Profilbild von CorniHolmes

CorniHolmes

Lesejury Star
offline

CorniHolmes ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit CorniHolmes über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.02.2025

Ein aufregendes Internatsabenteuer voller Waldmagie, Geheimnisse und Überraschungen!

Silva Akademie – Die Stimme des Waldes
0

Die 12-jährigen Zwillinge Ella und Ves könnten unterschiedlicher nicht sein: Während Ves zu den Beliebten und Coolen gehört und sich gerne mal über Regeln hinweg setzt, ist Ella sehr wissbegierig, ordnungs- ...

Die 12-jährigen Zwillinge Ella und Ves könnten unterschiedlicher nicht sein: Während Ves zu den Beliebten und Coolen gehört und sich gerne mal über Regeln hinweg setzt, ist Ella sehr wissbegierig, ordnungs- und naturverliebt und tut sich schwer damit, Freunde zu finden. Früher standen sich die beiden ziemlich nahe, aber mittlerweile liegen sie sich ständig in den Haaren. Ihr Leben ändert sich schlagartig, als eines Tages die Magie der Bäume in ihnen erwacht. Von ihrer Tante Heidi erfahren sie von dem geheimen Volk der Talissa, das inmitten der Wälder haust und die Essenz der Bäume nutzt, um Magie zu wirken. Um herauszufinden, welche Pflanzenmagie in ihnen wohnt und welchem magischen Baum-Clan sie angehören, werden die Zwillinge auf die Silva-Akademie geschickt, ein besonderes Waldinternat voller merkwürdiger Unterrichtsfächer und fantastischer Wesen. Ella lebt sich wider Erwarten sehr schnell ein, Ves hingegen verabscheut sein neues Leben und findet nur schwer Anschluss. Als auf einmal beide eine Stimme in ihrem Kopf hören, müssen die Geschwister lernen, zusammenzuhalten. Ob es ihnen wohl gemeinsam gelingen wird, das Rätsel um ihre magischen Wurzeln zu lösen?

Bei diesem Buch war sehr schnell klar, dass ich es lesen möchte. Schon allein das Cover, das Lisa Forsch gezaubert hat, hat mich sofort angefixt und der Klappentext tat dann das Übrige. Es war mein erstes Werk der Autorinnen und ich war dementsprechend sehr gespannt, was mich wohl erwarten wird.

Bereits die doppelseitige Karte vorne im Buch, die Lisa Forsch beigesteuert hat, macht direkt Lust auf mehr. Lilly Oakley und Marie Juniper präsentieren mit ihrem ersten Kinderroman eine wirklich schöne Geschichte, die weitaus mehr ist als nur ein magisches Internatsabenteuer. Eingebettet in ein faszinierend-geheimnisvolles Waldsetting erzählt das Autorinnen-Duo von Geschwisterbeziehungen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten, Streit, Versöhnung und Selbstfindung. Von der Schönheit und Bewahrung der Natur und der Kraft der Freundschaft und des Zusammenhalts. Die Geschwister Ella und Ves könnten unterschiedlicher kaum sein: Er der rebellische und beliebte Draufgänger, sie die pflichtbewusste Außenseiterin und Baumkuschlerin. Die meiste Zeit sind sie sich spinnefeind, aber wenn es drauf ankommt, raufen sie sich zusammen und ziehen gemeinsam an einem Strang.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der Zwillinge geschildert und es macht Spaß, sie zu begleiten und ihre Entwicklung miterleben. Zusammen mit den beiden taucht man in die fantasievolle Welt der Silva Akademie ein, in der Bäume sprechen können und man Moosketieren und anderen mystischen Wesen begegnet. Beste Voraussetzungen also, dass man durchweg bei Laune gehalten wird und ja, die Handlung ist auch durchaus spannend, vor allem zum Ende hin. Mich haben die Ereignisse nur irgendwie dennoch nicht durchgehend fesseln können, irgendwie wollte der Funke nicht komplett überspringen. Nichtsdestotrotz habe ich das Buch gerne gelesen und bin neugierig wie es weitergeht. Die Geschichte ist zwar in sich abgeschlossen, lässt aber genügend Spielraum für weitere Bände.

Fazit: „Silva Akademie - Die Stimme des Waldes“ ist ein aufregendes, unterhaltsames und lehrreiches Fantasyabenteuer voller Waldmagie, Geheimnisse und Überraschungen. Die perfekte Lektüre für alle ab 10 Jahren, die gerne Internatsgeschichten lesen und in magische Welten eintauchen. Auch wenn ich mir etwas mehr erhofft habe, hatte ich dennoch Spaß beim Lesen und würde mich über eine Fortsetzung sehr freuen. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.02.2025

Ein spannender Auftakt!

Magic Island - Ruf der Seelentiere. Eine magische Insel und sprechende Seelentiere: Fantasy-Buchreihe ab 11 Jahren (Magic Island, Bd. 1)
0

Der 15-jährige Julian Sander führt ein ganz normales Leben in Berlin und hätte nie gedacht, dass ausgerechnet er ein Held sein soll. Doch als er eines Abends in den Besitz eines mysteriösen Anhängers ...

Der 15-jährige Julian Sander führt ein ganz normales Leben in Berlin und hätte nie gedacht, dass ausgerechnet er ein Held sein soll. Doch als er eines Abends in den Besitz eines mysteriösen Anhängers kommt, ändert sich sein Leben schlagartig. Durch ein magisches Portal in einer Berliner Litfaßsäule wird er auf eine einsame Insel gezogen, wo er gleich nach seiner Ankunft von einem bösartigen Wesen angegriffen wird. Zeitgleich hört er eine seltsame Stimme in seinem Kopf, mit deren Hilfe ihm die Flucht gelingt. Nur wenig später stellt sich ihm ein sprechender Husky namens Askan als sein Seelentier vor und als wäre das alles nicht schon verrückt genug, trifft er dann auch noch das Mädchen Aiko aus Japan und ihren gesprächigen Drachen Timur. Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, was es mit dieser seltsamen Insel auf sich hat. Von der Inselhüterin Aliera erfahren sie schließlich, dass sie und zwei weitere Jugendliche zu Weltenretter berufen sind. Nun gilt es nicht nur die restlichen zwei Teammitglieder zu finden, sondern auch gefährliche Aufgaben zu bestehen. Es ist der Beginn ein fantastisches Abenteuers...

Nachdem mich Andreas Suchanek bereits mit seinen Flüsterwald-Büchern begeistern konnte, war ich auf den Auftakt seiner neuen Jugendbuchreihe „Magic Island“ sehr gespannt. Schon allein das Cover ist ein echter Hingucker und macht direkt neugierig auf die Geschichte dahinter. An dieser Stelle ein großes Lob an den Illustrator Timo Grubing. Diese optische Illusion mit dem Huskykopf ist wirklich äußerst faszinierend gemacht – und verspricht auch nicht zu viel.

Andreas Suchanek greift erneut bekannte Elemente aus dem Fantasy-Genre auf und macht gekonnt etwas Neues daraus. Mit seinem gewohnt mitreißend-humorvollen und bildlichen Schreibstil gelingt es ihm einmal mehr, seine Leserschaft sofort in den Bann zu ziehen. Bereits der kurze Prolog verspricht packende Lesestunden und genau das bekommt man auch. Gemeinsam mit Hauptprotagonist Julian verschlägt es einen schon nach kurzer Zeit in die geheimnisvoll-magische Welt von Elenum, wo man von einer abenteuerlichen und gefährlichen Situation in die nächste schlittert. An Spannung und Action mangelt es hier wahrlich nicht. Für meinen Geschmack schreitet die Handlung bisweilen sogar etwas zu zügig voran, sodass manches recht oberflächlich bleibt. Dies schmälert das Lesevergnügen aber nur geringfügig. Es macht Spaß, die Charaktere auf ihrer Reise zu begleiten, bei der Freundschaft, Zusammenhalt, Mut und Selbstvertrauen großgeschrieben werden. Mit den vier unterschiedlichen Jugendlichen hat der Autor eine ziemlich bunte und interessante Figurentruppe erschaffen, die reichlich Identifikationspotential bietet und einem schnell ans Herz wächst. Vor allem Julien, den man von allen am besten kennenlernt, ist ein Sympathieträger, mit dem man richtig mitfühlen und mitfiebern kann. Aber auch die Seelentiere haben ihren eigenen Charme und sorgen immer wieder für Erheiterung. Die kurzen Kapitel lassen die Seiten nur so dahinfliegen und die tolle Innengestaltung von Timo Grubing peppt das Leseerlebnis nochmals auf.
Das Ende hält einen ziemlich fiesen Cliffhanger bereit, sodass man die Fortsetzung kaum erwarten kann.

Fazit: „Magic Island – Ruf der Seelentiere“ ist ein gelungener Auftakt einer neuen Fantasy-Reihe ab 11 Jahren, der Lust auf mehr macht. Ein magisches Abenteuer voller Geheimnisse und unvorhersehbarer Wendungen. Spannend, fesselnd, unterhaltsam! Auch wenn der Funke bei mir nicht komplett übergesprungen ist, hatte ich viel Spaß beim Lesen und werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen. Auf den zweiten Band, der voraussichtlich im Sommer 2025 erscheinen wird, freue ich mich schon sehr. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.01.2025

Eine weitere bezaubernde Fortsetzung!

Kikis kleiner Lieferservice 3: Kiki und die andere Hexe
0

Es sind drei Jahre vergangen, seit die kleine Halbhexe Kiki ihr Zuhause verlassen und gemeinsam mit ihrem Kater Jiji ein neues Leben in der Küstenstadt Koriko begonnen hat. Kiki ist inzwischen sechzehn ...

Es sind drei Jahre vergangen, seit die kleine Halbhexe Kiki ihr Zuhause verlassen und gemeinsam mit ihrem Kater Jiji ein neues Leben in der Küstenstadt Koriko begonnen hat. Kiki ist inzwischen sechzehn Jahre alt und hat sich mit ihrem Lieferservice einen Namen gemacht. Ihr friedliches Leben wird jedoch gehörig auf den Kopf gestellt, als plötzlich die zwölfjährige Keke in der Stadt auftaucht. Wer ist dieses geheimnisvolle Mädchen, das eine faszinierende Mischung aus unverschämt und freigeistig ist und behauptet, ebenfalls eine Hexe zu sein? Und sich kurzerhand einfach so bei Kiki einquartiert? Ständig mischt sich diese Keke in alles ein und gewinnt die Herzen aller Stadtbewohnerinnen und die von Kikis Freundinnen. Und von Tombo...Kiki beginnt immer mehr an sich selbst und ihrem Dasein als Hexe zu zweifeln. Ob es ihr wohl gelingen wird, zu sich selbst zurückzufinden?

Hierbei handelt es sich um den dritten Band des modernen Klassikers „Kikis kleiner Lieferservice“. Da alles Relevante kurz erklärt wird, lässt sich das Buch auch ohne Vorkenntnisse lesen, allerdings macht es erheblich mehr Freude, wenn man die chronologische Reihenfolge einhält.
Ich bin dem Crocu Verlag nach wie vor richtig dankbar dafür, dass er die mehrteilige Reihe rund um die junge Kurierhexe Kiki endlich auch zu uns nach Deutschland holt. Der gleichnamige Studio Ghibli-Zeichentrickfilm gehört zu meinen liebsten Animes und nachdem mich auch die Romanvorlage sowie dessen Fortsetzung begeistert haben, konnte ich es kaum erwarten weiterzulesen. Schon das Cover ist wieder sehr hübsch gestaltet und macht direkt Lust aufs Aufschlagen und Losschmökern. Im Inneren geht es genauso einladend weiter.

Von den ersten Seiten an herrscht die vertraute freundlich-warme Atmosphäre, die diese Reihe auszeichnet. Mit viel Herz, Charme und einer Prise Magie entführt Eiko Kadono ihre Leserschaft erneut in die bezaubernde Welt von Halbhexe Kiki. In 12 Kapiteln erzählt sie von ihrer jungen Protagonistin, die mittlerweile sechzehn Jahre alt ist. Man merkt, dass Kiki nicht mehr das kleine Mädchen von früher ist. Sie ist spürbar gereift und an ihren Herausforderungen gewachsen, lässt sich aber immer noch schnell verunsichern, wie sich an dem Auftauchen der zwölfjährigen Keke zeigt.
Der Autorin gelingt es einmal mehr, wichtige Themen aufzugreifen und in eine unterhaltsame Wohlfühlgeschichte zu verpacken. Kikis starke Selbstzweifel und Unsicherheiten werden sehr einfühlsam beschrieben und es fällt leicht, mit ihr mitzufühlen. Kiki ist und bleibt eine überaus sympathische Protagonistin, Keke dagegen ist die meiste Zeit über ziemlich dreist, frech und unausstehlich, was aber sicherlich auch beabsichtigt war. Ihr Eindringen in Kikis Leben regt einen stellenweise richtig auf, zugleich verleiht es der Geschichte aber auch etwas Herzerfrischendes und regt zum Nachdenken an.
Es macht einfach wieder Spaß, nach Koriko zurückzukehren und Kiki auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden zu begleiten. Neben neuen kuriosen Lieferaufträgen und neuen Gesichtern kommt man auch in den Genuss von einem Hauch Romantik und trifft auf einige alte Bekannte aus den Vorgängern. Sogar mit Kikis schwarzen Kater Jiji erlebt man dieses Mal ein kleines Abenteuer, was dem Ganzen einen zusätzlichen Pfiff gibt.

Als einziger kleiner Wehmutstropfen bleibt die spärliche Bebilderung. Von Yuta Onodas schönen schwarz-weiß Illustrationen hätte es liebend gerne noch ein paar mehr geben können. Dies ist jedoch meckern auf hohem Niveau und schmälert das Lesevergnügen, wenn überhaupt, nur geringfügig.

Fazit: „Kiki und die andere Hexe“ ist eine charmante, unterhaltsame und magische Coming-of-Age-Geschichte über die Suche nach der eigenen Identität und dem richtigen Platz im Leben. Ein richtig schöner cozy Wohlfühlroman für Jung und Alt. Ich persönlich fand diesen Band ein klein wenig schwächer als die zwei vorherigen Bände, hatte aber dennoch sehr viel Spaß beim Lesen. Auf den vierten Teil, der voraussichtlich im Juni diesen Jahres erscheinen wird, freue ich mich schon sehr. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.11.2024

Ein gelungener Abschlussband voller Magie!

Die Duftakademie (3). Im Bann der Düfte
0

Für Ella gibt es nichts Schöneres als ihre Zeit an der Duftakademie. Den Sommer, in dem ihr drittes Semester startet, kann sie daher kaum erwarten. Endlich wieder Düfte brauen, in ihrem geliebten Baumhaus ...

Für Ella gibt es nichts Schöneres als ihre Zeit an der Duftakademie. Den Sommer, in dem ihr drittes Semester startet, kann sie daher kaum erwarten. Endlich wieder Düfte brauen, in ihrem geliebten Baumhaus schlafen und ihre Freundinnen Ben, Polly, Theresa und Raffael wiedersehen. Hinzu kommt noch, dass dieses Mal ein paar Schülerinnen von der französischen Partnerschule zu Gast sind. Das Sommercamp beginnt wirklich vielversprechend, doch es dauert nicht lange und neue Bedrohungen kommen auf die Duftakademie zu. Der Patron ist weiterhin darauf aus, der Akademie und den Sentifleurs ein Ende zu setzen und schreckt vor nichts zurück, um sein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Die Schulleiterin Luzie Alvenstein tut alles, um ihre Akademie zu beschützen, doch ihr Gegner befindet sich im Besitz uralter machtvoller, magischer Düfte. Ella und ihre Freundinnen ist klar, dass sie den Patron unbedingt stoppen müssen und begeben sich erneut in große Gefahr...

Dies ist der dritte und letzte Teil von „Die Duftakademie“, der Spin Off-Serie zu „Die Duftapotheke“ und die beiden vorherigen Bände sollten bekannt sein, da die Bücher aufeinander aufbauen. Vorkenntnisse aus „Die Duftapotheke“ sind dagegen nicht zwingend erforderlich, sie erhöhen aber den Lesegenuss.
Ich habe bisher alles aus dem Duftapotheke-Universum mit Begeisterung verschlungen und mich dementsprechend sehr auf das nächste Abenteuer aus der Feder von Anna Ruhe gefreut. Auch wenn die Lektüre des Vorgängers mittlerweile schon fast ein Jahr zurückliegt, war ich schnell wieder mittendrin im Geschehen. Anna Ruhe versteht es, ihre Leser
innen direkt in den Bann zu ziehen. Ihr Schreibstil ist gewohnt fesselnd, bildlich und atmosphärisch und lässt das Kopfkino sofort anspringen. Man hat beim Lesen ständig das Gefühl, selbst vor Ort zu sein und meint, die verschiedenen beschriebenen Düfte in der Nase zu haben. Nur gut, dass man sie nicht wirklich riechen kann, denn einige von ihnen sind alles andere als ungefährlich.

„Im Bann der Düfte“ macht seinem Titel alle Ehre. Jede Menge betörende Gerüche erwarten einen zwischen den Buchdeckeln, es wird wieder aufregend, emotional und magisch und bisweilen auch ein bisschen romantisch. Freundschaft, Zusammenhalt, Vertrauen und auch Selbstfindung stehen hier im Vordergrund. Die Geschichte zeigt, was uns Menschen wirklich ausmacht und macht Mut, an sich selbst glauben. Ich-Erzählerin Ella ist und bleibt eine starke und sympathische Protagonistin, die zwar nicht perfekt ist, aber einmal mehr über sich hinauswächst. Gemeinsam mit ihren nicht minder liebenswerten und mutigen Freundinnen ergibt sie erneut ein unschlagbares Team, was einfach toll zu lesen ist.

Auch dieser Band bietet somit eigentlich alles, was es für ein duftes Lesefutter braucht, nur irgendwie konnte mich die Handlung dennoch nicht durchgehend packen; an manchen Stellen hätte ich mir dann doch ein bisschen mehr Tempo und Spannung gewünscht. Das Ende aber hat mir sehr gut gefallen, da es die Reihe stimmig abschließt und trotz der gelegentlichen leichten Längen habe ich das Buch innerhalb kurzer Zeit gelesen und mich dabei rundum wohlgefühlt. Es war einfach total schön, erneut in die Welt der Sentifleurs einzutauchen und auf lauter liebgewonnene alte Bekannte zu treffen.
Ein Highlight waren mal wieder die detailverliebten, stimmungsvollen schwarz-weiß Illustrationen von Claudia Carls, die die magische Atmosphäre der Geschichte perfekt unterstreichen (von denen hätte es liebend gerne noch mehr geben können). Zum Cover muss hier vermutlich nicht groß was gesagt werden, oder? Es ist einfach wieder traumhaft gestaltet und ein echter Blickfang im Regal.

Fazit: Mit dem finalen Band von „Die Duftakademie“ entführt uns Anna Ruhe erneut in ihre wunderbar geheimnisvolle Welt der Düfte und Gerüche und schließt die dreibändige Reihe damit gelungen ab. „Im Bann der Düfte“ ist ein spannendes und fantasievolles Abenteuer voller dufter Magie, das nicht nur junge Leser
innen ab 10 Jahren zu fesseln vermag. Auch wenn ich mir ein bisschen mehr erhofft habe, bin ich mal wieder begeistert. Auf Anna Ruhes neue Spin off-Reihe rund um das Duftapotheke-Universum, die nächstes Jahr starten soll, freue ich mich schon sehr. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.10.2024

Ein außergewöhnliches Bilderbuch mit wertvoller Botschaft

Dämönchen
0

Tief unter Erde, wo es dunkel und unheimlich ist, befindet sich das Dämonenreich. Viele Mythen der Menschen erzählen davon, aber niemand weiß, wie es wirklich dort ist. Hier, in dem bunten Treiben aus ...

Tief unter Erde, wo es dunkel und unheimlich ist, befindet sich das Dämonenreich. Viele Mythen der Menschen erzählen davon, aber niemand weiß, wie es wirklich dort ist. Hier, in dem bunten Treiben aus verschiedenen Wesensformen, geht es Jahr um Jahr ähnlich und gleich zu. Doch ein Höllenbewohner ist anders als die anderen. Schlecht gelaunt und der Eintönigkeit müde streift es durch die Unterwelt. Sein einziger Trost ist sein geflügelter und ständiger Begleiter, eine Fliege, die über eine Leine mit ihm verbunden ist. Doch eines Tages reißt die Leine und die Fliege verschwindet durch ein Loch. Das Dämönchen folgt ihr und landet in der Oberwelt, in die sich bisher noch kein Dämon getraut hat. Dem Dämönchen ist diese unbekannte helle, grelle Welt zunächst nicht geheuer. Doch allmählich verliert es seine Angst und Zweifel und beginnt sich wohlzufühlen. Es hört auf sein Herz, das ihm sagt, dass dieser Ort der richtige für ihn ist und es an der Zeit ist, einen neuen Weg einzuschlagen.

Nachdem mich Kai Lüftner und Wiebke Rauers nun schon einige Male mit ihren gemeinsamen Werken begeistern konnten, war sofort klar, dass auch ihr neues Bilderbuch „Dämönchen“ bei mir einziehen muss. Meine Erwartungen waren recht hoch – die beiden sind einfach immer ein Garant für besondere Bücher, die sich abseits des Mainstreams bewegen. Diesbezüglich hat das Duo auch mal wieder voll ins Schwarze getroffen.
Schon rein äußerlich kommt das Buch erfrischend anders daher. Mit seinem Querformat sticht es aus der Masse hervor und das Cover mit seiner coolen Mischung aus dämonenhaft-finster und knuffig-liebenswert macht direkt neugierig auf den Inhalt. Was auf den ersten Blick aber wie eine charmante Grusellektüre wirken mag, entpuppt sich nur kurz darauf als sehr viel mehr.

Kai Lüftner und Wiebke Rauers beweisen einmal mehr ihr Händchen fürs Unkonventionelle. Einhörner, Glitzer und Co. sucht man in ihren Büchern vergebens, bei dem Erfolgsteam sind es pupsende Drachen, grimmige Häschen oder rockende Krabbler, die für Begeisterung sorgen. Mit dem kleinen Dämonchen haben die zwei nun einen weiteren ungewöhnlichen Helden erschaffen, dessen Geschichte und Entwicklung man mit höllischer Freude mitverfolgt. Anfangs noch missmutig, gelangweilt und unzufrieden verwandelt sich der kleine Unterweltbewohner im Laufe des Buches in ein herzliches und glückliches Kerlchen. Das Dämönchen zeigt uns, dass es sich lohnt, festgetretene Pfade zu verlassen und einen neuen Weg einzuschlagen. Veränderungen zuzulassen ist oft nicht leicht und erfordert viel Mut, aber es zahlt sich meist aus.

Die Erzählung ist für ein Kinderbuch ab 4 Jahren ziemlich tiefsinnig und poetisch. Sie ist in Versform geschrieben und wie man es von Wortkünstler Kai Lüftner kennt, sind seine Reime höchst originell, zugleich aber auch herausfordernd. Es wird des öfteren Erklärungen der Vorlesenden benötigen, damit die jungen Zuhörer*innen Wörter wie „Paritur“ verstehen. Bisher hat mir Kai Lüftners Erzählstil immer sehr zugesagt, aber dieses Mal bin ich ein bisschen hin und her gerissen. Es kommt natürlich immer aufs Kind an, aber ich persönlich habe die Sprache teilweise als zu schwierig für das empfohlene Lesealter empfunden, ich würde die Altersangabe etwas höher ansetzen.
An dem eher unüblichen Querformat habe ich mich dagegen nicht gestört, allerdings wird es vermutlich nicht jedermanns Geschmack treffen, da sich das Lesen dadurch ein wenig unhandlich gestaltet.

Nichtsdestotrotz macht es Spaß zu diesem Buch zu greifen. Die Reime lesen sich ungeachtet des komplexen Wortschatzes rhythmisch und lebendig und an den großartigen, farbenprächtigen Illustrationen von Wiebke Rauers kann man sich mal wieder gar nicht sattsehen. Mit ihrem unverwechselbaren Stil erweckt sie Dämönchens Welt zum Leben. In einer Kombination aus herrlich düster und idyllisch-hell-freundlich fängt sie die Stimmung der Geschichte sowie die Mimik und Wandlung von Dämönchen gekonnt ein; Bild und Text ergeben wie gewohnt ein perfektes Zusammenspiel.

Fazit: „Dämönchen“ ist ein außergewöhnliches Bilderbuch mit Tiefgang und einer wertvollen Botschaft. Eine inspirierende, aber auch etwas anspruchsvolle Geschichte über den Mut, Altbekanntes hinter sich zu lassen und etwas Neues zu wagen. Auch wenn mich das Erfolgsduo dieses Mal nicht komplett überzeugen konnte, kann ich ihr neues Gemeinschaftswerk nur empfehlen. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere