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Veröffentlicht am 17.10.2024

Winterkinder

Winterkinder
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Winterkinder ist die Geschichte einer russisch-englischen Familie. Sie beginnt mit dem Großvater des Autors, der in Russland als hoher Parteifunktionär und überzeugter Kommunist ein Traktorenwerk aufbaut. ...

Winterkinder ist die Geschichte einer russisch-englischen Familie. Sie beginnt mit dem Großvater des Autors, der in Russland als hoher Parteifunktionär und überzeugter Kommunist ein Traktorenwerk aufbaut. Trotzdem wird er angezeigt und im Zuge der Säuberungen 1937 erschossen. Seine Frau kommt für viele Jahre ins Gefängnis, seine beiden Töchter ins Waisenhaus. Aber sie sind fast immer zusammen. Die ältere Lenina versucht, auf die jünger Ljudmilla (Mila) aufzupassen. Erst der 2. Weltkrieg trennt sie für eine Weile, doch mit viel Glück überleben beide und finden auch wieder zueinander. Mila – die Mutter des Autors – studiert und arbeitet an der Universität. Dort lernt sie Mervyn kennen, einen englischen Studenten. Es ist die große Liebe, doch nach wenigen Monaten, kurz vor der Hochzeit, muss Mervyn das Land verlassen. Er wollte nicht mit dem KGB zusammenarbeiten und so wird er ausgewiesen. Ein fast 6-jähriger Kampf beginnt, um Mila doch noch heiraten zu können. Mit viel Mühen und Glück und sturer Beharrlichkeit gewinnen sie, dürfen heiraten, aber Mila muss dann mit nach England gehen. Erst nach der Wende in den 90er Jahren kann sie ihre Familie in Russland wieder besuchen. Ihr Sohn Owen verbringt viele Jahre in Russland und hat dann dieses Buch mit der Familiengeschichte geschrieben.
Das Buch war gut lesbar, trotzdem lässt es mich etwas zwiegespalten zurück. Der Anfang – die Erzählung über den Großvater – war regelrecht überfrachtet mit den politischen Erklärungen zur Zeit. Die eigentliche Geschichte des Großvaters trat fast in den Hintergrund. Der Mittelteil – vor allem die Kindheit und Jugend von Mila und ihrer Schwester – haben mich sehr berührt. Hier war die Geschichte sehr persönlich, sehr nachvollziehbar und auch sehr zum Mitfühlen. Das Ende wiederum war wieder etwas langatmig. Der Kampf um die Heirat, die vielen Briefe – das alles hinterließ bei mir nicht so einen großen Eindruck. Hier ging es mir wie Mila, die sich fast gar nicht freute, als sie endlich den Kampf gewonnen hatten. Gestört hat mich hier auch der dauernde Wechsel zwischen der Geschichte der Eltern und den Einfügungen des Autors über eigene Anekdoten im Moskau der Nachwendezeit.
Alles in allem ist es aber ein gutes Buch. Hier wird Zeitgeschichte mit persönlicher Geschichte verbunden, die Veränderungen in der Sowjetunion/Russland aufgezeigt, persönliche Schicksale beleuchtet.

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Karfreitagsmord

Karfreitagsmord
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Die Hauptkommissare Jo und Lutz sind gerade von ihrer ersten Zeitreise aus dem Mittelalter zurück und haben sich nach der langen Reha wieder zum Dienst gemeldet. Sie werden auf eine Baustelle gerufen, ...

Die Hauptkommissare Jo und Lutz sind gerade von ihrer ersten Zeitreise aus dem Mittelalter zurück und haben sich nach der langen Reha wieder zum Dienst gemeldet. Sie werden auf eine Baustelle gerufen, bei der ein Mann verunglückt ist. Dort wird auch das Skelett einer Frau gefunden und schon ist die nächste Zeitreise fällig. Dieses Mal landen sie im Jahr 1898. Jo ist die Tochter aus gutem Hause – nämlich ihre eigenen Vorfahren -, Lutz bei der Polizei. Sie kommen einem Serienmörder auf der Spur, der sich seine Opfer unter körperlich „behinderten“ Frauen aussucht. Doch niemand glaubt ihnen so richtig. So beginnen sie eine gefährliche Suche, denn mittlerweile hat es der Mörder auch auf Jo abgesehen. Und ganz nebenbei kommen sie auch noch einem Familiengeheimnis auf die Spur.
In dem Buch lässt die Autorin irgendwann Jo denken: Wie eine Zeitreise funktioniert, kann ich nicht erklären. Und genau so muss man das Buch auch lesen. Das Funktionieren der Zeitreise außer Acht lassen und akzeptieren und ansonsten die Geschichte als solche lesen. Es ist witzig, wenn zwei moderne Menschen in einer früheren Zeit landen. Natürlich können sie sich nicht richtig zurechtfinden. Das Einbauen einiger erst später stattfindender Ereignisse tut ein übriges. So macht es Spaß, das Buch zu lesen. Auch wenn es für den eigentlichen Krimi doch an Spannung fehlt, hier wird viel in die Rahmenhandlung eingebaut. Das mindert zwar die Spannung, erhöht aber den Spaß an der Handlung und an den Personen.
Mein Fazit: Nicht unbedingt ein Buch für richtige Krimifans, aber gute Unterhaltung und lesenswert.

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Dreikönigsmord

Dreikönigsmord
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Jo und Lutz sind Hauptkommissare und werden zu einem Fall in einem alten Kloster gerufen. Dort wurde ein Skelett gefunden. Allerdings stellt sich schnell heraus, das Skelett ist 500 Jahre - Fall damit ...

Jo und Lutz sind Hauptkommissare und werden zu einem Fall in einem alten Kloster gerufen. Dort wurde ein Skelett gefunden. Allerdings stellt sich schnell heraus, das Skelett ist 500 Jahre - Fall damit erledigt. Denn Jo kann Lutz nicht ausstehen und will nur nach Hause. Auf der Heimfahrt geraten sie in einen Unfall. Als Jo wieder erwacht, findet sie sich im Ende des 14. Jahrhunderts wieder. Sie ist die Witwe eines Handwerksmeisters. Und Lutz hat es auch dahin verschlagen, er ist Wirt einer doch eher üblen Kneipe.
Das Kloster ist bewohnt und dort wird die Leiche eines jungen Mannes gefunden. Jo und Lutz müssen den Fall lösen, denn nur dann können sie in ihre eigene Zeit zurück. Und so machen sie sich an die Arbeit - im Mittelalter mit nur wenigen technischen Hilfsmitteln und mit ihren teilweise modernen Ansichten und Sprache nicht so einfach. Denn sie legen sich mit den falschen Leuten an und es findet sich eine Leiche nach der anderen.
Man merkt dem Buch an, dass die Autorin versiert im Schreiben von historischen Büchern ist. Gerade die Beschreibung des Mittelalters ist sehr gut gelungen. Sie erspart sich, die Zeitreise zu erklären. Man muss als Leser diesen Umstand einfach hinnehmen, ohne nach Logik oder Erklärungen zu fragen. Wenn man das kann, hat man viel Freude an dem Buch. Die Dialoge sind oft witzig, die Situationen teilweise absurd. Mir fehlte zwar etwas die Spannung. Doch da mir das generell bei Mittelalterkrimis so geht, glaube ich nicht, dass es unbedingt am Buch liegt. Für mich sind solche "lange zurückliegenden Fälle" irgendwie gedanklich schon abgehakt. Das ist aber kein Hinderungsgrund, um das Buch zu mögen. Es liest sich wirklich sehr gut und flüssig und macht Spaß. Gute Unterhaltung ohne zu langweilen.

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Teufelsgrinsen

Teufelsgrinsen
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Die Deutsche Anna Kronberg möchte unbedingt Medizin studieren. Am Ende des 19. Jahrhunderts ist das aber Frauen immer noch nicht erlaubt. So verkleidet sie sich als Mann, studiert Medizin und geht nach ...

Die Deutsche Anna Kronberg möchte unbedingt Medizin studieren. Am Ende des 19. Jahrhunderts ist das aber Frauen immer noch nicht erlaubt. So verkleidet sie sich als Mann, studiert Medizin und geht nach London, um dort im Krankenhaus einige Zeit als der angesehen Arzt Dr. Anton Kronberg mit Erfolg zu praktizieren. Er/sie ist u. a. Bakterologe und wird von der Londoner Polizei zu allen möglichen Fällen in diesem Bereich hinzugezogen. In diesem Fall geht es um eine Leiche in einem Wasserwerk, die wohl an Cholera gestorben ist. Bei der Untersuchung stellt Anna einige Ungereimtheiten fest. Doch sie ist damit nicht allein, denn Sherlock Homes untersucht ebenfalls diesen Fall. Scharfsinnig erkennt er sofort, dass Dr. Anton eine Frau ist. Aber er behält das Geheimnis für sich. Im Verlaufe der weiteren Untersuchungen kommen Anna und Sherlock Homes sich näher, obwohl sie eigentlich nicht zusammen arbeiten wollen.

Ich bin kein Freund von der Fortführung der Geschichten von Sherlock Homes. Ich mag die Originale. Doch in diesem Fall ist es ein wirklich guter Krimi geworden, der sich wunderbar liest. Die Historie wurde nicht allzu sehr strapaziert, die Erzählweise und die Dialoge haben Witz und sind sehr modern gehalten, die Figuren aber größtenteils im historischen Kontext belassen. Die Geschichte ist sehr direkt erzählt. Manches Mal für mich zu direkt und zu schnell, so dass man einigen Wendungen zwar immer folgen, aber sie nicht immer verstehen konnte. Die Hintergründe wurden manchmal zu wenig erklärt. Doch insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Eine Verfilmung bietet sich geradezu an und auch auf den Nachfolgeband freue ich mich.

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Barrakuda

Barrakuda
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„Barrakuda“ erzählt die Geschichte von Daniel. Sein Vater ist Fernfahrer, seine Mutter Frisöse, er hat 2 jüngere Geschwister. Eine ganz normale einfache Familie. Daniel wird Danny gerufen. Er geht auf ...

„Barrakuda“ erzählt die Geschichte von Daniel. Sein Vater ist Fernfahrer, seine Mutter Frisöse, er hat 2 jüngere Geschwister. Eine ganz normale einfache Familie. Daniel wird Danny gerufen. Er geht auf eine normale Schule, hat Freunde. Doch er ist etwas Besonderes. Er schwimmt, und dass sehr gut. So wird er entdeckt und kommt mit 13 Jahren auf eine spezielle Schule. Sie ist teuer und nur mit einem Stipendium kann er überhaupt dort lernen. Doch er hat es schwer – in den Augen der reichen Mitschüler ist er nicht nur arm und ein Außenseiter, er ist auch noch schwul und wird entsprechend gehänselt und unterdrückt. Einzig sein Schwimmtrainer ist in der ersten Zeit ein Trost. Er rät Danny, im Schwimmen der beste zu werden und ansonsten „zurückzuschlagen“, sich zu wehren, sich nichts gefallen zu lassen. Nach einiger Zeit beherzigt Danny das. Er erkämpft sich Respekt. In erster Linie durch seinen unbändigen Kampfgeist, durch enormes Training und den Willen, der Beste zu sein. Und nur der Beste zählt. Bald hat er den Spitznamen „Barrakuda“. Alles wird dem Schwimmen untergeordnet und dem Ziel, der erste zu sein, irgendwann an der Olympiade teilzunehmen. Doch bei einem Wettkampf wird er nur 5. Er bricht weinend zusammen – in seinen Augen das totale Versagen. Er hört mit dem Schwimmen auf und sein Leben nimmt eine völlig andere Wendung …
Ich las das Buch während der Olympiade. Während einige Sportler Medaillen „verloren“, sie wurden „nur“ 4. Die Presse stempelte auch sie zu „Versagern“. Und das hat mich erschreckt. Ist ein Mensch/Sportler nur etwas wert, wenn er eine Medaille gewinnt. Ist das wirklich so wichtig, um damit seine gesamte Familie, sein soziales Umfeld dem unterzuordnen. Ist ein 4. oder 5. Platz schon ein Versagen?
Das Buch findet seine eigenen Antworten auf diese Fragen. Danny wird erwachsen, wird Dan und Daniel. Trifft falsche Entscheidungen, trifft später aber auch richtige. Man kann dieses Erwachsenwerden wunderbar verfolgen. Und dazu liest sich das Buch auch noch sehr gut. Nur zum Ende hin wurde es mir zu sehr philosophisch und weit weg vom eigentlichen Leben von Dan. Und einige der ausführlich beschriebenen Sexszenen fand ich unpassend und dem Fortgang der Handlung nicht wirklich dienlich.
Doch alles in allem ein Buch, das das Lesen wirklich lohnt.

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