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Veröffentlicht am 10.10.2024

Ein Buch mit sehr hohem Anspruch

Der Schatzkompass
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Ich unterstelle dem Autor tatsächlich gute Absichten, dass er davon überzeugt ist, mit seinem Buch etwas Innovatives, Bedenkenswertes und Hilfreiches in die Lesewelt zu schicken. Aus meiner Sicht ist das ...

Ich unterstelle dem Autor tatsächlich gute Absichten, dass er davon überzeugt ist, mit seinem Buch etwas Innovatives, Bedenkenswertes und Hilfreiches in die Lesewelt zu schicken. Aus meiner Sicht ist das aber leider gründlich schiefgegangen. Wieso gelingt es dem Werk nicht so richtig, Beifallsstürme in der Leserschaft auszulösen? Ich versuche mit meiner Rezension, dem ein wenig auf die Spur zu kommen.

Vorneweg: Wer etwas veröffentlicht, trägt eine gewissen Verantwortung. Er kann sich nicht ausschließlich darauf berufen, dass es ja der Leserschaft überlassen sei, diese und jene Schlüsse zu ziehen.

In einem tendenziell als Ratgeber angelegtem Buch ist es aber wichtig, zunächst die LeserIn, den Lesern abzuholen.
Das gelingt aus meiner Sicht nicht, wenn man sich bewusst über seine Leserschaft stellt, mit der Begründung mehrere hundert Bücher gelesen zu haben, 42 Jahre alt zu sein und beruflich als Coach zu arbeiten.

Für mich sollte der Inhalt bestenfalls vermitteln, sich als Leser auf einer gewissen Augenhöhe mit dem Autor zu befinden, sonst bekommt solch ein Werk rasch den Touch von „Guru und Jünger“.

Und, wenn man seiner Leserschaft mitteilt, dass Geld nicht glücklich mache, sollte man vorsichtig damit sein, von Yachten und mehrmaligen Auslandsreisen im Jahr zu schreiben.

Was – meiner Meinung nach – gar nicht geht, den Zeigefinger zu erheben, dass dies und jenes passiert, wenn man die guten Ratschläge nicht befolgt und am besten heute noch seinem Leben eine totale Kehrtwende gibt.

Wenn es hätte konkret werden können, wie detailliert denn diese Kehrtwende aussehen könnte, bleibt der Autor recht wage. Er listet dann angelesenes Wissen auf, z.B. bei der Traumdeutung oder bei der Repräsentation der verschiedenen Körperteile. Die Übungen, die er anführt, mögen hilfreich und sinnvoll sein, wenn aber der „Unterbau“ nicht stimmt, war zumindest bei mir das Vertrauen gering, mich darauf unbelastet einzulassen.

Es ist ja nicht alles „falsch“ was in „Der Schatzkompass“ steht. Der Autor kaut nur vieles nach, was jedem einigermaßen „bewussten“ Menschen klar sein dürfte und das, mein entscheidender Kritikpunkt, er findet häufig ‚kreative‘ Erklärungen und fragwürdige Schlussfolgerungen und mehrmals widerspricht er sich, mit Beträgen in späteren Kapiteln. Irgendwie verfestigt sich bei mir der Gesamteindruck, dass er nicht das „Große und Ganze“ seines Buches im Blick behalten konnte.

Ich weiß ja nicht, welche Zielgruppe er prinzipiell anstrebt, mit Behauptungen wie: Es ist wichtig, die Zirbeldrüse zu entkalken, die Jungfrau Maria wurde (wahrscheinlich) von Außerirdischen entführt und auf die gespeicherten Erfahrungen in der eigenen DNS zurückzugreifen.

Das Bonusmaterial am Ende des Buches hat mich dann nochmals erheitert. Ist ja nicht so, dass man das mit den intelligenten Echsen nicht schon mal gehört hätte.

Reine Zeitverschwendung war das Buch für mich nicht, da ich ihm Rahmen einer Leserunde mit netten MitleserInnen in Kontakt bekommen bin und ich zur Selbstreflexion angeregt wurde, wo sich eigentlich meine persönlichen Grenzen befinden, was ich gerade noch bereit bin zu glauben.

Fazit: Aus meiner Sicht eine recht gut strukturierte Ansammlung von Halbwissen, bedenklichem Wissen und reproduziertem Wissen, vermeintlich neu gemixt. Ich habe keine Rechtschreibfehler entdeckt.

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Veröffentlicht am 09.01.2025

40

Wassermanns Paradies
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40 Tage blieb Jesus in der Wüste und wurde vom Teufel versucht. Was hat das mit dem vorliegenden Roman zu tun? Nun 27 + 13. Ich habe 27 Tage nach Erhalt des Buches mit dem Lesen begonnen und war in 13 ...

40 Tage blieb Jesus in der Wüste und wurde vom Teufel versucht. Was hat das mit dem vorliegenden Roman zu tun? Nun 27 + 13. Ich habe 27 Tage nach Erhalt des Buches mit dem Lesen begonnen und war in 13 Tagen durch.

Mir ist es nicht immer leichtgefallen, dem Handlungsverlauf aufmerksam zu folgen, da er zum einen recht komplex ist und ich mich zum anderen schwer damit tat, trotz gewisser Vorabinformationen, ihn vorurteilsfrei wirken zu lassen.

Ein Mann erzählt im Jahr 2000 auf dem Rückflug von L.A. nach Frankfurt einer „zufälligen“ Sitznachbarin, die sich als überaus aufmerksame Zuhörerin erweist, mehr oder weniger seine Lebensgeschichte, die eng mit der Musikgruppe „The Doors“ verbunden ist. Er hat in L.A. ein Konzert der verbleibenden 3 Bandmitglieder besucht und wollte eigentlich Ray Manzarek eine Botschaft überreichen. Diese Zeilen haben es in sich. Sie sind das Ergebnis einer jahrzehntelanger Aufreihung und Verknüpfung haarsträubender Vorkommnisse, die den Mann und seine Familie an einen zentralen Punkt des Weltgeschehens (und darüber hinaus) rücken.

Die Handlung ist schwer einem Genre zuzuordnen. Den Untertitel ‚Gralsroman‘ kann ich nicht nachvollziehen. Es handelt sich offensichtlich um einen sehr mutigen Autor, dem ich von Herzen wünsche, seine Leserschaft zu finden. Für mich stellt er einige faszinierende Grundhypothesen auf, ohne sie jedoch einer kritischeren Prüfung zu unterziehen. Das ist natürlich in Romanform möglich. Was mich persönlich jedoch störte, war seine gebetsmühlenartige Wiederholung, dass er wohl dem „Wahnsinn verfallen sei“. Was nun? Sollte er dieses Urteil nicht besser dem mündigen Leser überlassen? Ohne zu viel zu verraten: Manche Selbsterkenntnis des Protagonisten ist tatsächlich äußerst avantgardistisch.
Die Schleifen jedoch, die die Hauptfigur immer wieder dreht, empfand ich persönlich als ermüdend und zu Längen führend, die so nicht hätten sein müssen.

Nun, ich habe den Roman bis zum Ende geschafft und wunderte mich dann nochmals über die letzten ca. 20-30 Seiten, die ich so nicht erwartet, mir aber irgendwie anders gewünscht hätte.

Fazit: Alles hängt mit allem zusammen erhält durch diesen Roman eine ganz neue Bedeutung.

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