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Veröffentlicht am 20.08.2025

Kein Grund für oder gegen eine Empfehlung

Summer in the City
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Wenn ich Bücher lese, versinke ich in Ihnen. Ich weine, ich lache, ich leide und ich freue mich mit den Protagonisten. Ich bin emotional wirklich drin – vielleicht auch ein bisschen zu sehr.

Bei diesem ...

Wenn ich Bücher lese, versinke ich in Ihnen. Ich weine, ich lache, ich leide und ich freue mich mit den Protagonisten. Ich bin emotional wirklich drin – vielleicht auch ein bisschen zu sehr.

Bei diesem Buch war es anders. Das macht es mir unglaublich schwer es zu rezensieren. Denn das Buch war absolut nicht schlecht, es hat einige Stellen die mir sehr gut gefallen haben. Es gibt für mich keinen Grund es nicht weiterzuempfehlen. Es gibt für mich aber auch keinen Grund es zu tun.

Die Geschichte hat einfach gar nichts mit mir gemacht. Ich hätte genauso gut die Rückseite einer Shampooflasche oder ein Heftchen beim Friseur lesen können. Emotional wäre es dasselbe Erlebnis für mich gewesen.

Versteht mich nicht falsch, ich fand Summer in the City weder langweilig, noch schlecht. Vielmehr stehe ich dem Buch absolut neutral gegenüber.

Ich mochte den Schreibstil sehr. Ich mochte die Szenen, wenn Elle mit ihren Freundinnen feiern war. Ich mochte das Elle eine einsame Insel ist, die grade lernt dass unter all dem Wasser und dem vermeintlichen Nichts um sie herum, immer noch ein Meeresboden existiert, der sie mit anderen verbindet. Ich mochte das Setting, ich mochte die Stadt und wie schön sie beschrieben wurde, ich mochte die Dates, ich fand den Fake Relationship Trope gut und schlüssig.

Aber ich konnte mich gleichzeitig überhaupt nicht in Elle hineinfühlen. Nicht einmal.

Die Art wie sie Parker exzessiv hasst, weil er bei einem Treffen etwas gesagt hat, was sie verletzt hat, die Tatsache das sie immer von ihm fordert und dennoch gemein zu ihm ist, sich ständig darüber beschwert das er so viel Geld hat – außer es ist für sie nützlich, finde ich wirklich nervig und einfach nicht nachvollziehbar. Dadurch verstehe ich auch überhaupt nicht was Parker an Elle findet und warum er so Hals über Kopf in sie verliebt ist, dass er alles für sie aufgeben würde. Wenn die beiden Dinge miteinander unternehmen, ist das schön und liest sich gut, für mich fühlt es sich aber auch an, als würde ein Pärchen in einer vollen Innenstadt an mir vorbei laufen. Man nimmt es wahr, vielleicht ist es auch süß – das ist aber alles. Eine Sekunde später ist es wieder aus dem Sinn. Die Geschichte hatte einige Stellen um potenzielle tiefer einzutauchen. Die Autorin, hat auch die Vergangenheit einzelner Charaktere angerissen. Sie hat versucht dem Leser Erklärungen und Hintergründe für bestimmte Handlungen an die Hand zu geben, für mich allerdings zu oberflächlich.

Das Buch gelesen zu haben, fühlt sich für mich genauso an, wie es noch nicht gelesen zu haben.

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Veröffentlicht am 04.05.2025

Verwirrend, verstören und fesselnd: Wilder Girls ist alles – und nichts ganz

Wilder Girls
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Das Buch lässt sich wirklich schwer in Worte fassen. Aber ich versuche es dennoch.

Kurzum, darum geht es:

Das Mädcheninternat auf der kleinen Insel Raxter-Island steht unter Quarantäne. Abgeschirmt von ...

Das Buch lässt sich wirklich schwer in Worte fassen. Aber ich versuche es dennoch.

Kurzum, darum geht es:

Das Mädcheninternat auf der kleinen Insel Raxter-Island steht unter Quarantäne. Abgeschirmt von der Außenwelt, streng bewacht vom Militär. Und das bereits seit 18 Monaten. Irgendetwas hat die Insel verändert. Die Tiere und auch die Mädchen selbst werden von der “Tox” befallen – einer unbekannten Krankheit, die dafür sorgt, das die Lebewesen auf der Insel schwere Mutationen und Wesensänderungen erleiden. Mittendrin Hetty, Byatt und Reese. Als Byatt plötzlich verschwindet, liegt es an den anderen beiden Mädchen sie wieder zu finden.

Meine Meinung:

Ich glaube das Buch lässt sich am besten wie folgt beschreiben: Young Adult trifft auf survival Horror, Mystery und Dystopie.

Die Geschichte wird aus den Perspektiven von Hetty und Byatt erzählt und, um eins gleich Vorneweg zu sagen: Das gefällt mir richtig gut. Denn der Schreibstil, die Art wie die Geschichte vorgetragen wird ändert sich tatsächlich mit. Von naiv-jung zu poetisch.

Und das Buch ist wirklich fesselnd. Nie weiß man so wirklich was die einzelnen Charaktere denken und fühlen. Was die Tox eigentlich ist. Was gut und was Böse ist. Als wäre man selbst eines von den Mädchen und müsste lernen mit der Krankheit und dieser unwirklichen Situation klar zu kommen. Anders als bei anderen Büchern fiebert man nicht mit, vielmehr rätselt man mit. Was ist die Tox? Wem kannst du vertrauen? Was hat es mit den Essensrationen auf sich? Wie viel weiß das Militär? WAS ZUM TEUFEL IST DIE TOX? Und möchten die Mädchen wirklich geheilt werden?

Gleichzeitig ist das Buch aber hochemotional, brutal, ungeschmückt, ehrlich, grausam und auch ein klein wenig eklig. Einige Situationen, grade solche, in denen es um die Tox und ihre körperlichen Auswirkungen geht, waren teils ziemlich heftige Kost. Das Buch ist nichts für schwache nerven. Man muss ihm etwas Zeit geben, um reinzukommen. Um zu verstehen und um mitzufiebern. Dann aber wird es wirklich gut. Anders – aber gut.

Das Ende ist non-existent. Das Buch hört einfach so auf. Mittendrin. Lässt den Leser mit etlichen Fragen zurück. Gleichzeitig hat die Autorin dieses Buch von Anfang an nur als Einzelband geplant. Warum zum Teufel endet es also so. So Unausgesprochen. Unfertig.

Das macht mich fuchsig, sorgt aber auch dafür, dass ich das Buch weiterhin in meinen Gedanken mit mir rumtrage. Auch nachdem ich das Buch beendet habe, fühlt es sich weiter an wie dieses verdammte Rätsel, das es zu lösen gilt. Insgesamt war es ein gutes Buch, eins, dass man wunderbar mit Freunden lesen und ausdiskutieren kann.

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Veröffentlicht am 06.10.2024

Von Weltensprüngen und Paralleluniversen

Could it be Love?
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Das Cover: Die verträume Illustration auf dem Cover und der Farbschnitt erinnern mich an das Universum und sind meiner Meinung nach einfach ein Hingucker. Lieben wir!

Darum geht es: Als Bonnie im Plattenladen ...

Das Cover: Die verträume Illustration auf dem Cover und der Farbschnitt erinnern mich an das Universum und sind meiner Meinung nach einfach ein Hingucker. Lieben wir!

Darum geht es: Als Bonnie im Plattenladen ein Lied hört, mit dem sie starke Gefühle verbindet, findet sie sich plötzlich in einem sehr realen Tagtraum wieder. Einem Paralleluniversum. Zurück in ihrem realen Leben, versucht sie herauszufinden was da passiert ist, während sie sich gleichzeitig mit dem typischen Alltag einer Teenagerin rumschlagen muss.

Meine Meinung:

Das es sich um ein Jugendroman handelt spiegelt auch der Schreibstil wieder. Er ist umgangssprachlich, sehr locker fast schon salopp. Und das gefällt mir richtig gut. Man kommt dadurch beim lesen schnell voran, muss nicht groß nachdenken - als würde man mit einer Freundin sprechen.

Das komplette Buch wird mit Sternchen gegendert. Das passt super zur Story und ist daher einfach nur sehr konsequent von der Autorin.

Bonnie ist super schlagfertig und wortgewandt, gleichzeitig aber schüchtern und weiß nicht so recht, wie sie zwischenmenschlich Interagieren soll. Mitten in der Pubertät eben. Und das - dieser Zwiespalt, kommt extrem gut raus. Dennoch ist auch genau dieses Verhalten etwas, was mich gegen Mitte bis Ende des Buches ein wenig genervt hat. Plötzlich wirkt sie wechselhaft und flattrig.

Alles was das Setting angeht, ist unglaublich detailliert ausgeschmückt und macht sofort Bilder im Kopf auf. Dahingehend gefällt mir der Schreibstil von der Autorin extrem gut, allerdings fehlen mir diese Details mir bei den Charakteren leider.

Die gesamte Handlung hat extrem viel mit Musik zu tun. Mir war es stellenweise etwas zu viel.

Insgesamt würde ich das Buch mit soliden 3-Sternen bewerten. Es war nett, ich würde es aber nicht noch einmal lesen.

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Veröffentlicht am 06.10.2024

Langarmiger Einstieg, spannendes Ende

A Tempest of Tea
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Der Einstieg in „A tempest of Tea“ war so anders als die Leseprobe mir suggeriert hat.

Ich habe Vampire & Intrigen erwartet.

Stattdessen habe ich Apartheid, Kolonialismus und Rassismus bekommen. Und ...

Der Einstieg in „A tempest of Tea“ war so anders als die Leseprobe mir suggeriert hat.

Ich habe Vampire & Intrigen erwartet.

Stattdessen habe ich Apartheid, Kolonialismus und Rassismus bekommen. Und war die ersten 150 Seiten durchgehend versucht das Buch abzubrechen. Da ich es aber im Rahmen einer Leserunde gewonnen habe, konnte ich das nicht mit meinem Gewissen vereinbaren und habe weitergelesen.

Das Buch ist wie ein Theaterstück in drei Akte gegliedert. Im ersten Akt, lernt man die politische Situation kennen und warum der Coup überhaupt geplant wird, im zweiten Akt lesen wir mehr über die einzelnen Banden-Mitglieder und im dritten Akt geht es um den Coup an sich. Das Buch so aufzugliedern finde ich extrem spannend, aber man kann sich auch vorstellen das es dadurch eine ganze Weile dauert, bis man in die Geschichte kommt.

Eine ganze Zeit lang habe ich gelesen und gelesen und hatte das Gefühl das ich gar nicht so richtig greifen kann, was eigentlich passiert. Als hätte ich irgendwas verpasst. Das Gefühl lichtet sich zwar gegen Ende aber da muss man dann auch erst einmal hinkommen. Ähnlich ging es mir mit den Charakteren. Es handelt sich um eine kleine berüchtigte Gruppe von Kriminellen, die keinen Außerhalb ihres inneren Kreises dulden und so liest es sich auch. Als würde man alles von außen beobachten aber nie wirklich dazu gehören. Nie wirklich wissen, warum sie handeln wie sie handeln und fühlen was sie fühlen. Man darf zuschauen, aber nicht mitfühlen.

Ich würde das Buch deutlich schlechter bewerten, wenn die letzten Seiten nicht super spannend gestaltet gewesen wären. Der Plottwist war ziemlich vorhersehbar - aber zwischenmenschlich holt es mich ganz plötzlich total ab. Alles an dem Buch, leitet eigentlich nur auf den zweiten Band ein. Und wenn man das erst einmal weiß, geht man ganz anders an die Geschichte ran. Versteht warum so viel (nicht ganz greifbares) aufgebaut wird und gleichzeitig so wenig passiert.

Wenn man weiß man liest den Beginn einer Reihe, ist das Buch in Ordnung. Alleinstehend aber nur Seiten voller leerer Versprechungen.

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Veröffentlicht am 06.10.2024

Wie weit würdest du gehen, um dein gewissen zu bereinigen?

POSTER GIRL - Wer bist du, wenn dir niemand zusieht?
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Cover: Ich liebe das Cover von dem regulären Band. Pluspunkt gibt es, weil es richtig gut zur Story passt.

Darum geht es:
Wirklich jeder kennt Sonya Kontor. Immerhin war ihr Gesicht im ganzen Land auf ...

Cover: Ich liebe das Cover von dem regulären Band. Pluspunkt gibt es, weil es richtig gut zur Story passt.

Darum geht es:
Wirklich jeder kennt Sonya Kontor. Immerhin war ihr Gesicht im ganzen Land auf Propaganda-Plakaten der Delegation zu sehen. Sonya, das liebe Mädchen, das sich immer vorbildlich an alle Regel gehalten hat, sich für Coins bereitwillig dem Regime unterworfen hat. Sonya, die junge Frau, die nach dem Regierungs-Putsch in einem abgesperrten Häuserblock gefangen gehalten wird. Weggesperrt, für die Rolle ihrer Eltern im alten Regime. Weggesperrt, für ihre Symbolik, ihr Gesicht.

In „Poster Girl“ begleiten wir Sonya, die nach dem Sturz der Delegation ein einsames und tristes Leben zwischen vier abgeriegelten Häuserblocks führt. Bis ihr ausgerechnet ein alter Bekannter, einen Ausweg bietet. Einen Deal, mit dem sie ihre Freiheit wiedererlangen kann. Sie soll ein vermisstes Mädchen ausfindig machen und zurück nach Hause bringen. Doch Sonya, weißt mehr über das Mädchen als sie zugeben möchte. Und der Auftrag ist gefährlicher, als sie geahnt hätte.

Meine Meinung:
Der Einstieg in die Geschichte ist sehr langatmig. Man lernt viel über Sonyas Lebensumstände in der Gefangenschaft kennen, gleichzeitig, wird immer wieder versucht zu erklären, warum Sonya so Delegationstreu war und jede Regel befolgt hat ohne sie zu hinterfragen. Es zeichnet sich ein Bild von einem naiven Mädchen, die ohne bösen Willen, aber sehr wohl für das Geld und die Anerkennung bereitwillig die Augen verschlossen hat. Nicht sehen wollte was vor ihren Augen passiert. Der Leser bekommt dennoch das Gefühl, dass ihr zu unrecht viel negatives widerfahren ist.

Obwohl so viel passiert, sammelt der Leser nur spärliche Informationen über die gestürzte „Delegation“ und die neue Regierung, die sich „Triumvirat“ nennt. Irgendwie zu wenig. Dystopien leben von ihrem gesellschaftskritischen Inhalt. Veronica Roth zeichnet zwar durchaus eine unschöne und fragwürdige Zukunft, dennoch spielt diese für meinen Geschmack (für eine Dystopie) inhaltlich eine viel zu untergeordnete Rolle. Mir fehlt der Input, mir fehlen verschiedene Blickwinkel. Ein Überwachungsstaat mit Geburtenkontrolle – schlecht für die, die überwacht werden und gut, für alle die eine hohe Position in der Maschinerie haben. Das ist nichts neues.

Die Geschichte rund um Sonya gefällt mir, sehr gut. Der Schreibstil von Veronica Roth ist bildlich und recht flott. Es gibt unzählige Nebencharaktere, die alle Beschrieben werden, wirklich mehr erfahren wir aber nur, wenn sie für Sonya nützlich werden. Die Charakterentwicklung von Sonya ist mir persönlich etwas zu schwach. Sie lernt, dass sie früher etwas hätte sagen müssen anstatt stumpf Regeln zu befolgen und kämpft nun dafür nicht wieder wie eine Marionette behandelt und eingesperrt zu werden. Wichtige Learnings. Wichtige Eigenschaften. Aber sie ist nun mal auch kein kleines Kind mehr, wie zur Zeiten der Delegation. Eigenständiges Denken und Handeln darf man von einer erwachsenen Frau erwarten.

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