.. gerade wenn sie zerbricht. Doch sie ist noch so viel mehr. Manchmal auch eine Blüte auf einem Kaktus. Das Cover des vorliegenden Buches ist mir sofort positiv aufgefallen und natürlich hat mir auch ...
.. gerade wenn sie zerbricht. Doch sie ist noch so viel mehr. Manchmal auch eine Blüte auf einem Kaktus. Das Cover des vorliegenden Buches ist mir sofort positiv aufgefallen und natürlich hat mir auch der außergewöhnliche Titel ins Auge gestochen.
Die Autorin schildert autobiografisch und unverblümt ihre bisherige Entwicklung in Liebesbeziehungen. Dabei geht sie auch mal einen Umweg und wagt besondere Erfahrungen, zum Beispiel in einem Swinger-Club. Das beschreibt sie so frei von der Leber weg, dass der Lesefluss einfach flutscht.
Interessant - auch gerade für mich als Mann - die Sichtweise einer Autorin zu diesem Thema zu lesen. Stimme ihr nicht in allem zu (Was hat die Verweigerung, sich Impfen zu lassen, mit Selbstliebe zu tun?), finde es insgesamt aber mutig, wie sie die Dinge beim Namen nennt.
Es ist für mich immer wieder spannend zu lesen, wie die eigene Prägung in der Kindheit, vor allem durch die Erziehung der Eltern, spätere Beziehungserfahrungen beeinflusst. Doch man hat immer eine Wahl, etwas zu verändern.
Unter „Liebe“ versteht jeder etwas anderes. Meine eigene Haltung habe ich im Buch eher nicht entdeckt, doch das ist auch nicht schlimm.
Fazit: Anders als erwartet. Habe nun zwar keine tiefgreifenden, neuen Erkenntnisse für mich gewonnen, aber der Roman ist trotzdem locker-flockig zu lesen und hat einen guten Unterhaltungswert.
Ich fand die Grundidee des Romans sehr interessant: Was würde passieren, wenn unsere Handlungen unmittelbare Auswirkungen hervorrufen würden? An der buddhistischen Tradition anknüpfend könnte man das ...
Ich fand die Grundidee des Romans sehr interessant: Was würde passieren, wenn unsere Handlungen unmittelbare Auswirkungen hervorrufen würden? An der buddhistischen Tradition anknüpfend könnte man das als ‚Instant-Karma‘ bezeichnen. Natürlich ist die Umsetzung in der Geschichte fiktiv und unrealistisch, regt aber dazu an, sich tiefgehender Gedanken zu machen.
Wer anderen Gutes tut, wird doppelt beschenkt. Zum einen die Freude beim Gegenüber und die Mitfreude bei einem selbst. Ich bin davon überzeugt, es müssen gar nicht die großen Taten sein. Ich versuche, mit einem Lächeln durch den Tag zu gehen. Im Bewusstsein, dass ich die Reaktion meines (unbekannten) Gegenübers nur indirekt steuern kann, freue ich mich besonders über jedes Lächeln, was zurückkommt. Blickt der Mensch weiterhin mürrisch oder schaut weg, mag das gute Gründe haben. Was innerlich bei ihm passiert, bekomme ich ja nicht mit. Und mir selbst geht es auch besser, wenn ich lächle.
Umgekehrt, komme ich zu der Überschrift zurück: Häufig ist es die Angst, selbst den Kürzeren zu ziehen, wenn wir unserem Gegenüber nicht wohlwollend begegnen. Jeder weiß, wie schnell ein rasch ausgesprochenes falsches Wort verletzen kann. Und trotzdem tun wir es im Umkehrschluss nur all zu oft selbst.
Nun zur Umsetzung im Roman: Diesen habe ich mit Freude gelesen. Es ist mein erstes Buch von David Michie. Sein Schreibstil ist flüssig zu lesen und bietet keine größeren sprachlichen Hürden.
Es sind einige Handlungsstränge, die kunstvoll miteinander verwoben werden. Mir hat es keine Probleme bereitet, schnell in den Lesefluss zu kommen und die Personen auseinanderzuhalten. Der Spannungsbogen wird im Mittelteil etwas in die Länge gezogen und zum Ende hin gibt es keine große Überraschung mehr. Fast die gesamte Handlung spielt sich an einem einzigen Tag ab.
Der Roman spielt in den USA und wirkt auf mich tatsächlich auch sehr „amerikanisch“. Da kann, muss man aber nicht mögen. Der moralische herrschende Kodex dort wurde schon recht deutlich. Die Person des Lama Tashi dagegen hat schon fast „entrückte“ Züge. Im Gesamtkontext mag das aber passen.
Mein Hauptkritikpunkt sind die tatsächlichen materiellen Auswirkungen. Die eintretende Umverteilung ist zu begrüßen, aber was ist die Botschaft, wenn manche Reichen dabei immer nur noch reicher werden? Mit ein klein wenig volks- bzw. betriebswirtschaftlichem Wissen könnte man das Gesamtkonstrukt der Handlung grundsätzlich in Frage stellen. Ich würde sagen, es wird diesbezüglich eine Art „Schneeballsystem“ aufgezeigt, welches so nicht funktionieren kann, außer, es wird Geld aus dem Nichts erschaffen. Doch, es ist ja nur eine fiktive Geschichte, weshalb ich darüber hinwegsehen konnte. Trotzdem hakte genau dies fehlende Schlüssigkeit an manchen Punkten immer ein wenig bei mir.
Fazit: Insgesamt eine klar Leseempfehlung von meiner Seite, auch wenn ich persönlich meinen rationalen „Kopf“ nicht immer ganz ausschalten konnte.
Maike sucht nach Liebe, Anerkennung und Freundschaft. Doch immer, wenn sie etwas davon findet, stößt sie es wieder weg. Mit ihren Eltern hat sie nicht gerade den großen Fang getätigt. Sicherlich hat sie ...
Maike sucht nach Liebe, Anerkennung und Freundschaft. Doch immer, wenn sie etwas davon findet, stößt sie es wieder weg. Mit ihren Eltern hat sie nicht gerade den großen Fang getätigt. Sicherlich hat sie gute Gründe, dass ihr kindliches Selbstbewusstsein am Boden liegt. Es ist vor allem die fehlende Selbstliebe, die ihr immer wieder einen Strich durch die Rechnung macht.
Außerdem sieht sie Dinge, die nicht da sein können. Sind es nur Projektionen ihrer inneren Vorgänge? Tagträume? Oder ist sie tatsächlich von einem Schatten bedroht, der sich ganz über sie legen möchte, um sie zu beschützen? Oder um sie zu besitzen? ..
In diesem Roman werden sehr stark die inneren Vorgänge eines Kindes beschrieben und ihre ganz persönliche Außenwahrnehmung, die Handlungsebene rückt dabei zeitweise deutlich in den Hintergrund. Natürlich gibt es da ihre Freundinnen Ester und Marie, ihre beiden Halbschwestern, sowie ihren Neffen Tristan. Auf dieser Ebene wird linear erzählt, doch wirken die meisten Nebenpersonen wie festgeklebt in ihren Rollen. Ihre erwachsene Halbschwester Indira baut offenbar ein besondere spirituelle Verbindung zu Maike auf. Doch auch diese wird letztendlich von ihr wieder in Frage gestellt.
Es ist immer eine Gratwanderung als Erwachsener über eine kindliche Lebenswelt zu schreiben.
Als zum Beispiel Ester die Geschichte mit den 3 Steinen erzählt, ist offensichtlich, dass ihr Vater sie ihr nicht in dieser Ausführlichkeit weitergegeben, bzw. sie sich nicht in dieser Detailtreue behalten haben kann.
Und ob Maike nun 9 (wie im Text) oder schon 10 (auf dem Cover) ist, jedenfalls war ich als Leser sehr verwundert, wie „erwachsen“ manche ihre Erkenntnisse und Überlegungen erscheinen. Doch immer wieder funkt auch eine kindliche Naivität dazwischen. So entsteht für mich kein ganz stimmiges Bild bezüglich Maike. Leitete mich anfangs noch die Teilhabe an ihrer Pein, was mich mitleiden ließ, wurde ich mir im weiteren Verlauf der deutlich zutage tretenden Schwächen in ihrer kindlichen Persönlichkeitsstruktur bewusst, die immer wieder zu so etwas wie „selbsterfüllender Prophezeiung“ führen.
Für mich war die Frage natürlich naheliegend, ob der Roman autobiografische Züge enthält. Es wird wirklich sehr viel geweint – nicht nur von Maike – und es gibt darüber hinaus noch viele Tränen in den Augen. Dies und manche andere Wiederholung von inneren Dialogen bzw. zentralen Sätzen, mit denen Maike sich niedermacht, wurden mir zum Schluss hin doch ein wenig zu viel.
Sprachlich war der Roman für mich eine Entdeckung. Er biedert sich nicht dem üblichen Erzählfluss an, und die besonders formulierten Sätze mit ungewöhnlichen Ausdrücken haben mir über weite Strecken sehr gut gefallen.
Ein gründliches Ko-Lektorat hätte dem Werk gutgetan. Auch bei einem selbst veröffentlichtem Werk stört es beim Lesen, wenn sich Rechtschreibfehler häufen, bzw. zu viele fehlenden Kommas den Lesefluss behindern. Außerdem erschließt sich mir der Titel in der gewählten Form nicht so ganz.
Fazit: Für ein Erstling recht passabel, gerade bezüglich des sprachlichen Ausdrucks. Aber für mich zu „leidvoll“ und zu ausgedehnt hinsichtlich einer an sich interessanten Grundidee. Finde es gut, dass nicht alles aufgeklärt wird, sondern der Phantasie der Leserschaft überlassen wird. Ich gebe gute 3 Sterne.
Zwei Männer fangen etwas miteinander an. Der eine hat gerade erfahren, dass er ein vierjähriges Kind aus einer früheren Beziehung hat. Der andere sucht nach der „großen Liebe“. Sie machen sich mit einem ...
Zwei Männer fangen etwas miteinander an. Der eine hat gerade erfahren, dass er ein vierjähriges Kind aus einer früheren Beziehung hat. Der andere sucht nach der „großen Liebe“. Sie machen sich mit einem alten Polo auf den Weg und müssten dabei mache Umwege in kauf nehmen. So richtig offen reden, gelingt ihnen nicht.
Es wird nicht nur diese Geschichte erzählt, sondern auch die von Änne, Ella und Ulla, damit die Seiten voll werden. Auch hier mit homoerotischer Komponente.
Am Schreibstil gibt es nichts auszusetzen, es ist ein wenig der Handlungsverlauf, der halt geschrieben und nicht authentisch wirkt. Ich habe schon eine Idee, weshalb der Roman so geworden ist und welche Zielgruppe er eventuell bedient. Für mich war es ein schnelles Lesevergnügen, das nicht lange nachhallen wird.
Fazit: interessante Mischung, hat mich aber nicht vom Hocker gerissen
Marco Wanda beschreibt den Werdegang der gleichnamigen Band bis in die Gegenwart. Ich kannte weder ihn noch die Band. Habe mir viele Clips von Liedern angehört, die allesamt an mir vorbeigegangen sind. ...
Marco Wanda beschreibt den Werdegang der gleichnamigen Band bis in die Gegenwart. Ich kannte weder ihn noch die Band. Habe mir viele Clips von Liedern angehört, die allesamt an mir vorbeigegangen sind. So las ich also gänzlich ‚unbefleckt‘.
Anfangs wird es dem Leser alles anderes als leicht gemacht. Der Einstieg und die folgenden ca. 90 bist 100 Seiten sind sehr mühsam. Der Autor bombardiert uns mit Namen und reiht tagebuchartig Ereignisse an, die zumindest einen Vorgeschmack darauf geben, was neben der Musik noch im Zentrum seines Lebens steht und das ist nicht ruhmvoll. Erst als sich der Erfolg langsam einstellt und die Band einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht, gestaltet sich die Lektüre flüssiger. Zufall oder Absicht?
Nur mit Widerwillen habe ich weitergelesen. Und tatsächlich, ist es eines der wenigen Bücher, die eine Kehrtwende hinbekommen. Die Erzählungen werden flüssiger, die Schilderungen sind schonungslos, aber ehrlich. Natürlich bekommt man einen Einblick, dass das Musikgeschäft alles andere als ein Zuckerschlecken ist. Ich fragte mich: Lohnt der Einsatz für diesen fragwürdigen Ruhm?
Im letzten Drittel schlägt das Leben mit Leid und Trauer zu. Unabhängig vom Bekanntheitsgrad muss wohl jeder Mensch sich früher oder später mit diesen Themen auseinandersetzen. Für den Leser bedeutete das ein Wechselbad der Gefühle und Konfrontation mit der Endlichkeit.
Ich stellte mir beim Lesen häufiger die Frage, ob jemand, der gute Songtexte schreibt, auch zum Autoren geboren ist? Eine Antwort kann ich nicht abschließend geben. Jedenfalls ist es dem Autor weitestgehend gelungen, einen Einblick in seine Gedankenwelt zu geben, ihn als Person greifbarer zu machen. Auf jedem Fall ist ihm gelungen, einen Blick hinter die Kulissen zu geben, was es auch bedeuten kann, jeden Tag in einer anderen Stadt auf der Bühne zu stehen.
Trotz intensiver Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten des Internets bin ich kein Fan der Gruppe geworden. Hätte ich ihre Musik vor 35 Jahren gehört, wäre es vielleicht anders gekommen.
Sicherlich lesen und bewerten eingefleischte Fans nochmals ganz anders.
Fazit: Für das erste Drittel es Buches würde ich nur einen Stern vergeben, für das letzte 4. Eine abschließende Wertung ist für mich nicht einfach.