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Veröffentlicht am 11.10.2024

Requiem

Requiem
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1961 wurde mit Robert McGladdery der letzte Mann in Nordirland gehängt. Für einen Mord, den er zwar gestanden, aber nicht mit Sicherheit begangen hat.
Der Autor erzählt die Geschichte dazu, die Vorgeschichte, ...

1961 wurde mit Robert McGladdery der letzte Mann in Nordirland gehängt. Für einen Mord, den er zwar gestanden, aber nicht mit Sicherheit begangen hat.
Der Autor erzählt die Geschichte dazu, die Vorgeschichte, die Ermittlungen, den Prozess, das Geständnis. Leider konnte oder wollte er sich nicht bewußt entscheiden, ob er einen Krimi, einen biografischen Roman oder eine Tatsachengeschichte schreibt. So ist es von jedem etwas und doch eigentlich nichts richtiges. Die Zeit Anfang der 1960er Jahre wird gut beschrieben. Die Ansichten sind oft erschreckend. Man hat das Gefühl, man ist im Mittelalter gelandet, dabei ist es gerade mal 50 Jahre her.
Aber ich hatte beim Lesen immer das Gefühl, als ob ich von oben auf ein Spielfeld schaue, in dem sich die Figuren zwar bewegen, es mich aber nicht wirklich interessiert, was sie machen. Keine der Personen weckt in mir Emotionen. Ich habe kein Mitgefühl mit dem Opfer, dem Richter mit der eigenen ermordeten Tochter oder mit dem (vermeintlichen) Täter, aber ich entwickle auch keine Antipathie. Es ist mir eigentlich immer mehr "egal", was passiert. Meine Zusammenfassung lautet ziemlich lakonisch: Ich habe das Buch gelesen. Ich habe das Buch weggelegt. Ich habe das Buch vergessen.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Karl Konrads heimliches Afrika

Karl Konrads heimliches Afrika
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Das Buch spielt in einem ostdeutschen Nachwendedorf in der tiefsten Provinz. Es gibt dort nichts mehr – keine Arbeit, keine Kultur, nur einen Einkaufsmarkt und einen Fleischer. 3 x am Tag fährt der Bus ...

Das Buch spielt in einem ostdeutschen Nachwendedorf in der tiefsten Provinz. Es gibt dort nichts mehr – keine Arbeit, keine Kultur, nur einen Einkaufsmarkt und einen Fleischer. 3 x am Tag fährt der Bus und die Kirche steht schon Jahrzehnte leer. Die noch übrig gebliebenen Bewohner „gammeln“ buchstäblich vor sich hin und fast niemand hat mehr Arbeit bzw. verliert sie bald. Es gibt – zumindest im Buch – nur noch 2 Frauen im Dorf, die pflegebedürftige Mutter von Karl Konrad und Elke, die junge Verkäuferin der Fleischerei, die aus Mangel an Auswahl mehr oder minder der Traum aller hormongesteuerten Männer des Ortes ist.

Karl Konrad selbst ist ein penibler Eigenbrötler, der nach dem Weggang des Vaters vor Jahrzehnten nach Afrika und dem Folgen des jüngeren Bruders vor Jahren ebenfalls dahin seine Mutter aufopferungsvoll pflegt und sich ansonsten mit der Reinigung des Hauses und des Grundstückes beschäftigt. Jede Änderung bringt ihn total aus der Fassung.

Da kommt eine Karte seines Bruders aus Afrika. Er teilt ihm überschwänglich mit, wie gut es ihm dort geht. Und so beschließt Karl Konrad, sein eigenes Afrika im Wald an einem See einzurichten ...

Die Geschichte ist sehr skurril. Alle Personen sind total überzeichnet, dabei aber nicht witzig. Die Vorkommnisse sind völlig überzogen und erinnern teilweise an Geschichten/Figuren aus der Bibel. Ich gestehe, dass ich mit dem Buch nicht wirklich viel anfangen konnte. Was will der Autor sagen? Was ist der Sinn des Ganzen? Mir hat er sich in keinster Weise erschlossen. So vergebe ich den 2. Punkte dafür, dass das Buch sich sehr flüssig las und trotz allem irgendwie unterhaltsam war, auch wenn ich mich vor allem bei den letzten 50 Seiten ertappte, dass ich teilweise Abschnitte quer gelesen habe, weil ich hoffte, dass die Geschichte noch irgendeinen Sinn für mich bieten würde. Leider war dem aber nicht so.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Bullen und Schweine

Bullen und Schweine
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Kommissar Wolf aus München fährt in die Provinz Niederbayern, um dort bei der Lösung eines Mordfalls zu helfen. Dabei werden anfangs alle Klischees bedient, die man so im Kopf hat zwischen Großstadt und ...

Kommissar Wolf aus München fährt in die Provinz Niederbayern, um dort bei der Lösung eines Mordfalls zu helfen. Dabei werden anfangs alle Klischees bedient, die man so im Kopf hat zwischen Großstadt und Land. Aber es stellt sich schnell heraus, dass der Kommissar selbst aus der Gegend stammt und sich vor 20 Jahren in die Stadt flüchtete. Der Mordfall interessiert ihn nur, weil die Ehefrau des Ermordeten seine frühere Freundin war. Das Buch beginnt mit dem Auffinden ihres Mannes in einem Sarg für Schweine und einem ganz witzigen Dialog. Leider bleibt dieser Dialog über weite Strecken das einzig Witzige. Die Klischees sind total überhöht und anfangs dachte ich, dass es wohl eher eine Krimi-Komödie wird. Aber leider nicht – je weiter ich las, desto mehr hatte ich das Gefühl, in einem Moor zu waten oder gegen eine Gummiwand zu lesen – zäh, zäh, zäher! Keine der Figuren ist auch nur ansatzweise sympathisch – und die, die das werden könnten, sterben bald. Die Ermittlungen des Kommissars (wenn man das überhaupt so nennen kann) sind irgendwie lustlos und enden in endlosen Saufgelagen diverser alkoholischer Sorten, Selbstbemitleidungen, Psychosen und Phobien. Und das über so viele Seiten hinweg, dass ich mehr und mehr die Lust verlor. Erst im letzten Drittel des Buches gibt es eine Handlung, einen Fortgang der Geschichte und die Möglichkeit, das ganze etwas flüssiger zu lesen. Insgesamt ist das Buch eher eine Enttäuschung und nur mit viel gutem Willen bekommt es von mir 2 Punkte.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Eine Frau bei 1000°

Eine Frau bei 1000°
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Ein Buch aus Island. Die 80-jährige Herbjörg (Spitzname Herr) wohnt in einer Garage, ist schwerkrank und wird gepflegt. Die Zeit vertreibt sie sich mit Rauchen und im Internet Surfen und Chatten. Sie bestellt ...

Ein Buch aus Island. Die 80-jährige Herbjörg (Spitzname Herr) wohnt in einer Garage, ist schwerkrank und wird gepflegt. Die Zeit vertreibt sie sich mit Rauchen und im Internet Surfen und Chatten. Sie bestellt im Krematorium den Termin für ihre Verbrennung und erzählt ansonsten aus ihrem Leben. Das Buch beginnt mit viel schwarzem Humor, sehr schräg und auch witzig. Leider ging der Humor bei mir nach spätestens einen Viertel des Buches verloren. Mich störte nicht nur die vulgäre Ausdrucksweise, sondern auch der ständige Wechsel in den Kapiteln. In einem erzählt die Hauptfigur aus ihrem eigenen Leben in den 60ern mit den Beatles, im nächsten fabuliert sie über die "Tüchtigkeit" der Männer verschiedener Länder, im nächsten erzählt sie aus dem Leben ihrer Großeltern, dann wieder wird über die verschiedenen europäischen Sprachen sinniert, um danach in die Gegenwart zu wechseln oder zum Leben ihrer Mutter. Dabei erinnerte mich die Sprache eher an einen Mann als an eine Frau. Vielleicht lag es daran, dass sowohl der Autor wie der Übersetzer Männer sind? Oder war es so gewollt, denn die Frauenfigur auf dem Cover könnte genau so gut ein Mann sein. Ebenso der Spitzname Herr. Insgesamt habe ich mich etwa ab Seite 100 doch mehr durch das Buch gequält und merkte, dass ich immer mehr in die Versuchung kam, die Seiten quer zu lesen. Das Buch traf nicht meinen Geschmack.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Linksaufsteher

Linksaufsteher
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Untertitel: Für alle Montagshasser

Oliver, die Hauptperson dieses Buches von Matthias Sachau, hat ein Problem mit dem Montag. Oder besser gesagt: mit seiner mehr als schlechten Laune an jedem Montagmorgen, ...

Untertitel: Für alle Montagshasser

Oliver, die Hauptperson dieses Buches von Matthias Sachau, hat ein Problem mit dem Montag. Oder besser gesagt: mit seiner mehr als schlechten Laune an jedem Montagmorgen, die er an jedem ausläßt, den er dann trifft. Genau hier kann wohl jeder mitfühlen, jeder hat solche Tage schon erlebt (es muss ja kein Montag sein). Ansonsten ist Oliver als Sprecher in der Werbebranche tätig und verdient dort reichlich, Anfänger bei Facebook, seiner alten Männer-WG nachtrauernd, Hobbyschauspieler ... und verliebt, beraten von seinem Freund Anton (7 Jahre) und seinem Freund Tobi (älter, aber auf dem Niveau von Anton). Ich kenne die Vorgängerbücher zu dieser Geschichte nicht (ist auch keine Bedingung, um dieses Buch zu "verstehen"). Ich kenne auch den Umgang in der Werbebranche nicht, ich glaube aber, das sollte wohl eher Bedingung sein, um die "Gespräche" in diesem Buch zu verstehen. Das Buch ist sicher als "schriftliche Comedy" gedacht und die Personen sind mehr als überzeichnet. Es gibt bestimmt viele Leute, die das sehr witzig finden. Ich persönlich fand es für mich einfach nervig und konnte mich recht wenig darüber amüsieren. Vielleicht war für meinen Humar gerade Montag? Positiv allerdings ist, dass ich trotzdem das Buch zügig und vor allem flüssig lesen konnte, zugegeben - manche Seiten quergelesen, da ich mir das exakte Lesen der "überspannten Dialoge gerade im Bereich der Werbung" einfach nicht antun konnte und wollte. Hier war es für meinen Geschmack des Guten einfach zu viel.

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