unter Erde, wo es dunkel und unheimlich ist, befindet sich das Dämonenreich. Viele Mythen der Menschen erzählen davon, aber niemand weiß, wie es wirklich dort ist. Hier, in dem bunten Treiben aus verschiedenen Wesensformen, geht es Jahr um Jahr ähnlich und gleich zu. Doch ein Höllenbewohner ist anders als die anderen. Schlecht gelaunt und der Eintönigkeit müde streift es durch die Unterwelt. Sein einziger Trost ist sein geflügelter und ständiger Begleiter, eine Fliege, die über eine Leine mit ihm verbunden ist. Doch eines Tages reißt die Leine und die Fliege verschwindet durch ein Loch. Das Dämönchen folgt ihr und landet in der Oberwelt, in die sich bisher noch kein Dämon getraut hat. Dem Dämönchen ist diese unbekannte helle, grelle Welt zunächst nicht geheuer. Doch allmählich verliert es seine Angst und Zweifel und beginnt sich wohlzufühlen. Es hört auf sein Herz, das ihm sagt, dass dieser Ort der richtige für ihn ist und es an der Zeit ist, einen neuen Weg einzuschlagen.

Nachdem mich Kai Lüftner und Wiebke Rauers nun schon einige Male mit ihren gemeinsamen Werken begeistern konnten, war sofort klar, dass auch ihr neues Bilderbuch „Dämönchen“ bei mir einziehen muss. Meine Erwartungen waren recht hoch – die beiden sind einfach immer ein Garant für besondere Bücher, die sich abseits des Mainstreams bewegen. Diesbezüglich hat das Duo auch mal wieder voll ins Schwarze getroffen.
Schon rein äußerlich kommt das Buch erfrischend anders daher. Mit seinem Querformat sticht es aus der Masse hervor und das Cover mit seiner coolen Mischung aus dämonenhaft-finster und knuffig-liebenswert macht direkt neugierig auf den Inhalt. Was auf den ersten Blick aber wie eine charmante Grusellektüre wirken mag, entpuppt sich nur kurz darauf als sehr viel mehr.

Kai Lüftner und Wiebke Rauers beweisen einmal mehr ihr Händchen fürs Unkonventionelle. Einhörner, Glitzer und Co. sucht man in ihren Büchern vergebens, bei dem Erfolgsteam sind es pupsende Drachen, grimmige Häschen oder rockende Krabbler, die für Begeisterung sorgen. Mit dem kleinen Dämonchen haben die zwei nun einen weiteren ungewöhnlichen Helden erschaffen, dessen Geschichte und Entwicklung man mit höllischer Freude mitverfolgt. Anfangs noch missmutig, gelangweilt und unzufrieden verwandelt sich der kleine Unterweltbewohner im Laufe des Buches in ein herzliches und glückliches Kerlchen. Das Dämönchen zeigt uns, dass es sich lohnt, festgetretene Pfade zu verlassen und einen neuen Weg einzuschlagen. Veränderungen zuzulassen ist oft nicht leicht und erfordert viel Mut, aber es zahlt sich meist aus.

Die Erzählung ist für ein Kinderbuch ab 4 Jahren ziemlich tiefsinnig und poetisch. Sie ist in Versform geschrieben und wie man es von Wortkünstler Kai Lüftner kennt, sind seine Reime höchst originell, zugleich aber auch herausfordernd. Es wird des öfteren Erklärungen der Vorlesenden benötigen, damit die jungen Zuhörer*innen Wörter wie „Paritur“ verstehen. Bisher hat mir Kai Lüftners Erzählstil immer sehr zugesagt, aber dieses Mal bin ich ein bisschen hin und her gerissen. Es kommt natürlich immer aufs Kind an, aber ich persönlich habe die Sprache teilweise als zu schwierig für das empfohlene Lesealter empfunden, ich würde die Altersangabe etwas höher ansetzen.
An dem eher unüblichen Querformat habe ich mich dagegen nicht gestört, allerdings wird es vermutlich nicht jedermanns Geschmack treffen, da sich das Lesen dadurch ein wenig unhandlich gestaltet.

Nichtsdestotrotz macht es Spaß zu diesem Buch zu greifen. Die Reime lesen sich ungeachtet des komplexen Wortschatzes rhythmisch und lebendig und an den großartigen, farbenprächtigen Illustrationen von Wiebke Rauers kann man sich mal wieder gar nicht sattsehen. Mit ihrem unverwechselbaren Stil erweckt sie Dämönchens Welt zum Leben. In einer Kombination aus herrlich düster und idyllisch-hell-freundlich fängt sie die Stimmung der Geschichte sowie die Mimik und Wandlung von Dämönchen gekonnt ein; Bild und Text ergeben wie gewohnt ein perfektes Zusammenspiel.

Fazit: „Dämönchen“ ist ein außergewöhnliches Bilderbuch mit Tiefgang und einer wertvollen Botschaft. Eine inspirierende, aber auch etwas anspruchsvolle Geschichte über den Mut, Altbekanntes hinter sich zu lassen und etwas Neues zu wagen. Auch wenn mich das Erfolgsduo dieses Mal nicht komplett überzeugen konnte, kann ich ihr neues Gemeinschaftswerk nur empfehlen. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 07.10.2024

Ein märchenhaftes Winterabenteuer!

Die Winterschwestern
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Vor langer Zeit gab es zwei Winter: Die Große Winterschwester, die klirrende Kälte, Schneestürme und Unwetter mit sich brachte, und die Kleine Winterschwester, deren Winter sanft und freundlich waren. ...

Vor langer Zeit gab es zwei Winter: Die Große Winterschwester, die klirrende Kälte, Schneestürme und Unwetter mit sich brachte, und die Kleine Winterschwester, deren Winter sanft und freundlich waren. Gemeinsam zogen die beiden die ganze kalte Jahreszeit über durch das Land und ergänzten sich gegenseitig und wechselten einander ab. Doch dann verschwand die Kleine Schwester eines Tages spurlos und ließ die Große wütend und allein zurück. Seitdem sind die Winter unerbittlich. Der Wikingerjunge Alfred kennt es gar nicht anders. Seit seine Eltern verstorben sind, lebt er bei seiner Großmutter Brunhilda und seinem Onkel Ragnar in Nebeldorf, wo er den anderen Bewohner*innen liebend gerne lustige Streiche spielt. Doch als eines Tages mehrere Gegenstände verschwinden und der Verdacht natürlich zuerst auf Alfred fällt, wächst die Sorge im Wikingerdorf. Allen wird schnell klar, dass dieses Mal nicht ihr kleiner Schelm Alfred der Übeltäter ist, sondern die Trolle. Und anscheinend begnügen die sich nicht mehr nur damit, ihr Brennholz zu stibitzen. Ragnar beschließt sich auf die Suche nach den Trollen zu machen und das Diebesgut zurückzuholen. Dieses Unterfangen ist jedoch lebensgefährlich und Alfred beschließt, seinem Onkel zu folgen. Es ist der Beginn eines großen Abenteuers, bei dem Alfred nicht nur gegen Schnee und Sturm ankämpfen muss, sondern es auch mit dem Zauber einer geheimnisvollen Füchsin zu tun bekommt.

Als mir die Winterschwestern zum ersten Mal begegneten, war ich sofort angefixt. In das traumhafte Cover habe ich mich direkt schockverliebt und der Klappentext tat sein Übriges. Den Anfang mochte ich dann auch richtig gerne, aber zwischendurch hat mich der Zauber der Geschichte irgendwie ein wenig verloren. Woran dies lag, kann ich leider gar nicht genau festmachen, vielleicht habe ich mir einfach ein bisschen zu viel versprochen. Nichtsdestotrotz hatte ich aber Spaß beim Lesen und kann das Buch vor allem für lange Wintertage, schön warm eingekuschelt auf dem Sofa, sehr empfehlen.

Jolan C. Bertrand versteht es, von Beginn an eine märchenhaft-winterliche Atmosphäre zu schaffen und einen in die Geschichte hineinzuziehen. Mit einem bildlichen Schreibstil – hervorragend von Dr. Cornelia Panzacchhi ins Deutsche übersetzt – entführt uns der französische Autor in den hohen verschneiten Norden, in die Welt der skandinavischen Götter, Traditionen und Sagen. Hier, mitten in der eisigen Kälte, begegnet man Wikingern und verschiedenen Kreaturen der nordischen Mythologie. Gemeinsam mit dem Wikingerjungen Alfred begibt man sich in die gefährlichen Tiefen der schneebedeckten Wälder und erlebt auf seiner Reise ganz Erstaunliches. Alfred ist ein sehr sympathischer und mutiger Hauptprotagonist, den man mit seinem liebenswert-schelmischen Nils Holgersson-Charme sofort ins Herz schließt. Doch auch die weiteren Charaktere sind wunderbar getroffen und überraschend vielfältig.

Jolan C. Bertrand vereint gekonnt eine klassisch anmutende Geschichte mit modernen Rollenbildern, Spannung mit Humor, magische Abenteuer mit wertvollen Botschaften. Es geht um Liebe, Familie, Mut, Akzeptanz und Aufgeschlossenheit, aber auch – kindgerecht verpackt – um Wut, Melancholie und Einsamkeit. Mit Alfreds Onkel, der als Frau geboren wurde, wird zudem ganz nebenbei Transitdiät angesprochen, ohne ein Thema daraus zu machen.

Ein besonderes Highlight war für mich die bezaubernde Innengestaltung. Chevalier Gambette hat das Buch mit vielen farbigen und meist doppelseitigen Bildern versehen, die die Stimmung der Geschichte gelungen einfangen und für ein außergewöhnliches Leseerlebnis sorgen.

Fazit: „Die Winterschwestern“ ist ein atmosphärisches und unterhaltsames Wikinger-Winter-Märchen voller Magie und Wärme, das mit vielfältigen Figuren und wunderschönen Illustrationen besticht. Die perfekte Lektüre für die kalte Jahreszeit und für alle ab 9 Jahren, die sich für die nordische Mythologie interessieren. Auch wenn ich mir ein bisschen mehr erhofft habe, habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 23.09.2024

Ein gelungenes Remake der Witch-Ursprungsgeschichte! Ganz anders & zugleich vertraut

WITCH - Das Herz der Freundschaft
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Als Will mit ihrer Mutter nach Heatherfield zieht, geht sie fest davon aus, dass sie schon bald wieder ihre Zelte abbrechen werden. Ihre Ma beteuert zwar, dass sie dieses Mal wirklich bleiben werden, doch ...

Als Will mit ihrer Mutter nach Heatherfield zieht, geht sie fest davon aus, dass sie schon bald wieder ihre Zelte abbrechen werden. Ihre Ma beteuert zwar, dass sie dieses Mal wirklich bleiben werden, doch darauf gibt Will nicht viel, dafür hat sie dieses falsche Versprechen einfach schon zu oft gehört. Gleich an ihrem ersten Tag an ihrer neuen Schule lernt sie Irma, Taranee, Hay Lin und Cornelia kennen, die alle vier Mitglieder des Fußballteams sind. Will freundet sich schnell mit ihnen an, doch an Elyon, Cornelias bester Freundin, ist irgendetwas seltsam. Was die zukünftigen W.I.T.C.H.-Wächterinnen zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen: Elyon stammt aus einer fremden Welt und trägt dunkle magische Kräfte in sich, mit denen sie das Portal zwischen den Welten öffnen will, um das Netz zwischen den Dimensionen zu zerstören. Um dies zu verhindern, wird Will vom Orakel zur neuen Wächterin ernannt und mit dem Herz von Kandrakar ausgestattet, mit dem man die vier natürlichen Elemente vereinen kann. Ob es ihr gemeinsam mit ihren neuen Freundinnen wohl gelingen wird, Elyon zu stoppen?

Ich gehöre zu denjenigen, die mit der originalen W.I.T.C.H.-Serie groß geworden sind und die Comics damals verschlungen und geliebt haben. An der hier vorliegenden neuen Ursprungsgeschichte konnte ich daher einfach nicht vorbeigehen, wobei neben meiner Vorfreude auch eine gewisse Portion Skepsis mitschwang. Schon rein äußerlich kommt das Buch etwas anders daher als die Originalcomis, ist deren Stil im Großen und Ganzen aber dennoch treu geblieben. Im Inneren geht es genauso weiter – sowohl optisch als auch inhaltlich. Nicht jedem, der mit der ursprünglichen Reihe aufgewachsen ist, wird die vielen Veränderungen schmecken. Auch mir haben nicht alle gefallen, aber insgesamt hat mich dieses Remake sehr positiv überrascht.


Man darf einfach nicht vergessen, dass es sich hierbei um eine Neuerzählung handelt – diese haben es für gewöhnlich so an sich, dass sie sich von der Vorlage unterscheiden. Und da der Comic nur gute 100 Seiten umfasst, sollte man auch nicht erwarten, dass hier eine lange und komplexe Story erzählt wird. Tatsächlich schreitet die Handlung recht schnell voran, vor allem zum Ende hin geht alles ziemlich flott. Dennoch gelingt es dem Buch, den Charakteren Tiefe und Persönlichkeit zu verleihen und sie gekonnt in die Gegenwart zu versetzen, mit Smartphone, Instagram und Co. inklusive. W.I.T.C.H. in der heutigen Zeit zu erleben, liest sich zunächst sehr ungewohnt, fühlt sich zugleich aber auch wie ein Nostalgieausflug in die eigene Kindheit an.

Auch an die vielen Änderungen, die an den Hintergrundgeschichten und dem Charakter- und Erscheinungsbild der Figuren vorgenommen wurden, muss man sich als Kenner der Originalreihe erst einmal gewöhnen. So hat Cornelia beispielsweise eine berühmte Promi-Schwester, in deren Schatten sie steht; die Großmutter von Hay Lin lebt in China; Irma hat durch den Tod ihrer leiblichen Mutter Angst vor dem Wasser und das Orakel von Kandrakar ist überhaupt nicht so, wie man es kennt. Diese ganzen Abweichungen hauchen dem W.I.T.C.H.-Universum einen völlig neuen Charme ein und machen das Lesen auch für eingefleischte Fans spannend und interessant.


Die zeichnerische Umsetzung hat mir besonders gut gefallen. Etwas irritierend fand ich nur die Darstellung von Wills Mutter, die eher wie ein Teenager als wie eine erwachsene Frau aussieht. Ansonsten ist das neue Design aber wirklich überzeugend und wunderschön. Das Artwork von Guilia Adragna ist modern, hell und bunt und ausdrucksstark gezeichnet. Jedes einzelne Panel steckt voller Details, ohne überladen zu wirken und auch die Textmenge ist überschaubar. Für Lesemuffel oder Wenigleser*innen ab ca. 9 Jahren ist dieser Comic daher ideal geeignet.

Fazit: „Witch – Das Herz der Freundschaft“ ist eine gelungene moderne Neuinterpretation der Ursprungsgeschichte, die sowohl Fans als auch Neulinge in den Bann zieht. Ein richtiger Wohlfühlcomic mit Nostalgie- und Überraschunugseffekt. Ich kann dieses Witch-Remake nur empfehlen. Mir hat es viel Spaß gemacht, eine mir vertraute Welt auf eine ganz neue Art und Weise kennenlernen zu dürfen. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 23.09.2024

Ein actionreiches & herrlich abgedrehtes Superhelden-Abenteuer!

Robodog
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Herzlich willkommen in Tumult, aber tretet nur ein, wenn ihr mutig genug seid! Tumult ist eine hässliche, schmutzige und gefährliche Stadt, die ihrem Namen alle Ehre macht. Hier lebt eine ganze Galaxie ...

Herzlich willkommen in Tumult, aber tretet nur ein, wenn ihr mutig genug seid! Tumult ist eine hässliche, schmutzige und gefährliche Stadt, die ihrem Namen alle Ehre macht. Hier lebt eine ganze Galaxie von Gangstern und Bösewichten; nichts und niemand ist vor diesen fiesen Schurken sicher. Die Polizeichefin ist verzweifelt. Sie bekommt die Kriminalität einfach nicht mehr in den Griff, die dusseligen Polizeihunde reichen nicht mehr. Die Stadt braucht dringend einen Superhelden! Da kommt der Polizeichefin die rettende Idee. Zu Hause bittet sie ihre Frau, die eine geniale Erfinderin ist, ihr einen Roboter zu bauen. Einen Superhund, der alles kann, was die Polizeihunde können, nur noch viel besser! Nur wenig später ist Robodog geboren und soll die Stadt endlich von allen Übeln befreien. Doch das ist gar nicht so leicht. Manche Hunde in der Polizeihunde sind nicht die hellsten Kerzen auf der Torte und die Katzen von Tumult sind überhaupt nicht erfreut über Robodogs Auftauchen. Als dann auch noch richtige Gefühle mit ins Spiel kommen, wird es wirklich knifflig. Ob es Robodog wohl schaffen wird, Tumult zu retten?
Ich bin schon lange ein großer Fan von David Walliams und habe bisher alle seine Bücher, die auf Deutsch erschienen sind, mit Begeisterung gelesen. Der britische Bestsellerautor besitzt einfach eine unnachahmliche Art, superlustige Kinderromane zu schreiben, die jedes Mal überzeugt. Auch sein neuester Titel „Robodog“ garantiert wieder wunderbare Unterhaltung, allerdings zählt er für mich persönlich zu den schwächeren Werken des Autors.
Wie schon bei „Spaceboy“, so hat mir auch hier der typische schwarze Humor von David Walliams gefehlt; dieses (kindgerechte) Makaber-Grausliche à la Roald Dahl. Etwas vermisst habe ich auch Kioskbesitzer Raj, den Walliams sonst immer gerne als kleinen Gag in seinen Geschichten einbaut.
Nichtsdestotrotz handelt es sich hierbei um einen echten Walliams, der von Beginn an in vertrauter Manier daherkommt. Ehe es mit der eigentlichen Story losgeht, werden einem kurz die wichtigsten Personen vorgestellt und schon da wird einem sofort klar, dass man es mal wieder mit äußerst schrägen Gestalten zu tun bekommt, die man so schnell nicht mehr vergisst. Kleine Kostprobe gefällig? Nun, da wäre zum Beispiel Meisterverbrecher Giga-Grips, der nur noch aus seinem Megahirn besteht; seine Gehilfin Hammerhand, die statt zwei Hände zwei riesige Hämmer hat, oder Ratti, die darauf besteht eine Maus zu sein, obwohl sie eindeutig eine Ratte ist. Und nicht zu vergessen der titelgebende Held dieses Romans, Roboterhund Robodog, der nicht nur heroische Fähigkeiten besitzt, sondern auch echte Gefühle.
Eins ist sicher: Langeweile kommt hier garantiert nicht auf! David Walliams versteht es, seine Leserschaft durchgehend bei Laune zu halten. Die Handlung ist voller Spannung und Action und ziemlich abgespact und verrückt. Der Witz ist bisweilen etwas klamaukig, aber bei Kindern wird das sicherlich gut ankommen, vor allem die Pupsszenen.
Dies wäre allerdings kein Buch von David Walliams, wenn in diesem ganzen Irrsinn nicht auch etwas Sinnvolles und Tieferes stecken würde. So gibt es ein paar schöne Botschaften über Freundschaft, Liebe und Akzeptanz sowie berührende Momente fürs Herz.
Auch optisch präsentiert sich „Robodog“ im bekannten Walliams-Stil. Der Text wird von vielen humorvollen schwarz-weiß Illustrationen begleitet, beigesteuert von Adam Stower, und coole Schriftspielereien und Comicelemte peppen das Ganze noch zusätzlich auf. Das Buch ist wirklich toll aufgemacht, sodass es auch für Lesemuffel – trotz seiner 320 Seiten – ideal geeignet ist. Ein großes Lob gebührt an dieser Stelle auch der Übersetzerin Bettina Münch, die den wortwitzigen Text gekonnt ins Deutsche übertragen hat.
Fazit: „Robodog“ ist eine rasante Superhelden-Abenteuer-Geschichte voller witziger Verrücktheiten und Lach-Garantie, aber auch mit ganz viel Herz. Das perfekte Lesefutter für alle ab 9 Jahren, die Hunde lieben und es gerne actionreich und herrlich abgedreht mögen. Obwohl ich mir ein bisschen mehr erhofft habe, hat mich auch dieser Roman von David Walliams bestens unterhalten. Auf sein nächstes Buch freue ich mich schon sehr. Von mit gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen!

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