Leserunde zu "Die große Sehnsucht" von René Sydow

Eine Hommage auf die Freundschaft und die 90er-Jahre
Cover-Bild Die große Sehnsucht
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René Sydow (Autor)

Die große Sehnsucht

Roman. Ein Roman über Freundschaft, große Träume und die 90er-Jahre

Eine Hommage auf die Freundschaft und die 90er-Jahre

Eine Kleinstadt am Bodensee, 1996. Im kältesten Winter seit Langem stehen drei Freunde aus dem Abiturjahrgang am Bootssteg und schauen auf den See. Rabe möchte Film studieren und ist mit Herz und Kopf mehr bei seinen Drehbuchentwürfen als bei der Schule. Thomas, genannt Fete, lässt keine Party aus und hat einen Ruf als Herzensbrecher. Auch Michi weiß genau, was er will: sich am Mathelehrer rächen, der ihn vor der Klasse bloßgestellt hat. So viele Träume, so viele Sehnsüchte - und Tage, die keiner der Abiturienten so schnell vergessen wird ...

Ein heiter-melancholischer Roman über eine unvergessliche Zeit, die ersten Schritte ins Leben und die große Sehnsucht, die jedem Lebensalter aufs Neue innewohnt

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 02.09.2024 - 22.09.2024
  2. Lesen 14.10.2024 - 27.10.2024
  3. Rezensieren 28.10.2024 - 10.11.2024

Bereits beendet

Schlagworte

Sehnsucht Zukukunftspläne Jugend Abiturienten erste Liebe Freundschaft Midlife Neunzigerjahre bewegend Nachhall Literarische Unterhaltung

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 28.10.2024

Bereut man Dinge die man nie getan hat?!

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Der Roman "Die große Sehnsucht" von René Sydow ist eine Geschichte über Freundschaft, Träume und dem Gefühl der 90er-Jahre. Dieses war der erste Roman den ich von dem Autor gelesen habe und ich muss sagen ...

Der Roman "Die große Sehnsucht" von René Sydow ist eine Geschichte über Freundschaft, Träume und dem Gefühl der 90er-Jahre. Dieses war der erste Roman den ich von dem Autor gelesen habe und ich muss sagen ich wurde nicht enttäuscht.
Sydow ist hauptsächlich im Bereich Kabaret tätig, was man in seiner schnellen, klaren und alltäglichen Sprache wiederfindet. Der Schreibstiel ist locker und direkt gehalten. Daher lässt sich das Buch sehr angenehm und zügig lesen.

Das Cover des Buches ist in Pastell-Farben gestaltet und vermittelt durch den angedeuteten Sonnenuntergang bei mir ein Gefühl von Sehnsucht und Aufbruch.
Schon auf den ersten Seiten wird man direkt in die Handlung gezogen. Sydow hält sich nicht mit langen Vorerzählungen auf was mir sehr gut gefällt. Man startet direkt im Jahr 1996 und es werden die drei sehr unterschiedlichen Freunde Rabe, Fete und Michi vorgestellt. Sie wollen im Jahr 1997 ihr Abitur ablegen. Das Buch erzählt über Träume, Ziele, die erste Liebe, Sorgen und Ängsten. Teilweise wird es sehr dramatisch und etwas überspitzt aber niemals übertrieben / kitschig etc. dargestellt.

Die Perspektiven wechseln zwischen den drei Freunden zügig hin und her, ohne dabei Unruhe im Lesefluss aufkommen zu lassen. Ich empfinde die länge der Kapitel dabei als sehr angenehm.

Als einzig kleine Kritik könnte ich anmerken, dass ich das Gefühl hatte einer der Charaktere wurde im Vergleich zu den anderen beiden weniger genau ausgearbeitet und beschrieben. Zumindest hätte ich über ihn gerne noch etwas mehr erfahren. Aber das kann auch nur mein persönliches empfinden sein. =)

Alles in Allem würde ich dieses Buch auf jeden fall weiter empfehlen.
Der Autor schafft es, das Lebensgefühl der 90er, die Aufbruchsstimmung aber auch Unsicherheiten der Jugend einzufangen und wiederzugeben. Ebenfalls geht er darauf ein, was aus Träumen werden kann bzw. nicht wird, wenn man diese auf "später" verschiebt und dann häufig nicht weiter verfolgt.

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Veröffentlicht am 08.11.2024

Erwachsenwerden und Träumen in den 90ern am Bodensee

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Rabe, Fete und Michi - drei junge Männer im letzten Jahr vor dem Abitur in der Mitte der 90er Jahre, aufgewachsen in einer Stadt am Bodensee. Hier siedelt René Sydow seinen Roman - Die große Sehnsucht ...

Rabe, Fete und Michi - drei junge Männer im letzten Jahr vor dem Abitur in der Mitte der 90er Jahre, aufgewachsen in einer Stadt am Bodensee. Hier siedelt René Sydow seinen Roman - Die große Sehnsucht - an. Die drei Protagonisten sind durchweg sympathisch, jeder mit seinen eigenen Charaktereigenschaften, individuellen Herausforderungen und Träumen: Rabe, der von einer großen Karriere als Filmregisseur träumt, Fete, der viel unsicherer ist, als viele ihn sehen, Michi, der bei einer alleinerziehenden Mutter aufwächst und plant ans andere Ende von Deutschland zu ziehen. So unterschiedlich die Drei sind, so sehr sind sie freundschaftlich verbunden und stehen sich gegenseitig bei. In der Freundschaft von Rabe, Michi und Fete fängt Sydow ein typisches Aufwachsen in den 90er Jahren ein und legt dabei den Fokus auf eine ganz besondere Lebensphase, kurz vor dem Schulabschluss, wenn alles möglich scheint und die Welt jungen Menschen offen steht, sie doch gleichzeitig noch stark geprägt von ihrer Herkunft und dem Elternhaus sind. Eine Mischung aus Bewahren des Vertrauten und Erwartung des Ungewissen, was das Leben bringen mag, angereichert mit allen Träumen, die in diese Zukunft gelegt werden. Die zeitliche Verortung in den 90er Jahren sorgt hier für einiges an Nostalgie. Dinge die heute einen Großteil unseres Alltags bestimmen, wie Handys, Smartphones oder PCs spielten noch keine, oder in der Masse eine völlig untergeordnete Rolle. Andere Aspekte des Alltags, wie Videos und Videotheken hingegen, die heute in Vergessenheit geraten sind, nahmen auch für Jugendliche viel Raum ein, als Freizeitbeschäftigung und Treffpunkt.

Neben der Perspektive der jungen Männer, beleuchtet Sydow stellenweise auch die der Eltern. Gerade davon hätte ich mir noch etwas mehr gewünscht und denke ein intergenerationaler Vergleich hätte den Roman bereichern können.

Stilistisch bin ich bis zum Schluss leider nicht ganz warm geworden mit der Erzählweise. Die Gedanken und Handlungen werden von einer Art alles wissendem Erzähler präsentiert, was mich ein bisschen an Kinderbücher erinnert hat, auch wenn der Inhalt natürlich ein ganz anderer ist. Für mich ging durch dieses Erzählen leider etwas Authentizität verloren und ein echtes Einfühlen in und Nähe zu den Protagonisten blieb für mich trotz einiger Parallelen zu meiner eigenen Biografie aus. Insgesamt war der Roman für mich eine nette Lektüre, die an die Besonderheiten einer Jugend in den 90ern erinnert, jedoch leider kein Werk, das sehr nachhallt.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Nicht alle Wege führen immer zum Ziel

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Im Roman ,Die große Sehnsucht‘ nimmt uns der Autor mit zu einer Zeitreise in die 90er -Jahre. Der Hauptprotagonist Rabe und seine beiden Freunde Fete und Michi stehen in einer kalten Winternacht im Jahre ...

Im Roman ,Die große Sehnsucht‘ nimmt uns der Autor mit zu einer Zeitreise in die 90er -Jahre. Der Hauptprotagonist Rabe und seine beiden Freunde Fete und Michi stehen in einer kalten Winternacht im Jahre 1995 am Bodensee. Sie machen demnächst Abitur und sinnieren über ihre Pläne für die Zukunft.

Sydow, selbst ein Kind dieser Zeit schreibt sehr klar und einprägsam, aber auch humorvoll und pointiert über die beruflichen Vorstellungen der Drei, über den Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter.
Phasen der Lebenslust, Leidenschaft und Selbstüberschätzung , wie auch mit Zeiten der Zweifel, Verzweiflung und Unsicherheit wechseln sich ab. Natürlich fehlen auch weibliche Nebendarstellerinnen nicht, die erste Liebe und auch, wenn auch nur in sehr geringem Maße, das Verständnis der Elterngeneration.

Die Freunde erkennen, dass sich nicht alle Träume in die Realität umsetzen lassen und ihnen nicht immer die ganze Welt zu Füßen liegen wird.

Für mich nahm die Handlung erst ab dem zweiten Drittel so richtig an Fahrt auf, ich fühlte mich angenehm in die 90-er zurückversetzt und musste über so manche Ansicht oder Redewendung aus dieser noch nicht digitalen Zeit schmunzeln. Erinnerungen keimten auf ehemalige Träume wurden reflektiert.

Definitiv ein Buch für Menschen, die die Jahre im entsprechenden Alter selbst erlebt haben. Ansonsten könnte es passieren, dass wenig Nähe zwischen Leser und Protagonisten entsteht.

Das Cover finde ich sehr schön, das Buch nimmt an einer gewissen Stelle Bezug dazu, obwohl es meiner Meinung nach sich Spielraum für andere Interpretationen lässt.

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Veröffentlicht am 04.11.2024

Die Sehnsucht nachdem Erwachsen sein

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Zu den drei Jungen fiel es mir leider sehr schwer eine Verbindung aufzubauen. Wie sie denken und wie sie über Mädchen reden konnte ich gar nicht nachvollziehen. Sie träumen etwas naiv von der großen Welt ...

Zu den drei Jungen fiel es mir leider sehr schwer eine Verbindung aufzubauen. Wie sie denken und wie sie über Mädchen reden konnte ich gar nicht nachvollziehen. Sie träumen etwas naiv von der großen Welt und gehen recht selbstbewusst durchs Leben. Erst im Verlaufe der Geschichte wird deutlich, was sie fühlen und was sie beschäftigt. Das hat mir gut gefallen und manche Themen wurden wirklich realistisch ehrlich behandelt.

In der zweiten Hälfte des Buches hat mir die Handlung besser gefallen und vor allem durch die weiblichen Figuren hat für mich die Geschichte mehr Tiefe bekommen. Diese waren deutlich reflektierter und haben mehr Vielfalt mitgebracht.

Die Atmosphäre im Winter am Bodensee fand ich gut und auch die kleinen Einblicke in die Dynamik zu den jeweiligen Eltern.
Ich glaube, dass Buch passte einfach nicht zu mir, obwohl ich ganz viel Potential sehe, dass es anderen Lesenden besser gefällt.

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Veröffentlicht am 03.11.2024

Zukunftsgeflüster

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Am Bodensee, Mitte der 1990er: Fete, Michi und Rabe starten die letzte Klasse Gymnasium und durchleben allerhand Zukunftsfantasien. Vor allem für Rabe ist klar, was er werden will: Regisseur. Doch je mehr ...

Am Bodensee, Mitte der 1990er: Fete, Michi und Rabe starten die letzte Klasse Gymnasium und durchleben allerhand Zukunftsfantasien. Vor allem für Rabe ist klar, was er werden will: Regisseur. Doch je mehr sie sich mit konkreten Plänen beschäftigen, desto mehr Realität erleben sie. Und sie spüren, dass die Zeit, die sie jetzt haben, jene ist, die gelebt werden muss.

René Sydow ist mit "Die große Sehnsucht" ein unterhaltsamer Coming-of-Age-Roman gelungen, der die Protagonist:innen voller Leben zeichnet. Die Jungs sind allesamt einfühlsam, engagiert und glauben zu wissen, wohin sie wollen. Natürlich steht das andere Geschlecht im Mittelpunkt und die Beziehungen, die die Hauptprotagonisten entwickeln, fühlen sich trotz Unsicherheiten und gespieltem Selbstbewusstsein sehr authentisch an. Besonders gefallen hat mir, dass der Autor nicht mit oft gelesenen Jungs-/Mädchenklischees spielt, die Charaktere sind einander gegenüber respektvoll, auch wenn es natürlich auch hier das eine schöne Mädchen gibt, das alle begehren. Doch Fantasie und Realität unterscheiden sich und so gelingt es den jungen Männern, tiefergehende Beziehungen aufzubauen.

Der Schreibstil des Autors ist einnehmend und ich konnte mir die Szenen des Buches sehr bildlich vorstellen. Die Erzählperspektive wechselt zwischen den drei Hauptfiguren, selten werden auch Elternperspektiven erläutert. Die meiste Aufmerksam erhält Rabe mit seiner Fokussierung auf seine Zukunft als Regisseur. Hier ist besonders schön zu sehen, dass der Junge zwar schon seit er denken kann, sein Ziel vor Augen hat, aber als dieses näher kommt, zweifelt er mitunter, ob es tatsächlich das ist was er will. Dazu trägt auch seine sich entwickelnde Beziehung zu Viola bei, die er mehr und mehr ins Herz schließt. Auch Fete wird eingehender beleuchtet, er ist der Partytiger und gilt als Frauenheld. Dass es damit in der Realität aber nicht weit her ist, überrascht nicht nur seine Herzensdame Dani, sondern auch die Lesenden. Nur Michi wird etwas stiefmütterlich beschrieben, was schade ist, denn seine Geschichte wird zwar angedeutet, aber nur wenig erläutert.

Trotzdem mir das Buch sehr gefallen hat, finde ich es schade, dass es zwischen den drei Hauptcharakteren ein Ungleichgewicht an Erzähltem gibt. Hier hätte es mir persönlich besser gefallen, wenn entweder nur ein Charakter die volle Aufmerksamkeit bekommt oder aber alle drei Protagonisten gleichermaßen erzählt werden. Irritiert hat mich die nur ganz selten auftauchende Erzählperspektive eines Elternteils und auch das Auftauchen eines verloren geglaubten Vaters wird nicht näher beleuchtet, obwohl anzunehmen ist, dass dies durchaus etwas mit dem Jungen anstellt. Die Beschreibungen der 90er-Jahren standen für mich gar nicht so zentral im Fokus, waren aber schön, auch wenn manche geäußerten Zukunftsprognosen der Figuren für mich etwas zu konstruiert und deshalb etwas unglaubwürdig erschienen.

Mein Fazit: "Die große Sehnsucht" ist ein unterhaltsamer Coming-of-Age Roman, der in den 1990er spielt. Besonders schön ist die Einfühlsamkeit, die Zielstrebigkeit und die Tiefe der Charaktere, auch wenn sie leider nicht allesamt die gleiche erzählende Aufmerksamkeit bekommen. Der Schreibstil des Autors ist kurzweilig und auch wenn das Buch für mich kleinere Schwächen hat, habe ich es gern gelesen.

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