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Veröffentlicht am 30.09.2024

Belastetes Leben

Woher wir kamen
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Berlin um 1910: Auf seiner Flucht aus dem Heim versteckt sich der junge Benno auf dem Dachboden des Berliner Admiralspalast. Dort findet ihn die Enkelin des Hausmeister, die aufgeweckte Emmy. Auch ihr ...

Berlin um 1910: Auf seiner Flucht aus dem Heim versteckt sich der junge Benno auf dem Dachboden des Berliner Admiralspalast. Dort findet ihn die Enkelin des Hausmeister, die aufgeweckte Emmy. Auch ihr Leben ist nicht so einfach, ihre alleinerziehende, nach Kinderlähmung gehandicapte Mutter ist streng und verbittert, das Geld immer knapp.
Aus anfänglicher Freundschaft entwickelt sich Liebe, was sowohl Emmys Mutter, die ihrer Tochter das gleiche Schicksal ersparen will, als auch ihrem Großvater sehr missfällt...
In der Gegenwart kämpft Jane mit ihren Traumata aus dem Irakkrieg und auch ihre Familiegeschichte ist äusserst tragisch: Mutter und Bruder, Vaters ganzer Stolz, frühzeitig gestorben und sie die ungeliebte Tochter die es ihrem Vater, einem strengen Marine, nie recht machen kann. Nach seinem Tod erfährt sie von dem Haus ihrer deutschen Grosseltern in Cape Cod und durch Briefe, welche sie dort findet, taucht sie in die Lebensgeschichte ihrer Großeltern ein.
"Woher wir kamen" ist an sich eine nette Geschichte, mehr jedoch leider nicht. Obwohl die Schicksale viel Tragik enthalten, fehlt mir der Tiefgang. Fast nebensächlich erscheinende Handlungen sind sehr ausgeschmückt, während wirklich wichtige Aspekte eher knapp abgehandelt wurden. Die Figuren sind zwar ganz gut gezeichnet, mitunter jedoch, und da vor allem Emmy, sehr lebensfern. Auch als Erwachsene lebt sie in ihrer "Heile-Welt-Blase", die nichts erschüttern kann. Und auch das Ende ist eher abrupt und enttäuschend.
Ein Buch das sich gut lesen/anhören lässt, jedoch bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.

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Veröffentlicht am 24.06.2024

Fesselnde Geschichte, leider fachliche Fehler

Unter dem Moor
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Der 14jährigen Gine widerfährt im Landjahr in den 30er Jahren unsägliches Leid und während in den 70er Jahren die junge Mutter Sigrun sich in der DDR eingeengt fühlt, hadert in der Gegenwart die Ärztin ...

Der 14jährigen Gine widerfährt im Landjahr in den 30er Jahren unsägliches Leid und während in den 70er Jahren die junge Mutter Sigrun sich in der DDR eingeengt fühlt, hadert in der Gegenwart die Ärztin Nina mit ihrem Beruf. Drei Frauen deren Schicksale unsichtbar miteinander verwoben sind und drei Zeiten, die durch ihre eigenen Ansichten und Einstellungen dominieren.
Tanja Weber zeichnet auf drei Zeitebenen die Lebensläufe der Protagonisten feinfühlig auf, man fühlt mit ihnen und sich gleichfalls in die Zeit versetzt, was stellenweise einen unsagbaren Sog auslöst. Leider hält dieses hohe Niveau nicht bis zum Schluss durch, trüben inhaltliche fachliche Fehler (das Reh ist nicht das Kind vom Hirsch; die Steineiche ein Baum der mediterranen Klimazone) den Lesegenuss und auch das Ende wirkt auf mich zu abgehackt.
Ein Buch das sich flüssig und spannend liest, jedoch bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Ich würde es nicht noch einmal lesen.

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Veröffentlicht am 08.04.2024

Sehr spannend, jedoch zum Ende hin unrealistisch

Absturz
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So einfach gehalten wie der Titel ist letztendlich auch das Grundgerüst der Handlung: ein Passagierflugzeug stürzt nach dem Start ins Wasser und sinkt kurz darauf. Während ungeeignete Technik und Kompetenzstreitigkeiten ...

So einfach gehalten wie der Titel ist letztendlich auch das Grundgerüst der Handlung: ein Passagierflugzeug stürzt nach dem Start ins Wasser und sinkt kurz darauf. Während ungeeignete Technik und Kompetenzstreitigkeiten den Rettungseinsatz erschweren, kämpfen fast 60 m unter Wasser die Insassen ums Überleben. Fast könnte man vorschnell meinen: ach diesen Plot gibt es zur Genüge. Während dies für die Retter durchaus zutrifft, entwickelt sich die eingeschlossene Personengruppe trotz gegensätzliche Ansichten zu einer eingeschworenen Gemeinschaft, wo die überbliebenen füreinander da sind und auch über sich hinaus wachsen. Die durchaus gängigen Standardtypen spielen dabei ihre Rollen, jedoch nicht ohne die eine oder andere Abweichung. Obwohl die Fehlschläge und Verluste nahe gehen und auch emotional gut beschrieben wurden, hatte ich trotzdem die ganze Zeit das Gefühl, daß es gut ausgehen wird. Diese Vorhersehbarkeit mindert in meinen Augen die Spannung.
Zum Ende hin überraschen einige Offenbarungen, allerdings auch zu übertriebene unrealistische und unglaubwürdig Wendungen.
Ein Buch das gut unterhalten hat, was ich aber wohl nicht noch einmal lesen werde.

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Veröffentlicht am 04.08.2023

Tagebücher - die Zweite

Manfred Krug. Ich bin zu zart für diese Welt
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Nachdem ich von "Ich sammle mein Leben zusammen" doch sehr enttäuscht war, wollte ich doch wissen, ob meine Meinung zur Fortsetzung der Tagebücher vielleicht anders ausfällt. Die, den Notitzen geschuldete, ...

Nachdem ich von "Ich sammle mein Leben zusammen" doch sehr enttäuscht war, wollte ich doch wissen, ob meine Meinung zur Fortsetzung der Tagebücher vielleicht anders ausfällt. Die, den Notitzen geschuldete, monotone Schilderung durch Daniel Krug (welcher mit seiner Stimme in diesem Hörbuch etwas mehr der seines Vaters ähnelt) wirkt einlullend. Hervorzuheben ist auch hier wieder die regelrechte Schwärmerei für Marlene, bei der es mich wundert, das die Familie damit so gelassen umgeht. Denn kein Kind sollte in den Augen seiner Eltern mehr wert sein, als ein anderes.
Der Inhalt ist ebenfalls wenig berauschend und birgt keine sensationellen Neuigkeiten. Und auch mit dem Titelkann ich nicht wirklich etwas verbinden. Lediglich Manfred Krug's eigenem Humor gelegentlich spezielle Formelierung sorgt für ein Schmunzeln.
Ich habe es mal gehört, würde dies aber nicht noch einmal tun.

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Veröffentlicht am 12.05.2023

Stich in ein Wespennest

Nordwestschuld
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Die alleinstehende 55jährige Karla Hensel wird vermisst, die Recherchen ergeben, das sie erst kürzlich im Internet einen Mann kennengelernt hat.
Kurze Zeit später werden die sterblichen Überreste einer ...

Die alleinstehende 55jährige Karla Hensel wird vermisst, die Recherchen ergeben, das sie erst kürzlich im Internet einen Mann kennengelernt hat.
Kurze Zeit später werden die sterblichen Überreste einer weiteren, seit zwei Jahren vermissten, Frau gefunden. Auch sie hatte Männerkontakt übers Internet.
Auf den ersten Blick scheint es, als ob dieser Love-Scammer auch für die Morde an den Frauen verantwortlich gewesen sei, doch rasch findet die Polizei bei ihren Ermittlungen zahlreiche potentielle Täter und Motive...
So spannend die Geschichte beginnt, um so offensichtlicher wird das die Handlung um den Love Scammer einen ganz anderen Schwerpunkt hat. Obwohl man sich bei diesem "Gesäusel" , gespickt mit Kontextfehlern sich schon fragt, wer darauf hereinfaellt. Das Abtriften in die Geschicke der nigerianischen Mafia ist zwar interessant, spaltet das Buch letzendlich jedoch in zwei seperat zu lesende Handlungsstränge.
Eine nette Geschichte für Zwischendurch, welche ich jedoch nicht nocheinmal hören würde.

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