Lyrischer Schreibstil übedeckt den Inhalt
Auf Erden sind wir kurz grandiosDer ganze Roman ist in Briefform verfasst und richtet sich direkt an seine Adressatin: “Ma”. Doch diese wird ihn nie lesen und so schreibt unser Protagonist schonungslos ehrlich.
Der Stil ist dabei eine ...
Der ganze Roman ist in Briefform verfasst und richtet sich direkt an seine Adressatin: “Ma”. Doch diese wird ihn nie lesen und so schreibt unser Protagonist schonungslos ehrlich.
Der Stil ist dabei eine Verschmelzung von Prosa und Lyrik und die zarten, mit Bedacht gewählten Worte stehen im direkten Kontrast zum expliziten, gewaltvollen Inhalt und lassen diesen somit noch härter wirken.
Stilistisch ist dieser Roman also wirklich eine Wucht und ich möchte neben dem Können des Autors definitiv auch die Arbeit der Übersetzerin, Anne-Kristin Mittag, loben.
Leider konnte der Inhalt mich nicht ganz abholen. Durch die kunstvoll arrangierten Sätze ging oft der Lesefluss verloren, wodurch ich mich weder den Figuren annähern, noch gut der Handlung folgen konnte und kaum Emotionen empfunden habe. Das gipfelte darin, dass ich das Buch stellenweise am liebsten weggelegt hätte und nur noch zum Ende kommen wollte.
“Auf Erden sind wir kurz grandios” ist ein Roman, den ich wirklich lieben wollte, dessen Aufbau zwar originell, mir persönlich aber zu künstlerisch gewollt ist. Empfehlen würde ich ihn Leser*innen von Lyrik, die keine Probleme mit expliziten Gewaltdarstellungen an Mensch und Tier haben. ⭐️3/5⭐️