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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.11.2024

Auf in einen All-Tag!

Ab ins All!
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Die Wissenschaftsjournalistin Anne-Dorette Ziems geht mit Ab ins All spannenden Fragen auf den Grund. Sie berichtet über den Stand der Forschung zum Thema Raumfahrt und gibt einen Blick in das, was in ...

Die Wissenschaftsjournalistin Anne-Dorette Ziems geht mit Ab ins All spannenden Fragen auf den Grund. Sie berichtet über den Stand der Forschung zum Thema Raumfahrt und gibt einen Blick in das, was in Zukunft möglich sein könnte oder es benötigen würde, um möglich zu werden.

In zehn Kapiteln führt Ziems und durch das All, dabei schafft sie es nicht nur informativ, sondern auch unterhaltsam zu sein. Das Buch ist nicht nur für Laien interessant, sondern schafft auch für (zu diesem Thema) Belesenere einen tollen Überblick. Außerdem ist der Schreibstil locker und nicht wissenschaftlich gehalten, sodass er auch für Kinder eine ansprechende Lektüre darstellt.

Ausgefallen fand ich die Nummerierung der Kapitel, die bei zehn beginnt und bei null endet. Super passend zum Thema Weltraum, denn der Beginn einer jeden Weltraumreise startet schließlich auch mit einem Countdown.

Ab ins All ist eine empfehlenswerte Lektüre für alle, die sich gerne mit dem Thema Raumfahrt beschäftigen oder in Zukunft beschäftigen möchten. Gerade als Einsteiger-Buch eignet es sich hervorragend.

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Veröffentlicht am 07.11.2024

Mörderisches Familientreffen

Agatha Christie Classics: Hercule Poirots Weihnachten
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1937, Heiligabend. Simeon Lee hat zu Weihnachten alle seine Kinder zusammengerufen, doch dann wird das Fest durch einen ohrenbetäubenden Lärm gehört und das tyrannische Familienoberhaupt ist tot. Simeon ...

1937, Heiligabend. Simeon Lee hat zu Weihnachten alle seine Kinder zusammengerufen, doch dann wird das Fest durch einen ohrenbetäubenden Lärm gehört und das tyrannische Familienoberhaupt ist tot. Simeon Lee liegt mit durchgeschnitter Kehle in seinem eigenen Blut. Poirot findet sich schnell vor Ort ein und beginnt zu ermitteln, dabei bemerkt er eine Stimmung, die von gegenseitigem Misstrauen geprägt ist und die Trauer um den alten Herrn hält sich verdächtig gering. Jeder scheint ein Motiv zu haben, doch wer war es wirklich?

Hercule Poirots Weihnachten von Agatha Christie wurde in dieser Graphic-Novel von der Autorin Isabelle Bottier und dem Illustrator Callixte hervorragend umgesetzt. Bereits der Vorgängerband gefiel mir gut, doch die Zeichnungen und Farbwahl von Callixte konnten mich noch etwas mehr überzeugen.

Wieder einmal war ich überrascht, wie detailreich die Zeichnungen sind und dadurch zum Miträtseln animieren. Den Originalroman kenne ich noch nicht, dennoch war es mir möglich den Täter zu erahnen. Besonders gut hat mir gefallen, dass man vor allem aufgrund von Mimik und Gestik zum Miträtseln eingeladen wird.

Da ich den Vorgängerband bereits kannte und dieser mich schon überzeugen konnte, war ich mehr als gespannt, ob man dieses Niveau halten kann und ich bin nun doch wieder positiv überrascht, weil es für mich nochmal besser wurde. Nun freu ich mich schon riesig auf die Ankündigung des vierten Bands „Der Tod auf dem Nil“, bei dem ich dann zwar nicht Miträtseln, aber garantiert wieder begeistert der Geschichte folgen kann.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Eine Freundschaft überwindet alles!

Wie man einen Bammel auf Hosentaschengröße schrumpft
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Elli und Jaro sind beste Freunde und wohnen im selben Haus. Jaro hat unglaubliche Angst vor (bellenden) Hunden und Elli vor tiefem Wasser. Beide wollen ihren Bammel überwinden bevor es auf Klassenfahrt ...

Elli und Jaro sind beste Freunde und wohnen im selben Haus. Jaro hat unglaubliche Angst vor (bellenden) Hunden und Elli vor tiefem Wasser. Beide wollen ihren Bammel überwinden bevor es auf Klassenfahrt geht, dafür versuchen sie mit Otto, einem Hund aus der Nachbarschaft, Gassi zu gehen und im See zu schwimmen. Doch dann steht ihre Freundschaft auf dem Spiel als Tami, ein Mädchen, das gerade in den zweiten Stock gezogen ist, auftaucht.

Wie man einen Bammel auf Hosentaschengröße schrumpft von Josefine Sonneson ist ein einfühlsames Buch für Kinder ab zehn Jahren, das sich mich vielen wichtigen Themen beschäftigt. Obwohl viele Themen angesprochen werden, sind diese wunderbar in die Geschichte eingebunden und erschaffen ein tolles Bild.

Die Freundschaft zwischen Elli und Jaro ist dabei besonders schön dargestellt, denn neben der unzertrennlichen Einheit die sie zu Beginn bilden, erleben wir auch den ersten richtigen Streit und die Versöhnung. Dabei bekommen wir die Gefühle von Elli gut transportiert, sodass Kinder sich in ihr wiederfinden oder mit ihr mitfühlen können. Gleichzeitig wird jedoch auch reflektiert und durch die Versöhnung das Eingestehen von Fehlern übermittelt.

Weitere Themen sind Ängste, dass es auch okay ist, wenn diese nicht auf Hosentaschengröße schrumpfen oder dass Ängste nicht immer rational erklärbar sind und sich verschieden verhalten können, aber auch, dass manche Ängste überwunden werden können. Diese Mischung finde ich wichtig und wunderbar transportiert.

Des Weiteren finden auch Themen wie Trennung der Eltern, unterschiedliche Familienformen, (großes) Geschwisterchen werden, neue Freundschaften, sich alleine fühlen und viel mehr ihren Platz. Rückblickend war ich geradezu begeistert, wie viele Themen sich in diesem Buch befinden und dabei doch nicht deplatziert wirken. Ein tolles Buch, dass einfühlsam die Gefühlswelt Ellis offenlegt und Platz zum sich mir ihr identifizieren bietet.

Auch das Hörbuch, das wunderschön von Friedel Morgenstern eingesprochen wurde, kann ich nur empfehlen!

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Veröffentlicht am 21.10.2024

Düsteres Eden

Starling House
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Das Starling House der Kleinstadt Eden zieht Opal auf eine magische Weise an und lässt sich auch in ihren Träumen nicht in Ruhe. Das Anwesen gehörte im 19. Jahrhundert der Autorin Eleanor Starling, die ...

Das Starling House der Kleinstadt Eden zieht Opal auf eine magische Weise an und lässt sich auch in ihren Träumen nicht in Ruhe. Das Anwesen gehörte im 19. Jahrhundert der Autorin Eleanor Starling, die „The Unterland“ verfasst hat. Eine Geschichte, die Opal liebte und in die sie regelmäßig aus ihrer Realität floh. Nun lebt Opal mit ihrem jüngeren Bruder Jasper in einem Motelzimmel und versucht Jasper mit Aushilfsjobs eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Auf dem Rückweg einer ihrer Jobs, bekommt Opal ein verlockendes Angebot. Arthur Starling, der Erbe von Starling House, bietet ihr eine Stelle als Haushalthilfe an. Opal nimmt das Angebot an, obwohl ganz Eden das alte Haus meidet. Denn mysteriöse Geheimnisse, Ungeheuer und Unfälle stehen in Verbindung mit dem Haus und legen einen Fluch über Eden und seine Bewohner.

Starling House von Alix E. Harrow ist ein düsterer Roman, der sich perfekt als Herbstlektüre eignet und ein schaurig-schönes Leseerlebnis bietet. Die Geschichte erleben wir aus zwei Perspektiven. In der Ich-Perspektive erleben wir die Gedankenwelt der jungen Opal, die kein leichtes Leben hat. Geplagt von ihren Alpträumen, den Zukunftssorgen und der großen Fürsorge für Ihren kleinen Bruder Jasper, ist ihre Perspektive sehr düster. Opal ist keine typische Protagonistin und genau deswegen fiel es mir leicht, sie direkt spannend und interessant zu finden. Eine Sympathieträgerin aufgrund außerordentlich sympathischer Charaktereigenschaften ist sie nicht und doch hat sie solche, die sie nahbar und ihre Handlungen nachvollziehbar machen. Die zweite Perspektive ist in der dritten Person geschrieben und bringt uns Arthur Starling näher, der durch die Erzählperspektive aber unnahbarer als Opal bleibt, obwohl er für mein Empfinden sympathischere Charakterzüge hat. Durch die Erzählperspektive und Opals Sicht auf ihn, bleibt seine Person aber auch durchweg interessant und nicht komplett durchschaubar.
Die weiteren Nebencharaktere haben mir auch sehr gut gefallen und wurden gut ausgearbeitet.

Die Geschichte wird sehr langsam erzählt, kleinere Spannungselemente werden relativ schnell aufgeklärt und eine (unnötige) Effekthascherei vermieden, das hat das Buch auch gar nicht nötig. Denn die düstere, gruselige Atmosphäre trägt es von der ersten Seite an. Selten habe ich mich von einem Buch von der ersten Seite an in eine Atmosphäre gehüllt gefühlt, wie in diesem Fall und das Ende hätte kaum besser gewählt werden können. Starling House kann ich jedem empfehlen, der - vor allem zur jetzigen Fahrzeit - gerne eine düstere Lektüre zur Hand nimmt, die auch übernatürliche Züge besitzen darf.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Wenn ein Buch dein Leben verändert

Die Goldene Schreibmaschine
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Emily lebt bei ihren Großeltern, weit weg von ihren Eltern, die gerade im Ausland arbeiten. Eine Situation die ihr nicht leicht fällt und aus der sie gerne entfliehen würde. Dann findet Emily eine geheime ...

Emily lebt bei ihren Großeltern, weit weg von ihren Eltern, die gerade im Ausland arbeiten. Eine Situation die ihr nicht leicht fällt und aus der sie gerne entfliehen würde. Dann findet Emily eine geheime Bibliothek innerhalb der Anna-Amalia-Bibliothek, in der ihre Oma Rosa arbeitet. Emily kann es kaum glauben als sie dort eine wunderschöne goldene Schreibmaschine entdeckt, die scheinbar magische Fähigkeiten hat. Denn Emily kann Bücher verändern und Bücher verändern das Denken der Menschen, damit kann Emily ihre Realität ins positive verändern. Doch auch ihr Lehrer Dr. Dresskau weiß von der goldenen Schreibmaschine und setzt alles daran, um an den Schlüssel zur geheimen Bibliothek und damit an die Macht zu kommen. Kann Emily Dresskaus Pläne verhindern?

Die goldene Schreibmaschine von Carsten Henn ist ein magisches Kinderbuch für Kinder ab zehn Jahren, das ich jedoch uneingeschränkt auch Erwachsenen ans Herz legen würden, denn es beinhaltet eine tolle Geschichte mit wunderschönen Botschaften, die ans Herz gehen und das obwohl ich zu Beginn die Charakterzeichnung Dr. Dresskaus deutlich überzogen fand. Die passt aber am Ende in die Geschichte und vor allem, ist die überspitze Darstellung wohl leider doch recht häufig etwas, das Lehrer:innen bei ihren Schüler:innen auslösen (wenn auch hoffentlich nicht durch solch offensichtliches Fehlverhalten).

Die weiteren Charakterzeichnungen gefielen mir hingegen ausgesprochen gut. Emily ist ein ordnungsliebendes Mädchen, das zusammen mit ihren besten Freunden Frederick, einen absoluten SciFi-Fan und Charly, einem Mädchen, dass Gefühle schmecken kann, in eine Klasse geht und dort eher zu den unbeliebten Mädchen gehört. Gerne wäre sie beliebter, auch bei den Lehrern, aber vor allem bei Lasse und Zoe. Auch außerhalb der Schule hätte Emily gerne ein anderes Leben, sie liebt zwar ihre Großeltern, aber würde viel lieber bei ihren Eltern wohnen und sie nicht nur über die Videoanrufe sehen. All das scheint plötzlich möglich, denn mit der goldenen Schreibmaschine kann Emily die Realität verändern. Aber ist die eigene Realität wirklich besser, wenn man alles hat, was man sich erträumt?

Die goldene Schreibmaschine bietet so viel zum Nachdenken und vermittelt wie wertvoll das eigene Leben ist, das nicht immer perfekt sein muss, um einem Glück zu schenken. Es zeigt auch das magische Band einer guten Freundschaft mit Freunden, die immer zu einem stehen und es zeigt, dass man sein kann, wer man will!

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