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Veröffentlicht am 26.11.2024

Soll man vor der Wahl gelesen haben

Im Land der Wölfe
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MEINUNG:

Ich wurde auf das Buch in einer Buchvorstellung aufmerksam. Ansonsten habe ich es bisher noch nicht gesehen. Ich muss sagen, dass ich vor Im Land der Wölfe ein bisschen Bammel hatte, weil ich ...

MEINUNG:

Ich wurde auf das Buch in einer Buchvorstellung aufmerksam. Ansonsten habe ich es bisher noch nicht gesehen. Ich muss sagen, dass ich vor Im Land der Wölfe ein bisschen Bammel hatte, weil ich selbst aus Ostdeutschland komme (allerdings nicht mehr dort wohne) und da immer zwei Herzen in meiner Brust schlagen.

Nana wird Coachin für Katja Stötzel, die Kandidatin auf das Bürgermeisteramt in Grenzlitz in Sachsen. Grenzlitz ist eine fiktive Stadt, aber ich könnte mir vorstellen, dass Parallelen zu Görlitz eventuell gewollt sind, ebenso zu den politischen Parteien. Es gibt die Pinken, die Zukunftsgrünen und die Blauen. Auch hier sind Vergleiche mit realen Parteien definitiv gewollt. Das Abstrahieren der Autorin der Parteien und des Ortes hat es mir möglich gemacht, das Geschehen ein bisschen aus Distanz zu betrachten. Warum Nana diesen Job angenommen hat, bleibt unklar. Dennoch wird irgendwie schnell klar, dass Katja sie auf Distanz hält, was es natürlich für Nana umso schwieriger macht, sie für den Wahlkampf vorzubereiten. Nana hat wirklich gute Ideen in diesem schwierigen Umfeld, wo es nämlich auch noch die Blauen gibt. Falk Schlosser ist von den Blauen und im Gegensatz zu Katja auch immer sofort zur Stelle. Die Autorin arbeitet hier sehr raus, wie es ist, dass rechtsradikale Personen einfach zum Gemeindeleben dazu gehören. Es wird deutlich, warum die Leute lieber die Blauen wählen würden, denn sie hören zu, sie sind da. Beim Lesen habe ich mich durchaus dabei erwischt, ob an Falks (scheinbar) sehr guten Argumentationen nicht auch was dran sein kann, denn einiges ist auch nicht von der Hand zu weisen. Er trifft oft ins Schwarze. Es ist zu spüren, wie gefährlich es werden kann, wenn man sich hier einlullen lässt.

Parallel zu dem Geschehen in Grenzlitz, gibt es auch noch einen E-Mail-Verkehr bzw. Telefonat zwischen Nana und ihrem Bruder. Zwischen den beiden entbrennt schnell eine harte Diskussion und Vorwürfe, weil beide sich als Person und ihre gemeinsame Kindheit bzw. Jugend komplett in Frage stellen und am Ende feststellen, dass vieles von dem jeweils anderen ganz anders wahrgenommen wurde. Alles in allem muss eine wirklich schwierige Kindheit gewesen sein, wo die Mutter eher abwesend war und beide schlussendlich bei der Freundin von ihrer Oma väterlicherseits aufwachsen. Es gibt Stellen in dem Buch, die eine Triggerwarnung verdienen würden. Das Aufarbeiten mit ihrem Bruder scheint zwar der richtige Weg zu sein, aber es setzt Nana auch zusätzlich zu.

FAZIT:

Im Land der Wölfe beschreibt Elsa Koester ein mögliches Zukunftsszenario, was sich ohne Weiteres in unsere Realität holen lassen könnte. Es ist keine leichte Lektüre, denn es hat viel mit mir gemacht und man wirklich aufpassen sich hier nicht Einlullen zu lassen, vor allem aber die Erkenntnis, dass es genauso funktionieren kann bzw. schon funktioniert es sehr wichtig. Das Buch sollte jeder vor den anstehenden Wahlen lesen und danach seine bzw. ihre Wahl treffen. Das Ende wurde hier sehr realistisch dargestellt meiner Meinung nach, auch es einen bitteren Beigeschmack hat.

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Veröffentlicht am 10.11.2024

Götter und Sterbliche

The Games Gods Play – Schattenverführt
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MEINUNG:

The Games of God Play ist der erste Teil der Schattenverführt Reihe. Ich lese immer mal wieder gerne Fantasy, aber bisher habe ich um die Thematiken mit den Göttern immer einen Bogen gemacht. ...

MEINUNG:

The Games of God Play ist der erste Teil der Schattenverführt Reihe. Ich lese immer mal wieder gerne Fantasy, aber bisher habe ich um die Thematiken mit den Göttern immer einen Bogen gemacht. Möglicherweise, weil mir das Hintergrundwissen dazu fehlt. Ich wollte es trotzdem einmal versuchen.

Lyra wird unerwartet für die Crucible-Spiele von Hades, dem Gott der Unterwelt ausgewählt. Der Gott oder die Göttin, deren Champion oder Championesse gewinnt, wird König oder Königin über alle Götter. Die ausgewählten Sterblichen müssen sich dabei 12 Heldentaten stellen und möglichst viele für sich entscheiden. Lyra wurde mit drei von ihren Eltern an die Gilde der Diebe verkauft. Dort lebt sie bis heute. Bei ihrer Geburt wurde sie von Zeus mit einem Fluch belegt, dass sie niemand lieben kann. Ich fand Lyra eigentlich am Anfang ziemlich tough und gleichzeitig gesteht sie sich auch Schwächen ein. Trotzdem ist sie dermaßen selbstlos, dass es mich am Ende ein bisschen genervt hat. Sie möchte unbedingt alle retten. Niemand soll sterben. Natürlich macht es Sinn, denn sie will einfach gemocht und geliebt werden, auch wenn dieser Fluch auf ihr lastet. Hades ist der typische Bad Boy, der aber doch auch ein weiches Herz hat. 

Die Liebesgeschichte der beiden beginnt langsam, aber sie ist offensichtlich. Anfangs sind sie ein bisschen wie Feuer und Sturm, aber man merkt schnell, dass das mehr ist. Obwohl es langsam beginnt, war es mir am Ende ein bisschen drüber. Besonders Hades scheint so verliebt zu sein, dass alles für Lyra tun würde. Dabei ist ihm alles recht. Natürlich habe ich mich gefragt, ob das nicht nur Berechnung ist, denn irgendein Ziel verfolgte er noch selbst. Er, der sonst nie am Crucible jemanden teilnehmen lässt.

Ingesamt lässt die Autorin die Götter und Göttinen in keinem guten Licht da stehen, denn alle überlegen sich ziemlich grausame Regeln für ihre Heldentaten. Es sterben auch einige Leute bzw. werden schwer verletzt. Ich glaube, dass Vergleiche zu den Hunger Games (Tribute von Panem) gewollt sind. Ich habe den Einfallsreichtum der Autorin aber sehr bewundert, denn sie lässt hier wirklich eine Menge einfallen. Ihre Beschreibungen der Szenen sind sehr detailliert, so dass ich mir das gut vorstellen konnte vor meinem inneren Auge. Das Erzähltempo ist hoch durch die kurzen Kapitel, teilweise schon zu hoch, so dass ich das ein oder andere Mal Mühe hatte zu folgen. Trotzdem war der Unterhaltungswert hoch und ich bin zügig durchgekommen. Alles in allem waren es ziemlich viele Personen durch die Kombination Gott/ Göttin plus der jeweilige Champion/ Championesse, kommt man auf 24 Personen. 

FAZIT:

Mit The Games of God Play hat Abigail Owen einen üppige und gut konstruierte Welt geschaffen. Sie platziert die schon bekannten Götter und deren Beziehungen in ein neues Weltenkonstrukt. Das Crucible erinnert sehr an die Hunger Games. Dieser Reihenauftakt ist spannend, wendungsreich und rasant zu lesen. Mir erschien es manchmal ein bisschen zu viel des Guten, vor allem gegen Ende wurde es leicht anstrengend, auch mit Lyra und Hades.

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Veröffentlicht am 13.10.2024

Love Scamming und Tanz

Hey guten Morgen, wie geht es dir?
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MEINUNG:

Ich bin kurz vor der Verkündung der Longlist des Deutschen Buchpreises auf Hey Guten Morgen, wie geht's dir? aufmerksam geworden, da es von vielen als heißer Favorit gehandelt wurde. Ich war ...

MEINUNG:

Ich bin kurz vor der Verkündung der Longlist des Deutschen Buchpreises auf Hey Guten Morgen, wie geht's dir? aufmerksam geworden, da es von vielen als heißer Favorit gehandelt wurde. Ich war ein bisschen vom Cover abgeschreckt, weil mich Bücher mit Göttern immer wenig ansprechen. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen, denn die Götternamen der Protagonisten sind mehr ein Stilmittel.

Juno kümmert sich um ihren Partner Jupiter, der im Rollstuhl sitzt. Es wird nicht näher auf die Krankheit eingegangen, außer das erwähnt wird, dass es nicht immer so war. Es wird gut geschildert, wie das Leben der beiden ist und was es auch für Einschränkungen bedeutet im Alltag. Mal wieder merkt auch, dass wir in Deutschland definitiv noch mehr an Barrierefreiheit arbeiten müssen. Jupiter ist Autor, sprich beide sind freischaffende Künstler. Aus diesem Grund ist auch Geld und Existenz ein Thema, mit dem Juno sich rumschlagen muss. Juno fand ich sehr nahbar. Besonders ihre Liebe zum Tanzen hat man hier sehr heraus gespürt. Es macht noch mehr Sinn als ich las, dass die Autorin auch selbst Tänzerin ist. Ihre Liebe zum Tanzen hat sie auf jeden Fall Juno mitgegeben. 

Juno vertreibt sich die Zeit, in dem sie mit sogenannten Love- Scammern im Internet schreibt. Auch Benu, einem jungen Afrikaner aus Nigeria. ist ein solcher Mann, bei dem sie allerdings gleich offen sagt, dass sie weiß, dass er diese Masche verfolgt. Der Text wird aufgelockter durch die Chats mit Benu. Ich war da nur irritiert von der Anordnung der Chats, weil normaler steht links, dass was man selbst geschrieben hat, was für Juno wäre und recht, was der Chatpartner schreibt (Benu). Es war aber genau anders herum. Die Autorin gibt damit Einblick in das Love-Scamming, aber es ist kein wirklich zentrales Thema. Mir war nicht so richtig klar, was dieser Teil sollte, außer das Juno hier trotzdem relativ distanziert bleibt, vor allem als Benu ihr sagt, dass er sie mag. Es scheint so, dass es für Juno nicht möglich ist so eine Art Freundschaft weiterhin zu pflegen.

FAZIT:

Hey Guten Morgen, wie geht's dir? lässt sich schwer zusammenfassen, aber es geht hier vor allem um Juno, ihre Liebe zum Tanz und der Performance und ihrem und ihrer Beziehung Leben mit einer beeinträchtigen Person. Ich mochte den Erzählton der Autorin sehr, denn Juno rückte damit näher an mich heran. Ein Buch, welches man gut zwischendurch lesen kann.

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Veröffentlicht am 29.09.2024

Mein Mann

Mein Mann
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MEINUNG:

Mein Mann ist ein Roman, den ich schon etwas länger "beobachtet" hatte und mich schon auf die Deutsch Übersetzung gefreut hatte. So richtig wusste ich nicht, was mich erwartet, aber es gab Vergleiche ...

MEINUNG:

Mein Mann ist ein Roman, den ich schon etwas länger "beobachtet" hatte und mich schon auf die Deutsch Übersetzung gefreut hatte. So richtig wusste ich nicht, was mich erwartet, aber es gab Vergleiche zu Gone Girl und dann war sofort dabei.

Die Geschichte wird fast komplett aus der Sicht der Ich-Erzählerin erzählt und man spürt als erstes, dass sie ihren Mann sehr liebt, obsessiv liebt, mehr liebt als die zwei Kinder. Die Kinder hat sie auch nur, weil man das eben so macht und ihr Mann sich Kinder gewünscht hat. Es ist einziger innerer Monolog, in dem uns die Frau daran teilhaben lässt, wie sich ihr ganzes Leben darum dreht für ihren Mann dazu sein und ihn zu lieben, wie am ersten Tag. Es gibt eine Stelle, in der ein unbeteiligte Dritte zu ihr sagt, dass sie immer noch in der ersten Phase einer Beziehung hängt, nämlich der Verliebtsheitsphase. Es tritt scheinbar keine Gewohnheit bzw. eine gewohnte Vertrautheit ein, wie es bei den meisten Paaren nach 15 Ehejahren der Fall ist. 

Ich musste beim Lesen erstmal ein bisschen reinfinden und es wird streckenweise auch ein bisschen anstrengend, weil man sich die ganze Zeit in ihrem Gedankenkarussell befindet. Erzählerisch ist das wirklich eine Meisterleistung. Es gab oft stellen, wo ich nicht wusste, ob ich das lustig finden soll oder ob ich alarmiert sein soll. Vor allem bei den Gedanken zu ihren Kindern. Ich würde mich hier aber eher für die humorvollere Variante entscheiden, denn es eben kein Thriller, sondern ein Roman, wo eine Autorin bis auf den letzten kleinen Winkel eine Frau auslotet, die einfach ihren Mann obsessiv liebt. Ein großes Problem ist auch das Vertrauen, was viele nach 15 Jahren Beziehung vermutlich haben. Die Ich -Erzählerin dagegen vermutet immer wieder, dass ihr Mann sie eventuell betrügen könnte, die Ehe bald vorbei ist etc. Es gibt auch tatsächlich Gründe für einen Verdacht und es entspinnt damit ein Katz-und-Maus-Spiel.

FAZIT:

In Mein Mann lässt uns eine Ehefrau in langem inneren Monolog teilhaben, was es bedeutet ihren Mann zu lieben, wie am ersten Tag und was sie bereit ist dafür zu tun. Die Beziehung ist durchaus als toxisch zu betrachten, dennoch ist teilweise so skurril, dass ich das eher mit Humor gelesen habe und ich denke genau so ist es auch gedacht. Streckenweise kann es anstrengend werden, aber es lohnt sich durchzuhalten, denn das Ende bzw. der Twist ist super und unvorhersehbar gewesen.

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Veröffentlicht am 24.09.2024

Guter Auftakt

Trial of the Sun Queen
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MEINUNG:

Trial of the Sun Queen ist erste Band der Der Artefarkte von Ouranos Reihe. Ich lese eigentlich relativ gerne mal Fantasy, aber irgendwie kommen oft andere Bücher dazwischen. Vor allem im Urlaub ...

MEINUNG:

Trial of the Sun Queen ist erste Band der Der Artefarkte von Ouranos Reihe. Ich lese eigentlich relativ gerne mal Fantasy, aber irgendwie kommen oft andere Bücher dazwischen. Vor allem im Urlaub lasse ich hier gerne mitreißen. :)

Lor ist im Kerker des Aurorakönigs seit 12 Jahren. Es geht hier ums nackte Überleben und eigentlich eine verlorene Kindheit. Sie ist dort mit ihren zwei Geschwistern, die ihr alles bedeuten. Nach einem vermeintlich Aufstand landet sie beim Sonnenkönig in einem Auswahlverfahren, wo dessen Ehefrau gesucht werden soll. Die Könige und Königinnen sind High Fae. Lor ist ein Mensche. Man erfährt noch nicht so viel über die Welt, außer dass es scheinbar Artefarkte gibt, die jedes Königreich besitzt. Lor weiß natürlich nicht, warum sie dort gelandet ist, versucht es aber herauszufinden. Es wird natürlich noch nicht verraten, aber an Lor muss etwas Besonderes sein, was später noch rauskommen wird.

Lor muss sich trotzdem den Wettkämpfen stellen, was eine großer Herausforderung ist, denn sie wurde darauf nicht vorbereitet. Mich hat es ein bisschen an die Prüfunden an das trimagische Turnier von Harry Potter erinnert. Was da passiert, ist auch wirklich grausam, wie es in solche Büchern üblich ist.  Zwischen dem Sonnenkönig und ihr beginnt es dann auch schnell zu knistern. Ich mochte Lor, denn sie ist ziemlich stark, mutig und widersetzt sich allem. Dennoch hat sie ein gutes Herz und ich habe mich gefreut, dass sie dann dort auch ein paar Freundschaften geschlossen hat. Parallel zu Lors Sicht, gibt es auch Kapitel von Nadir dem Prinzen von Aurora, denn auch der hat ein Interesse an Lor. Hier bin ich besonders gespannt, wie es weitergeht, denn Lor ist ihm gegenüber nicht besonders positiv gestimmt, denn schließlich saß sie einem seinem Gefängnis.

FAZIT:

Trial of the Sun Queen ist der Auftakt einer Fantasy Reihe von Nisha J. Tuli. Man erfährt hier noch nicht so viel, aber man lernt vor allem Lor kennen und es gibt schon paar Andeutungen, wie die Geschichte weiter laufen könnte. Mir hat die Welt gefallen und ich bin gespannt, wie es hier weiter gehen wird und werde auf jeden Fall den 2. Teil lesen.

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