Das Buch ist ein Riesenschmöker, umfangreich, mehr als 500 Seiten, aber typische für Umberto Eco so voll mit Zitaten und Personen der Weltgeschichte, dass es keine leichte Lektüre ist... mal eben am Strand ...
Das Buch ist ein Riesenschmöker, umfangreich, mehr als 500 Seiten, aber typische für Umberto Eco so voll mit Zitaten und Personen der Weltgeschichte, dass es keine leichte Lektüre ist... mal eben am Strand gelesen. Nein, das ist Hineintauchen in eine Welt, die scheinbar vergangen ist und doch weiterhin wirkt.
Paris und seine Machenschaften. Seine Wirrungen und Verirrungen. Seine politischen Umtriebe und seine Auswirkung auf Europa. Zuerst habe ich gedacht, das Buch erschlägt mich. Doch dann habe ich mich entschlossen es als eine heitere Lektüre zu nehmen. Und in der Tat haben mich die Sätze Umberto Ecos oft zum Lachen gebracht.
Weltliteratur heiter sehen, als amüsanter Lesegenuss für viele viele dunkle Winterabende...
Diejenigen, die allen Menschen sagt 'Lest!', schreibt zu ihren vielfältigen Reisen. Von sozusagen Kindesbeinen an bis zum gücklichen Ältersein. Da ist natürlich sehr viel Selbstgefälliges dabei, denn sie ...
Diejenigen, die allen Menschen sagt 'Lest!', schreibt zu ihren vielfältigen Reisen. Von sozusagen Kindesbeinen an bis zum gücklichen Ältersein. Da ist natürlich sehr viel Selbstgefälliges dabei, denn sie ist ja die Heidenreich, diejenige die weltweit bekannt ist (auf einem Basar in einem arabischen Land, beim Dattelnkaufen).
Ist das so? Ehrlich gesagt, dies ist das erste Buch von ihr, welches ich lese. Ich bin eine Vielleserin, nie ohne Buch unterwegs. Und Reisen kenne ich auch, bzw. mehr das Leben in anderen Kulturen, weil ich auf drei Kontinenten viel unterwegs war, beruflich und den Lebensumständen gemäß. Und ein vierter zieht mich auch oft an, wenn dort nicht gerade ein Präsident am Durchknallen ist. Ich nehme Heidenreichs Buch zur Inspiration. Denn was kann der durchschnittliche Mensch, ohne Heidenreichs Bekanntheitsgrad, vom Reisen sagen? Es gibt so vieles, was einem auffällt und bewegt. Natürlich könnte ich sagen, dass ich jetzt bei dem Buch 'Ihr glücklichen Augen' eine Art Stalkerin bin, die eben wissen will, was hat sie denn damals gemacht ... in jungen Jahren, wen liebte sie und mit wem klappte es nicht... Manche leben gerne im Licht der Öffentlichkeit, auch wenn sie sich selbst dann als mausgraue Haartrachttragende outet. Allein das macht das Lesen wert, die gewisse Selbstironie der Autorin. Sie weiß es, jede:r andere weiß es auch...
Am meisten hat mich ihre schillernde Freundin angezogen, die sie dann auch gerne schillernd einkleidete...diejenige welche, die sagte, du bist immer so mausgrau... ich liebe solche Freundinnen, die sind ehrlicher als alle anderen. Ja bestimmt, Elke Heidenreich hat viele Kontakte, von einigen hat sie in diesem Buch geschrieben. Gönnen wir ihr das!
Also hat mein Gehirn auch glückliche Stunden, denn ich kann lachen über ihre Selbstironie und, zweifelsfrei, ich bin inspiriert selbst über meine Reisen ein wenig zu schreiben...
Das Umschlagbild zum Büchlein ist großartig gemacht, der alte, fast zerfallene Eingangsbereich eines 'bookshops'. Sehr schön,
Amin Jaafari hat es geschafft. Er ist Chirurg, ein angesehener Arzt in Tel Aviv. Er lebt in einem schicken Stadtteil in einem tollen Haus und er hat diese gut aussehende liebenswürdige Frau an seiner Seite.
Er ...
Amin Jaafari hat es geschafft. Er ist Chirurg, ein angesehener Arzt in Tel Aviv. Er lebt in einem schicken Stadtteil in einem tollen Haus und er hat diese gut aussehende liebenswürdige Frau an seiner Seite.
Er hat eine arabischen Familie, aber doch auch jüdische Freunde und Freundinnen. Könnte alles gut sein in diesem kleinen, aber doch auch zerrissenen Land.
Doch dann bricht die Welt für Amin Jaafari zusammen. Seine Frau wird als Attentäterin identifzizert. Er versteht es nicht, er lehnt es ab und sagt, sie war zufällig in dem Cafe, sie ist Opfer geworden. Er trauert um die große Liebe seines Lebens. Doch dann kommt ein Brief von ihr an ihn. Und er beginnt nachzuforschen. Er kommt den Dingen sehr nahe, zu nahe und das lassen die Terroristen nicht zu.
Für beide Seiten, der jüdisch - israelischen und der arabisch - muslimischen, ist er plötzlich der Feind. Er versucht zu verstehen. Dabei fährt man mit ihm du rch das zerrisssene Land und bekommt Einsichten...
Sehr interessant geschrieben. Es führt den lesenden Menschen an die Kernprobleme des Konfliktes heran. Der Autor ist ein algerischer Ex-Militär, der sein Land verlassen hat und unter einem weiblichen Name publiziert. Allein das ist aufschlussreich für die Zustände in arabischen Ländern.
Anna Woltz, „Haifischzähne“, ein Jugendbuch bis 15 Jahre, 96 Seiten, Verlag Carlsen
Das Cover ist gut gemacht. Zwei Fahrräder, innig miteinander verschlungen. Das Symbol für die beiden Jugendlichen, ...
Anna Woltz, „Haifischzähne“, ein Jugendbuch bis 15 Jahre, 96 Seiten, Verlag Carlsen
Das Cover ist gut gemacht. Zwei Fahrräder, innig miteinander verschlungen. Das Symbol für die beiden Jugendlichen, die um das Ijsselmeer fahren. Das Ijsselmeer ist ein künstlich geschaffener Süßwassersee und die größte Wasserfläche der Niederlande, außer das an ihm angrenzende Meer. Und vermutlich auch ein Symbol dessen, was die Niederlande so schaffen. Denn sie ringen dem Meer schon immer viel Land ab.
360 Kilometer gilt es zu umrunden, eine Höchstleistung (ich bin auch schon mit dem Rad wahnsinnige Strecken gefahren, aber das?). Die elfjährige Atlanta rennt davon, um sich nicht mit der traurigen Realität auseinander zu setzen. Sie trifft auf Finley, der ebenso wie sie vor etwas davonläuft. Mitten an Bord, Wasserflaschen, zwölf Käsebroten und Haifischzähne. Haifischzähne, ja klar, man sollte bei so einem Unterfangen immer bewaffnet sein.
Bei einem Radunfall – Atlanta poltert auf den stehenden Finley drauf – lernen sie sich kennen.
Inhaltlich geht es um Freundschaft und um Familienverhältnisse. Es kein leichter Text, weil auch diese beiden Jugendlichen was zu erzählen haben. Aber er ist lustig geschrieben, wortwitzig. So soll es sein. Texte müssen gespickt sein mit Lebensphilosophie, auch schon bei jungen Menschen.
Mir gefällt das Büchlein (96 Seiten).
Eine Vierzehnjährige fliegt alleine nach New York (ist das wirklich so möglich? So viel ich weiß gibt es doch dieses Rotkäppchensystem für Minderjährige, die werden besonders betreut).
Aber was soll es, ...
Eine Vierzehnjährige fliegt alleine nach New York (ist das wirklich so möglich? So viel ich weiß gibt es doch dieses Rotkäppchensystem für Minderjährige, die werden besonders betreut).
Aber was soll es, in der Literatur gibt es auch literarische Möglichkeiten etwas möglich zu machen, was vielleicht (?) in der Realität so nicht machbar wäre... Also, Emilia Dezember de Wit fliegt alleine nach New York, nachdem sie ihren Eltern eine Kreditkarte gestohlen hatte. Sie hat alles gut vorbereitet, meint sie. Gebucht, online, die wichtigsten Dinge auf Papier ausgedruckt (ist das nicht eher erwachsenenmäßig? So viel ich weiß drucken Teenies kaum noch...), nur an ihre Phobie hat sie nicht gedacht (aber das kommt erst später) und auch nicht an den über die gesamte Region, Karibik, Nordamerika hereinbrechenden Sturm 'Sandy'. (Das man echt solchen Stürmen so nette Namen gibt, hat damit zu tun, dass jemand die kauft, also nicht die Stürme, sondern die Namen... und dann trägt eine Katastrophe für immer den Namen Sandy und jeder Mensch, der die Sandy heißt, bekommt für immer gesagt, ah Sandy, so wie der schlimme Sturm; ist genauso wie der Name Lucy, ah Lucy, australopithecus afrarensis, das erste menschenähnliche Wesen, was gefunden wurde).
Emilia legt 'rote Heringe aus', also falsche Spuren, um ihre 'Erzeuger' zu verwirren. Sie ist klug, die 14jährige Emilia.
Nur das erste Problem ist, dass die online gebuchte Unterkunft nicht existiert, aber Emilia hat 'Glück im Unglück' (oder es ist Karma or whatever) – sie trifft auf eine Teenagergruppe. Seth, Abby und Jim. Zusammen ziehen sie durch New York City... trotzen dem Sturm und der harschen Umwelt. Coming of Age in NYC.
Wunderschön ist das Umschlagsbild: Die Brooklyn Bridge by night, in hellblau vor einem sehr dunklen Sternenhimmel. Auch auf der ersten Innenumschlagsseite – der Stadtplan von Manhattan, knallewichtig, wenn man selbst eine Reise dorthin plant, was ja nach Lesen des Buches unausbleiblich ist. Oder?
Lustiger Text mit ernsten Hintergründen. Aber solche Sprüche 'zur Mutter ausgebildet, reicht ihr eine Tüte als sie hyperventiliert', machen das Büchlein zu einem kleinen Schatz.
256 Seiten, Carlsen Verlag, ab einem Lesealter von 14 Jahren (so wie halt das Alter von Emilia)
geschrieben von Anna Woltz, einer versierten und preisgekrönten Kinder- und Jugendbuchautorin, die selbst in einem zarten Alter angefangen hat zu schreiben und sich anscheinend noch den Einblick in ein jugendliches Alter erhalten hat …