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Veröffentlicht am 01.02.2025

Wo käme man hin ohne Haifischzähne?

Haifischzähne
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Anna Woltz, „Haifischzähne“, ein Jugendbuch bis 15 Jahre, 96 Seiten, Verlag Carlsen

Das Cover ist gut gemacht. Zwei Fahrräder, innig miteinander verschlungen. Das Symbol für die beiden Jugendlichen, ...

Anna Woltz, „Haifischzähne“, ein Jugendbuch bis 15 Jahre, 96 Seiten, Verlag Carlsen

Das Cover ist gut gemacht. Zwei Fahrräder, innig miteinander verschlungen. Das Symbol für die beiden Jugendlichen, die um das Ijsselmeer fahren. Das Ijsselmeer ist ein künstlich geschaffener Süßwassersee und die größte Wasserfläche der Niederlande, außer das an ihm angrenzende Meer. Und vermutlich auch ein Symbol dessen, was die Niederlande so schaffen. Denn sie ringen dem Meer schon immer viel Land ab.
360 Kilometer gilt es zu umrunden, eine Höchstleistung (ich bin auch schon mit dem Rad wahnsinnige Strecken gefahren, aber das?). Die elfjährige Atlanta rennt davon, um sich nicht mit der traurigen Realität auseinander zu setzen. Sie trifft auf Finley, der ebenso wie sie vor etwas davonläuft. Mitten an Bord, Wasserflaschen, zwölf Käsebroten und Haifischzähne. Haifischzähne, ja klar, man sollte bei so einem Unterfangen immer bewaffnet sein.
Bei einem Radunfall – Atlanta poltert auf den stehenden Finley drauf – lernen sie sich kennen.

Inhaltlich geht es um Freundschaft und um Familienverhältnisse. Es kein leichter Text, weil auch diese beiden Jugendlichen was zu erzählen haben. Aber er ist lustig geschrieben, wortwitzig. So soll es sein. Texte müssen gespickt sein mit Lebensphilosophie, auch schon bei jungen Menschen.
Mir gefällt das Büchlein (96 Seiten).



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Veröffentlicht am 01.02.2025

New York, New York während 'Sandy'

Hundert Stunden Nacht
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Eine Vierzehnjährige fliegt alleine nach New York (ist das wirklich so möglich? So viel ich weiß gibt es doch dieses Rotkäppchensystem für Minderjährige, die werden besonders betreut).
Aber was soll es, ...

Eine Vierzehnjährige fliegt alleine nach New York (ist das wirklich so möglich? So viel ich weiß gibt es doch dieses Rotkäppchensystem für Minderjährige, die werden besonders betreut).
Aber was soll es, in der Literatur gibt es auch literarische Möglichkeiten etwas möglich zu machen, was vielleicht (?) in der Realität so nicht machbar wäre... Also, Emilia Dezember de Wit fliegt alleine nach New York, nachdem sie ihren Eltern eine Kreditkarte gestohlen hatte. Sie hat alles gut vorbereitet, meint sie. Gebucht, online, die wichtigsten Dinge auf Papier ausgedruckt (ist das nicht eher erwachsenenmäßig? So viel ich weiß drucken Teenies kaum noch...), nur an ihre Phobie hat sie nicht gedacht (aber das kommt erst später) und auch nicht an den über die gesamte Region, Karibik, Nordamerika hereinbrechenden Sturm 'Sandy'. (Das man echt solchen Stürmen so nette Namen gibt, hat damit zu tun, dass jemand die kauft, also nicht die Stürme, sondern die Namen... und dann trägt eine Katastrophe für immer den Namen Sandy und jeder Mensch, der die Sandy heißt, bekommt für immer gesagt, ah Sandy, so wie der schlimme Sturm; ist genauso wie der Name Lucy, ah Lucy, australopithecus afrarensis, das erste menschenähnliche Wesen, was gefunden wurde).
Emilia legt 'rote Heringe aus', also falsche Spuren, um ihre 'Erzeuger' zu verwirren. Sie ist klug, die 14jährige Emilia.
Nur das erste Problem ist, dass die online gebuchte Unterkunft nicht existiert, aber Emilia hat 'Glück im Unglück' (oder es ist Karma or whatever) – sie trifft auf eine Teenagergruppe. Seth, Abby und Jim. Zusammen ziehen sie durch New York City... trotzen dem Sturm und der harschen Umwelt. Coming of Age in NYC.

Wunderschön ist das Umschlagsbild: Die Brooklyn Bridge by night, in hellblau vor einem sehr dunklen Sternenhimmel. Auch auf der ersten Innenumschlagsseite – der Stadtplan von Manhattan, knallewichtig, wenn man selbst eine Reise dorthin plant, was ja nach Lesen des Buches unausbleiblich ist. Oder?
Lustiger Text mit ernsten Hintergründen. Aber solche Sprüche 'zur Mutter ausgebildet, reicht ihr eine Tüte als sie hyperventiliert', machen das Büchlein zu einem kleinen Schatz.

256 Seiten, Carlsen Verlag, ab einem Lesealter von 14 Jahren (so wie halt das Alter von Emilia)
geschrieben von Anna Woltz, einer versierten und preisgekrönten Kinder- und Jugendbuchautorin, die selbst in einem zarten Alter angefangen hat zu schreiben und sich anscheinend noch den Einblick in ein jugendliches Alter erhalten hat …

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Veröffentlicht am 12.11.2024

Zweiter Band von Jana Schikorra, Howth / Irland

Sommerglück in der kleinen Bücherei der Herzen
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Im zweiten Band von Jana Schikorra zu Howth / Irland, hat sich Kate schon längst in dem Ort etabliert.
Jeder Band weist jedoch eine Hauptperson vor, um die sich viele Seiten drehen und immer steckt auch ...

Im zweiten Band von Jana Schikorra zu Howth / Irland, hat sich Kate schon längst in dem Ort etabliert.
Jeder Band weist jedoch eine Hauptperson vor, um die sich viele Seiten drehen und immer steckt auch eine romantische Verbindung dahinter. Dieses Mal eben Luca:
Luca, die beste Freundin von Kate seit Schultagen, ist nicht das erste Mal in Howth. Doch nun hat ihre Ankunft einen besonderen Grund... Luca will ihren langjährigen Freund Adrian ausgerechnet in Howth bei ihrer besten Freundin Kate heiraten (zumindest die zivile Trauung). Und weil der ständig tief in Arbeit involvierte Adrian keine Zeit hat für irgendwelche Vorbereitungen, ist nun Luca alleine nach Irland vorgereist, um alle notwendigen Aufgaben für das Mammutfest in Angriff zu nehmen. Zusammen mit ihrer Freundin und deren Helfer:innen.

An ihrem ersten Abend unternehmen die Freundinnen einen Mädelabend, Junggesellinnenabschied, zusammen mit den älteren Freundinnen von Kate... Später stoßen noch Kates Freund und Emilio dazu, Emilio ist in Luca verliebt und nimmt ihre Hochzeitsvorstellungen nicht ganz ernst. Doch sie selbst nimmt es nicht ernst ... und was dann folgt ist eben - Herz Schmerz. Das gehört dazu zu so einem Roman...

Dieses Mal steht vor dem anheimligen grünen Schaufenster der Buchhandlung ein Rad. Völlig passend! On the road...

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Das Wunder eines verschneiten Tages

Lina und der Schnee-Engel
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Maggie O'Farrell schreibt normalerweise Romane, jedenfalls hat sie davon schon einige geschrieben. Dies ist nun ihr erstes Kinderbuch, und wie ich finde ein sehr gutes.

Die fünfjährige Lina ist krank, ...

Maggie O'Farrell schreibt normalerweise Romane, jedenfalls hat sie davon schon einige geschrieben. Dies ist nun ihr erstes Kinderbuch, und wie ich finde ein sehr gutes.

Die fünfjährige Lina ist krank, sehr krank. Doch eines Nachts erwacht sie in ihrem Bett weil ein Schnee-Engel durch das ZImmer huscht (ja, hab auch noch nie davon gehört...außer von dieser Eindrücken, die manche in Schnee machen und dann Schnee Engel nennen). Der Engel hat die Aufgabe, die sehr kranke Lina wieder gesund zu machen. Und in der Tat dem Engel gelingt das. Einige Monate später möchte Lina dem Engel dafür danken... doch wie kann sie ihn finden....

Das Buch ist sehr schön gemacht worden: Die Schriftform,
mehr an einer Handschrift orientiert, mit kleinen grauen Zeichnungen, Bewegungen, Formen. Dann natürlich die Farbzeichnungen großflächig. Sie zeigen das Haus von Lina und ihrer Familie, das Zimmer von Lina mit dem Schimmer des geheimnisvollen Wesens... So liebevoll gemacht und so bedürfnisgerecht für kleine Leser und Leserinnen.

Im gleichen Alter wie die Heldin dieses Büchleins können auch die Kinder sein, denen Erwachsene das Buch vorlesen. Also ab 5 Jahre.

Das Buch passt zur Vorweihnachtszeit, eingekuschelt können kleine Leseratten sich verwöhnen lassen.

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Veröffentlicht am 01.11.2024

China!

Die Übermacht. Nominiert für den GLAUSER 2025 in der Kategorie bestes Debüt
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Klappentext - liest sich aufregend
Umschlagbild - ist sehr eigen gemacht, aber auf jeden Fall so, dass der lesende Mensch zuerst einmal nach dem Buch greift, um es sich anzusehen. Zum Thema 'China' passt ...

Klappentext - liest sich aufregend
Umschlagbild - ist sehr eigen gemacht, aber auf jeden Fall so, dass der lesende Mensch zuerst einmal nach dem Buch greift, um es sich anzusehen. Zum Thema 'China' passt natürlich die kartografische Darstellung des Riesenlandes. Die Farben und der Glitzer... lässt auf eine explosive Mischung hoffen.
Inhaltsverzeichnis - allein die Stichworte, Berlin, Wuhan, Krankenhaus... es passt!
Stil - sehr gut geschrieben, mitnehmend, spannend, aufregend!

Allein schon der Einstieg - Kopp und sein Team, Privatsender, kurz vor der Sendung ... wer im Filmgeschäft bereits mitgespielt hat, weiß was das alles zu bedeuten hat... die letzten Minuten bevor das Team online ist. Eine bisher unbekannte Interviewteilnehmerin, ungeplant, aber es soll sensationell werden...
Wird es! Die Talkrunde 'Investigation'.
Jun Ji Bao, Mitglied der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, und mit ihrer Vorstellung beantragt sie vor der laufenden Kamera und dem zuschauenden Publikum zu Hause und im Studio politisches Asyl.
Wow...
Als Grund gibt sie an, dass sie nach dieser Sendung Staatsfeind Nummer ein in China sein wird... nochmals wow.

Spannender kann es gar nicht beginnen (denn wer China kennt, weiß dass dies ein kompromißloses Land ist, eine Diktatur unter dem Mäntelchen des Sozialismus und einer gewissen marktwirtschaftlichen Öffnung).

Es geht um den 'chinesischen Traum'.
Und die schöne Chinesin reißt ihre Bluse hoch und klopft sich auf den nackten Bauch - hier drin steckt das größte Geheimnis der chinesischen Regierung.
Nochmals wow. Es hört ja gar nicht mehr auf, vor lauter wows...
Dazwischen kommen chinesische Zeichen, okay, ich kenne ein paar chinesische Worte, aber die Zeichen?

Eine Illegale Party und ihre Auflösung durch die Polizei. Maria, DJane, und Yang können entkommen. Die Beschreibung ihrer Flucht und die Suche nach ihnen... Kameras, Polizeiautos, Drohnen...
Ein Folterkeller in Berlin, Chinesen, die nach Jun Ji Bao suchen.

Alles so brutal. Alles so abgehackt. Alles so fecking realistisch.

Hier liegen ... Seiten pure Spannung vor. Über eine der größten und gefährlichsten Global Player der Welt.
Wenn das nicht sein Publikum findet...

puh, übel, aber äußerst realistisch.
Sehr gut geschrieben... sorgt für kurze Nächte


















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