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Veröffentlicht am 14.10.2024

Wie Sonne und Mond

Wie Sonne und Mond
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Birgit und Kira sind zwei ungleiche Schwestern - denkt man im ersten Moment. Birgit hat eine Familie, 2 Kinder, Ehemann, ist Hausfrau und damit zufrieden. Sie passt sich allem an, will alle glücklich machen. ...

Birgit und Kira sind zwei ungleiche Schwestern - denkt man im ersten Moment. Birgit hat eine Familie, 2 Kinder, Ehemann, ist Hausfrau und damit zufrieden. Sie passt sich allem an, will alle glücklich machen. Als sie mit ihrer dementen Mutter überfordert ist, gibt sie diese ins Heim.
Kira war als Jugendliche wild und unangepasst. Auf Ibiza passiert ihr schreckliches, trotzdem bleibt sie auf der Insel und mit einem viel älteren Mann zusammen, der schwer erkrankt und den sie lange pflegt. Als er stirbt, bricht sie alle Zelte sofort ab und fliegt nach Bayern zurück.
Hier bricht sie wie ein Orkan in das Leben von Birgit ein und verhält sich für mich sehr egoistisch. Sie gibt Birigt die Schuld für ihr verfuschtes Leben, nimmt sich, was sie braucht und will.
Das Buch war keine so leichte Sommerlektüre, wie der Titel und der Klappentext suggerieren wollen. Aber für mich war es insgesamt auch kein stimmiges Buch. Es waren einfach zu viele Klischees dabei und die Entwicklung der Personen war nicht immer nachvollziehbar. Vor allem die von Birgit wird eher ganz kurz abgehandelt und erwähnt. Es passierte auch nicht so viel, die meisten Sachen wurden über lange Dialoge und Streitereien abgehandelt, die mich aber irgendwann in der Wiederholbarkeit etwas ermüdeten und die Spannung nahmen. Das habe ich bedauert, denn vom Thema her hat mir das Buch gut gefallen.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Dreimal im Leben

Dreimal im Leben
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Dreimal im Leben treffen sich Max und Mecha. Beim 1. Mal, 1928, auf einem Schiff in Richtung Argentinien. Mecha fährt mit ihrem reichen und berühmten Mann, der Komponist ist. Max ist Eintänzer auf dem ...

Dreimal im Leben treffen sich Max und Mecha. Beim 1. Mal, 1928, auf einem Schiff in Richtung Argentinien. Mecha fährt mit ihrem reichen und berühmten Mann, der Komponist ist. Max ist Eintänzer auf dem Schiff und arm. Das 2. Mal 9 Jahre später ist es in Nizza. Mechas Mann ist im Gefängnis und Max ist eine Mischung aus Hochstapler, Ganove, Dieb und ungewollt Spion. Das 3. Mal ist gut 30 Jahre später. Mecha begleitet ihrem Sohn, der ebenfalls berühmt und ein sehr guter Schachspieler ist. Max arbeitet eigentlich als Chauffeur bei einem Doktor in der Schweiz. Als er Mecha entdeckt, „verwandelt“ er sich noch einmal in einen reichen Mann, obwohl er es nicht ist.
Die ganze Zeit springt der Roman zwischen den Treffen hin und her. Anfangs vor allem zwischen dem 1. und 3. Treffen, ab der Mitte dann fast nur noch zwischen dem 2. und 3. Treffen. Es war anfangs sehr verwirrend, mit der Zeit hat man aber nach wenigen Zeilen oder Worten den Bezug gefunden, in welcher Zeit der Absatz spielt. Die auf dem Klappentext erwähnte lebenslange Liebe konnte ich nicht oft entdecken. Ja, Max und Mecha hatten eine Beziehung – aber eine, die eher auf Sex als auf Liebe und auf noch mehr Lügen beruht. Der Autor beschreibt das alles sehr schön und vor allem schön ausführlich. Gerade in der ersten Hälfte des Buches passiert nicht sehr viel – außer langen Beschreibungen. Und ich merkte immer mehr, dass ich mich einerseits langweilte, andererseits immer noch hoffte, dass so etwas wie Spannung aufkommen würde. Ich ertappte mich mehr und mehr dabei, dass meine Gedanken beim Lesen weit weg von dem Buch waren. Ich hatte das Gefühl, gegen eine zähe Gummiwand anzulesen. Also habe ich nach der Hälfte des Buches aufgehört und erst einmal ein komplett anderes Buch dazwischen gelesen. Danach habe ich auch den 2. Teil noch gelesen und es passierte ein wenig mehr an Handlung. So wurde für mich das Lesen etwas leichter, aber insgesamt war ich nicht wirklich glücklich mit dem Buch. Und die Figuren wurden mir auch nicht sehr sympathisch.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Die irren Fahrten des Gabriel Delacruz

Die irren Fahrten des Gabriel Delacruz
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Gabriel, Waisenjunge und aufgewachsen bei katholischen Nonnen, wird als Erwachsener Lkw-Fahrer und Möbelträger. Mit seinen Kollegen bereist er halb Europa und lernt dort natürlich auch Frauen kennen. Und ...

Gabriel, Waisenjunge und aufgewachsen bei katholischen Nonnen, wird als Erwachsener Lkw-Fahrer und Möbelträger. Mit seinen Kollegen bereist er halb Europa und lernt dort natürlich auch Frauen kennen. Und so hat er in 4 verschiedenen Ländern Beziehungen, die mit einem Sohn namens Christof (verschiedene Schreibweise in den jeweiligen Ländern) endet. Frau und Sohn besucht er auf seinen Reisen eher sporadisch.
Die Söhne sind erwachsen und Gabriel „verschwindet“ eines Tages. Sein spanischer Sohn findet in der Wohnung die Namen seiner „Brüder“ und macht sich auf die Suche nach ihnen. Die vier Christofs lernen sich kennen und beginnen, ihrerseits nach ihrem Vater zu suchen ... eine Reise in die Vergangenheit beginnt.
Das Buch ist voll mit Geschichten über Europa der vergangenen Jahre, über Gabriel, seine Freunde, den Frauen und Söhnen, Pensionswirtinnen usw. Es ist einerseits wunderbar ausführlich fabuliert und formuliert, andererseits aber auch extrem ausführlich. Ungefähr bis zur Hälfte des Buches (600 Seiten) war es für mich nur ein Lesegenuss. Danach allerdings – obwohl sich am Stil nichts änderte – fing ich an, mich mehr und mehr zu langweilen. Wirklich jede kleine und kleinste Nebenfigur wurde ausführlich beschrieben und ich begann mich zu fragen, wann denn die Geschichte fortgeführt wird – die eigentliche Geschichte von Gabriel. Für mich war am Ende diese Ausführlichkeit einfach des Guten zu viel.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Der katholische Bulle

Der katholische Bulle
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Belfast 1981: Sean ist jung und Detektiv bei der Polizei und er ist katholisch und damit so ziemlich für alle ein rotes Tuch, weil er nirgends richtig hineinpasst. Er bekommt einen Mordfall auf den Tisch ...

Belfast 1981: Sean ist jung und Detektiv bei der Polizei und er ist katholisch und damit so ziemlich für alle ein rotes Tuch, weil er nirgends richtig hineinpasst. Er bekommt einen Mordfall auf den Tisch – zwei Homosexuelle wurden ermordet und ihnen die Hand abgeschnitten. Doch die Ermittlungen bringen eigentlich nichts zu Tage und enden dann doch überraschend.
Wer in dem Buch einen Krimi erwartet, wird schwer enttäuscht werden. Natürlich gibt es Täter und Opfer und auch Ermittlungen. Aber das ist eher eine Randerscheinung. In erster Linie geht es um die Situation zu dieser Zeit in Nordirland, um die verschiedenen Gruppierungen auf irischer und englischer Seite, um die unerträgliche Situation in der Stadt. Auch um die furchtbare Gewalt und deren Sinnlosigkeit, um das normale Leben der Menschen. Das Ganze ist ziemlich düster und das wird auch gut rübergebracht. Trotzdem hat mich das Buch nicht wirklich überzeugt. Es fehlte irgendwie jegliche Spannung und keiner der Personen war für mich sympathisch. Insgesamt gut und flüssig zu lesen, aber irgendwie flach und ohne Gefühle auszulösen.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Ein Sommer am Chiemsee

Ein Sommer am Chiemsee
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Hannah muss ihren Blumenladen schließen und praktisch sofort danach findet sie ihren Freund Jo zusammen im Bett mit ihrer Freundin. Er schuldet ihr viel Geld. Trotzdem schmeißt sie ihn raus und flüchtet ...

Hannah muss ihren Blumenladen schließen und praktisch sofort danach findet sie ihren Freund Jo zusammen im Bett mit ihrer Freundin. Er schuldet ihr viel Geld. Trotzdem schmeißt sie ihn raus und flüchtet zu ihrem Verwandten an den Chiemsee. Der ist schwul und lebt mit seinem Freund in einem schönen Haus. Hannah findet eine neue Liebe, muss aber weitere Tiefschläge in Kauf nehmen und auch Jo meldet sich wieder ...
Das Buch war insgesamt ganz nett, schöne Unterhaltung an einem Sommerabend, mehr aber auch nicht. Die Handlung erinnerte mich an eine Mischung aus Courths-Mahler und Rosamunde Pilcher, nur nach Bayern verlegt. Die Figuren sind oft sehr einseitig gezeichnet, oft stark schwarz/weiß und eigentlich wußte man ziemlich am Anfang, wie es ausgeht. Allerdings dürfte sich auch hier eine Verfilmung nahezu aufdrängen. Ich würde das Buch nur an jemanden weiterempfehlen, der dieses Genre total mag und nicht unbedingt etwas mit ein bißchen Tiefgang erwartet.

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