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Veröffentlicht am 18.10.2024

Unter allen Beeten ist Ruh

Unter allen Beeten ist Ruh (Ein Pippa-Bolle-Krimi 1)
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Pippa ist nach der Trennung von ihrem untreuen Mann zurück in Berlin und lebt bei ihrer Familie. Sie arbeitet als Übersetzerin, hat aber in ihrem Wohnviertel keine Ruhe für die schwierigen Übersetzungen. ...

Pippa ist nach der Trennung von ihrem untreuen Mann zurück in Berlin und lebt bei ihrer Familie. Sie arbeitet als Übersetzerin, hat aber in ihrem Wohnviertel keine Ruhe für die schwierigen Übersetzungen. Also nimmt sie das Angebot dankbar an und zieht für ein paar Wochen um nach Schreberwerder. Das ist eine kleine Insel mit 12 Gartenparzellen in der Havel. Sie wird begeistert aufgenommen von den dortigen Bewohnern – jedenfalls von den meisten. Denn auf der Insel herrscht eine Art „Krieg“. Einer – Schlamm-Lutz – will alle Parzellen aufkaufen und hat dazu mehr als rüde Mittel. Er will ein großes Hanf-Hotel hinbauen. Doch die anderen Bewohner wollen das nicht und wehren sich nach Kräften. Aber Schlamm-Lutz kauft eine Parzelle nach der anderen – bis die erste Tote gefunden wird …

Das Buch ist der Auftakt einer Reihe um die Haussitterin Pippa, die eher zufällig an Kriminalfälle gerät und mehr durch ihre Neugier und durch Insiderwissen bei der Aufklärung der Fälle hilft. Es ist kein reiner Krimi, eher eine Krimikomödie. Die Figuren – allen voran Pippa – sind teilweise skurril oder komisch, die Dialoge oft witzig. Man ahnt zwar sehr schnell, wer der Täter sein könnte, aber das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Denn irgendwie kommen „um die Ecke“ immer noch neue Sachen zum Vorschein und über allem liegt eine schöne Art Ironie, die die fehlende Spannung ersetzt. Nichts für eingefleischte Thriller- oder Krimifans, aber wunderbare Unterhaltung.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Der Klang der Lüge

Der Klang der Lüge
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Frankreich, 1308, in den Pyrenäen. Alissende ist ca. 18 Jahre alt und hat schon ein bewegtes Leben hinter sich. Von ihrer leiblichen Mutter im Wald ausgesetzt und als Wechselbalg beschrieben, wird sie ...

Frankreich, 1308, in den Pyrenäen. Alissende ist ca. 18 Jahre alt und hat schon ein bewegtes Leben hinter sich. Von ihrer leiblichen Mutter im Wald ausgesetzt und als Wechselbalg beschrieben, wird sie von Sybilla – einer abtrünnigen Jüdin – gefunden, aufgezogen und auch christlich getauft. Sie ist 9, als Sybilla stirbt und Sybillas jüdische Familie nimmt sie als Magd in Paris auf. Doch Anfang des 14. Jahrhunderts vertreibt der König die Juden aus dem Land, sie werden verfolgt und Alissende fliegt zusammen mit den 2 Söhnen der Familie. Halb verhungert kommen sie in Seriol, einem kleine Pyrenäendorf, an. Für Alissende kommt es ihr vor, als wäre sie im Paradies gelandet. Es gibt Essen, die Menschen sind freundlich und hilfsbereit – eine richtige Idylle. Leider nicht für lange, denn die Menschen hängen dem Glauben der Katharer an und werden damit bald auch zu Verfolgten. Wärend Alissendes Begleiter rechtzeitig fliehen, will sie im Dorf und bei ihrer großen Liebe Simon, dem Schäfer, bleiben …

Das Buch spielt in der Zeit nach der massiven Katharerverfolgung. Während noch rund 50 Jahre vorher die Menschen sehr gequält und sofort verbrannt wurden, geht es jetzt ein wenig „menschlicher“ zu. Die Leute kommen ins Gefängnis, doch es wird bei weitem nicht mehr so oft gefoltert und es kommen sogar Menschen frei, obwohl man weiß, dass sie den Katharern zumindest nahestehen. Trotzdem werden viele für ihren Glauben verfolgt und die Kirche spielt dabei eine sehr unrühmliche Rolle. Nicht der Glauben steht im Vordergrund, sondern oft die persönliche Bereicherung. Das Buch ist gut lesbar und beschreibt eine Zeit, die sonst nicht oft in Büchern vorkommt. Manche Figuren sind ein wenig zu schwarz/weiß gezeichnet und wirken dadurch ein wenig „platt“ und auch einige Klischees werden nicht ausgelassen. Dadurch wirken einige Entscheidungen ein bißchen zu weit hergeholt. Auch die Dialoge sind manchmal zu „modern“ und Alissendes Entwicklung von einer halb verhungerten Magd zu einer doch sehr emanzipierten Frau ist nicht immer ganz nachvollziehbar. Doch alles in allem ist es ein guter historischer Roman, der diese Zeit interessant beschreibt und sich gut „wegliest“.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Martha im Gepäck

Tante Martha im Gepäck
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Karen arbeitet in einer Bank und ist nicht glücklich dabei. Endlich ist Urlaub und sie will mit ihrem Mann Bernd, dem Sohn Mark und Tochter Teresa nach Schottland fahren. Als sich auf der Hinfahrt noch ...

Karen arbeitet in einer Bank und ist nicht glücklich dabei. Endlich ist Urlaub und sie will mit ihrem Mann Bernd, dem Sohn Mark und Tochter Teresa nach Schottland fahren. Als sich auf der Hinfahrt noch bei Tante Martha vorbeischauen, will diese plötzlich mitfahren. Keiner ist glücklich über die Idee, doch sie können es nicht verhindern. Und dann hat Martha einige Überraschungen im Gepäck: sie spricht perfekt englisch, kennt die Wege, kauft alte Holzfiguren, pokert mit Truckern und landet auf einer Bühne. Und das alles ist eigentlich erst der Anfang – der geplante Urlaub wird gehörig durcheinandergewirbelt.
Das Buch ist nett zu lesen. Eine Familie, deren Alltagsleben schon etwas eingefahren ist, wird mit so einigen Veränderungen konfrontiert und eine alte Dame ist nicht einfach nur eine alte kranke Frau, sondern hat noch viele Ideen und wird völlig unterschätzt. Das Ende ist natürlich dann gut. Das Buch birgt insgesamt nicht so wirklich viele Überraschungen im Ausgang und ist sicher nicht „hohe Literatur“, aber es ist gute Sommerunterhaltung. Und wenn man selbst mal in Schottland war, erkennt man viele Dinge sofort wieder und es ist wie ein eigener kleiner Urlaub. Alles ist nicht bierernst zu nehmen, liest sich gut weg.
Das Cover und die Schnittgestaltung ist sehr nett, was ich allerdings überhaupt nicht verstanden habe ist, warum das Cover wirkt wie für ein Nordsee-Buch und so gar nicht wie Schottland. Was hat sich der Verlag dabei gedacht?

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Schnitt

Schnitt
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Gabriel arbeitet in einem Sicherheitsunternehmen. Als er einen Alarm in einem verlassenen Haus überprüft, hat er ein ungutes Gefühl. Er erinnert sich an Ereignisse, die 30 Jahre zurückliegen. Seine Eltern ...

Gabriel arbeitet in einem Sicherheitsunternehmen. Als er einen Alarm in einem verlassenen Haus überprüft, hat er ein ungutes Gefühl. Er erinnert sich an Ereignisse, die 30 Jahre zurückliegen. Seine Eltern wurden ermordet und er war dabei. Überlebt hat nur er und sein jüngerer Bruder David. Doch dann war er lange in der Psychiatrie und hat keinen Kontakt mehr zu seinem Bruder. Er wohnt in der Firma und zu seinem Chef hat er ein besonderes Verhältnis. Dieser hat ihn aus der Psychiatrie geholt und ist eine Art Vaterfigur für ihn. Während er noch in dem verlassenen Haus ist, bekommt er einen Anruf von seiner schwangeren Freundin. Sie wurde überfallen und braucht seine Hilfe. Als er am Ort des Überfalls ankommt, findet er dort Polizei vor und einen Toten – nicht seine Freundin, sondern einen jungen Mann. Auf seine Erklärungen reagiert die Polizei sehr ungläubig, statt dessen wird er verdächtigt, den Mann ermordet zu haben, und in Untersuchungshaft genommen. Er bittet seinen Bruder David um Hilfe. Doch es kommt noch schlimmer – seine Freundin ist verschwunden und taucht in keinem Krankenhaus mehr auf. Statt dessen flieht Gabriel und erhält nach und nach immer mysteriösere Anrufe eines Mannes, der Liz entführt hat …
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Beschreibungen der Verbrechen halten sich in Grenzen und gehen nicht ins Detail. Statt dessen bezieht der Thriller seine unheimliche und immer stärker werdende Spannung allein durch die Einbeziehung der einzelnen Figuren. Der Bruder zweifelt an Gabriel, der Chef wechselt anscheinend die Seiten und verrät Gabriel. Liz bleibt unauffindbar. Jedes Ding scheint nicht so zu sein wie es bisher war. Gabriel hat fast keine Erinnerungen an den Vorfall mit seinen Eltern und je mehr er versucht, sich zu erinnern, desto größere Zweifel hat er, ob er nicht doch der Mörder der Eltern ist. Mit dem stückweisen Aufdecken der Vergangenheit scheint sich das Rätsel eher zu verstärken als zu lösen. Selbst als der Täter einen Namen und eine Identität bekommt, kann Gabriel ihn noch immer nicht zuordnen. Und am Ende gibt es noch eine große Überraschung, was die Gründe der ganzen Vorfälle angeht.
Für mich ist der Thriller sehr gut gelungen, den einzigen Abzug gibt es für mich für einige Geschehnisse, bei denen Liz, Gabriel oder David ein wenig zu heldenhafte Dinge tun. Mit ihren Verletzungen erschien es mir manchmal nicht möglich, das zu tun, was sie angeblich taten. Doch das sind nur geringe Abstriche – ich würde das Buch vorbehaltlos weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Treibland

Treibland
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Kommissar Adam Danowski schiebt einen eher ruhigen Schreibtischjob und will nur seine Ruhe. Zu Hause mit Frau und 2 kleinen Töchtern fühlt er sich völlig überfordert. Als ihm Hypersensibilität bescheinigt ...

Kommissar Adam Danowski schiebt einen eher ruhigen Schreibtischjob und will nur seine Ruhe. Zu Hause mit Frau und 2 kleinen Töchtern fühlt er sich völlig überfordert. Als ihm Hypersensibilität bescheinigt wird, ist er fast froh, jetzt eine Art Ausrede für sein Leben zu haben.
Da landet im Hamburger Hafen ein Kreuzfahrtschiff mit einem Toten an Bord. Um einen Skandal zu vermeiden, fordern die Behörden von der Polizei Beamte an, die nicht gerade für ihren Diensteifer bekannt sind. Ein paar Ermittlungen pro forma und dann den Fall an die Behörden in Panama abgeben, die für das Schiff zuständig sind. So wird Danowski ausgewählt, gemeinsam mit seinem Kollegen Finzel, den Fall zu übernehmen. Und es sieht auch alles nach Routine aus und die beiden schieben Dienst nach Vorschrift. Bis Danowski den Toten findet – er sieht schrecklich aus und der Verdacht fällt auf ein ebola-ähnliches Virus. Über das Kreuzschiff wird Quarantäne verhängt. Danowski beginnt nun doch, ein paar Fragen zu stellen. Bei einem erneuten Besuch auf dem Schiff wird sein Schutzanzug undicht und er muss auf dem Schiff bleiben. Nur dort hat er keine Unterstützung. Im Gegenteil: mehrere Anschläge werden auf ihn verübt und er hat große Probleme.

Das Buch ist nicht schlecht. Über weite Strecken gut lesbar und auch nachvollziehbar. Die Figur Danowski ist anfangs eher unsympathisch, doch im Laufe der Geschichte ändert sich das. Auch wenn er für mich etwas distanziert blieb. Die Idee von dem Virus ist in der heutigen Zeit mit dem internationalen Verkehr näher denn je und jederzeit so möglich. Trotzdem fehlte dem Buch im Mittelteil ein wenig die Spannung. Es ging nicht so recht vorwärts. Mit dem Fortgang der Ermittlungen änderte sich das, auch wenn hier ein wenig zu viel korrupte Beamte, unfreundliche Polizisten u. ä. dabei waren und Danowski fast zum Einzelkämpfer mutierte. Für mich auch nicht ganz nachvollziehbar war der Einfluss eines mittleren Beamten der Hamburger Behörde auf Vorgänge und vor allem Angestellte auf dem Schiff. Ein wenig enttäuschend war für mich das Ende – also nicht von der Handlung her, sondern vom Motiv – warum das alles so passieren musste. Trotzdem insgesamt ein gut lesbarer Krimi mit viel „maritimen Flair“.

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